Gattung in ColKat anzeigen Gattung: Dryocoetes Eichhoff Coleoptera - Rhynchophora - Scolytidae - Ipinae - Dryocoetini
  Von Arved Lompe (n. K.E. Schedl, A. Pfeffer)
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  Stirn gewölbt, punktiert. Augen nierenförmig, Fühlerschaft keulenförmig, Geißel 5-gliedrig, Keule kreisrund bis oval im Umriß, basal verdickt, distal schräg abgestutzt, mit 1 bis 2 Haarreihen [Abb.1]. Halsschild der Länge nach mäßig gewölbt, ohne ausgesprochenen Buckel und dicht punktiert. Schildchen mäßig groß, glänzend. Flügeldeckenabsturz kräftig gewölbt, deutlich hinter der Mitte beginnend, Flügeldeckenscheibe in Reihen punktiert, die Punkte der Zwischenräume wesentlich kleiner, der ganze Käfer ± dicht abstehend behaart. Vorderhüften eng gestellt, Vorderschienen asymmetrisch gebogen, Außenkante gleichförmig gezahnt, 3. Tarsenglied zylindrisch. Weltweit verbreitet, größter Artenreichtum in der indomalayischen Region. Phloeophag an Laub- und Nadelhölzern.
DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.1
 
  Weitere, für Europa gemeldete Art, über die ich keine Informationen habe:
Aus Nordamerika möglicherweise nach Irland verschleppt.

    Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...affaber (Mannerheim, 1852)


 
#1 Nahtstreifen der Flügeldecken am Absturz nur leicht, oft kaum wahrnehmbar vertieft [Abb.2].

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DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.2
 
-- Nahtstreifen auf dem Flügeldeckenabsturz furchenartig vertieft, die Naht dachförmig erhaben [Abb.3].

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DRYOCOETES VILLOSUS
Abb.3
 
#2 Halsschild an den Seiten gerundet, dicht hinter der Mitte am breitesten. Flügeldecken mit stark punktierten Streifen.

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-- Halsschild an der Basis am breitesten. Flügeldecken mit feinen, dicht punktierten Streifen. Absturz dicht und fein reihig punktiert, der Nahtstreif schwach vertieft. Länge 3-3,2 mm.
B: An Larix sibirica, Larix gmelinii.
D: Finnland, Rußland (Halbinsel Kola), Sibirien.

    Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...baicalicus Reitter, 1899


 
#3 Flügeldeckenabsturz fast gleichmäßig gewölbt und mit gereihten großen, aber flachen und pupillierten Punkten besetzt [Abb.4]. Aedoeagus [Abb.5], Spermatheka [Abb.6]. 3-4 mm [Abb.2].
B: Vorwiegend an Fichtenarten, bei uns an Picea excelsa, seltener an Pinus silvestris und Pinus strobus, ausnahmsweise an Abies pectinata und Larix europaea. Muttergang der Faser folgend, oft nicht ganz gerade, Eiablage unregelmäßig, teils einzeln, teils häufchenweise, Larvengänge strahlenförmig, oft sich durchkreuzend, Puppenwiegen im Bast. Häufig.
D: In der Nadelholzzone der Holarktis im Süden bis Spanien, zu den Kanarischen Inseln, Madeira, im Norden bis Petsamo. Zottiger Fichtenborkenkäfer.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...autographus (Ratz., 1837)


DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.4
DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.5
DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.6
DRYOCOETES AUTOGRAPHUS
Abb.2
 
= 2. Flügeldeckenzwischenraum am Absturz leicht, aber deutlich vertieft und mit feinen, nicht pupillierten Punkten besetzt [Abb.7]. 3-4 mm.
B: Unter Fichtenrinde.
D: Hochgebirge in Mitteleuropa. In den Alpen und den höheren Gebirgen vom Erzgebirge bis zu den Karpaten - sowie in Nordeuropa und Sibirien.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...hectographus Rtt., 1913


DRYOCOETES HEKTOGRAPHUS
Abb.7
 
-- Hierher eine weitere Form aus Ostholstein, deren Artberechtigung Lohse anzweifelt, da die Art (?) in dem gut durchforschten Gebiet nach Lohse nie wieder gefunden wurde und möglicherweise nur eine monströse Form ist*). Mit 4,3 mm größer als die beiden vorhergehenden Arten. Halsschild vorn weitläufiger gekörnelt, hinten nur einfach weitläufig punktiert. Halsschild länger als breit, eiförmig, flach gewölbt, nach vorn verschmälert und mit einer fast bis zum Vorderrand reichenden erhöhten Mittellinie. Kopf auffallend breit.

    Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...longicollis Eggers, 1941


Originalbeschreibung (Eggers (1941)): "Gehört zur autographus-Gruppe, größer als alle mir bekannten Stücke der drei europäischen Arten autographus, hectographus und suecicus. Von diesen Arten unterscheidet er sich durch weitläufige Körnelung des vorderen Halsschilddrittels, während die anderen zwei Drittel nur weitläufig punktiert aber nicht runzlig gekörnt sind [Abb.8]. Außerdem ist der Halsschild wesentlich länger als breit, eiförmig nach vorne verschmälert, flach gewölbt und mit einer fast bis zum Vorderrande durchgehenden erhöhten Mittellinie versehen. Der Kopf ist auffallend breit, in der Mitte quer eingedrückt und zeigt an der Seite über den Mundteilen eine starke Verdickung [Abb.9]; Flügeldecken kaum breiter als größte Breite des Halsschildes, ebenfalls flacher in der Quere gewölbt als die anderen Arten [Abb.10]. Punktreihen tragen verhältnismäßig weitstehende große PunkteZwischenräume flach, fein punktiert, Absturz etwas flach gedrückt, ohne erhabene Naht oder deutlichen Eindruck einer Punktreihe [Abb.11]. Punktierung auf dem Absturz wie auf der Scheibe. Behaarung wie bei den anderen Arten üblich. Dunkelbraun, glänzend. Länge 4,3 mm. Fundort: Lensahn, Ostholstein (Großer Bruch, 4. 1925) [Abb.12]."
*) Eggers (1944) publizierte weitere Funde dieser Art: "Dryocoetes longicollis m. fand der Sammler der Type, Geologe Dr. Helmut Becker , noch in 2 Stücken ebenfalls in Ostholstein im Forstort Kämpe bei Schönwalde unter Fichtenrinde. Zwei weitere Stücke entdeckte ich in meinem Dublettenkasten, eines aus Königsfeld im Schwarzwald, das andere aus dem Taunus. Alle 4 zeigen auch die breite Kopfform mit stark ausgebildetem Mandibelansatz, den längeren Halsschild mit deutlicher Mittellinie und die stattliche Größe. 2 Stücke fand G. Kerstens im Herrenholz (Oldenburg) unter Fichtenrinde."
DRYOCOETES LONGICOLLIS
Abb.8
DRYOCOETES LONGICOLLIS
Abb.9
DRYOCOETES LONGICOLLIS
Abb.10
 
DRYOCOETES LONGICOLLIS
Abb.11
DRYOCOETES LONGICOLLIS
Abb.12
 
#4 Die gekielte Naht am Absturz ist glatt oder nur mit angedeuteten Körnchen. Vorderrand des walzenförmigen Halsschilds schwach gekerbt. Halsschild meist dunkel, Flügeldecken rostrot, Halsschild fein gekörnt-punktiert. Flügeldecken glänzend, glatt, die Reihenpunkte nur mäßig groß, kleiner als die Breite der Zwischenräume; die Zwischenraumpunkte viel feiner, Absturz mit 1. Punktreihe nur mäßig vertieft, die Naht nur leicht wulstig erhöht, die Punktierung viel feiner. Kleiner, 2-2,3 mm, mehr spärlich behaart.
B: Brütet in Mitteleuropa in Alnus incana, glutinosa, viridis und Corylus avellana in dünnrindigen, meist abgestorbenen, von Pilzen befallenen Asten und Stangen, Muttergänge unregelmäßig quer zur Faser oder längsgerichtet, Larvengänge ebenfalls unregelmäßig, der Hauptsache nach längsgerichtet, 2-6 cm lang.
D: Von England bis in den Fernen Osten, im Norden bis Schweden und Finnland, im Süden bis Norditalien, Bulgarien und Kleinasien.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...alni (Georg, 1856)


 
= Die gekielte Naht am Absturz mit einigen Körnchen. Vorderrand des ovalen Halsschilds glattrandig. Die Punkte der Flügeldeckenstreifen meist breiter als die Zwischenräume.

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-- Hierher noch eine weitere Form, die Pfeffer nicht gesehen hat.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...italus Eggers, 1940



Originalbeschreibung: Ein auffallender Dryocoetes von der Form eines D. alni, aber in seiner Punktierung ganz verschieden. Lang zylindrisch, pechschwarz mit rotbraunen Fühlern und Beinen, glänzend, fein und dicht punktiert, lang behaart. Kopf breit gewölbt, über den Mundteilen leicht eingedrückt, kräftig und dicht punktiert und spärlich abstehend behaart. Halsschild etwas länger als breit, von der rechtwinkligen Hinterecke an eiförmig nach vorn verschmälert und abgerundet. Vordere Hälfte bis über die Mitte dicht gehöckert und lang abstehend behaart; hintere Hälfte glatt, sehr dicht mit tiefen mäßig großen Punkten bedeckt, kürzer behaart und mit einer schmalen angedeuteten Mittellinie versehen. Schildchen kräftig, glänzend. Flügeldecken ebenso breit und 1,75 mal so lang wie Halsschild, parallelseitig, nach hinten nicht verschmälert, im letzten Fünftel breit abgerundet; in der Quere mäßig gewölbt, längs eben bis zum steilen Absturz. Punktreihen nicht vertieft, dicht und fein aber deutlich punktiert. Zwischenräume flach, schmal und ebenso dicht fein und deutlich punktiert wie die Punktreihen; vorne feiner hinten lang abstehend einreihig behaart. Auf dem Absturz tragen die Zwischenräume je eine Reihe deutlicher Höcker. Der Nahtzwischenraum ist nicht erhöht; keine Furche auf dem Absturz. Länge 2,5 mm. Fundort: Italien (Cassano spinola, Prov. Alessandria, VI. 1924; leg. G.R. Moro)
 
#5 Der 1. Zwischenraum am Flügeldeckenabsturz erweitert, dabei der 1. Punktstreifen nach außen gebogen [Abb.3] [Abb.13]. Stirn zwischen der Punktur glänzend. Größer, 2,5-3,5 mm, gedrungen gebaut, rostrot bis rotbraun, lang und dicht abstehend behaart, Halsschild kräftig gekörnt-punktiert, Flügeldecken in Reihen grob punktiert, Zwischenräume schmal, rauh, einreihig feiner aber auch eingestochen punktiert, Absturzfurche beim ♂ sehr kräftig, Naht stark wulstartig erhöht, mit je einer Reihe von Körnchen, die lang abstehende Haare tragen, ähnliche unregelmäßig verteilte Körnchen auch auf den seitlichen Zwischenräumen; beim ♀ die Furche flacher und die Naht weniger erhöht. Aedoeagus [Abb.14].
B: An Quercus petraea, Quercus robur, Castanea sativa; in Mitteleuropa vorzugsweise an Quercus pedunculata und Castanea vesca, selten an Fagus silvatica. Brutbild mit Rammelkammer, 2-7 quer gerichteten Muttergängen, Larvengänge unregelmäßig längsgerichtet in der Rinde.
D: Nordafrika, Süd- und Mitteleuropa, soweit die Verbreitung der Gattung Quercus reicht, von England bis in den Kaukasus, einschließlich Kleinasien, außerdem auf den Kanarischen Inseln und Madeira. Stammform

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...villosus (F., 1792)



Kleiner: 2-2,5 mm.
B: An Quercus coccifera, Q. frainetto, Q. ilex, Q. robur, Castanea sativa. (bekannt als Überträger der Kastanientintenkrankheit).
D: Südeuropa, Korsika, Sardinien, Sizilien, Kleinasien.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...villosus minor Eggers, 1908


DRYOCOETES VILLOSUS
Abb.3
DRYOCOETES VILLOSUS
Abb.13
DRYOCOETES VILLOSUS
Abb.14
 
-- Der 1. Zwischenraum am Flügeldeckenabsturz nicht erweitert, der 1. Punktstreifen parallel zur Naht nach hinten laufend [Abb.15] [Abb.16]. Stirn zwischen der Punktur matt. 2,3-2,8 mm.
B: Brutbäume bei uns in Europa noch unbekannt, da nur Fallenfänge vorliegen. In der Heimat von 2 Laubholzarten (Juglans regia und Sorbus lanata) gemeldet.
D: Aus Kaschmir beschrieben und seit 1973 aus Frankreich bekannt. Inzwischen auch in der Schweiz und in Süddeutschland (Kreis Emmendingen) gefunden.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen3   ...himalayensis Strohmeyer, 1908



DRYOCOETES HIMALAYENSIS
Abb.15
DRYOCOETES HIMALAYENSIS
Abb.16
 
  affaber
alni
autographus
baicalicus
hectographus
himalayensis
italus
longicollis
minor (villosus)
villosus
Pfeffer, A. (1994): Zentral- und westpaläarktische Borken- und Kernkäfer (Coleoptera: Scolytidae, Platypodidae). - Entomologica Basiliensia, 17:5-310 Private Datei
Gebhardt, H. & Bense, U. (2016): Erstfund von Dryocoetes himalayensis Strohmeyer (Coleoptera, Curculionidae, Scolytinae) in Deutschland - Mitteilungen Entomologischer Verein Stuttgart, 51(2):69-73 Private Datei
Eggers, H. (1941): Zur paläarktischen Borkenkäferfauna. VI. Stettiner Entomologische Zeitung 102:119-124.  bionames.org oder Private Datei
Eggers, H. (1944): Zur paläarktischen Borkenkäferfauna (Coleoptera, Ipidae) X . - Ent.Bl. 40(5/6):140-143  www.zobodat.at oder Private Datei p.142
     Creative Commons Lizenzvertrag  Erstellt am: 12.06.2013
Letzte Aktualisierung: 26.07.2026 - 11:05:59
Mit Determin (V4.2.471-5) von: Arved Lompe
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