|
Gattung Oligota Mannh. mitteleuropäische Arten |
Coleoptera - Staphylinidae - Aleocharinae - Hypocyphtini - Oligota |
|
Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, V. Assing) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de |
Williams, S.A. (1970): Notes on the Genus Oligota . . . - Ent. Month. Mag. 106:54 ff. Williams, S.A. (1975): The Oligota (Col., Staphylinidae) of Madeira - Boletim do Museu Municipal do Funchal, 29(128):18-25 Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Williams1975 Oligota Madeira.pdf Assing, V. (1995): Erstnachweis von Oligota inexspectata Williams für Deutschland, mit Bemerkungen zur Unterscheidung von O. pusillima (Gravenhorst) und O. pumilio Kiesenwetter (Col., Staphylinidae). - Ent. Nachr. Ber. 39(4):224-226. Kapp, A. (2019): Revision der westpaläarktischen Arten der Gattungen Oligota Mannerheim, 1830 und Holobus Solier, 1849 (Coleoptera, Staphylinidae, Aleocharinae, Hypocyphtini) - Linzer biol. Beitr. 51(1):587-698 |
|
Kleine, sehr gedrungene und gewölbte Arten von 0,7-1,5 mm. Kopf viel schmäler als der quere, nur nach vorn verengte Halsschild; Flügeldecken ziemlich kurz, Hinterleib parallelseitig oder nach hinten verengt. Kiefertaster lang und schlank. Die 10-gliedrigen Fühler mit 2 vergrößerten Basalgliedern und 3-5 als Keule ± deutlich abgesetzten vergrößerten Endgliedern. Die Arten sind z. T. außerordentlich ähnlich. Um die Angaben über den Körperbau exakt zu überprüfen, müssen die Fühler genau von ihrer breiten Seite betrachtet werden und die Hinterleibsegmente dürfen nicht zusammengeschoben sein, da sonst das 1. vollständige Tergit oft unter den Flügeldecken verborgen ist. Für die Arten der Westpaläarktis siehe Oligota |
|
#1 |
Fühler auffallend kräftig, Glieder vom 6. an quer und bis zum 9. Glied anschwellend stärker verdickt. 9. Glied stark quer, reichlich doppelt so breit wie lang [Abb.1] [Abb.2]. Breit gebaut. Kopf groß, mit großen Augen, deren Hinterrand meist bis an den Halsschild reicht, so daß von oben keine Schläfen erkennbar sind. Halsschild 1,75 mal so breit wie lang. Flügeldecken wesentlich breiter als der Halsschild, 1.-4. vollständiges Tergit etwa gleich lang, das 5. kaum länger als das 4.. Tiefschwarz [Abb.3], seltener dunkelbraun, Hinterleib an der Spitze bräunlich. Fühler und Beine rötlichbraun, Fühlerbasis heller. Aedoeagus [Abb.4] [Abb.5], Spermatheka [Abb.6]. 1,2-1,5 mm. Synanthrop in Kellern, Ställen und Lagerhäusern, am Kompost, im Freiland unter Rinde, an schimmelnden Pflanzen und Pilzen, wohl überall, aber selten. ...granaria Er., 1837 |
|
-- |
Fühler weniger stark verdickt, Glied 9 kaum doppelt so breit wie lang. Augen kleiner, Halsschild weniger quer, nur 1,5 mal so breit wie lang. Durchschnittlich merklich kleiner. Kopf meist mit deutlichen Schläfen. ...2 |
|
#2 |
5. vollständiges Tergit etwa so lang wie das 3. und 4. zusammengenommen, bis auf die schmale dunkle Basis hell gelbrot. Heller oder dunkler braun, Kopf und Hinterleib meist etwas geschwärzt, Fühlerbasis und Beine gelb. Schlanke, ± parallele Art. 7. Fühlerglied kaum größer als das 6. und viel kleiner als das 8., so daß die Fühlerkeule deutlich 3-gliedrig erscheint [Abb.7]. Halsschild deutlicher punktiert, als bei den auf Kennziffer 7 folgenden Arten. Aedoeagus [Abb.8] [Abb.9]. 0,9-1,2 mm. Heute wohl überall eine der häufigeren Arten; scheint sich erst in neuerer Zeit bei uns völlig eingebürgert zu haben. Fast ausschließlich synanthrop, vorzugsweise in Kompost. ...parva Kr., 1862
|
|
-- |
5. vollständiges Tergit kürzer als die beiden vorhergehenden Tergite zusammen. Fühlerkeule nicht scharf abgesetzt 3-gliedrig; das 7. Fühlerglied bildet (von der Breitseite gesehen) entweder ein deutliches Übergangsglied oder die Fühlerkeule ist deutlich 4gliedrig. ...3 |
|
#3 |
5. vollständiges Tergit deutlich länger als das 4., dieses nicht länger als das 3.; Kopf klein, Halsschild beträchtlich schmäler als die Flügeldecken, so daß der Körper nach vorn stark verengt ist, Hinterleib sehr breit, parallelseitig. Fühlerkeule deutlich 4-gliedrig [Abb.10]. ...4 |
|
-- |
5. vollständiges Tergit nicht länger als das 4., dieses jedoch deutlich länger als jedes der 3 vorhergehenden Tergite. Fühlerkeule 4-gliedrig oder unscharf abgesetzt 3-gliedrig, indem das 7. Fühlerglied deutlich größer als das 6. und kleiner als das 8. Fühlerglied ist [Abb.11]. ...5 |
|
#4 |
Bunt gefärbt, Kopf und 1.-4. vollständiges Tergit braun, Halsschild hell braunrot, Flügeldecken, 5. und 6. Tergit vollständig gelbrot, Fühlerbasis und Beine gelb. Aedoeagus [Abb.12]. 1-1,2 mm. Südwesteuropa und Südeuropa; auch aus dem südöstlichen Mitteleuropa gemeldet, aber wohl kaum im eigentlichen Mitteleuropa zu erwarten. ...rufipennis Kr. |
|
-- |
Einfarbig dunkelbraun, oder Kopf und Hinterleib schwarz; 5. vollständiges Tergit höchstens zur Spitze schwach aufgehellt; Fühler und Beine braungelb, die 4 als Keule abgesetzten Endglieder braun [Abb.10]. Körper breiter und Oberseite deutlicher behaart als bei den folgenden Arten; Behaarung ziemlich dicht und leicht gehoben. Aedoeagus [Abb.13]. 1,1-1,4 mm. In Kompost, trockenem Dünger, Kellern und Ställen. ...inflata Mannh., 1830
|
|
#5 |
Hinterrand des 6. Sternits in beiden Geschlechtern stumpf gewinkelt [Abb.14]. Dunkelbraun, glänzend, Hinterleibspitze von der Mitte des 5. vollständigen Tergits an heller, Fühler und Beine rotgelb, Fühlerendglied höchstens bräunlich getrübt. Körper betont parallelseitig, Flügeldecken kaum breiter als der Halsschild, die Naht so lang wie der Halsschild und nicht länger als die Hinterrandbreite einer Flügeldecken. Hinterleib zur Spitze kaum verengt. Aedoeagus und Spermatheka nach Assing [Abb.15], nach Kapp [Abb.16], [Abb.17] [Abb.18]. 1-1,3 mm. Wohl überall, aber nicht häufig. ...pumilio Kiesw., 1858
|
|
-- |
Hinterrand des 6. Sternits in beiden Geschlechtern anders [Abb.19] [Abb.20]. ...6 |
|
#6 |
7. Fühlerglied nicht deutlich quer, deutlich kleiner als das 8. und etwa so groß wie das 6., Fühlerkeule daher dreigliedrig erscheinend. ♂: Hinterrand des 8. Abdominalsternits nur schwach gerundet, fast gerade [Abb.21]; Aedoeagus mit asymmetrischem langem Ventralfortsatz, Internalsack mit charakteristischen, stark sklerotisierten Innenstrukturen [Abb.22] [Abb.23]. ♀: nach Williams (1994) mit leicht nach hinten vorgezogenem 8. Sternit und ohne sklerotisierte Spermatheca. Bisher aus der Schweiz und Deutschland bekannt. ...inexspectata Williams, 1994 |
|
-- |
7. Fühlerglied deutlich quer, schmaler als das 8. und breiter als das 6., so daß die Fühlerkeule undeutlich viergliedrig erscheint. Primäre und sekundäre Geschlechtsmerkmale anders. ...7 |
|
#7 |
Durchschnittlich größer und breiter, dunkelbraun oder schwarz, glänzend, Fühler und Beine rotgelb, die Endglieder manchmal gebräunt, etwas breiter als bei pusillima. Körper weniger betont parallelseitig. Aedoeagus [Abb.24], Spermatheka [Abb.25]. 1,1-1,4 mm. Westeuropäisch; möglicherweise auch bei uns aufzufinden, aber noch nicht sicher nachgewiesen. ...ruficornis Sharp (=punctulata Heer, 1839 sensu Lohse) |
|
-- |
Äußerlich mit ruficornis durch ihre etwas kräftigere Gestalt übereinstimmend, von dieser Art durch etwas geringere durchschnittliche Länge von 1,1-1,3 mm (ruficornis: 1,2-1,4 mm) sowie schwärzlichbraune Fühler und Beine, besonders aber in beiden Geschlechtern durch die abweichenden Genitalien verschieden. Aedoeagus [Abb.26] und Spermatheka [Abb.27]. England, Dänemark, Ostfriesische Inseln. ...picipes (Steph., 1832) |
|
-- |
Durchschnittlich kleiner und schmäler, dunkelbraun oder schwarz, glänzend. Fühlerkeule und Schenkel oft (aber durchaus nicht immer) kräftig gebräunt. Hellere Exemplare jedenfalls nur nach den Sexualmerkmalen sicher zu erkennen. Flügeldeckennaht oft länger als der Halsschild, doch kommen auch Stücke mit extrem kurzen Flügeldecken und kürzeren Fühlern (var. ytenensis Sharp) sowie Zwischenformen vor. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.28] [Abb.29] [Abb.30] [Abb.31]. 1-1,3 mm. In ganz Mitteleuropa sehr verbreitet und nicht selten. ...pusillima (Grav., 1806) (=atomaria Er.) |
|
-- |
Mit pusillima im Aussehen völlig übereinstimmend und nur im Bau des Aedoeagus völlig abweichend: der Ventralfortsatz in Lateralansicht am apikalen Ende mit schräg nach rückwärts abgewinkelter plattenförmiger Spitze [Abb.32]. Von der 1970 aus Nord-Italien und Griechenland beschriebenen Art lag Lohse auch 1 Ex. bezettelt ,,Austria, Paganetti" vor, allerdings dürfte der Fundort nicht im heutigen Österreich liegen (Kapp l.c.). ...convexa Mulsant & Rey (=lohsei Williams) |
|
|
convexa granaria inexspectata inflata parva picipes |
pumilio pusillima ruficornis rufipennis |
|
 Erstellt am: 08.06.2012 Letzte Aktualisierung: 28.05.2021 - 18:38:07 Version: 4.1.2 von: Arved Lompe Vorherige Version |
|
|