Gattung in ColKat anzeigen Gattung Acalles Schönherr, 1825 - Mitteleuropäische Arten Coleoptera - Rhynchophora - Curculionidae - Cryptorhynchinae - Cryptorhynchinae@en
  Von Arved Lompe ( n. G.A. Lohse, P. Stüben)
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Stüben, P.E. (2018): Key to the species of Acalles Schoenherr, 1825. Aus: The Cryptorhynchinae of the Western Palearctic. - Curculio Institut, Mönchengladbach  curci.de oder Private Datei
  Der tiefe Rüsselkanal endet in einer schüsselförmigen, scharf begrenzten Grube vor den Mittelhüften; Rüssel flach, fast gerade. Schildchen nicht sichtbar. Schenkel ungezähnt. Flügeldecken bei unseren Arten mit abgerundeten Schultern. Oberseite anliegend, auf den Flügeldecken oft geschlossen beschuppt, dazwischen stehen meistens ± aufgerichtete Schuppen, seltener Borsten, die zu Büscheln vereinigt sein können. Die für viele Arten charakteristische Beschuppung ist oft durch Abrieb oder Verschmutzung zur Arttrennung schlecht verwendbar. Wichtige Unterscheidungsmerkmale befinden sich an der Seite des Körpers und sind bei normal präparierten Tieren nicht immer erkennbar. Es empfiehlt sich daher, die Tiere vor der Präparation zu bestimmen oder sie in schräger Seitenlage aufzukleben, und die Schenkel so zu legen, daß sie die Sicht auf den Seitenrand der Flügeldecken nicht verdecken. Für einen Teil der Arten ist eine Genitaluntersuchung unerläßlich. Die Arten entwickeln sich in totem Holz und lassen sich in größerer Zahl durch Sieben erhalten. Man findet sie hauptsächlich im Umkreis alter Bäume an den am Boden liegenden Holzteilen. Solches Holz läßt sich auch in kleinen Haufen zusammengebracht gut über längere Zeit hindurch als Köder verwenden. Da die Käfer imstande sind, sich über lange Zeit tot zu stellen, werden sie oft übersehen. Man sollte daher Gesiebe, in denen Acalles sind oder vermutet werden, nie im Freien aussuchen. Bei längerer Liegedauer des Substrats erscheinen sie dann auf der mit einem feuchten Lappen bedeckten Oberseite; dieser Vorgang läßt sich durch leichtes Erwärmen von der Unterseite her beschleunigen. Gelegentlich finden sich die Tiere auch auf Bäumen an verpilzten Ästen, insbesondere sind einige Arten gerne auf kleinen, im Wachstum behinderten Weißtannen anzutreffen, von wo sie durch Abklopfen zu erhalten sind.
Die teilweise schwierige Systematik dieser Gattung wurde erst in jüngster Zeit überarbeitet; zahlreiche ältere Fundangaben bedürfen noch der Überprüfung, so daß diesbezüglich noch Ergänzungen zu erwarten sind. Arten, die nach dem Erscheinen der Lohse'schen Arbeit in andere Gattungen versetzt worden sind, werden hier mit aufgeführt.
#1 Jeder Flügeldeckenzwischenraum mit einer Reihe steil aufgerichteter, langer und dünner Schuppenborsten, deren Länge die Breite eines Zwischenraums weit übertrifft.

   ...1a


 
-- Flügeldecken nicht oder viel kürzer abstehend beschuppt.

   ...2


 
#1a Halsschild dicht mit aufstehenden gleichbreiten und kürzeren Schuppen besetzt. Rotbraun. Oberseite mäßig dicht marmoriert, rotbraun und bräunlich-gelb anliegend beschuppt, die Beschuppung nicht deckend, Untergrund daher gut erkennbar; bei frischen Stücken mit heller Fleckenbinde hinter der Flügeldeckenmittel. Halsschild grob und gedrängt punktiert, Flügeldecken bis an den Seitenrand beschuppt, in der Vorderhälfte mit einem 10. Punktstreifen; die flachen Zwischenräume 2-3mal breiter als die Punktstreifen. 2,3-3,5 mm.
D: Nördliche Balkanhalbinsel, Italien; nördlichstes Vorkommen in Krain und im Trentino.

  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...capiomonti Bris.


 
-- Halsschild mit zur Spitze verbreiterten Borstenschuppen, Flügeldecken länger mit kräftigen Punktstreifen, welche so breit sind wie die gewölbten Zwischenräume.
B: Auf der Balkanhalbinsel verbreitet und in Mitteleuropa die Slowakei erreichend.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Echinodera valida (C. Hampe, 1864)


 
#2 Flügeldeckenzwischenräume vom 3. an mit zahlreichen groben Höckern. Vorderschienen am Innenrand etwas doppelbuchtig mit wadenförmiger Erweiterung in der Mittel, beim ♂ außerdem noch in der Endhälfte nach unten gebogen [Abb.1]. Flügeldecken länglich-oval [Abb.2], Skulptur variabel: 2. und 4. Flügeldeckenzwischenraum bei größeren Exemplaren sowohl vor als auch hinter der Mitte beulig erhöht, dabei insbesondere die hintere Beule im 2. Zwischenraum häufig sehr umfangreich, Beulen mit Büscheln schwarzer Borstenschuppen besetzt; kleine Exemplare mitunter völlig ohne diese Beulen und Schuppenbüschel. Oberseite mit anliegenden, überwiegend gelblichen Schuppen locker und zum Teil nur stellenweise bedeckt, diese Schuppen kurz 3eckig, dazwischen verstreut aufstehende, häufig angedunkelte Schuppen eingelagert. Bei frischen Stücken Seiten des Halsschilds gelb beschuppt und helle Beschuppung im letzten Drittel der Flügeldecken verdichtet. Flügeldecken mit 9 Punktstreifen, bis an den Rand beschuppt. (Diese Beschuppung kann in der Mitte des Seitenrands durch Ausbildung einer Scheuerstelle, die durch die Hinterschenkel veranlaßt wird, fehlen). Aedoeagus [Abb.3] [Abb.4]. Aus dem Norden unseres Gebietes liegen nur kleine Exemplare von 2,6-3,2 mm vor, während Gebirgstiere aus dem Süden bis 4,6 mm Länge erreichen.
B: Von Jugoslawien und Italien über Mitteleuropa bis Dänemark und von Ungarn westlich bis Frankreich verbreitet; in Mitteleuropa vorzugsweise montan, im Norden verstreut und selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...camelus (F., 1792)


ACALLES CAMELUS
Abb.1
ACALLES CAMELUS
Abb.2
ACALLES CAMELUS
Abb.3
ACALLES CAMELUS
Abb.4
 
-- Flügeldeckenzwischenräume nicht in grobe Höcker zerhackt, teilweise jedoch mit wenigen einzelstehenden Beulen. Innenrand der Vorderschienen gerade oder einfach nach außen gebogen. Schuppen der Oberseite meistens rund und den Untergrund ± deckend.

   ...3


 
#3 Halsschild mindestens in der hinteren Hälfte mit deutlicher Vertiefung oder Rinne längs der Mitte; oder nur mit angedeuteter Vertiefung, dann aber äußerster Flügeldeckenzwischenraum (Randzwischenraum) unpunktiert und unbeschuppt oder auch größer als 3,5 mm.

   ...4


 
-- Halsschild ohne deutliche Vertiefung in der Mitte; gelegentlich mit Spur eines Längseindrucks, dann aber äußerster Flügeldeckenzwischenraum punktiert und beschuppt. Kleiner als 3,5 mm.

   ...9


 
#4 Oberseite dunkel beschuppt, Flügeldecken mit einer auffälligen, hellen, an der Naht unterbrochenen Querbinde hinter der Mitte auf dem 2.-4. Zwischenraum, sonst nur mit einzeln eingesprengten hellen Schuppen oder kleinen Flecken, Seiten des Halsschilds breit hell gesäumt. Flügeldecken im vorderen Viertel mit einem verkürzten 10. Punktstreifen, Seitenrand von einem schmalen, glatten Streifen begleitet. 2. Hinterleibsternit etwa so lang wie das 3., 2.-4. Sternit zusammen kürzer als das 1.. Flügeldecken kurz und breit, seitlich stark gerundet, Nahtzwischenraum schmal und flach, übrige Zwischenräume mäßig gewölbt, Punktstreifen schmal. Integument mit zahlreichen aufgerichteten Schuppen, diese besonders an der Basis und in der Umgebung der hellen Flügeldeckenbinde zu länglichen Borstenbüscheln verdichtet. 3,5-5,5 mm.
B: Bevorzugt an verpilzten Ästen oder Strünken von Laubholz wie Eiche und Buche.
D: Südeuropa, Mitteleuropa bis Holstein, im südlichen Teil des Verbreitungsgebietes meist nicht selten, nach Norden hin nur stellenweise und selten.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Echinodera hypocrita Boheman, 1837


 
-- Oberseite ± marmoriert und überwiegend hell beschuppt, ohne abstechende helle Querbinde hinter der Flügeldeckenmittel; oder mehrere helle, wolkige und meist unregelmäßige Querbinden ausgebildet; oder locker beschuppte, schmale Querbinde am 1. und 2. Zwischenraum vorhanden, dann aber höchstens von 3 mm Länge. 2. Sternit länger als das 3., 2.-4. Sternit etwa so lang wie das 1..

   ...5


 
#5 Punktstreifen der Flügeldecken so breit wie die Zwischenräume oder breiter, besonders zum Rand hin, Punkte in den Streifen sehr grob und tief, auch bei beschuppten Exemplaren deutlich zu sehen. Flügeldecken mit einem zur Spitze verkürzten 10. Punktstreifen (ähnlich Flügeldeckenseitenrand [Abb.5]). Beschuppung locker, Schuppen meist freistehend, Zwischenraum zwischen Seitenrand und äußerstem Punktstreifen spärlich beschuppt. Zwischenräume mit aufrecht und dunkel beschuppten Höckern, eine besonders auffällige, rundliche Beule mit kräftigem Schuppenbüschel am 4. Zwischenraum vor dem Flügeldeckenabsturz; im 1. und 2. Zwischenraum kurz oberhalb dieser beiden Beulen mit ± ausgeprägter, lockerer, heller Schuppenbinde. Schienen relativ kurz und gerade. 3.-7. Glied der Fühlergeißel von etwa gleicher Breite. Halsschild und Flügeldecken zur Basis stark verengt, Flügeldecken kurz. Aedoeagus [Abb.6]. 2,5-3 mm.
B: In feuchtschattigen Gebirgswäldern in Laub oder Latschenstreu beziehungsweise an dürren Ästen. Meist nur stellenweise und selten.
D: Von Bosnien über die Steiermark, Kärnten, Salzburg bis Bayerische Alpen und Schwarzwald (?) verbreitet; Slowakei, polnische Tatra.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Onyxacalles croaticus Bris., 1867
(=stoeckleini Frieser)
(=sophiae Tschapek)


KYKLIOACALLES PYRENAEUS
Abb.5
ONYXACALLES CROATICUS
Abb.6
 
-- Punktstreifen der Flügeldecken schmaler als die Zwischenräume, Punkte teilweise tief, aber weitgehend von Schuppen überdeckt. Beschuppung dicht, Schuppen einander meist vielfach überlappend oder berührend, Zwischenraum zwischen Seitenrand der Flügeldecken und äußerstem Punktstreifen unbeschuppt oder nahezu kahl. Anordnung der Borstenbüschel auf den Flügeldecken und Zeichnung anders. Schienen häufig leicht gebogen. Breite der Fühlergeißel vom 3. zum 7. Glied zunehmend.

   ...6


 
#6 Flügeldecken im vorderen Drittel mit einem verkürzten 10. Punktstreifen neben dem Seitenrand [Abb.5]. Halsschild nach vorne stark eingeschnürt, häufig fast stufig abgesetzt, zur Basis in der Regel ebenfalls deutlich verengt, seitliche Beulen kräftig entwickelt. Flügeldecken stets deutlich (im Mittel ca. 20 %) länger als breit. Beine meist auffällig gestreckt und schlank, Hinterschienen nicht selten so lang wie die Halsschildmittellinie, 1. Glied der Hintertarsen 2-3 x so lang wie breit. Flügeldecken gewöhnlich mit kräftig ausgebildeten Beulen, diese mit aufstehenden schwarzen Schuppenbüscheln besetzt; die hervorstechendste findet sich etwas hinter der Basis am 3. Zwischenraum, dieser dort auf Kosten der benachbarten Zwischenräume meist stark erweitert und erhöht; eine ähnliche Längsbeule an der Basis des 5. Zwischenraums schwächer ausgeprägt, Schuppenbüschel beider Beulen gelegentlich am Ende bogenförmig miteinander verbunden; weitere Beulen in und hinter der Mitte im 2. und 4. Zwischenraum, dort jedoch nie so isoliert hervorgehoben wie bei croaticus; übrige Oberseite verstreut mit aufgerichteten schwarzen Schuppen besetzt, diese stellenweise etwas verdichtet. Grundbeschuppung der Flügeldecken hell und dunkel marmoriert, häufig ein heller Fleck in der Mitte des 4.und 5.Zwischenraums, dieser nicht selten querbindenförmig erweitert. Aedoeagus [Abb.7] [Abb.8]. 2,5-4,5 mm. Polymorphe Art, nicht nur geographisch, sondern auch lokal äußerst veränderlich; die Variabilität betrifft die Körperproportionen, besonders die Länge von Schienen und Tarsen, aber auch die Aedoeagusbildung.
B: Von kleinen Tannen oder dürren Ästen verschiedener Laubbäume (Ahorn) zu klopfen, auch aus Fichtenstreu oder Erlen- und Hasellaub gesiebt.
D: Von den Gebirgsgegenden Westeuropas und Mitteleuropas bis in die Karpaten verbreitet; in Deutschland aus dem Schwarzwald und den Bayerischen Alpen sowie aus den sächsischen Gebirgen (Erzgebirge, Sächsische Schweiz, Lausitzer Gebirge) bekannt.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Kyklioacalles pyrenaeus (Bohemann, 1844)


KYKLIOACALLES PYRENAEUS
Abb.5
KYKLIOACALLES PYRENAEUS
Abb.7
KYKLIOACALLES PYRENAEUS
Abb.8
 
-- Flügeldecken nur mit 9 Punktstreifen, ohne verkürzten 10. Punktstreifen am Seitenrand. Halsschild zur Basis nur wenig verengt, andernfalls seitliche Beulen nur schwach entwickelt oder fehlend. Beine relativ kurz oder länger, dann aber plump, Hinterschienen stets deutlich kürzer als die Mittellinie des Halsschilds. Anordnung der schwarz beschuppten Flügeldeckenerhöhungen ähnlich wie beim vorigen, Beulen aber in der Regel weniger ausgeweitet und flacher, besonders in und hinter der Mitte, zum Teil fast fehlend.

   ...7


 
#7 Naht der Flügeldecken am Absturz nicht kielförmig emporgehoben, sondern wie die übrigen Zwischenräume nur leicht gewölbt oder gleichmäßig flach [Abb.9].

   ...8


KYKLIOACALLES ROBORIS
Abb.9
 
-- Naht der Flügeldecken am Absturz leicht aber deutlich erhaben [Abb.10] und dort dunkel beschuppt. Von dem sehr ähnlichen und nahe verwandten roboris außerdem in folgenden Punkten verschieden: Mittelrinne des Halsschilds zur Basis hin zu einer auffälligen Mulde vertieft; Seiten der Flügeldecken deutlich gerundet (bei roboris annähernd parallel oder ziemlich gerade nach hinten erweitert), Umriß oval; Aedoeagus zur Spitze breit verrundet [Abb.11]. 2,7-3,3 mm. Von Osteuropa bis Mittele vorstoßend: Ukraine, Rumänien, Ungarn, Bosnien, polnische Karpaten, Böhmen, Mähren, Slowakei.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Kyklioacalles suturatus (Dieckmann, 1983)


KYKLIOACALLES SUTURATUS
Abb.10
KYKLIOACALLES SUTURATUS
Abb.11
 
#8 Im Mittel kleiner: 2,2-3,8 mm, gedrungen. Flügeldecken etwa so breit wie lang, nur ausnahmsweise deutlich länger, Absturz angenähert senkrecht [Abb.12]. Halsschild zur Basis schwach, nach vorne stark, oft etwas konkav verengt, meist mit deutlichen Mittel- und Seitenbeulen, Mittelfurche mindestens angedeutet. Beine kurz. Anordnung der mit dunklen Borstenbüscheln besetzten Beulen auf den Flügeldecken ähnlich wie bei pyrenaeus, Beulen jedoch nur bei kräftigen Exemplaren gut ausgeprägt, bei schwächeren Exemplaren meist kleiner oder fehlend. Beulen am Beginn des 3. und 5. Zwischenraums in der Regel kürzer als bei pyrenaeus und näher an der Basis. Beschuppung der Oberseite marmoriert, oft mit diffusen hellen Querbinden: eine etwas vor der Flügeldeckenmitte, eine 2. gebogene am Beginn des Flügeldeckenabsturzes. Aedoeagus [Abb.13].
B: Findet sich bevorzugt an abgestorbenen Laubholzästen (Eiche, Buche, Kastanie), aber auch auf kleinen Tannen.
D: In Europa mit Ausnahme des höheren Nordens weit verbreitet, in Mitteleuropa wohl überall, wenn auch gebietsweise selten.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Kyklioacalles roboris Curtis, 1834


KYKLIOACALLES ROBORIS
Abb.12
KYKLIOACALLES ROBORIS
Abb.13
 
-- Im Mittel größer: 3,5-5,5 mm, langgestreckt. Flügeldecken stets deutlich länger als breit (bis 1,5 ×), Absturz nicht senkrecht [Abb.14]. Halsschild auch zur Basis stärker verengt, Mittel- und Seitenbeulen nur schwach ausgebildet oder fehlend, Mittelfurche seicht oder nicht erkennbar. Beine relativ lang und robust. Von den mit schwarzen Borstenbüscheln besetzten Beulen der Flügeldecken gewöhnlich nur die Basalbeule des 3. Zwischenraums gut entwickelt, die übrigen meist flach und nur angedeutet. Beschuppung der Oberseite marmoriert, häufig ein unscharfer heller Fleck etwa in der Mitte jeder Flügeldecke vorhanden, dem sich ein unterbrochenes schwarzes Querband anschließt. Aedoeagus [Abb.15].
B: An abgestorbenen Ästen und Fallaub verschiedener Laubhölzer (Buche, Kastanie), aber auch auf jungen Tannen.
D: Von den Pyrenäen über Südeuropa und das südliche Mitteleuropa bis zum Kaukasus verbreitet, in Mitteleuropa nur verstreut und selten: Slowakei, Österreich, Schweiz, sowie im Schwarzwald und in der Rheinpfalz.

Taxon in Wikipedia anzeigen   ...Kyklioacalles aubei (Boheman, 1837)


KYKLIOACALLES AUBEI
Abb.14
KYKLIOACALLES AUBEI
Abb.15
 
#9 Oberseite ohne aufstehende Schuppen. Die von oben sichtbaren Flügeldeckenzwischenräume alle gleichmäßig flach gewölbt und deutlich breiter als die Punktstreifen. Oberseite dunkelbraun und braungelb marmoriert dicht beschuppt, die helle Flügeldeckenbeschuppung unscharf querwellig. Aedoeagus [Abb.16] [Abb.17]. 2-3 mm.
B: Eine Art der Laubwälder, besonders des Buchenwaldes; in unseren Küstengebieten, wo die Wälder meist abgeholzt worden sind, kann sich die flugunfähige Art möglicherweise auch in Calluna-Stengeln (Heidekraut) entwickeln (Zucht noch nicht durchgeführt).
D: Westeuropa, Mitteleuropa und südliches Nordeuropa: in Mitteleuropa besonders in den Sandgebieten der Ebene verbreitet und nicht besonders selten, auch an der Ostseeküste (Insel Usedom); außerdem im Westen: Rheinland, Hessen, Pfalz sowie in Franken. Weitere Fundangaben unsicher, nicht im Gebirge.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...ptinoides Marsham, 1802
(=nocturnus Boh.)


ACALLES PTINOIDES
Abb.16
ACALLES PTINOIDES
Abb.17
 
-- Oberseite mit aufstehenden, im Profil stets deutlich sichtbaren Schuppen. Punktstreifen der Flügeldecken kräftig, die gewölbten Zwischenräume auf der Scheibe oft nur so breit wie diese oder schmäler.

   ...10


 
#10 Flügeldecken mit verkürztem 10. Punktstreifen (ähnlich Flügeldeckenseitenrand [Abb.5]). Flügeldecken und Scheibe des Halsschilds mit großen, breiten Schuppen stellenweise überlappend besetzt; Beschuppung hinter der Basis des 2. Zwischenraums stets überwiegend dunkel grau, braun oder schwarz und besonders bei kräftigen und frischen Exemplaren leicht büschelförmig aufstehend und verdichtet; Mitte der Halsschildbasis nicht auffällig geschlossen hell beschuppt. 2. Glied der Fühlergeißel gestreckt und in der Regel mindestens so lang wie das 1., meist deutlich länger. Fühlerschaft kurz und kräftig und gewöhnlich an seiner breitesten Stelle etwas dicker als das Klauenglied der Tarsen. Sehr veränderliche Art aus der Verwandtschaftsgruppe des pyrenaeus, von dieser herausgehoben durch das Fehlen einer Halsschildmittelrinne. Hinter der Flügeldeckenmitte mit abstechend heller Querbinde, häufig auch vor der Mitte mit einigen wenig regelmäßigen, hellen Flecken in Form einer lockeren Querbinde, diese zuweilen diffus großflächig über den gesamten Mittelbereich erweitert; Seiten und vorderes Drittel des Halsschilds vorherrschend hell beschuppt. Oberseite mit zahlreichen aufstehenden, kurzen und breiten Borstenschuppen, diese auf den geraden Zwischenräumen der Flügeldecken häufiger und stellenweise zu wenig auffälligen Büscheln verdichtet. 2. und 4. Zwischenraum nur bei kräftigen Exemplaren hinter der Basis schwach beulenförmig erweitert, manchmal auf der gesamten Länge leicht erhöht. Punkte der Streifen zur Seite hin meist deutlich vergrößert, die Zwischenräume dort gelegentlich auf schmale Stege zusammengedrängt. Beine schlank. Rüssel beim ♂ kräftig, beim ♀ langgestreckt. Aedoeagus [Abb.18]. 2,1-3,5 mm.
B: Von abgestorbenen Buchenästen und Rinde angegeben.
D: Französisches Zentralmassiv, Pyrenäen, Westalpen, Norditalien, Kroatien und Krain, von dort nach Kärnten übergreifend; Umgebung Klagenfurt.

  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...luigionii A. et F. Solari.


KYKLIOACALLES PYRENAEUS
Abb.5
ACALLES LUIGIONII
Abb.18
 
-- Flügeldecken nur mit 9 Punktstreifen. Schuppen am 2. Zwischenraum der Flügeldecken hinter der Basis stets hell; häufig auch Mitte der Halsschildbasis hell, zum Teil abstechend hell beschuppt und nicht selten als breiter Streifen nach vorne verlängert. Beschuppung oft nur locker, Schuppen des Halsschilds bei einigen Arten überwiegend länglich. 2. Glied der Fühlergeißel nur ausnahmsweise länger als das 1., in der Regel kürzer. Fühlerschaft gewöhnlich nur so dick wie das Klauenglied Auf Grund der Variabilität aller äußeren Merkmale sind die folgenden Arten mit Gewißheit nur durch die Aedoeagusbildung zu unterscheiden.

   ...11


 
#11 Die seitlichen Streifen der Flügeldecken besonders in der vorderen Hälfte mit stark vergrößerten Punkten, Zwischenräume auf schmale Leisten reduziert, diese häufig durch versetzte Anordnung der Punkte ein wabenähnliches Muster bildend [Abb.19]. Oberseite ohne verdichtete Borstenbüschel. Halsschild mit länglichen Schuppen.

   ...12


ACALLES FALLAX
Abb.19
 
-- Punkte in den äußeren Streifen der Flügeldecken höchstens mäßig vergrößert, Zwischenräume nicht auf schmale Leisten reduziert und meist linear angeordnet.

   ...13


 
#12 Die Schuppen in der hinteren Hälfte des Halsschilds rund bis kurz keilförmig. Aedoeagus [Abb.20]. 2,5-2,9 mm.
D: Ostslowakei, polnische Karpaten.

  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...petryszaki Dieckmann, 1982


ACALLES PETRYSZAKI
Abb.20
 
-- Die Schuppen in der hinteren Hälfte des Halsschilds länglich.

   ...12a


 
#12a Zwischenräume der Flügeldecken schmal, stark gewölbt: häufig 2. und 4. Zwischenraum leicht erhöht. Beschuppung der Oberseite locker, den Untergrund nicht deckend, mit zahlreichen einzelstehenden aufgerichteten Borstenschuppen durchsetzt (auch bei abgeriebenen Tieren meist in der Seitenansicht noch gut zu erkennen), dabei in der Regel die geraden Zwischenräume in der vorderen Flügeldeckenhälfte deutlich kräftiger beborstet als die ungeraden: helle Grundschuppen des Halsschilds überwiegend länglich; Grundbeschuppung der Flügeldecken teils bräunlich, teils weißlich-gelb, die hellen Schuppen in der Umgebung der Basis verdichtet sowie hinter der Mitte eine lockere Querbinde bildend. Aedoeagus mit lang ausgezogener und ventral stark gekrümmter Spitze [Abb.21]. 1,9-2,7 mm.
B: In Laubwäldern.
D: Besonders im Osten von Mitteleuropa weit verbreitet: Polen, Böhmen, Mähren, Slowakei, europäische Türkei; in Deutschland bisher aus Holstein, Niedersachsen, Thüringen, Franken und Ostbayern bekannt; im Süden aus Niederösterreich, Kärnten, der Steiermark, Istrien, Bosnien, dem Trentino, der Lombardei und den Ostpyrenäen belegt.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...fallax Boheman, 1844
(=commutatus Dieckm., 1982)


Wurde wie micros bisher nicht von echinatus unterschieden. (Gelegentlich besitzt auch lemur stark vergrößerte Punktgruben auf den vorderen Flügeldeckenseiten; in Zweifelsfällen gibt die Aedoeagusbildung Sicherheit über die Artzugehörigkeit.)
ACALLES FALLAX
Abb.21
 
-- Dem vorigen äußerlich nahezu gleich. 2. und 4. Zwischenraum der Flügeldecken in der Regel nicht erhöht. Schuppen der Flügeldecken im Mittel größer, vor allem breiter als bei fallax, aufgerichtete Schuppenborsten meist länger und weiter voneinander entfernt. Aedoeagus mit 3eckiger und ventral nur mäßig gekrümmter Spitze [Abb.22]. Im Mittel kleiner: 1,5-2,4 mm.
D: Bisher aus Baden, der Schweiz, Frankreich (Umgebung Paris) und Italien bekannt.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...micros Dieckmann, 1982


ACALLES MICROS
Abb.22
 
#13 Punktstreifen der Flügeldecken tief, besonders die äußeren nicht selten so breit wie die kräftig gewölbten Zwischenräume. Beschuppung der Flügeldecken locker, den Untergrund nicht deckend, meist ohne verdichtete aufstehende Borstenbüschel (im Profil gut erkennbar); Schuppen des Halsschilds länglich oder gedrungen bis rundlich. Halsschild und Flügeldecken häufig dunkel rotbraun bis schwarzbraun, seltener schwarz.

   ...14


 
-- Punktstreifen der Flügeldecken weniger tief, Zwischenräume in der Regel auch zum Rand hin deutlich breiter als die Punktstreifen. Schuppen aut den Flügeldecken dicht und vielfach dachziegelartig angeordnet, den Untergrund deckend; aufstehende Borstenschuppen stets gerade und stellenweise zu länglichen, meist schwärzlichen Büscheln verdichtet, insbesondere auf dem 2. und 4. Zwischenraum (gut im Profil erkennbar); Schuppen des Halsschilds überwiegend kurz und breit. Halsschild und Flügeldecken meist schwarzbraun bis schwarz. Hierher 3 nur durch die Aedoeagusbildung sicher zu unterscheidende Arten, die bisher zusammen als turbatus aufgefaßt wurden.

   ...15


 
#14 Zwischenräume der Flügeldecken in locketer Folge mit aufstehenden langen Borstenschuppen besetzt [Abb.23]. Habitus und Grundbeschuppung wie fallax. Schuppen auf der Scheibe des Halsschilds gewöhnlich oval bis breit-oval, selten schlank. Aedoeagus mit langer und sehr schmal ausgezogener, ventral stark gebogener Spitze [Abb.24] [Abb.25]. 1,7-2,9 mm. Von Nordeuropa über Osteuropa und Mitteleuropa bis Italien weit verbreitet und meist nicht selten in Laubwaldgebieten und Buschwerk.

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(=squamosus Solari)


ACALLES ECHINATUS
Abb.23
ACALLES ECHINATUS
Abb.24
ACALLES ECHINATUS
Abb.25
 
-- Im Mittel etwas größer: 2,2-3,1mm und dem vorigen vor allem in kleinen Exemplaren äußerst ähnlich. Aufgerichtete Borsten der Flügeldeckenzwischenräume in Seitenansicht gewöhnlich kürzer und dichter stehend [Abb.26]. Rüssel besonders beim ♀ etwas gedrungener und in der Regel etwas gedrängter punktiert als bei echinatus, Punkte häufig auch in der vorderen Rüsselhälfte in schwachen Längsgrübchen stehend. Bezüglich Flügeldeckenskulptur und Beschuppung sehr variable Art; das bei fallax beschriebene Zeichnungsmuster der Flügeldecken nicht selten bereichert durch zahlreiche diffuse kleine Querwellen aus hellen Schuppen; große Exemplare häufig mit sehr eng stehenden Borstenschuppen am 2. und 4. Zwischenraum, diese zum Teil an der Basis zu unauffälligen Büscheln verdichtet (bei echinatus kaum ausgeprägt). Zwischenräume dort auch nicht selten schwach erhöht. Schuppen auf der Scheibe des Halsschilds meist langoval, schlank. Aedoeagus breit, mit kurzer Spitze [Abb.27].
B: In Laubwäldern.
D: Italien, Schweiz und Frankreich bis ins südwestliche Mitteleuropa: Baden- Württemberg, Rheinland; bisher im Osten etwa bis Heilbronn und im Norden etwa bis Düsseldorf festgestellt.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...lemur Germar, 1824
(=sulcatus Boh.)


ACALLES LEMUR
Abb.26
ACALLES LEMUR
Abb.27
 
#15 Rüssel kräftig [Abb.28], stark punktiert. Flügeldecken an der Spitze im Vergleich zu den beiden folgenden Arten relativ breit (gemeinsam) verrundet (beim ♂ stets etwas schmaler als beim ♀ [Abb.29]). Grundbeschuppung weitgehend geschlossen, gemischt hell lehmfarben bis dunkelbraun oder schwärzlich; hinter der Flügeldeckenmitte mit heller Querbinde, diese oft auf den Flügeldeckenabsturz ausgedehnt; Umgebung des Schildchens meist hell, besonders der 2. Zwischenraum vorne abstechend hell und zum Teil aufstehend beschuppt; ferner 2., 4. und 6. Zwischenraum häufig mit kleinem weißlichem Fleck vor der Flügeldeckenmitte, diese Flecken bilden nicht selten eine lockere, schräg zu den Schultern weisende Binde; 2. und 4. Zwischenraum außerdem unmittelbar vor diesen Flecken mit je einem länglichen Borstenbüschel aus aufstehenden schwarzen Schuppen sowie hinter der Mitte unmittelbar vor der hellen Querbinde mit ebensolchen Längsbüscheln, diese kurz mit weißlichen Borstenschuppen in die Querbinde hinein fortgesetzt: übrige Zwischenräume mit verstreut angeordneten, überwiegend dunklen Borstenschuppen besetzt. Spitze des Aedoeagus nahezu gerade ausgezogen [Abb.30]. 2-3 mm.
B: Aus Fallaub und von verpilzten Ästen verschiedener Sträucher und Bäume wie zum Beispiel Buche und Ahorn.
D: Art mit westlicher Verbreitung: Kroatien, Norditalien bis Südtirol, Westalpen, Frankreich, Rheinland, Belgien.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...parvulus Boheman, 1837
(=turbatus Boh.)


ACALLES PARVULUS
Abb.28
ACALLES PARVULUS
Abb.29
ACALLES PARVULUS
Abb.30
 
-- Rüssel gewöhnlich etwas schlanker [Abb.31] und im Mittel weniger grob punktiert. Flügeldecken am Ende im jeweiligen Geschlecht schmaler verrundet als beim vorigen [Abb.32]. Aedoeagusspitze deutlich ventral gekrümmt.

   ...16


ACALLES DUBIUS
Abb.31
ACALLES DUBIUS
Abb.32
 
#16 Habitus und Integument wie bei parvulus; ebenso Umriß des Aedoeagus nahezu gleich, jedoch die Spitze mit gleichmäßiger ventraler Krümmung [Abb.33].
B: Wie parvulus aus verpilzten Ästen und Laub von Eichen, Kastanien, Pappeln und Weiden.
D: In Mitteleuropa weit verbreitet, aber nicht überall, nach Süden Slowenien, die italienischen Alpen und die Schweiz erreichend, in Deutschland aus Baden, Hessen und dem Rheinland bekannt, in Mittel- und Ostdeutschland fehlend, in Norddeutschland gebietsweise durch die folgende Art ersetzt.

  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...dubius A. Solari & F. Solari, 1907


ACALLES DUBIUS
Abb.33
 
-- Wie dubius, jedoch der Aedoeagus mit stark verjüngter und gebogener Spitze [Abb.34].
B: Speziell für Crataegus gemeldet, aber auch von Fichte geklopft.
D: Nordwestliche Vikariante des dubius: Skandinavien, Dänemark, deutsche Ostseeinseln und -küste (Usedom, Rostock), Holstein, Großbritannien, westliches Frankreich bis in die Pyrenäen, im Westen Deutschlands aus Aachen bekannt.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Taxon in ColKat anzeigen  Taxon in Wikipedia anzeigen   ...misellus Boheman, 1844




ACALLES MISELLUS
Abb.34
 
  camelus
capiomonti
dubius
echinatus
fallax
lemur
luigionii
micros
misellus
parvulus
petryszaki
ptinoides
Echinodera hypocrita
Echinodera valida
Kyklioacalles aubei
Kyklioacalles pyrenaeus
Kyklioacalles roboris
Kyklioacalles suturatus
Onyxacalles croaticus
     Creative Commons Lizenzvertrag  Erstellt am: 09.01.2026
Letzte Aktualisierung: 10.01.2026 - 00:05:48
Mit Determin (V4.2.425-1) von: Arved Lompe
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