Gattung Meligethes: aeneus-Gruppe

Coleoptera - Clavicornia - Nitidulidae - Meligethes

 

Von Arved Lompe (n. K. Spornraft)

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#1

Metallisch grün, blaugrün oder bläulich.

   ...14

 

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Schwarz mit Blei- oder Bronzeglanz, oder fettig oder kastanienbraun.

   ...10

 

#10

Beine und Fühlerkeule gelb oder rotgelb; auch angedunkelt ist die Fühlerkeule noch viel heller als die Fühlergeißel an ihrer dunkelsten Stelle. Oberseite schwarz mit schwach olivgrünem Schimmer, fein punktiert und chagriniert. Vorderschienen [Abb.1]. 1,8-2,6 mm. Männchen: Hinterbrust mit vertiefter Mittellinie. Aedoeagus [Abb.2]. Sehr selten im äußersten Westen und Südosten. Brutpflanzen: Mehrere Kruziferen, u.a. Brassica-Arten.

   ...fulvipes Bris., 1863

Abb.1

Abb.2

MELIGETHES FULVIPESMELIGETHES FULVIPES

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Fühlerkeule stets dunkel, Fühler in der Regel vom 3. Glied an einheitlich getönt. Beine einschließlich der oft etwas aufgehellten Vorderbeine dunkler als bei der vorigen Art.

   ...11

 

#11

Halsschild an den Seiten auffällig und für die Gattung ganz ungewöhnlich wulstartig gerandet. Oberseite schwarz, matt irisierend, sehr spärlich und fein punktiert, sehr kurz behaart, überall sehr fein genetzt. Flügeldecken nach hinten stärker verengt; die deutlich eingeschnittene, fast bis zum Schildchen reichende Nahtlinie entfernt sich auf der Scheibe merklich von der Naht. Vorderschienen [Abb.3]. 2-2,6 mm. Männchen: Hinterbrust in der Mitte etwas vertieft. Aedoeagus [Abb.4]. Böhmerwald, Westalpen; in Österreich subalpin, sehr selten Brutpflanze: Cardamine amara L., asarifolia L..

   ...humerosus Reitter

Abb.3

Abb.4

MELIGETHES HUMEROSUSMELIGETHES HUMEROSUS

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Halsschild ohne Randwulst, Nahtstreifen der Flügeldecken an der Naht und parallel zu ihr.

   ...11a

 

#11a

Halsschild an der Basis am breitesten, nach vorn ± gerade bis schwach gerundet verengt.

   ...12

 

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Halsschild vor der Basis am breitesten.

   ...12a

 

#12

Oberseite erzfarben, oft mit schwachem Blauschimmer, matt. Vorderschienen [Abb.5]. 1,7-2,7 mm. Männchen: Hinterbrust hinten schwach eingedrückt. Aedoeagus [Abb.6]. Weibchen: Ovipositor etwas stärker zugespitzt als bei der folgenden Art [Abb.7]. Überall in Mitteleuropa, nirgends häufig Brutpflanzen sind Cardamine-, Cardaminopsis und Arabis-Arten.

   ...subaeneus Sturm

Abb.5

Abb.6

MELIGETHES SUBAENEUSMELIGETHES SUBAENEUS

Abb.7

MELIGETHES SUBAENEUS

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Oberseite hell bis dunkel kastanienbraun, nicht so matt wie subaeneus. Punktzwischenräume auf den Flügeldecken ± glänzend. 2,2-3,1 mm. Männchen: Parameren und Penis deutlich gestreckter als bei subaeneus, Parameren viel tiefer eingeschnitten [Abb.8] [Abb.9] [Abb.10]. Weibchen: Ovipositor weniger zugespitzt [Abb.11]. Südeuropäisch-pontisch-kaukasische Art, die aber auch in Südbayern, in Nordrhein-Westfalen (Eifel und Sauerland), und sogar bei Hamburg und in Schleswig-Holstein gefunden wurde. Brutpflanze: Hesperis matronalis L..

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...matronalis Audisio et Spornraft

Abb.8

Abb.9

MELIGETHES MATRONALISMELIGETHES MATRONALIS2

Abb.10

Abb.11

MELIGETHES MATRONALISMELIGETHES MATRONALIS

#12a

Oberseite schwarz mit Bleiglanz oder Bronzeschimmer; Halsschild stärker gewölbt.

   ...13

 

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Oberseite schwarz mit Fettglanz.

   ...13a

 

#13

Fühlerkeule kleiner [Abb.12]. Flügeldecken relativ kürzer, im Schnitt 1,15x so lang wie zusammen breit; Halsschild immer so breit wie die Flügeldecken oder breiter. Körper in der Regel schwarz bis dunkelbraun mit nichtmetallischem, seidigem Grün- oder Bronzeschimmer. Fühler und Beine dunkelbraun bis gelblich. Vorderschienen [Abb.13]. 1,5 - 2,7 mm. Männchen: Hinterbrust seicht gefurcht. Penis länger als bei longulus und an der Spitze nicht eingebuchtet [Abb.14]. Weibchen: Ovipositor an der Spitze gewöhnlich angedunkelt. Europa bis Ostsibirien; in Mitteleuropa im Süden häufig bis sehr häufig Entwicklung an vielen, hauptsächlich kultivierten Cruciferen (Brassica-, Sinapis-Arten).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...coracinus Sturm, 1845

Abb.12

Abb.13

MELIGETHES CORACINUSMELIGETHES CORACINUS

Abb.14

MELIGETHES CORACINUS

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Fühlerkeule größer [Abb.15]. Flügeldecken relativ länger, im Schnitt 1,26x so lang wie zusammen breit; Halsschild so breit wie die Flügeldecken oder schmäler. Körper gewöhnlich dunkelbraun bis schwärzlich, manchmal mit schwach blauem Schimmer auf den Flügeldecken, Fühler und Beine blaßgelb bis orange. 1,7 - 2,9 mm. Männchen: Parameren meist tiefer und etwas schmäler eingeschnitten als bei coracinus, Penis kürzer und an der Spitze eingebuchtet [Abb.16]. Weibchen: Ovipositor wie coracinus. Nordspanien bis Iran. Mitteleuropa bisher Chiemseegebiet und Burgenland. Entwicklung an xerophilen Cruciferen, besonders Hesperis-, Matthiola- und Erysimum-Arten.

   ...longulus Schilsky, 1894

Abb.15

Abb.16

MELIGETHES LONGULUSMELIGETHES LONGULUS

#13a

Vorderrand der Vorderschenkel gewellt. Fühlerkeule größer und von der Geißel gut abgesetzt [Abb.17]. Flügeldecken sehr fein und etwas weitläufig punktiert, Zwischenräume glänzend. Mittelbrust mit einer beim Männchen etwas stärker eingedrückten Längsfurche. Das Pygidium hinten zugespitzt und an den Seiten vor der Spitze leicht gewinkelt [Abb.18]. Färbung wie anthracinus. 1,8 - 2,5 mm. Männchen: Aedoeagus [Abb.19]; Penis an der Spitze abgerundet. Weibchen: Die Styli des Ovipositors erreichen fast die Ebene der nur ganz wenig abgeschrägten Spitzen [Abb.20]. Sporadisch von Nordspanien bis zum Kaukasus. Mitteleuropa bisher: Belgien, Südbaden und Neusiedler See, Rheinland. Entwickelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit an Hesperis-Arten.

   ...reitteri Schilsky, 1894

Abb.17

Abb.18

MELIGETHES REITTERIMELIGETHES REITTERI

Abb.19

Abb.20

MELIGETHES REITTERIMELIGETHES REITTERI

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Vorderrand der Vorderschenkel nur mit Spuren von Wellung. Fühlerkeule kleiner, der Übergang zur Geißel mehr fließend [Abb.21]. Flügeldecken sehr fein und viel enger punktiert, Zwischenräume matt und genetzt. Mittelbrust mit einer schwächeren Längsfurche, die beim Weibchen noch undeutlicher ausgebildet ist. Pygidium hinten normal gerundet. Schwarz mit Fettglanz, Beine und Fühler rötlichbraun. Vorderschienen [Abb.22]. 1,8 - 2,5 mm. Männchen: Aedoeagus [Abb.23] (im Verhältnis zu den verwandten Arten ungewöhnlich klein). Weibchen: Styli stehen deutlich hinter den abgeschrägten Ovipositor-Spitzen [Abb.24]. Sporadisch im Süden des Gebietes, meist in Anzahl an der Brutpflanze Isatis tinctoria L..

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...anthracinus Bris., 1863

Abb.21

Abb.22

MELIGETHES ANTHRACINUSMELIGETHES ANTHRACINUS

Abb.23

Abb.24

MELIGETHES ANTHRACINUSMELIGETHES ANTHRACINUS

#14

Mittelschenkel an der Hinterkante im äußeren Drittel mit einer ± spitzen Nase [Abb.25] [Abb.26]. Oberseite stark metallisch glänzend.

   ...17

Abb.25

Abb.26

MELIGETHES VIRIDESCENSMELIGETHES CZWALINAI

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Mittelschenkel ohne Nase [Abb.27]. Oberseite höchstens schwach glänzend.

   ...15

Abb.27

MELIGETHES COERULEOVIRENS

#15

Vorderschenkel an der Vorderkante neben dem Trochanter buckelig vorgewölbt [Abb.27]. Oberseite spielt meist ins Bläuliche. Halsschild feiner und weitläufiger punktiert und viel stärker genetzt als die Flügeldecken, darum deutlich matter. Vorderschienen [Abb.28]. 1,8--2,5 mm. Männchen: Hinterbrust hinten mit schwachem Eindruck. Aedoeagus [Abb.29]. Entwickelt sich an Dentaria-Arten (bulbifera L., enneaphyllos L., pentaphyllos L.). Im Norden des Gebietes häufiger, im Süden selten, vielfach ganz fehlend.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...coeruleovirens Först., 1849

Abb.28

Abb.29

MELIGETHES COERULEOVIRENSMELIGETHES COERULEOVIRENS

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Vorderschenkel neben dem Trochanter ohne Vorwölbung.

   ...16

 

#16

1,5-2,7 mm. Fühler und Beine dunkelbraun, Vorderbeine meist heller. Grünlich, selten bläulich, violett oder schwärzlich. Vorderschienen [Abb.30] [Abb.31]. Männchen: Hinterbrust hinten mit feiner Mittellinie. Aedoeagus [Abb.32] [Abb.33]. Überall gemein. Brutpflanze: Verschiedene Kreuzblütler. Der ,,Rapsglanzkäfer".

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...aeneus (F., 1775)

Abb.30

Abb.31

MELIGETHES AENEUSMELIGETHES AENEUS

Abb.32

Abb.33

MELIGETHES AENEUSMELIGETHES AENEUS

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1,4-1,8 mm. Meist alle Beine rotgelb. 3. Fühlerglied meist deutlich heller als die folgenden. Meist nur die Flügeldecken schwach dunkel metallisch schimmernd. Vorderschienen [Abb.34]. Männchen: Hinterbrust hinten tief gefurcht. Aedoeagus [Abb.35]. Brutpflanze ist wahrscheinlich Iberis amara L.. Westeuropa, könnte im Westen unseres Gebietes gefunden werden.

   ...gracilis Brisout

Abb.34

Abb.35

MELIGETHES GRACILISMELIGETHES GRACILIS

#17

Metallisch grün bis blau. Vorderschienenkerbchen sehr fein, wirken wie dunkler Saum am Außenrand der Schienen Vorderschienen [Abb.36]. Schenkel nur 1/3 so breit wie lang [Abb.25]. Hsch.S.Rd. schmal. Mittelbrust mit etwas verrundetem Dreikantkiel, dahinter bis zum Hinterrand rund vertieft. Mittelbrust [Abb.37]. 2-2,5 mm. Männchen: Hinterbrust hinten mit schwachem Eindruck. Aedoeagus [Abb.38] [Abb.39]. Überall sehr häufig Brutpflanzen: Verschiedene Kreuzblütler.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...viridescens (F., 1787)

Abb.36

Abb.25

MELIGETHES VIRIDESCENSMELIGETHES VIRIDESCENS

Abb.37

Abb.38

MELIGETHES VIRIDESCENSMELIGETHES VIRIDESCENS

Abb.39

MELIGETHES VIRIDESCENS

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Meist dunkelgrün glänzend, weniger chagriniert. Vorderschienenkerbchen im Licht hell durchscheinend. Vorderschienen [Abb.40]. Schenkel 1/2 so breit wie lang [Abb.26]. Hsch.S.Rd. breit. Mittelbrust mit kräftigem, längerem Dreikantkiel, der den Hinterrand fast erreicht; vor dem Hinterrand keine Vertiefung [Abb.41]. 2,3 bis 3,1 mm. Männchen: Hinterbrust hinten leicht eingedrückt. Aedoeagus [Abb.42]. Montan im Süden des Gebietes, nördlich bis ins Sauerland. Brutpflanze: Lunaria rediviva L..

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...czwalinai Rtt., 1871

Abb.40

Abb.26

MELIGETHES CZWALINAIMELIGETHES CZWALINAI

Abb.41

Abb.42

MELIGETHES CWALINAIMELIGETHES CZWALINAI

 


aeneus
anthracinus
coeruleovirens
coracinus
czwalinai
fulvipes

gracilis
humerosus
longulus
matronalis
reitteri
subaeneus
viridescens

    

Letzte Aktualisierung: 26.05.2010 - 14:50:42

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