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Gattung Rhyzobius Stephens, 1829 |
Coleoptera - Coccinellidae - Coccidulinae |
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Von Arved Lompe (n. H. Fürsch) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de |
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Augen grob facettiert, stark behaart, die eingestochenen Punkte sind auf den Flügeldecken unregelmäßig verteilt. Die beiden heimischen Arten sind nur schwer zu unterscheiden. Sie sind im Sommer in erster Linie durch Klopfen oder Keschern an sonnigen Hängen zu erbeuten, im Winter im Moos und unter Rinde zu finden. |
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#1 |
Kürzer oval, hochgewölbt [Abb.1]. ...2 |
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Länglich oval, flacher gewölbt, Färbung oft etwas dunkler als litura [Abb.2] [Abb.3]. Flügeldecken einfach grob punktiert [Abb.4]. Kiellinien der Vorderbrust vorne zungenförmig gerundet [Abb.5] [Abb.6]. 2,5-3,5 mm. ♂: Aedoeagus ohne Fortsatz zwischen Medianlobus und Parameren, diese kürzer als der Medianlobus [Abb.7] [Abb.8] und Siphospitze [Abb.9]. ♀: Ovipositor [Abb.10] und Spermatheka [Abb.11] [Abb.12]. B: Besonders auf Kiefer und Strauchvegetation. Oft in Wassernähe. Nicht selten. D: In Mittel- und Osteuropa häufiger als litura. ...chrysomeloides (Hbst., 1792)
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#2 |
Färbung hell, häufig mit schwarzen Makeln [Abb.1] [Abb.13]. Flügeldecken etwas feiner, ungleichmäßig doppelt punktiert [Abb.14]. Kiellinien der Vorderbrust meist nach vorne spitzwinkelig zulaufend [Abb.15]. 2,5-3 mm. ♂: Aedoeagus mit einem zusätzlichen Fortsatz zwischen Medianlobus und Parameren, diese länger als der Medianlobus [Abb.16] [Abb.17] und Siphospitze [Abb.18]. ♀: Ovipositor [Abb.19]. B: In windgeschützten, warmen Biotopen im Gras, in Gräben, Feldrainen, Obstgärten. D: Eine südliche Art, im Südwesten Europas nicht selten, in Mitteleuropa selten. ...litura (F., 1787)
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Flügeldecken dunkelbraun bis schwarz mit leichtem Bronzeglanz [Abb.20], Halsschild und Kopf heller rostrot bis rotbraun [Abb.21], aber der Halsschild auch +/- geschwärzt. (Früher Gattung oder Untergattung Lindorus.) Zur biologischen Bekämpfung von Schildläusen importierte Arten. ...3 |
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#3 |
Oberseite einfarbig schwarz, glänzend. Unterseite schwarz mit rotem Bauch [Abb.22], Beine schwarz. ...4 |
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Kopf und Halsschild heller rostrot bis rotbraun [Abb.21], Flügeldecken dunkelbraun bis schwarz mit leichtem Bronzeglanz [Abb.20]; der Halsschild kann auch +/- geschwärzt sein, dann aber immer mit roten Vorderwinkeln Unterseite und Beine vollständig rotbraun [Abb.23] [Abb.24]. Nach Recherche im Internet kommen aber auch Tiere mit rotbraunen Flügeldecken und schwarzen Punkten darauf vor. Spermatheka [Abb.25]. ~3 mm. B: Vertilger von Schildläusen. D: Australische Art, die vor einigen Jahren für die Bekämpfung verschiedener Schildlausarten insbesondere an Zitruspflanzen eingeführt worden ist. Im Mittelmeerraum hat sich die Art in einigen Regionen schon eingebürgert, ob sie sich in Deutschland im Freiland etablieren kann, scheint wegen der kalten Winter fraglich; allerdings gab es einen Freilandfund in Stuttgart im August 2016 (l.c.) und weitere Funde am Niederrhein, in Rheinland-Pfalz und in Niedersachsen; ich habe die Art im August 2020 in Nienburg am Licht gefangen. ...lophantae Blaisdell, 1892
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#4 |
Habitus [Abb.22]. Halsschild zu den Vorderwinkeln hin angeschwollen und dann abrupt eingedrückt, sodaß unmittelbar innerhalb der erhabenen Seitenränder eine deutliche Furche entsteht [Abb.26]; die Punkte des Halsschilds wie eingestanzt, mit scharf begrenzten Rändern. 2,66-3,7 mm. ♂: Das 1. Sternit schmal, mit halbkreisförmigen Schenkellinien [Abb.27]. Der apikale Rand des fünften Abdominalsegments ist medial mehr oder weniger breit abgestutzt. Klauen der Vorder- und Mitteltarsen gespalten, die der Hintertarsen an der Basis mit Anhang. Aedoeagus [Abb.28]. ♀: Das 1. Sternit wie bei ventralis breit mit parabelförmigen Schenkellinien [Abb.29]. Der apikale Rand des fünften Abdominalsegments ist medial gleichmäßig bogenförmig. Klauen aller Tarsen an der Basis mit Anhang. Spermatheka und Ovipositor [Abb.30]. B: Verfolger von Schildläusen. D: Heimat Australien; importiert und vermutlich angesiedelt in Frankreich und Griechenland. ...forestieri Mulsant, 1853 |
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Halsschild manchmal in der Nähe der Vorderwinkel leicht angeschwollen, jedoch nie mit einer Furche unmittelbar innerhalb der erhabenen Seitenränder [Abb.31]; die Punkte des Halsschilds eingestochen, mit unscharfen Rändern. Das 1. Sternit in beiden Geschlechtern breit mit parabelförmigen Schenkellinien [Abb.29] und das Analsternit einfach gerundet. 3,26-4,85 mm. ♂: Klauen der Vorder- und Mitteltarsen gespalten, die der Hintertarsen an der Basis mit Anhang. Aedoeagus [Abb.32]. ♀: Klauen aller Tarsen an der Basis mit Anhang. Spermatheka und Ovipositor [Abb.33]. B: Verfolger von Schildläusen. D: Heimat Australien, Ende des 19. Jahrhunderts nach Kalifornien zur biologischen Kontrolle von Schildläusen in Citrus-Plantagen eingeführt. Möglicherweise auch in Europa, aber noch nicht erkannt, da erst seit Pope (l.c.) von forestieri getrennt. ...ventralis (Erichson, 1842)
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chrysomeloides forestieri litura |
lophantae ventralis |
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Bielawski, R. (1955): Morphological and systematical studies on Polish species of the genus Rhyzobius Stephens, 1831 (Coleoplera, Coccinellidae) - Annales Zoologici 16:29-50 +2 pl. rcin.org.pl oder Private Datei Pope, R.D. (1981): 'Rhyzobius ventralis' (Coleoptera: Coccinellidae), its constituent species, and their taxonomy and historical roles in biological control - Bull. ent. Res. 71: 19-31 www.zin.ru oder Private Datei |
Haselböck, A. (2016): Erster belegter Freilandfund von Rhyzobius lophantae (Blaisdell, 1892) (Coleoptera, Coccinellidae) - Mitteilungen des Entomologischen Vereins Stuttgart 51(2):75. |
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Erstellt am: 05.08.2009 Letzte Aktualisierung: 24.12.2025 - 11:38:07 Mit Determin (V4.2.424-4) von: Arved Lompe Vorherige Version |
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