Gattung Ptinus Coleoptera - Polyphaga - Tarsen-5-5-5 - Ptinidae
  Von Arved Lompe (n. H. Freude) Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
  Körper in beiden Geschlechtern meistens von verschiedener Körperform, die ♂ lang, schmal und die ♀ mit kürzeren, gerundeten Flügeldecken, letztere in Reihen oder Streifen kerbartig punktiert, beim ♂, oft auch beim ♀, mit vortretenden Schultern. Die Behaarung des Halsschilds gewöhnlich zu 4 Querbüscheln zusammengedrängt. Hinterbrust so lang oder länger als das 2. Sternit. Die Arten leben an alten Mauern, in den Fugen alter Bretterwände, in den Scheunen zwischen dem Bansenstroh, unter dem Moose alter Baumstämme und unter dürrem, abgefallenem Laub, sie sind auch die Zerstörer der Herbarien und anderer vegetabilischer Stoffe. In Europa Arten der Gattung. Eine Bestimmungstabelle aller Arten gibt es meines Wissens bisher nicht.
 
#1 Halsschildabschnürung jederseits durch eine schräge Längsschwiele unterbrochen. Siehe Gattung

   ...Dignomus Wollaston, 1862

 
-- Halsschildabschnürung ringförmig, ohne Unterbrechung.

   ...2

 
#2 Halsschild hinter der Mitte jederseits mit dichtem, scharf begrenztem Tomentpolster [Abb.1].
Untergattung Cyphoderes Muls. Rey (5 Arten in Europa).

   ...3

PTINUS RAPTOR
Abb.1
 
-- Halsschild ohne solche Tomentpolster, zuweilen aber mit zusammenneigenden Haarkämmen [Abb.2] (unsere häufigste synanthrope Art: Ptinus fur) oder unscharf begrenzter [Abb.3], erst bei Betrachtung von schräg hinten deutlich sichtbarer [Abb.4], dichter und heller Tomentierung (Ptinus tectus).

   ...5

PTINUS FUR
Abb.2
PTINUS TECTUS
Abb.3
PTINUS TECTUS
Abb.4
 
#3 Neben den Tomentpolstern befindet sich vorn jederseits eine geglättete rundliche Grube. Die glatte Halsschildmittelfurche erreicht fast den Halsschildvorderrand. Rotbraun, ziemlich anliegend behaart. Jede Flügeldecken mit einem aus lockeren Schuppen bestehenden hellen Querfleck hinter der Schulter und hinter der Mitte. Körperform wie fur. 2,5-4 mm. Nordpaläarktisch. In Mitteleuropa verbr., im Westen aber nur sporadisch und selten; meist synanthrop an trockenen Abfällen, Drogen, Mehl; gelegentlich im Freiland in Baummulm, Vogel- und Bienennestern, an Wildfutterstellen. ♂.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...raptor Sturm, 1837

 
-- Halsschild ohne solche glatte Grube neben den Tomentpolstern, Mittelfurche vorn ± verkürzt. Flügeldecken abstehend oder abstehend und anliegend behaart.

   ...4

 
#4 Halsschild bei Seitenansicht besonders hoch kapuzenartig gewölbt, die Tomentpolster kürzer als die davorliegende Halsschildpartie, Seitenbeulen mehr gerundet, die Haarborsten darauf schließen nicht pinselförmig zusammen. Rotbraun, Flügeldecken dunkelbraun mit lockeren Schuppenflecken. 2-3,5 mm. Südosteuropa, südöstliches Mitteleuropa ♂.

   ...schlerethi Reitter

 
-- Halsschild bei Seitenansicht nicht auffallend hochgewölbt. Tomentpolster länger, mindestens so lang wie die davorliegende Halsschildpartie, Seitenbeulen ausgeprägter, mit nach oben pinselförmig zusammenschließenden Haarborsten. Rotbraun, Flügeldecken dunkelbraun mit unauffälligen lockeren Schuppenflecken. 2-3,5 mm. Südeuropa, nördlich bis Südtirol und Tessin, in Mitteleuropa noch nicht sicher nachgewiesen. ♂.

   ...bidens Olivier

 
#5 Beide Geschlechter von gleicher Körperform, stets mit deutlicher Schulterbildung.

   ...6

 
-- Arten mit deutlichem Geschlechtsdimorphismus: ♂ mit deutlicher Schulterbildung, ♀ meist mit flach verrundeten Schultern.

   ...10

 
-- Bei Einzeltieren kann nach der Hilfstabelle bestimmt werden.

   ...25

 
#6 Halsschild mit hellen Flecken aus feinen Tomenthaaren auf der Innenseite der Seitenbeulen. Untergattung Tectoptinus(2 Arten in Europa).

   ...7

 
-- Halsschild zwischen der Beborstung kahl oder mit hellen Schuppenhaaren längs der Mitte. Zwischenräume der Flügeldecken mit nur einer einzigen mittleren Haarreihe, gelegentlich aber mit noch fleckig oder bindenförmig eingestreuten weißlichen Haarschuppen. 4. Tarsenglied lappig, oberseits ausgeschnitten, mindestens so breit wie das 3.. Flügeldecken länger oval bis zylindrisch, weniger dicht pubeszent, daher glänzender.
Untergattung Gynopterus Muls. Rey (9 Arten in Europa).

   ...8

 
#7 Die Flügeldeckenzwischenräume ± dicht pubescent behaart. 4. Tarsenglied einfach, kleiner als das 3.. Flügeldecken kurzoval, bei weitem nicht doppelt so lang wie breit, sehr dicht pubescent, dazwischen auf jedem Zwischenraum eine Reihe längerer, etwas abstehender Borstenhaare. Dunkelbraun, matt. Fühler kurz, die MittelgIieder nur doppelt so lang wie breit. Aedoeagus [Abb.5]. 3-3,5 mm. Aus Australien/Tasmanien importiert und eingebürgert. Heute wohl Kosmopolit. Synanthroper Vorratsschädling, auch in Museen, seltener im Freien (Vogelnester, blühende Kiefern).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...tectus Boieldieu, 1856

PTINUS TECTUS.JPG
Abb.5
 
-- Zwischenräume der Flügeldecken mit nur einer einzigen mittleren Haarreihe. Flügeldecken oval, dunkelbraun, Behaarung lang rotgolden, in der Halsschildabschnürung und an der Flügeldeckenbasis neben dem weißen Schulterfleck verdichtet. Weitere weiße Schuppenflecke auf dem Halsschild und hinter der Flügeldeckenmitte. 2,6-3,1 mm. Vermutlich fast kosmopolitisch; einige Male nach Mitteleuropa importiert, aber nicht eingebürgert.

   ...exulans Er., 1842

 
#8 Oberseite ohne Flecken aus weißen Schuppenhaaren. Kopf über den mäßig vorstehenden Augen nicht breiter als der Halsschild, Stirn breiter als beide Augen zusammen. Flügeldecken haselnußförmig, etwa 1,5 x so lang wie zusammen breit, wenig lang, schräg aufstehend weißlich behaart. Fühler nicht körperlang. 1,8-2,8 mm. Südliches Nordeuropa bis Südeuropa; in Mitteleuropa überall, aber meist stellenweise und selten; nur in Nadelholzwäldern, besonders IV-VI. Von blühenden Kiefernästen zu klopfen, überwintert unter Borkenschuppen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...dubius Sturm, 1837

 
-- Flügeldecken mit Flecken aus weißen Schuppenhaaren oder der Kopf über den stark vorstehenden Augen breiter als der Halsschild, Stirn schmaler als beide Augen zusammen. Flügeldecken gestreckter, doppelt so lang wie zusammen breit. Fühler oft über körperlang.

   ...9

 
#9 Auch auf dem Halsschild Flecke weißer Schuppen vorwiegend längs der Halsschildmitte. Halsschild mit kräftigen, nicht reinweißen Schuppen, im übrigen mit kurzen Stachelhaaren; Seitenbeulen stark vortretend, etwas zugespitzt. Schwarzbraun, Fühler und Beine rötlichbraun. Flügeldeckenintervalle mit braunschwarzen, kurzen, fast anliegenden Haarborsten, die hellen Querflecke aus sehr feinen Schüppchen. Große, ovale Art von 3-4 mm. Südeuropa und Nordafrika; aus Mitteleuropa verschiedene alte, unbelegte Meldungen, wohl meistens mit sexpunctatus verwechselt. Entwickelt sich in den Nestern solitärer Bienen an Sand- und Lößwänden; in Steppenheiden gekätschert.

   ...variegatus Rossi, 1794

 
-- Halsschild frei von Flecken weißer Schuppen oder Schuppenhaare, aber die Stirn dicht mit weißen Schuppenhaaren besetzt. Dunkelbraun. Flügeldecken jederseits mit einem großen, auffallend weißen, etwas ausgefransten Fleck aus flachen, elliptischen Schuppen hinter der Schulter und 2 kleineren, rundlichovalen vor dem Absturz, die oft zu einer Binde zusammengeflossen sind [Abb.6]; mäßig lang, von den Schultern bis zur Verengung ± parallelseitig. Flügeldeckenintervalle und der großwarzige Halsschild wenig lang, schräg aufstehend, borstenförmig behaart. 2,8-4,2 mm. Ganz Europa bis Nordrußland. Aus alten Laubbäumen gemeldet und auch in Nestern von Mauerbienen beobachtet. Wohl nur Commensale, nicht Verfolger.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...sexpunctatus Panz., 1795

PTINUS SEXPUNCTATUS
Abb.6
 
#10 4. Sternit mehr als halb so lang wie das 3., 4. Tarsenglied der ♂ oberseits tief ausgeschnitten.

   ...11

 
-- 4. Sternit weniger als halb so lang wie das 3., 4. Tarsenglied in beiden Geschlechtern einfach.
Untergattung Ptinus s.str. (30 Arten in Europa).

   ...15

 
#11 ♂ mit feinen weißen Schuppen auf dem Halsschild, besonders auf der Innenseite der Seitenhöcker. ♀ ohne deutliche Dorsalhöcker, mit einfachem 4. Tarsenglied.
Untergattung Pseudoptinus Reitter (16 Arten in Europa).

   ...12

 
-- ♂ ohne weiße Schuppen auf dem Halsschild. ♀ mit deutlichen, lang beborsteten Dorsalhöckern und 2-lappig erscheinendem 4. Tarsenglied.
Untergattung Bruchoptinus Reitter (11 Arten in Europa).

   ...14

 
#12 Flügeldeckenbasalrand feiner, Flügeldecken auf Punktstreifen und Zwischenräumen anliegend behaart. Halsschild mit eingestreuten weißen Schuppenhaaren, die innerseits der schwachen Seitenbeulen je eine unscharfe Längslinie bilden. Halsschild retikuliert und ± groß punktiert, die Warzen fast erloschen. Dunkelbraun mit zahlreichen Fleckchen weißer Schuppenhärchen. 2-3 mm. Diskontinuierlich verbreitet; einerseits Westeuropa sowie ein isoliertes Vorkommen im Rheinland, andererseits die östliche Hälfte von Mitteleuropa bis Rumänien. Bei uns sehr selten. Meist von abgebrochenen Kiefernästen aber auch von Laubholz gemeldet; nur im Spätherbst (X, XI) und zeitigen Frühjahr (III, IV).

   ...coarcticollis Sturm., 1837

 
-- Flügeldeckenzwischenräume abstehend behaart. Halsschild ohne deutliche Dorsalhöcker, zwischen der Beborstung mit eingestreuten weißen Schuppen oder Haaren.

   ...13

 
#13 Hinter den undeutlichen Halsschildseitenbeulen je 1 Fleck sehr feiner weißer Haare. Flügeldeckenbasalrand breit, Flügeldecken hinten gemeinsam etwas zugespitzt, mit eingestreuten Fleckchen sehr feiner, weißer Haare. Halsschildoberseite mit großen pupillierten Warzen. Dunkelbraun, Fühler und Beine heller. 2,5-3, 5 mm. Montan-subalpin in den Ostalpen und den Gebirgen des östlichen Mitteleuropa, bisher nicht in Bayern. An kleinen abgefallenen Nadelholzzweigen und unter Moos. Die ♂ nur im Spätherbst und zeitigen Frühjahr, ♀ bis VII. (austriacus Reitter)

   ...capellae Reitter

 
-- Halsschildschüppchen beim ♂ reinweiß, klein, oval oder hinten abgestutzt; auch beim ♀ mit eingestreuten weißen Schüppchen, besonders in der Mitte vor der Abschnürung. Flügeldecken gestreckt, nach hinten etwas verbreitert, mit 2 oft undeutlichen hellen Querbinden, die im 4. Zwischenraum längsverbunden sein können. Dunkelbraun, Fühler und Beine heller rötlich. Oberseitenbehaarung wenig lang, börstchenartig aufgerichtet. Kleiner, 2,2-3,2 mm. Von England bis Rumänien und Sizilien verbr., in Mitteleuropa nur in West- und Südwestdeutschland, eine alte Meldung aus Õsterreich nicht belegt. Aus alten Efeu- und Pflaumenzweigen gezogen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...lichenum Marsh., 1802

 
#14 ♂: Flügeldecken langgestreckt, fast zylindrisch mit nahezu parallelen Seiten, einfarbig, nur das Schildchen heller. Fühler lang, Mittelglieder mehr als 3x so lang wie breit. ♀: Flügeldecken seitlich gerundet, gestreckt oval mit 2 weißen Zackenbinden aus feinen Haaren, die nur an der Naht unterbrochen sind, und 2 weiteren kleinen Fleckchen vor dem Apex. Punktreihen schmaler als die Zwischenräume. Dunkelbraun, Fühler und Beine heller rotbraun. 3-4,5 mm. Fast ganz Europa, in Mitteleuropa eine der häufigsten Arten im Freiland, aber nicht in höheren Gebirgslagen. Entwickelt sich in verpilztem Holz, schlüpft ab Ende V. Entwicklung mindestens 2-jährig.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rufipes Ol., 1790

 
-- Mäßig langoval, mit dunkler Mittelbinde. ♂: Flügeldecken vollständig pubeszent. ♀: Nur das vordere Flügeldeckendrittel (vor der hellen Binde) pubeszent. Große Art: 4-5 mm. Südeuropa, alte Meldungen aus Õsterreich beziehen sich auf Südtirol und Venetien, also nicht Mitteleuropa.

   ...italicus Arragon

 
#15 Flügeldecken der ♀ elliptisch, ohne Schulterbildung.

   ...16

 
-- Flügeldecken der ♀ mit deutlicher Schulterbildung (Pseudobruchus Pic). Breiter gebaut, die Schultern treten beim ♂ stark, fast rechtwinklig verrundet vor [Abb.7]. Augen groß, stark vorquellend, Kopf über den Augen noch breiter als der durch die auffallend stark entwickelten (ohrenförmigen) Seitenbeulen breite Halsschild, dieser sehr großwarzig. ♂: Behaarung der nicht vertieften Punktreihen kurz und sehr fein, kaum sichtbar. Schuppenflecken spärlich, aus kräftigen weißen Dörnchen. Braun.♀: Die abstehenden Haare der Flügeldeckenzwischenräume sind auf den ungeraden Intervallen zum Teil länger. Rotbraun mit deutlichen weißen Schuppenflecken. 2-3,2 mm. Westliches Mittelmeergebiet und Nordafrika, in Mitteleuropa entgegen alten Meldungen noch nicht nachgewiesen.

   ...spitzyi Villa

PTINUS SPITZYI
Abb.7
 
#16 Flügeldecken ohne weiße Schuppenhaarflecken, zwischen der abstehenden Behaarung meist kahl, selten mit unauffälliger, tomentartiger gelblicher Behaarung hinter den Schultern.

   ...17

 
-- Flügeldecken mit zuweilen sehr spärlichen kleinen weißen Schuppenhaaren, die meist hinter den Schultern und (oder) vor dem Absturz Flecken oder Binden bilden.

   ...18

 
#17 2-3 mm. Meist heller braun. Flügeldecken mit kräftigeren Punktreihen, wenn auch nicht ganz so breit wie die Zwischenräume, die aufstehenden Haare verhältnismäßig lang und fein. Hellbraun bis gelb, meist ganz ohne Schuppenhaare. Halsschild nicht warzig, retikuliert mit groben Punkten. Innerer Endsporn der Hinterschienen nicht vergrößert (sicherster Unterschied zu dem ähnlichen fur). Aedoeagus [Abb.8]. 2-3 mm. Von England und Nordfrankreich bis zum Kaukasus und Ägypten, nicht in Skandinavien. In Mitteleuropa stellenweise und nicht häufig. Synanthrop, auch mit anderen Arten gemeinsam, seltener im Freiland auf Blüten und an alten Laubbäumen. (testaceus Olivier, brunneus Duftschmid) ♂.

   ...clavipes Panz., 1806

PTINUS CLAVIPES.GIF
Abb.8
 
-- 3-4 mm. Glänzend dunkelbraun. Punktreihen auffallend fein, viel schmaler als die Zwischenräume, mit fast stachelartigen, kurzen aufstehenden Haarborsten. Seiten- und Mitteleuropa, Asien, Afrika, Madagaskar. In Mitteleuropa weit verbr., aber meist nicht häufig. Synanthrop, oft gemeinsam mit anderen Arten, aber auch im Freiland an Holzlagern, alten Bäumen, blühenden Sträuchern. nur ♀. (latro Fabricius)

   ...moorei Khnz.Karap., 1991


P. moorei wird von Moore als triploide Form von clavipes angesehen, weil cÎavipes 18 und latro 27 Chromosomen besitzt und weil eine Kopulation mit clavipes ♂ die Eientwicklung induziert, ohne daß eine wirkliche Befruchtung stattfindet. Auch Kopulation mit ♂anderer Arten kann gelegentlich zur Eientwicklung führen. Es entstehen deshalb immer nur ♀ Tiere: thelyotoke Parthenogenese.
 
#18 Halsschild mit 2 unscharf begrenzten, sehr hell weißgelben, verdichteten Kämmen langer, nach hinten gerichteter Haare, die sich in der Mitte der Abschnürung zu einem Winkel vereinigen. Weiße Beschuppung der Flügeldecken stark verstreut, hinter den Schultern und vor dem Absturz verdichtet. Schräg aufstehende Borstenhaare der Intervalle mäßig lang. Hellbraun. Aedoeagus [Abb.9]. 2,6-4,3 mm. Holarktisch. In Mitteleuropa überall häufig, in Südeuropa seltener. Meist synanthrop in Wohnungen, Speichern usw., gelegentlich Schädling an Getreidevorräten, meist aber nur lästig. Zuweilen auch im Freiland in alten Bäumen und Vogelnestern. Unsere häufigste Art. (Diebskäfer, Kräuterdieb).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...fur (L., 1758)

PTINUS FUR.JPG
Abb.9
 
-- Die kumulierende Behaarung der mittleren Halsschildschwielen gröber und weniger dicht, reicht nicht bis zum Grunde der Abschnürung.

   ...19

 
#19 Die nicht leuchtend weißen Schuppenflecken der Flügeldecken bestehen aus elliptischen Schüppchen, die nicht haarförmig zugespitzt sind. Sie bilden größere, unscharf begrenzte Flecken oder sind in Fleckchen aufgelöst. Flügeldeckenintervalle kurz borstenartig behaart. Halsschild ziemlich gerundet, wenig lang, kaum aufstehend behaart. ♂: Mittel- und Hinterschienen mit verlängertem, einwärts gekrümmtem inneren Endsporn. Aedoeagus [Abb.10]. Ganz Europa ohne den Norden und den Balkan. Meist sporadisch und gegen Norden selten. Vorzugsweise synanthrop, oft mit fur zusammen, nur selten schädlich. Im Freien unter morschen Rinden. (Kleiner Diebskäfer.)

   ...pusillus Sturm, 1837

PTINUS PUSILLUS.GIF
Abb.10
 
-- Die meist leuchtend weißen Flecke bestehen aus deutlich zugespitzten Schuppenhaaren. Flügeldeckenintervalle mit feineren, längeren aufstehenden Haaren. Halsschildbeulen stärker ausgeprägt und länger aufstehend behaart.

   ...20

 
#20 Die weißen Schuppenhaare auf den Flügeldecken bilden vor und hinter der Mitte je eine scharf gezackte Binde und vor dem Apex 2 kleine Fleckchen. Schulterbildung nur schwach, erscheint durch Sägezähne auf der Schulterleiste verstärkt. 4. Tarsenglied 2-lappig, oben ausgehöhlt und mindestens so breit wie das 3.. Punktreihen schmaler als die Zwischenräume. Siehe rufipes LZ    >>>14  
-- Flügeldecken höchstens mit weißen Flecken. 4. Tarsenglied nicht 2-lappig, oberseits nur schwach eingeschnitten.

   ...21

 
#21 Die aufstehenden Borstenhaare der Intervalle sind gleichlang, nicht länger als das 3. Hintertarsenglied, und stehen gleich schräg. Punktreihen schmaler als die Intervalle. Aedoeagus [Abb.11]. 2,6-3,2 mm. Ganz Europa, in Mitteleuropa meist stellenweise und selten. Mehr im Freiland an morschem Holz, Stammoos, dürrem Laub, aber auch mit fur und anderen Arten in Schuppen, Geflügelställen usw.. Bisher nicht als Vorratsschädling bekannt. ♂.

   ...bicinctus Sturm, 1837


Nicht berücksichtigt wurde bescidicus Reitter, der sich von bicinctus durch dunklere Färbung und fast schwarze Behaarung unterscheiden soll, vermutlich aber nur eine abweichende Form ist.
PTINUS BICINCTUS.GIF
Abb.11
 
-- Die Borstenhaare der abwechselnden Intervalle ungleich lang und teils steiler aufgerichtet, die längsten länger als das 3. Hintertarsenglied.

   ...22

 
#22 Schildchen um gut 1/3 breiter als lang, ziemlich groß. Halsschild breit, mit starken Seitenbeulen, grob warzig, kurz und spärlich beborstet. Punktreihen der Flügeldecken aus großen, dichtstehenden Punkten, breiter als die Intervalle. Fühler auffallend dick. ♂: Augen groß, stark vorquellend, Kopf über den Augen viel breiter als der kleinwarzige Halsschild, etwa von der Breite der Schultern. Dunkelbraun, mit kleinen und kleinsten Fleckchen weißlicher Schuppenhaare. 2,5-4 mm. Südosteuropa, Kaukasus, südöstliches Mitteleuropa Nur Freilandfunde am Fuße von Laubbäumen, aus Moos und altem Holz. (edmundi Abbeille) ♂.

   ...calcaratus Kiesenwetter


Sehr ähnlich ist eine mir unbekannte südeuropäische Art, die wohl fälschlich aus Mitteleuropa gemeldet wurde. Alle von Freude überprüften Tiere waren calcaratus. Italien und Frankreich.

   ...perplexus Mulsant

 
-- Schildchen etwa so breit wie lang, gerundet gleichseitig. Flügeldecken mit Reihen kleinerer und weniger dicht stehender Punkte, in der Mitte nicht breiter als die Intervalle.

   ...23

 
#23 Punktreihen in der Flügeldeckenmitte deutlich schmaler als die Zwischenräume. Fühler gestreckter, vom 5. Glied ab sind die Glieder mehr als 3x so lang wie breit. ♀: Weiße Schuppenhaarflecke hinter der Schulter umfangreicher. Dunkel- bis heller braun. ♂: Beine lang und schlank. Die wenig auffallenden Flecke aus langen weißlichen Schuppenhaaren. Hellbraun. 2,5 bis 3,3 mm. Nordpalaearktis, im Osten häufig, südlich bis zum Kaukasus, nach Nordamerika importiert. In Mitteleuropa bisher aus Nord- und Ostdeutschland sowie Österreich bekannt.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...villiger Rtt., 1884

 
-- Punktreihen auf der Flügeldeckenmitte nicht deutlich schmaler als die Zwischenräume. Fühler kürzer, die Glieder vom 5. Glied ab nicht 3x so lang wie breit. Weiße Schuppenhaarflecke kleiner.

   ...24

 
#24 3. Fühlerglied kürzer als das schlankere 4.. Halsschild großwarziger und etwas stärker verengt. Klauenglied der Hintertarsen so lang wie die beiden vorletzten Glieder zusammen. Kulminierender Haarfleck über den mittleren Halsschildbeulen mehr rundlich. Aedoeagus [Abb.12]. 2-3 mm. Europa ohne den Norden und Rußland. In Mitteleuropa, nur sporadisch und selten, nicht in den Alpen. Nur Freilandfunde an altem Laubholz und unter trockenem Laub.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pilosus Müll., 1821

PTINUS PILOSUS.GIF
Abb.12
 
-- 3. und 4. Fühlerglied gleichlang und gleichdick. Halsschild kleinwarziger und etwas schwächer verengt, der kulminierende Haarfleck über den mittleren Halsschildbeulen mehr länglich. Klauenglied der Hintertarsen länger als die beiden vorletzten Tarsenglieder zusammen. Gelbbraun. Aedoeagus [Abb.13]. 2-2,8 mm. Europa bis zum Kaukasus, in Mitteleuropa verbreitet und ziemlich häufig, besonders montan. Im Freiland an altem Laubholz und unter trockenem Laub, aber auch an Fichten und in Fichtenstreu.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...subpilosus Sturm, 1837

PTINUS SUBPILOSUS.GIF
Abb.13
 
#25 Flügeldecken mit deutlichen Schultern, diese kurzbogig abgerundet [Abb.2].

   ...26

PTINUS FUR
Abb.2
 
-- Flügeldecken ohne deutliche Schultern, Seiten vom Schildchen ab in breitem Bogen elliptisch gerundet. (Gelegentlich täuschen Zähnchen an der Schulterpartie einen Ansatz zur Schulterbildung vor.) (Hierher die ♀ der meisten Arten mit deutlichem Geschlechtsdimorphismus.).

   ...44

 
#26 Die Flügeldeckenzwischenräume ± dicht pubescent behaart (beim ♀ von italicus nur die basale Partie vor der hellen Binde).

   ...27

 
-- Flügeldeckenzwischenräume mit nur einer einzigen mittleren Haarreihe, gelegentlich aber mit noch fleckig oder bindenförmig eingestreuten weißlichen Haarschuppen.

   ...28

 
#27 4. Tarsenglied einfach, kleiner als das 3.. Flügeldecken kurzoval, bei weitem nicht doppelt so lang wie breit, sehr dicht pubescent, dazwischen auf jedem Zwischenraum eine Reihe längerer, etwas abstehender Borstenhaare. Siehe tectus LZ    >>>7  
-- 4. TarsengIied lappig, oberseits ausgeschnitten, mindestens so breit wie das 3.. Flügeldecken länger oval bis zylindrisch, weniger dicht pubeszent, daher glänzender. Folge LZ    >>>14  
#28 Flügeldecken ohne kleine weißliche, meist in Flecken beisammenstehende Schuppenhaare. Siehe dubius LZ    >>>8  
-- Flügeldecken mit zuweilen sehr spärlichen kleinen weißlichen Schuppenhaaren, die meist Flecken bilden, besonders hinter den Schultern und (oder) vor dem Absturz. (Sie können leicht fettig vergilben. Zur sicheren Beurteilung sind saubere, entfettete Tiere notwendig.).

   ...29

 
#29 Auch auf dem Halsschild Flecke weißer Schuppen oder Schuppenhaare.

   ...30

 
-- Halsschild frei von Flecken weißer Schuppen oder Schuppenhaare.

   ...33

 
#30 Die weißen Flecke bestehen aus Schuppen und liegen vorwiegend längs der Halsschildmitte.

   ...31

 
-- Die weißen Flecke bestehen aus Haaren auf der Innenseite der Seitenbeulen.

   ...32

 
#31 Halsschild mit kräftigen, nicht reinweißen Schuppen, im übrigen mit kurzen Stachelhaaren; Seitenbeulen stark vortretend, etwas zugespitzt. Siehe variegatus LZ    >>>9  
-- Halsschildschüppchen reinweiß, klein, oval oder hinten abgestutzt. Flügeldecken gestreckt, nach hinten etwas verbreitert, mit 2 oft undeutlichen hellen Querbinden. Siehe lichenum LZ    >>>13  
#32 Flügeldecken oval, Käfer von der Gestalt des tectus. Dunkelbraun, Behaarung lang rotgolden, in der Halsschildabschnürung und an der Flügeldeckenbasis neben dem weißen Schulterfleck verdichtet. Siehe exulans LZ    >>>7  
-- Flügeldecken lang, zylindrisch, nach hinten leicht erweitert. Flügeldecken mit oder ohne helle Schuppenflecken. Kopf und Halsschild auffällig schmal. Folge LZ    >>>12  
#33 Flügeldecken elliptisch-oval, Seiten gleichmäßig gekrümmt, aber mit deutlicher Schulterbildung.

   ...34

 
-- Flügeldecken haselnußförmig bis zylindrisch, Seiten streckenweise gerade.

   ...36

 
#34 Flügeldecken mit 2 weißen Zackenbinden aus feinen Haaren, die nur an der Naht unterbrochen sind, und 2 weiteren kleinen Fleckchen vor dem Apex. Das 4. Tarsenglied 2-lappig verbreitert. Siehe rufipes LZ    >>>14  
-- Flügeldecken nur mit einigen Flecken aus weißen ovalen Schüppchen. Das 4. Tarsenglied normal, kleiner als das 3..

   ...35

 
#35 Halsschild mit auffallend breiten (ohrenförmigen) Seitenwülsten und sehr großwarzig. Siehe spitzyi LZ    >>>4  
-- Halsschildseitenwülste klein, treten nicht über den Seitenrand vor, Warzen kleiner. Die Behaarung der Flügeldeckenintervalle gleichmäßig schräg aufstehend ziemlich kurz borstenförmig, die weißen Schuppenflecke nur spärlich. Schulterbeule nur schwach entwickelt. Siehe pusillus LZ    >>>19  
#36 Dunkelbraun mit einem großen, auffallend weißen, etwas ausgefransten Fleck aus flachen, elliptischen Schuppen hinter der Schulter und 2 kleineren, rundlichovalen vor dem Absturz. Siehe sexpunctatus LZ    >>>9  
-- Ohne so große, auffallende Flecken, Schuppen mehr borsten- oder haarförmig. Flügeldecken selten parallelseitig.

   ...37

 
#37 Behaarung der abwechselnden Intervalle auffallend länger und abstehender.

   ...38

 
-- Behaarung der Intervallreihen gleichlang und nur schräg aufstehend.

   ...39

 
#38 Breiter gebaut, die Schultern treten stark, fast rechtwinklig verrundet vor [Abb.7]. Augen groß, stark vorquellend, Kopf über den Augen noch breiter als der durch die stark entwickelten Seitenbeulen breitere Halsschild. Siehe spitzyi LZ    >>>4
PTINUS SPITZYI
Abb.7
 
-- Schlanker, Schultern stark abfallend [Abb.14]. Augen mäßig vortretend, Stirn nicht schmaler als die beiden Augen zusammen, Kopf kaum breiter als der Halsschild, Seitenbeulen schwach entwickelt. Siehe villiger LZ    >>>23
PTINUS VILLIGER
Abb.14
 
#39 Hinterschienen mit auffallend vergrößertem inneren Endsporn, noch kräftiger als bei pusillus. Schildchen breiter als lang. Halsschild mit unbehaarter kegelförmiger Mittelbeule vor der Verengung. Siehe calcaratus LZ    >>>22  
-- Hinterschienen mit schwächerem, nicht so stark verbreitertem inneren Enddorn. Schildchen meist von der Grundform eines gleichseitigen Dreiecks. Meist heller braun.

   ...40

 
#40 Augen auffallend groß, stark vorgequollen, die dazwischenliegende Stirn schmäler als die halbe Kopfbreite [Abb.15].

   ...41

PTINUS SUBPILOSUS
Abb.15
 
-- Augen zwar groß, aber weniger vortretend, Stirn breiter als die halbe Kopfbreite [Abb.16].

   ...42

PTINUS PILOSUS
Abb.16
 
#41 Halsschild mit länglicher, geglätteter Mittelbeule vor der Verengung, seitlich derselben 2 ± dichte, unscharf begrenzte gelbe Haarkämme langer, nach hinten gerichteter Borstenhaare, die am Grunde der Halsschildabschnürung zusammenlaufen. Innerer Hinterschienenendsporn deutlich kräftiger und länger als der äußere. Siehe fur LZ    >>>18  
-- Halsschild nur mit kleiner, warzenförmiger Mittelbeule, ohne Haarkämme neben dieser. Beide Hinterschienenendsporne fein nadelförmig. Siehe subpilosus LZ    >>>24  
#42 Punktreihen auf der Flügeldeckenmitte meist schmaler als die Zwischenräume. Kopf über den Augen verhältnismäßig breit, deutlich breiter als der Halsschild und etwa von Schulterbreite. Flügeldecken länglich, mit mäßig langen, schwach aufstehenden, feinen Borstenhaaren. Siehe clavipes LZ    >>>17  
-- Punktreihen auf der Flügeldeckenmitte mindestens so breit wie die Zwischenräume. Kopf über den Augen kaum breiter als der Halsschild und schmaler als die Schultern. Flügeldecken weniger länglich.

   ...43

 
#43 Mittel- und Hinterschienen mit etwas verlängertem, einwärts gebogenem, schlankem Innendorn. Halsschild großwarzig, stark tailliert. Flügeldecken mit stärkeren Schultern, die Haare der abwechselnden Zwischenräume stärker abstehend, aber nicht länger. Klauenglied nicht länger als die beiden vorletzten Tarsenglieder zusammen. Siehe pilosus LZ    >>>24  
-- Innendorn der Mittel- und Hinterschienen nicht verlängert. Halsschildskulptur schwächer warzig, etwas verworren, Halsschild schwach tailliert. Intervallbehaarung gleichmäßig schwach abstehend, Flügeldecken mit schwächeren Schultern. Klauenglied länger als die beiden vorletzten Tarsenglieder zusammen. Siehe cinctus LZ    >>>21  
#44 An der Basis der beiden dorsalen Halsschildlängsschwielen befinden sich scharfbegrenzte, sehr fein und dicht behaarte, bürstenartig aufgerichtete hellgelbe Tomentpolster. Folge LZ    >>>3  
-- Halsschild ohne solche scharfbegrenzte Tomentpolster, höchstens mit Verdichtungen zusammengeneigter Borstenhaare. Folge LZ    >>>16  
  bicinctus
bidens
calcaratus
capellae
clavipes
coarcticollis
Dignomus
dubius
exulans
fur
italicus
lichenum
moorei
perplexus
pilosus
pusillus
raptor
rufipes
schlerethi
sexpunctatus
spitzyi
subpilosus
tectus
variegatus
villiger
     Erstellt am: 26.07.2010
Letzte Aktualisierung: 12.11.2014 - 14:14:59
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