Gattung Altica Fabr. Coleoptera - Phytophaga - Chrysomelidae - Halticinae
  Von Arved Lompe (n. K.-H. Mohr, F. Heikertinger)
Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
Král, J. (1964 ): Zur Kenntnis der paläarktischenAltica-Arten (II.) - Entomologische Blätter, 60(3):162-166
Kangas, E. & Rutanen, I. (1993 ): Identification of females of the Finnish species of Altica Müller (Coleoptera, Chrysomelidae) - Entomologica Fennica, 4:115-129 Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Kangas&Rutanen1993 Altica.pdf
Siede, D. (1998): Bestimmungshilfe für die mitteleuropäischen Altica-Arten (Coleoptera, Chrysomelidae) - Ent. Bl. 94(1/2): 77-90 Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Siede1998 Altica.tif
Jäckel, R. (2011): Einfluss von Wolbachia-Endosymbionten auf Populationsstruktur, prägame Isolation und Speziationsmechanismen bei Altica lythri Aubé, 1843 (Coleoptera, Chrysomelidae) - Dissertation Universität Hamburg Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Diverses nicht taxonomisch\Jäkel2011 Altica lythri.pdf
  Metallisch glänzende grüne, blaugrüne oder blaue Tiere, deren Halsschild in der Basalhälfte eine deutliche, bisweilen sehr zarte Querfurche aufweist [Abb.1], die seitlich nicht durch ein scharfes Längsstrichel, häufig aber durch ein flaches, von der Basis abgebogenes Grübchen abgeschlossen wird. Obwohl die Gattung die größten Arten der Unterfamilie enthält, sind die Tiere schwer zu unterscheiden, da die meisten hierfür geeigneten Merkmale sehr variabel sind. Mit Sicherheit sind sie nur nach den Geschlechtsmerkmalen der bei einigen Arten sehr seltenen ♂ zu bestimmen. Käfer und Larven leben gemeinsam auf verschiedenen niederen Pflanzen oder Gebüschen. Kenntnis der Nährpflanzen kann in jedem Falle das Bestimmungsergebnis sichern. Neuere Untersuchungen (Jäkel l.c.) haben gezeigt, daß das Geschlechterverhältnis durch die Infektion mit Wolbachia bestimmt wird. Neuere genetische Untersuchungen lassen vermuten, daß bei uns noch weitere, bisher nicht erkannte Arten vorkommen (Jäkel i.l.).
ALTICA TAMARICIS
Abb.1
 
  Weitere, in der Tabelle nicht angeführte Arten aus Nordeuropa

   ...99

 
#1 Flügeldecken an den Seiten mit einer vollkommenen oder vor der Mitte verloschenen, oft kielartigen Falte, die von einem Längseindruck unterschiedlicher Länge und Tiefe begleitet wird [Abb.2].

   ...2

ALTICA QUERCETORUM
Abb.2
 
-- Flügeldecken an den Seiten ohne kielartige Falte.

   ...3

 
#2 Körper länger, gewölbter [Abb.3]; Halsschild sehr breit, die Seiten hinter der Mitte ziemlich gerade bis parallel, Vorderecken des Halsschilds von oben nicht oder kaum sichtbar, Hinterecken +/- rechtwinkelig; Aedoeagus vorn gerundet abgestutzt, an der Basis viel schmaler als im Spitzenteil, der Mittelstreifen 1/4 vor der Spitze stark verengt und davor in einem spitzen Winkel bis zur Spitze fast geradlinig verbreitert und vertieft [Abb.4]. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.5]. An Eichen ( Quercus). Europa, nördlich bis Rheinhessen, Hamburg.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...quercetorum Foudr., 1860

ALTICA QUERCETORUM
Abb.3
ALTICA QUERCETORUM.GIF
Abb.4
ALTICA QUERCETORUM
Abb.5
-- Körper kürzer, weniger gewölbt; Halsschild weniger quer mit hinter der Mitte ± bogenförmig gerundeten Seiten, Vorderecken von oben gut sichtbar, Hinterecken abgerundet mit kleinem, scharfem Porenzähnchen; Aedoeagus vorn gerundet mit einem deutlichen Mittelspitzchen, fast parallelseitig [Abb.6] [Abb.7]. An Haselsträuchern ( Corylus avellana). Südeuropa, nördlich bis Slowakei, Mähren. (quercetorum Ws. et auct. non Foud.) brevicollis ssp.

   ...coryletorum Kral, 1964

ALTICA BREVICOLLIS.GIF
Abb.6
ALTICA BREVICOLLIS1
Abb.7
#3 Schulterbeule lang und hoch, innen durch einen langen Eindruck abgesetzt, der sich in etwa 1/4 der Länge mit einer Vertiefung der Flügeldeckennaht verbindet und den Raum davor blasenartig aufwölbt; Aedoeagus wie quercetorum s. str.; ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.8]. 4,5-5,2 mm. An Eichen ( Quercus), nach alten Angaben auch an Weide ( Salix). Südeuropa bis südliches Nordeuropa, aus zahlreichen Gebieten keine oder alte Meldungen. quercetorum ssp.

   ...saliceti Ws.

ALTICA SALICETI
Abb.8
 
-- Flügeldecken ohne derartigen Eindruck hinter der Basis, die Furche zwischen den Schultern sehr kurz, wenig markiert oder fast erloschen.

   ...4

 
#4 Aedoeagus an den Seiten nach der Spitze zu schwach erweitert und verrundet, die Unterseite durch eine eingeschnittene Mittellinie längsgeteilt, an der Spitze mit 2 Längsgrübchen, die voneinander wenig entfernt liegen, Seiten der Unterseite gerieft [Abb.9] [Abb.10]. Größere Art: 4,2-4,8 mm. Grün, blau oder violett, die Querfurche des Halsschilds sehr tief eingedrückt. Die Art lebt an Weidenröschen ( Epilobium hirsutum,  Epilobium angustifolium). Europa; für Mitteleuropa liegen Nachweise vor aus Österreich (Burgenland, Neusiedlersee), Polen, Slowakei und Deutschland (Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg, Südhannover und Hamburg). (lacunosa Ws.).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...impressicollis (Reiche, 1862)

ALTICA IMPRESSICOLLIS.GIF
Abb.9
ALTICA IMPRESSICOLLIS
Abb.10
-- Unterseite des Aedoeagus an der Spitze ohne zusammenstoßende Grübchen. Die nachfolgenden Arten sind meist kleiner (2,8-4 mm), besitzen vierzähnige Mandibeln und zumeist schlecht begrenzte Stirnhöcker, die kaum so groß sind, wie die ringförmige Leiste um die Fühlerwurzeln (Ausnahme: carduorum mit deutlich begrenzten Stirnhöckern).

   ...5

 
#5 Unterseite des Aedoeagus an der Spitze ohne Kiele, aber daselbst löffelförmig ausgehöhlt und an den Seiten zahlreich gerieft, Mittelstreifen undeutlich und an den Seiten schlecht begrenzt [Abb.11] [Abb.12]. Grünblau, selten blau. Am Wiesenknopf ( Sanguisorba officinalis) auf feuchten Wiesen. Süd-, Mittel- und Osteuropa. (pusilla Duft., 1825)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...helianthemi (Allard 1859)

ALTICA PUSILLA.GIF
Abb.11
ALTICA HELIANTHEMI
Abb.12
-- Unterseite des Aedoeagus mit zwei Längskielen oder Längsfurchen, die nur bei brevicollis wenig deutlich sind, in diesem Falle ist aber die Aedoeagusspitze nicht löffelförmig ausgehöhlt.

   ...6

 
#6 Spitze des Aedoeagus vollkommen verrundet mit einer tiefen Furche auf der Unterseite, die durch 2 nach der Spitze zu divergierende Längskiele begrenzt ist [Abb.13]; Flügeldecken gewöhnlich mit einem flachen Eindruck an der Spitze neben der Naht; Färbung veränderlich, grün, blaugrün oder blau, selten goldgrün oder goldglänzend. In Mitteleuropa überall die häufigste Art der Gattung.
Größer, durchschnittliche Größe der ♂ 3,7 mm. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.14] [Abb.15]. An der Nachtkerze  Oenothera biennis) und Weidenröschen ( Epilobium), ? an Ampfer ( Rumex). Stammform.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...oleracea (L., 1758)


Kleiner, durchschnittliche Größe der ♂ 3,2 mm. An der Besenheide ( Calluna vulgaris). oleracea ssp.

   ...breddini Mohr


Siehe auch Anmerkung bei longicollis LZ    >>>11
ALTICA OLERACEA.GIF
Abb.13
ALTICA OLERACEA
Abb.14
ALTICA OLERACEA.JPG
Abb.15
-- Vorderrand des Aedoeagus in ein Mittelspitzchen ausgezogen.

   ...7

 
#7 Spitze des Aedoeagus meist breit dreieckig, der dicke Vorderrandsaum der Oberseite (!) ohne Mittelrinne [Abb.16].

   ...8

ALTICA LONGICOLLIS.GIF
Abb.16
 
-- Mittelspitze des Aedoeagus klein und kurz, der dicke Vorderrandsaum auf der Oberseite (!) mit einer ± tiefen, mitunter nur bei bestimmter Beleuchtung erkennbaren Mittelrinne [Abb.17].

   ...12

ALTICA AMPELOPHAGA.GIF
Abb.17
 
#8 Aedoeagus an der Spitze fast abgestutzt verrundet mit einem kleinen Mittelspitzchen, die Unterseite mit 2 langen, allmählich nach vorn divergierenden Kielen und einer kräftig ausgehöhlten Mittelrinne nach der Spitze [Abb.18]; sehr ähnlich oleracea, die Flügeldecken jedoch meist ohne Spitzeneindruck und gröberen, aber nicht tiefen Punkten; Stirnhöckerchen flach, aber deutlich ringsum begrenzt. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.19]. 3,5-4 mm. An Distelarten ( Cirsium,  Carduus). Vor allem in Südeuropa, aber auch in Skandinavien vorhanden. Aus Deutschland nur ein Fund: Südbaden, Kaiserstuhl. (cirsii Israelson)

   ...carduorum (Guér., 1858)

ALTICA CARDUORUM.GIF
Abb.18
ALTICA CARDUORUM
Abb.19
-- Aedoeagus an der Spitze weniger abgestutzt verrundet, die Unterseite mit oder ohne Kiele, aber stets ohne starke Aushöhlung in der Mitte der Spitze.

   ...9

 
#9 Die Mittelfläche des Aedoeagus mit zwei fast parallelen Längskielen, der dazwischenliegende Raum in der Basalhälfte vertieft, nach der Spitze zu allmählich ansteigend, mit 2 Furchen am Innenrand der Kiele und eingeschnittener Mittellinie [Abb.20] [Abb.21]. Oberseite schwarz mit blauem Schimmer, selten grünlich. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.22]. 2,8-4 mm. Europa, aus zahlreichen Gebieten keine oder nur alte Meldungen. Wird vom Blutweiderich ( Lythrum salicaria) gemeldet, auch von Weidenröschen ( Epilobium parviflorum,  Epilobium montanum) gesammelt.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...palustris Weise, 1888


Ähnlich, aber Aedoeagus anders [Abb.23]. Siehe LZ    >>>13
ALTICA PALUSTRIS.GIF
Abb.20
ALTICA PALUSTRIS
Abb.21
ALTICA PALUSTRIS
Abb.22
ALTICA JARMILAE.GIF
Abb.23
 
-- Die Unterseite des Aedoeagus flach oder gewölbt, in keinem Falle in der Längsmitte stark vertieft.

   ...10

 
#10 Aedoeagus kurz vor der Mitte am breitesten, nach vorn und hinten leicht rhombisch verengt, die Seitenstreifen an der Spitze nur wenig, nicht grubig vertieft [Abb.24] [Abb.25] [Abb.26]. Grünblau bis blau. Kleine Art: ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.27]. 3-3,8 mm. An der Wiesen-Platterbse ( Lathyrus pratensis). Eine Art mit auffallender Verbreitung: Südalpen, Bosnien, Mittelitalien und Nordeuropa (südlichster Fund Hamburg) und über das Baltikum bis nach Zentralasien.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...carinthiaca Weise, 1888

ALTICA CARINTHIACA.GIF
Abb.24
ALTICA CARINTHIACA2
Abb.25
ALTICA CARINTHIACA.JPG
Abb.26
ALTICA CARINTHIACA
Abb.27
 
-- Der vorigen Art sehr ähnlich, aber größer und durch ihre schwarzgrüne, leicht metallische Färbung und die im mittleren Drittel scharf eingeschnittene Halsschildquerfurche zu trennen. Aedoeagus [Abb.28]. 3,5-4,3 mm. Am Roten Hartriegel ( Cornus sanguinea); V-VIII. Polen, Ukraine, Slowakei, Ungarn, Österreich (Wien, Leithagebirge), Bulgarien.

   ...cornivorax Kral, 1969


ALTICA CORNIVORAX.GIF
Abb.28
 
-- Aedoeagus von der Basis nach vorn gleichmäßig schwach verbreitert, nicht in der Mitte am breitesten, die Seitenstreifen neben der Mitte meist grubig vertieft.

   ...11

 
#11 Kleine Art (3,5-4 mm), in Gestalt und Färbung sehr ähnlich oleracea; Fühlerglied 2 und 3 fast gleichlang und gleich dick, das 4. wesentlich länger, während bei oleracea Glied 2 bedeutend dicker und kürzer ist als 3; der Hauptunterschied liegt aber in der Gestalt des Aedoeagus: Unterseite flach, Mittelfläche im Spitzendrittel fast flach und ungefurcht, an den Seiten mit 2 ziemlich hohen und fast parallelen Längskielen, die Seitenstreifen daneben grubig vertieft und nach der Basis zu schräg gerieft [Abb.16] und immatur [Abb.29]. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.30]. Als Nährpflanzen werden Besenheide ( Calluna vulgaris) und Krähenbeere ( Empetrum nigrum) angegeben. Nordeuropäische Art, südlich bis Mitteldeutschland. (sandini Kemn., britteni Shp.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...longicollis (Allard, 1860)


Sehr ähnlich wird die ebenfalls an Calluna lebende oleracea breddini LZ    >>>6 Genitaluntersuchungen sind deshalb bei allen an Calluna gefangenen Haltica angebracht.
ALTICA LONGICOLLIS.GIF
Abb.16
ALTICA LONGICOLLIS
Abb.29
ALTICA LONGICOLLIS
Abb.30
-- Größere Art: 3,8-5,2 mm [Abb.1]. Mittelfläche des Aedoeagus an der Spitze mit einem geteilten Kiel, der ein kleines Grübchen einschließt [Abb.31] [Abb.32]; diese Art ist besonders durch ihre nierenförmigen Stirnhöckerchen charakterisiert, die durch den Stirnkiel getrennt werden und schräg zueinander stehen; Halsschild ziemlich schmal. Flügeldecken chagriniert und sehr zart punktiert; Oberseite meist blau. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.33]. Als Fraßpflanzen werden angegeben: Weiden ( Salix), Pappeln ( Populus), Erle ( Alnus incana), Tasmariske ( Myricaria), Sanddorn ( Hippophaë). Mittel- und Südeuropa.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...tamaricis Schrk., 1785

ALTICA TAMARICIS
Abb.1
ALTICA TAMARICIS.GIF
Abb.31
ALTICA TAMARICIS
Abb.32
ALTICA TAMARICIS
Abb.33
 
#12 Unterseite des Aedoeagus fast vollkommen glatt mit 2 schwachen Furchen im Spitzendrittel, der Raum dazwischen schmal aufgewölbt, nach der Spitze zu breit und flach, oft mit einer sehr schwachen Vertiefung, die Seiten in der Mitte schwach gerieft, an der Spitze ohne grubige Vertiefung [Abb.6] [Abb.7]. abweichende Form [Abb.34]; verhältnismäßig breite und gewölbte Art mit grüner bis blaumetallischer Oberseite; die eingeschnittene Mittellinie zwischen den Stirnhöckern verlängert sich fast immer grubig ein Stück zur Stirn. 3,8-5 mm. An Hasel ( Corylus avellana). Südeuropa bis südliches Nordeuropa, aus zahlreichen Gebieten keine Meldungen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...brevicollis Foudr., 1860


Beachte auch die ssp. coryletorum mit gekanteten Flügeldeckenseiten LZ    >>>2
ALTICA BREVICOLLIS.GIF
Abb.6
ALTICA BREVICOLLIS1
Abb.7
ALTICA BREVICOLLIS.JPG
Abb.34
-- Unterseite des Aedoeagus im Spitzendrittel mit 2 Kielen, die den Zwischenraum an der Spitze begrenzen, die Seiten neben dem Zwischenraum nach der Spitze zu ± ausgehöhlt.

   ...13

 
#13 Mediterrane Art, deren nördliche Verbreitungsgrenze in Südtirol und der Südslowakei liegt. Blau, manchmal grünlich bis goldglänzend; Flügeldecken ohne angedeutete Längsrippen; Stirnhöckerchen tief umrandet, meist wenig quer; Aedoeagus ziemlich breit, an der Spitze etwas breiter als an der Basis, vorn in ein ziemlich kräftiges, breites und kurzes Mittelspitzchen ausgezogen, der Mittelstreifen der Unterseite hinter der Spitze zumeist mit einem Längseindruck, nach dem ersten Drittel etwas aufgewölbt und von da bis zur Basis glatt, die Seitenstreifen mit ziemlich tiefen und breiten Längsgruben, die eine Erweiterung der Seitenkontur des Aedoeagus im Spitzendrittel verursachen, die Schrägstrichelung an den Seiten meist ziemlich kräftig, oft bis zur Basis ausgebildet, der allmähliche Abfall zur Õffnung auf der Oberseite des Aedoeagus dicht und stark gerieft [Abb.17] [Abb.35]; Flügeldecken an der Basis stark vorspringend, hier breiter als der Halsschild. 3,5-5 mm. An der Weinrebe ( Vitis vinifera); soll im Weinbau schädlich sein Süd- bis Mitteleuropa.

   ...ampelophaga Guér., 1858

ALTICA AMPELOPHAGA.GIF
Abb.17
ALTICA AMPELOPHAGA2
Abb.35
-- Hierher noch eine südöstliche, dunkelblaue Art. Aedoeagus [Abb.23]. 3,9-4,2 mm. Der Halsschild soll nach der Beschreibung doppelt so breit sein wie lang, er kann jedoch auch schmaler sein. Er ist auf chagriniertem Grund fein punktiert, viel feiner als die Flügeldecken Die Art ähnelt palustris, ist jedoch davon genitaliter sicher zu unterscheiden. Sie lebt an Weidenröschen ( Epilobium hirsutum,  Epilobium tetragonum). Die Art ist in Südosteuropa bis nach Kleinasien verbreitet und könnte auch im östlichen Mitteleuropa gefunden werden.

   ...jarmilae Král

ALTICA JARMILAE.GIF
Abb.23
 
-- In Mitteleuropa verbreitete Arten.

   ...14

 
#14 Blau mit leicht grünlichem Schimmer; Flügeldecken ohne angedeutete Rippen [Abb.36]; Stirnhöckerchen kleiner, umrandet, rundlich quer, einander kurz berührend. Aedoeagus schlanker, an der Spitze etwas breiter als an der Basis, vorn in ein verschieden langes und unterschiedlich breites Mittelspitzchen plötzlich oder allmählich ausgezogen, der Mittelstreifen der Unterseite an der Spitze meist ohne deutliche Längsvertiefung oft mit +/- erhabenen Mittelkiel unterschiedlicher Länge versehen, die Seitenstreifen mit längeren, ziemlich weit zur Basis reichenden, mäßig tiefen Längsgruben, die Schrägstrichelung ziemlich weit nach hinten zur Basis reichend; Oberseite des Aedoeagus glatt oder mit einzelnen, weit stehenden Querriefen vor der rinnenförmigen Vertiefung [Abb.37] [Abb.38] [Abb.39]; Seiten der Flügeldecken mit dem Halsschild fast in einer Flucht liegend, an der Basis wenig breiter als der Halsschild mit schwach gerundeten, kaum heraustretenden Schultern. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.40]. 3,5-5,5 mm. An verschiedenen feuchtigkeitsliebenden Weidenröschen ( Epilobium hirsutum,  Epilobium palustre und anderen). Über ganz Europa verbreitete Art.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...lythri Aubé, 1843


Anmerkung: An feuchten Stellen lebt an Epilobium auch palustris Ws., manchmal auch oleracea (L.), mehr südlich auch impressicollis Reiche sowie in Nordeuropa die folgende Art.
ALTICA LYTHRI
Abb.36
ALTICA LYTHRI.GIF
Abb.37
ALTICA LYTHRI2
Abb.38
ALTICA LYTHRI.JPG
Abb.39
ALTICA LYTHRI
Abb.40
 
-- Hierher noch eine weitere an Epilobium lebende nordeuropäische Art, die auch bei uns vorkommen könnte und bisher nicht von lythri unterschieden wurde.
Stirnhöckerchen rundlich drei- bis viereckig, ihre Hinterränder verloschen, stark glänzend, glatt, außen oft mit einem Zähnchen und gewöhnlich mit einigen sehr kleinen Punkten. Punktur der Flügeldecken +/- stark. Gewölbte Art, vor allem im hinteren Teil der Flügeldecken. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.41]. Am Schmalblättrigen Weidenröschen ( Epilobium angustifolium). Nordeuropa, in Süd- und Mittel-Finnland die häufigste Art.

   ...chamaenerii Lindberg, 1926

ALTICA CHAMAENERII
Abb.41
 
-- Aedoeagus breiter. Arten mit mehr beschränkter Verbreitung, im südlichen Teile Mitteleuropas wahrscheinlich fehlend.

   ...15

 
#15 Dunkelblau bis schwarzblau, selten grünlich; Flügeldecken auf dem Rücken und an den Seiten sehr oft mit angedeuteten Längsrippen, an der Naht hinter dem Schildchen mit einer flachen Einsenkung; Stirnhöckerchen deutlich gewölbt, etwas länglich, überwiegend glatt und von scharfen Linien eingefaßt, dreieckig, zueinander etwas schief stehend, sich gegenseitig mit einer längeren Seite berührend. Aedoeagus breit, parallelseitig, vorn abgerundet mit einem kleinen, gerundeten, ziemlich scharf hervorstehenden Mittelspitzchen, der Mittelstreifen der Unterseite mit drei verschieden tiefen Längsgrübchen hinter der Spitze, die Seitenstreifen mit ziemlich flachen und zur Basis verkürzten Längsgruben, die Schrägstrichelung nur im mittleren Drittel vorhanden, schief und ziemlich fein [Abb.42] [Abb.43] [Abb.44]. ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.45]. 4,5 bis 5,5 mm. Lebt an Birke (vorzugsweise  Betula pubescens), wo sich Käfer und Larve von jungen, diesjährigen Sprossen ernähren. Nördliches Mitteleuropa, bekannter südlichster Fund aus Bayern.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...aenescens Weise, 1888

ALTICA AENESCENS.GIF
Abb.42
ALTICA AENESCENS2
Abb.43
ALTICA AENESCENS.JPG
Abb.44
ALTICA AENESCENS
Abb.45
 
-- Blau oder grünlich, mit schwachen Schulterbeulen. Halsschild und Flügeldecken an der Basis nahezu gleich breit. Stirnhöcker flach, matt, nicht scharf umschriebenen und dadurch von aenescens zu trennen. Der Aedoeagus ist auffallend breit [Abb.46] [Abb.47]. 3,7-5,5 mm. In Feuchtgebieten an Heidekrautgewächsen, vor allem an ( Erica tetralix). Im westlichen Europa und im nördlichen Mitteleuropa (Niederlande, westliches Norddeutschland).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...ericeti (Allard, 1859)

ALTICA ERICETI2.GIF
Abb.46
ALTICA ERICETI
Abb.47
#99 ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.48]. Am Echten Mädesüß ( Filipendula ulmaria). Nordeuropa.

   ...engstromi Sahlberg, 1893

ALTICA ENGSTROMI
Abb.48
 
-- ♀ Styli und Spiculum ventrale [Abb.49]. An Besenheide ( Calluna vulgaris) und Krähenbeere ( Empetrum nigrum). Nordeuropa. Nach Siede (i.c.) vermutlich synonym zu oleracea.

   ...opacifrons Lindberg, 1938

ALTICA OPACIFRONS
Abb.49
 
  aenescens
ampelophaga
breddini
brevicollis
carduorum
carinthiaca
chamaenerii
cornivorax
coryletorum
engstromi
ericeti
helianthemi
impressicollis
jarmilae
longicollis
lythri
oleracea
opacifrons
palustris
quercetorum
saliceti
tamaricis
     Erstellt am: 18.06.2010
Letzte Aktualisierung: 12.08.2014 - 17:24:49
Copyright © 2014 Dr. Arved Lompe - All rights reserved