Gattung in ColKat anzeigen Gattung Nephus Mulsant Coleoptera - Coccinellidae - Scymninae
  Von Arved Lompe (n. H. Fürsch)
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Fürsch, H. (1965): Die palaearklischen Arten der Scymnus-bipunclatus-Gruppe und die. europäischen Vertreter der Untergattuog Sidis (Col. Cocc.) Mitt. MünchnEnt.Ges. 55:178-213 Private Datei: F:\TAXA\coleo\Scans\Fürsch1965 Scymnus.pdf
Fürsch, H. (1984): Bemerkenswerte Coccinelliden-Funde vom Kaiserstuhl (Coleoptera, Coccinellidae) - Nachr.Bl.bayer. Ent. 33:166-119 Private Datei: F:\TAXA\coleo\Scans\Fürsch1984 Nephus bisignatus claudiae.pdf
  Relativ flache Scymnus-ähnliche Arten, oft ohne deutliche Schulterbeule. Auf der Vorderbrust ohne Kiellinien. Schenkellinie unvollständig, erlischt ohne den Vorder- oder Seitenrand zu berühren; kurz, nicht regelmäßig gerundet, kaum nach vorne gekrümmt [Abb.1] [Abb.2], aber nicht immer so gerade wie in der Zeichnung dargestellt [Abb.3] [Abb.4].
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.1
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.2
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.3
NEPHUS CLAUDIAE
Abb.4
#1 Fühler 9-gliedrig [Abb.5]. Untergattung Bipunctatus Fürsch, 1987

   ...10

NEPHUS BISIGNATUS
Abb.5
 
-- Fühler 11-gliedrig Untergattung Nephus s.str.

   ...2

 
#2 Flügeldecken einfarbig schwarz oder braun. Prüfe auf redtenbacheri LZ    >>>8 und bisignatus LZ    >>>10  
-- Flügeldecken dunkel, mit hellen Makeln oder hell mit dunklen Makeln.

   ...3

 
#3 Flügeldecken dunkelbraun oder schwarz mit hellen Makeln.

   ...4

 
-- Flügeldecken hell mit dunklen Makeln (bei diesen Arten kommen aber häufig völlig schwarze Tiere vor).

   ...9

 
#4 Flügeldecken mit je zwei gelben Makeln [Abb.6]. Hinterrand der Flügeldecken hell. Seiten fehlt die hintere Makel, aber auch dann ist diese Art noch gut an der breiten Form zu erkennen. Sicherstes Merkmal: Aedoeagus [Abb.7]; Spermatheka [Abb.8]. Selten und nur an Wärmehängen auf verschiedenen Bäumen und Sträuchern, auch im Gras.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...quadrimaculatus (Hbst., 1783)


Bei Küstentieren prüfe auf limonii LZ    >>>8
NEPHUS QUADRIMACULATUS
Abb.6
NEPHUS QUADRIMACULATUS
Abb.7
NEPHUS QUADRIMACULATUS
Abb.8
 
-- Flügeldecken nur mit einer Makel.

   ...5

 
#5 Die Makel ist in der vorderen Hälfte der Flügeldecken.

   ...6

 
-- Die Makel ist in der hinteren Hälfte der Flügeldecken oder die dunklen Flügeldecken umschließen eine langgestreckte helle Makel, die fast die ganze Flügeldeckenlänge einnimmt [Abb.9].

   ...7

NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.9
 
#6 Aedoeagus [Abb.7]; Spermatheka [Abb.8]. Form von quadrimaculatus. Siehe LZ    >>>4
NEPHUS QUADRIMACULATUS
Abb.7
NEPHUS QUADRIMACULATUS
Abb.8
-- Ähnlich N. redtenbacheri, aber der helle Fleck ist auf die vordere Hälfte der Elytren beschränkt. Stammform in S.Finnland. Eine Subspezies dieser Art wurde 1946 in Elmen, Tirol, gefunden. rutaneni Fürsch ssp.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...deletomaculatus Fürsch

 
#7 Mit langgestreckter Flügeldeckenmakel.

   ...8

 
-- Kleine Makel auf der hinteren Hälfte der Flügeldecken [Abb.10].

   ...10


Bei beiden Alternativen kommen auch völlig schwarze Tiere vor.
NEPHUS BIPUNCTATUS
Abb.10
 
#8 Wölbung hinter der Mitte am größten. Halsschildseiten gerade. Schenkel immer etwas angedunkelt. Helle Flügeldeckenzeichnung meist etwas eingeschnürt und oft in 2 Makeln getrennt, die hinterste ist dann die größte. Am Aedoeagus kaum von redtenbacheri zu unterscheiden. Spermatheka [Abb.11]. Möglicherweise ökologische Rasse von redtenbacheri.
B: In Salzwiesen der Nordseeküste an Limonium vulgare (besonders an den Wurzeln).
D: England, Niederlande, Deutschland, Norwegen.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...limonii (Donisth., 1903)


NEPHUS LIMONII
Abb.11
 
-- Wenn am Strand, dann nicht an Limonium-Beständen. Durchweg kleiner (1,3-1,8 mm), mehr konvex, stärkste Wölbung etwa in der Mitte [Abb.12]. Halsschild mehr rugulös und nicht so einheitlich punktiert wie limonii. Die kleinen Punkte sind weniger zahlreich und fallen nicht so sehr auf. Schenkel in der Regel nicht angedunkelt. Aedoeagus [Abb.13]; Spermatheka [Abb.14] [Abb.15]. Flügeldecken normal mit einer langgestreckten hellen Makel [Abb.9], völlig schwarze Stücke sind nicht besonders selten.
B: In Sumpf- und Moorgebieten, auf feuchten Wiesen und in Auwäldern auf Hopfen, auch Kulturhopfen. In den Alpen in ca. 2000 m aus Loiseleuria procumbens-Rasen gesiebt. Im Winter aus Schilf und Flußgenist zu sieben. Nicht besonders selten.
D: Nordpalaearktische Art.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...redtenbacheri (Muls., 1846)


NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.12
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.13
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.14
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.15
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.9
#9 Flügeldecken strohgelb mit rotbrauner Querbinde an der Basis und einer schwarzen oder dunkelbraunen strichförmigen Quermakel am Flügeldeckenabfall dicht neben der Naht.
D: Südfrankreich, möglicherweise im südwestlichen Mitteleuropa aufzufinden.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...binotatus (Bris.)

 
-- Flügeldecken gelb mit schwarzer Zeichnung [Abb.16]. Aedoeagus [Abb.17].
D: Diese mediterrane Art wurde auf der westfriesischen Insel Terschelling gefunden; vermutlich eingeschleppt.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...conjunctus Wollaston, 1870
(=includens (Kirsch, 1871))

NEPHUS INCLUDENS
Abb.16
NEPHUS INCLUDENS
Abb.17
#10 Halsschild kaum punktiert, nur mit Netzung versehen.

   ...11

 
-- Halsschild deutlich punktiert.

   ...13

 
#11 Ziemlich regelmäßig oval [Abb.18], Schulterbeule nur schwach erkennbar. Schwarz, Halsschild an der Vorderkante fein braun. Hinterrand der Flügeldecken ganz schmal hell oder auch schwarz. Häufig ein undeutlicher Fleck am Flügeldeckenabfall [Abb.19]. Halsschild sehr fein und flach punktiert, aber deutlich genetzt, der Halsschild schimmert daher matt [Abb.20]. Aedoeagus [Abb.21] [Abb.22] [Abb.23]; Spermatheka [Abb.24]. 1,5-2 mm lang,
B: Von Kraut- und Zwergstrauchvegetation zu streifen.
D: Diese Art ist in Nordeuropa in Küstennähe nicht selten: Borkum, Niederländische Küste; aber auch im Binnenland (Eberswalde).

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...bisignatus (Boh., 1850)


Dazu sind folgende Subspezies beschrieben.

   ...12

NEPHUS BISIGNATUS
Abb.18
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.19
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.20
NEPHUS BISIGNATUS1
Abb.21
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.22
NEPHUS BISIGNATUS1
Abb.23
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.24
 
#12 Langgestreckt, schwarz mit je einer rot-gelben Makel an den Elytrenhinterwinkeln. Siphospitze auffallend lang ausgezogen. Stammform.
D: Untersucht hat Fürsch eine Serie aus Mälselv, Nordnorwegen (69 N, 18 E), von Borkum, von Serock bei Pultusk (nö von Warschau).

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...bisignatus bisignatus (Boh., 1850)

 
= Langestreckt, schwarz und ohne Makel. Oberseite völlig schwarz [Abb.25]. Die Pronotumskulpturierung ist seidig schimmernd wie bei der Stammform, die Punktierung kaum erkennbar aber ein klein wenig deutlicher als bei der Stammform. Siphospitze signfikant kürzer [Abb.26] [Abb.27].
B: Mehr im Binnenland.
D: Niederlande (Den Haag), Schweden, Deutschland (Kaiserstuhl und Eberswalde), Österreich, Ungarn, Rumänien.

  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...bisignatus claudiae Fürsch, 1984

NEPHUS CLAUDIAE
Abb.25
NEPHUS CLAUDIAE1
Abb.26
NEPHUS CLAUDIAE
Abb.27
 
-- Fürsch 1984: "Diese Subspezies ist bedeutend stärker gerundet als die beiden anderen Unterarten. Die Pronotumpunktierung ist zwischen der seidig schimmernden Untergrundskulpturierung recht deutlich. Die weit über 100 bisher gefundenen Exemplare sind in ihrer Körperform sehr gleichartig und tragen alle auf den Elytrenhinterecken je einen rötlichen Punkt. Siphospitze ähnlich der der ssp. claudiae. Dafür aber in Pronotumpunktierung und Körperform leicht von den nord- und mitteleuropäischen Formen zu unterscheiden."
D: Die Typen stammen von Mitteldalmatien: Hvar und Split, weitere Populationen sind aus Sardinien und Nauplia (Peloponnes) bekannt geworden.

     ...bisignatus etesiacus Fürsch, 1965


Siehe Anmerkung.

   ...99

 
#13 Zwischen den eingestochenen Punkten ist der Halsschilduntergrund deutlich netzartig genarbt.

   ...14

 
-- Zwischen den eingestochenen Punkten ist der Halsschilduntergrund glatt. Der Flügeldeckenfleck ist undeutlich, rötlich und am Vorderrand konkav eingebuchtet, auch reicht er kaum bis in die Mitte der Flügeldecken. Der Halsschild ist nach vorne verengt, ab der Mitte nach hinten nahezu parallel, grob punktiert und ohne Netzung. Beim ♂ ist der Kopf hell, der Halsschild an den Seiten ziemlich breit, am Vorderrand dagegen nur schmal hell gefärbt. Beim ♀ sind nur Oberlippe und Vorderrand des Halsschildes (ganz schmal) hell. Beine größtenteils gelb. Spermatheka [Abb.28]. 1,8-2,1 mm.
D: Kleinasien, Vorderer Orient.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...sinuatomaculatus Sahlb.


NEPHUS SINUATOMACULATUS
Abb.28
 
#14 Körperform länglich, Körperseiten parallel, meist länger als 2 mm. Basallobus kürzer als die Parameren. Hochgewölbt, Schulterbeule ziemlich deutlich. Schwarz, Vorderrand des Halsschilds und Hinterrand der Flügeldecken hell mit dem charakteristischen Fleck auf den Flügeldecken [Abb.10], der sehr selten fehlen kann. Auf dem Halsschild meist ziemlich deutliche Grübchen, der Untergrund dazwischen deutlich genetzt. Aedoeagus [Abb.29]; Spermatheka [Abb.30]. 1,5-2,5 mm (meist nicht unter 2 mm),
B: Ziemlich selten. Auf Laubbäumen, auch in der Kräutervegetation. Im Winter aus Moos, Rinden oder Laub zu sieben.
D: Europa ohne den Süden.

  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...bipunctatus (Kug., 1794)

NEPHUS BIPUNCTATUS
Abb.10
NEPHUS BIPUNCTATUS
Abb.29
NEPHUS BIPUNCTATUS
Abb.30
 
-- Körperform breit, Körperseiten nicht parallel, höchstens 2 mm lang. Basallobus etwa so lang oder etwas länger als die Parameren.

   ...15

 
#15 Gerundete und hochgewölbte Art, In der Regel ohne Makel auf der hinteren Hälfte der Flügeldecken. Der Hinterrand der Flügeldecken ist immer hell. Gleichfalls hell sind die Mundteile, die Oberlippe und zum größten Teil die Beine. Das beste Merkmal dieser Art ist die kleine, fast kugelige Körperform und das Fehlen der Flügeldeckenmakel. Der Basallobus ist signiflkunl länger als der von nigricans, verglichen mit den Parameren [Abb.31]. Spermatheka [Abb.32]. 1,4-1,7 mm.
D: Kreta

  Gattung in ColKat anzeigen   ...kreticus Fürsch, 1965

NEPHUS KRETICUS
Abb.31
NEPHUS KRETICUS
Abb.32
-- Ovale Art, mit deutlicher heller Makel auf dem Flügeldeckenabfall (wo diese fehlt ist ein sicheres Kriterlum zur Trennung von kreticus die länglichere Körperform). Stärker gewölbt und seitlich stärker gerundet als bisignatus. Aedoeagus [Abb.33]. Basallobus schlanker als bei bipunctatus, .Parameren länger oder etwa so lang wie der Basallobus. Die Siphospitze ist etwas kürzer als bei bipunctatus. Spermatheka [Abb.34]. Das beste Kennzeichen dieser Art gegenüber dem mtteleuropäischen bipunctatus ist die gewölbtere und kleinere Körperform sowie die viel deutlichere Rundung der Seiten. Bei bipunctatus erscheinen die Flügeldeckenseiten fast parallel. 1,3-1,9 mm.
D: Mittelmeergebiet.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...nigricans Weise

NEPHUS NIGRICANS
Abb.33
NEPHUS NIGRICANS
Abb.34
#99 Anmerkung zu Nephus bisignatus
Die Abgrenzung von bisignatus claudiae zur Stammform erfolgt nur durch die Färbung (schwarz, ohne rötliche Flecken am Apex der Flügeldecken). Die (gezeichneten) Genitalabbildungen bei Fürsch (1984) sind bei allen 3 Subspezies sehr variabel und köönen meines Erachtens keine subspezifischen Unterschiede beweisen. Die früher beschriebene Form etesiacus soll sich durch breitere, mehr gerundete Körperform unterscheiden (Fürsch 1984 "Diese Subspezies ist bedeutend stärker gerundet als die beiden anderen Unterarten"), in der Urbeschreibung (Fürsch, 1965) wird sie allerdings anders unterschieden ("Diese Populationen unterscheiden sich von den nördlichen durch die mehr gerade nach hinten verengte Körperform, auch ist im Mittel die Schulterbeule etwas kräftiger als bei Tieren aus Maalselv. Weiter ist die Halsschildpunktierung ein wenig kräftiger und die Färbung ist bei den meisten Individuen braun, eine Farbe, die bei nördlichen Populationen nur gelegentlich auftritt.").
Im Paläarktenkatalog ist claudiae als Unterart aufgeführt, etesiacus dagegen als Synonym. Ich halte auch claudiae nur für eine Varietät, meine Tiere aus Borkum sind schwarz ohne Makel, von dort meldet aber Fürsch die Stammform.
Ich habe noch ein Tier aus Rumänien [Abb.35], daß eine Spur stärker gerundet ist als die Tiere von Borkum [Abb.18], auch ohne Flügeldeckenmakel und mit etwas deutlicherer Punktur auf dem Halsschild [Abb.36] als bei den Tieren von Borkum [Abb.37].
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.35
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.18
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.36
NEPHUS BISIGNATUS
Abb.37
  binotatus
bipunctatus
bisignatus
bisignatus (bisignatus)
claudiae (bisignatus)
conjunctus
deletomaculatus
etesiacus (bisignatus)
kreticus
limonii
nigricans
quadrimaculatus
redtenbacheri
sinuatomaculatus
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 11.06.2014
Letzte Aktualisierung: 01.08.2023 - 14:12:28
Mit Determin (V4.2.239-7) von: Arved Lompe
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