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Gattung: Sphaerosoma Leach (Alexia Steph.) |
Coleoptera - Alexiidae |
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Von Arved Lompe (n. H. Vogt) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de |
H. Vogt (1967): 'Endomychidae' in: Freude-Harde-Lohse, Käfer Mitteleuropas, Goecke & Evers, Krefeld, Band 7:219-221 |
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Kleine, fast halbkugelige Käfer. Kopf klein und quer, mit kleinen, vorspringenden, grob facettierten Augen. Fühler kurz, 10-gliedrig, die 2 ersten Glieder dick und gestreckt, die folgenden kurz, mit scharf abgesetzter, 3 gliedriger Keule. Schildchen nicht sichtbar oder sehr klein, Flügeldecken ohne Punktreihen und ohne Nahtstreif. Tarsen kurz, 4 gliedrig, die beiden ersten Glieder kurz gelappt, unten dicht behaart, das 3. klein, das Klauenglied fast so lang wie die ersten 3 Glieder; beim ♂ erweitert. Bei den schwierig zu bestimmenden Arten ist die Unterseite zu beachten. Deshalb ist es vorteilhaft, diese Käfer auf die Seitenkante der Flügeldecken zu kleben. Die Vorderbrust ist in der Mitte kielig erhoben und schiebt sich mit einem Fortsatz zwischen die Vorderhüften Ein 5-eckig begrenztes Feld der Mittelbrust trennt die Mittelhüften Wichtig ist neben der Form dieses Feldes die Punktierung und Chagrinierung der Hinterbrust. Auf dem 1. Ventralsegment finden sich deutlich ausgeprägte Schenkellinien. In Waldstreu, unter Moos, Reisig oder Laub, sofern diese Substrate von Pilzmycel durchsetzt sind. Für Europa sind 32 Arten gemeldet. Hier werden nur die mitteleuropäischen Arten behandelt. |
Die Gattung bedarf dringend einer Neubearbeitung. Allein im Südosten Europas scheint es noch mehr unbeschriebene Arten zu geben als hier angeführt sind und aus dem östlichen Teil der Paläarktis außerhalb Europas sind nach dem aktuellen Katalog der Paläarktischen Käfer überhaupt noch keine Meldungen vorhanden. |
#1 |
1,2-1,6 mm [Abb.1]. Oberseite vollkommen kahl (oder höchstens staubfein behaart). Schildchen unsichtbar. Rotbraun bis schwarz, Fühler und Beine gelbrot. Oberseite meist glatt oder äußerst fein und spärlich punktiert. Es gibt aber auch Stücke mit deutlicher und ziemlich dichter Punktierung (v. glabrum Rtt.). In Südost- und Südwestdeutschland, Österreich, sporadisch und selten. ...globosum (Sturm, 1807) |
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Oberseite, besonders die Flügeldecken, behaart. Schildchen sehr klein, aber sichtbar. ...2 |
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#2 |
Behaarung kurz, die Haare kürzer als oder etwa so lang wie die größte Breite der Vorderschienen [Abb.2] [Abb.3], wenig dicht, anliegend oder etwas abstehend. Nur im äußersten Südosten Mitteleuropas zu erwartende Arten. ...3 |
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Behaarung lang, länger als die größte Breite der Vorderschienen [Abb.4], dichter, schräg oder gerade abstehend. Weiter verbreitete Arten. ...7 |
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#3 |
Kopf bei 50-facher Vergrößerung deutlich, Halsschild schwächer mit isodiametrischen Maschen chagriniert. Körperform von oben gesehen gleichmäßiger oval, von der Seite gesehen etwas flacher, der Seitenrand der Flügeldecken zur Halsschildhinterecke nur flach aufwärts gebogen [Abb.5]. ...4 |
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Kopf und Halsschild nicht isodiametrisch chagriniert. Körperumriß in der Mitte deutlicher gerundet. Käfer von der Seite gesehen stärker gewölbt, Flügeldeckenseitenrand vorne stärker nach oben gebogen [Abb.6]. Im Durchschnitt größer. ...5 |
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#4 |
1,2-1,4 mm. Hinterbrust fein und zerstreut punktiert. 5-eckiges erhabenes Mittelfeld der Mittelbrust quer [Abb.7]. Behaarung von Hinterbrust und Bauch schwächer, der Flügeldecken etwas länger. Gelbbraun bis rotbraun, Fühler und Beine gelb. Kopf und Halsschild sehr fein und weitläufig, Flügeldecken mäßig dicht und mäßig stark punktiert. In Bosnien, vermutlich auch in Südkärnten, selten. ...bosnicum (Reitter, 1885) |
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1,2-1,4 mm [Abb.3]. Hinterbrust deutlicher und dichter punktiert [Abb.8]. Mittelfeld der Mittelbrust nicht quer, von der Grundlinie zur Spitze mindestens so lang wie an der Grundlinie breit [Abb.9]. Hinterbrust und Bauch durch eine scharfe Kante getrennt [Abb.10], kräftig behaart und viel stärker als bei bosnicum quermaschig chagriniert. Hell- bis dunkel rotbraun und bis auf die angegebenen Unterschiede mit bosnicum übereinstimmend. Fühlerglied 3 und 4 etwa gleich lang. Glied 1 und 2 der Vordertarsen beim ♂ sehr stark verbreitert, viel stärker als bei den anderen Arten [Abb.11]. Montane Art der Gebirge des Balkans und in den Südkarpaten, in Österreich bis Kärnten und Wien, selten. ...laevicolle (Reitter, 1883) |
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#5 |
1,4-1,5 mm. Flügeldecken fein und zerstreut punktiert. Hinterbrust äußerst fein und sehr zerstreut punktiert, mattglänzend, nur an den Seiten bei 50-facher Vergr. schwach chagriniert. Stärker gewölbt als punctatum. Flügeldecken viel feiner und lockerer punktiert als bei den zwei vorhergehenden Arten. Am ganzen Südhang der Alpen, Kärnten, selten. ...seidlitzi (Reitter, 1889) |
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Flügeldecken kräftig und dicht punktiert. Hinterbrust mäßig dicht, in der Mitte fein, an den Seiten sehr grob punktiert. ...6 |
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#6 |
Mittelfeld der Mittelbrust so lang wie breit [Abb.12]. Größer: 1,5-1,7 mm. Punktierung der Flügeldecken weniger dicht. Abstände der Punkte im Durchschnitt größer als ihr Durchmesser. Hinterbrust bei 50-facher Vergrößerung nicht chagriniert. Südöstliches Mitteleuropa, im Banat häufig, Kärnten und Steiermark selten. ...punctatum (Reitter, 1878) |
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Mittelfeld der Mittelbrust quer. Kleiner: 1,3-1,4 (1,6 ?) mm [Abb.2]. Flügeldecken sehr dicht punktiert, Abstände der Punkte im Durchschnitt kleiner als der Durchmesser der Punkte, diese flacher als bei der vorhergehenden Art. Fühlerglied 3 länger als 4. Hinterbrust viel feiner chagriniert und weniger deutlich behaart [Abb.13], ohne Absatz in den Bauch übergehend [Abb.14]. Im südlichen Karpatengebiet häufig, im nördlichen (Slowakei) selten. ...carpathicum (Reitter, 1883)
Anmerkung: Der 'Punktdurchmesser' ist sehr stark abhängig von der Beleuchtung und wahrscheinlich mit einer +/- punktförmigen Lichtquelle ermittelt. Die Photos sind mit flächiger Beleuchtung aufgenommen, dort erscheint der 'Punktdurchmesser' viel kleiner! |
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#7 |
Größer: 1,4-1,6 mm [Abb.4]. Behaarung der Oberseite schräg abstehend, etwas kürzer. Fühlerglied 3 länger als 4. Braun bis schwarz, Punktierung der Flügeldecken kräftig und wie bei punctatum beschrieben. Von dieser Art außer durch längere und aufstehende Haare und durch queres Mittelfeld der Mittelbrust zu unterscheiden. Die Schenkellinie verläuft sehr nahe am Hinterrand der Hinterhüften. Im Gebiet die häufigste und am weitesten verbreitete Art der Gattung. Fehlt in Nordostdeutschland. ...pilosum (Panz., 1793) |
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Kleiner 1,2-1,4 mm. Behaarung der Oberseite sehr lang, gerade abstehend. Braunrot, fast halbkugelig. Flügeldecken kräftig und locker punktiert. Hinterbrust in der Mitte scharf und zerstreut, nach außen kräftiger einzeln punktiert, nicht chagriniert. Mittelbrust so lang wie breit. Süd- und Mitteldeutschland, in Õsterreich nur im äußersten Westen, selten. Slowakei?. ...piliferum (Müll., 1821) |
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bosnicum carpathicum globosum laevicolle |
piliferum pilosum punctatum seidlitzi |
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 Erstellt am: 05.08.2009 Letzte Aktualisierung: 17.11.2022 - 02:28:22 Mit Determin (V4.2.141-1) von: Arved Lompe Vorherige Version |
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