Untergattung Tournieria Curculionidae - Otiorhynchinae - Otiorhynchus
  Von Arved Lompe (n. E. Reitter, R. Frieser) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
  Flügeldecken mit 10 Streifen. Schenkel gezähnt, der Zahn der Vorderschenkel 2- oder 3-spitzig oder am Vorderrand gezähnelt oder hinter dem Zahn mit einem oder mehreren Tuberkeln oder winzigen Zähnchen. Für die Arten des Karpatenbogens siehe Tournieria_Karpaten
#1 Flügeldecken ± dicht anliegend oder abstehend behaart, unbeschuppt.

   ...2

 
-- Flügeldecken zwischen der Behaarung deutlich beschuppt.

   ...7

 
#2 Halsschild auf der Vorderhälfte mit feinen, ± dichten, isolierten Punkten, diese auf der Hinterhälfte zu Längsrunzeln verflossen. Halsschild stark quer, Flügeldecken kurz elliptisch, Farbe und Behaarung ähnlich wie bei ovatus. 5 mm. Nördliches Jugoslawien und Kärnten (Karawanken).

   ...gibbicollis Boh.

 
-- Halsschild ± grob gekörnt und mit Längsrunzeln. Auf der vorderen Halsschildscheibe kann auch eine isolierte Punktur erkennbar sein, dann sind aber die Punkte groß und flach, fein genabelt. Halsschild höchstens etwas breiter als lang.

   ...3

 
#3 Halsschild in der MItte ohne Längsschwiele, allenfalls (pauxillus) mit feinem verkürztem Längskiel.

   ...4

 
-- Halsschild mit einer glatten Längsschwiele in der MItte, Oberseite fein behaart.

   ...5

 
#4 Kleiner: 3-4 mm. Kopf und Halsschild dunkelbraun, Flügeldecken und Beine etwas heller. Flügeldecken lang eiförmig, etwa 1,5 x so lang wie zusammen breit [Abb.1]. Oberseite matt, Halsschild dicht tuberkuliert, Flügeldeckenzwischenräume kurz und anliegend mehrreihig behaart. Fühler kurz, 1. Geißelglied so lang oder etwas länger als das 2.. Durch die Karpaten und das gesamte Alpengebiet bis zu den Vogesen verbreitet; subalpin bis alpin in der Bodenstreu; gebietsweise nicht selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pauxillus Rosh., 1847

OTIORHYNCHUS PAUXILLUS
Abb.1
 
-- 5-10 mm. Gedrungen gebaut, Flügeldecken nur wenig länger als zusammen breit. Halsschild tuberkuliert, Flügeldeckenzwischenräume flach, breiter als die Punktstrejfen. Behaarung fein und gleichmäßig, kaum gereiht. 6 mm. Aus der Ukraine und Polen ins östliche Mitteleuropa und nach Osten und Norddeutschland verschleppt und dort stellenweise eingebürgert . An Liguster und Flieder [Abb.2], bei starkem Befall auch an Rosen beobachtet [Abb.3].

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...smreczynskii Cmoluch, 1968


Ich habe solche typischen Fraßspuren an Flieder schon als Kind in unserem Garten in Berlin etwa 1958 gesehen; es könnte sich natürlich auch um crataegi LZ    >>>9 gehandelt haben, der ebenfalls von Flieder gemeldet wurde.
FLIEDER.JPG
Abb.2
ROSENBL
Abb.3
#5 Letzte Glieder der Fühlergeißel deutlich länger als breit. Halsschild mit nur einer Längsschwiele. Flügeldecken breit eiförmig, ziemlich glänzend, schwarz, seltener dunkelbraun, Fühler und Beine gelbrot. 4-4,5 mm. Mediterrane Art, die von der Türkei über die Balkanhalbinsel bis in die südlichen Alpengebiete verbreitet ist.

   ...glabellus Rosenh.

 
-- Letzte Glieder der Fühlergeißel nicht länger als breit.

   ...6

 
#6 Zahn der Hinterschenkel dornförmig und spitzig. Halsschild mit mehreren groben Längsschwielen in der MItte (Anordnung variabel) [Abb.4]. Glänzend schwarz oder schwarzbraun, Oberseite fein und dünn behaart. Fühler und Beine braunrot. 4-6 mm. Von Mittelasien westlich über fast ganz Europa verbreitet; auch in Nordamerika. In Mitteleuropa gemein, sowohl in der Ebene als auch im Gebirge bis 2000 m aufsteigend. In der Bodenstreu, unter Pflanzenrosetten etc., im Freiland und auf Kulturboden. Tritt als Schädling an Nadel-, seltener Laubholz auf.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...ovatus (L., 1758)

OTIORHYNCHUS OVATUS
Abb.4
 
-- Zahn der Hinterschenkel sehr klein und spitzig. Halsschild nur mit 1 Längsschwiele in der MItte, diese manchmal von Längsrunzeln umgeben. Oberseite fein aber dichter behaart als beim vorigen. Färbung wie bei ovatus und diesem sehr ähnlich. 3,8-5 mm. Nord-, West- und Mitteleuropa; in Mitteleuropa bis Pommern, Thüringen und Tirol. Bei uns bisher nur sehr sporadisch nachgewiesen und vermutlich oft für ovatus gehalten. In Westeuropa vornehmlich im Gebirge. Aus Dänemark zahlreiche Angaben aus ebenen Gebieten, auch in Holstein (Kiel).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...desertus Rosh., 1847

 
#7 Flügeldecken zwischen der gereihten Behaarung mit verstreuten, häufig etwas fleckig verdichteten, grünmetallischen Schuppen, diese sämtlich oder überwiegend schmal und haarförmig zugespitzt. Gestalt sehr schlank; Halsschild nicht quer, zur Basis etwas ausgeschweift verengt; Flügeldecken langgestreckt elliptisch. Fühler sehr schlank. Vorderschenkelzahn oft sehr klein und nicht als 2-spitzig erkennbar. Schwarz, Beine dunkel braunrot. 5-9 mm. In den Alpen von Trient und Südtirol montan bis subalpin auf Nadelholz.

   ...prolixus Rosh.


Zu Ttroglorhynchus?
 
-- Schuppen der Flügeldecken rundlich, nicht schmal und haarförmig zugespitzt; höchstens mit vereinzelten schlanken Schuppen untermischt.

   ...8

 
#8 Flügeldecken rundlich, kaum länger als zusammen breit. Fühler lang und dünn, alle Geißelglieder ± gestreckt, 2. Geißelglied länger als das 1.. Flügeldeckenstreifen breiter als die ± gewölbten Zwischenräume. Oberseite ausgedehnt fleckig beschuppt.

   ...9

 
-- Flügeldecken langoval, Fühler kürzer, 2. Geißelglied nicht oder wenig länger als das 1..

   ...10

 
#9 Flügeldeckenzwischenräume mit einer Reihe aufrecht stehender Borstenhaare. Augen gewölbt. Halsschild klein, schwach quer, grob tuberkuliert. Zahn der hinteren Schenkel scharf und spitzig. Letzte Glieder der Fühlergeißel deutlich länger als breit. 5-6 mm. Früher nur aus Rumänien, Jugoslawien und Italien bekannt, heute vermutlich durch Verschleppung auch in Mitteleuropa weiter verbreitet; aus fast allen Gebieten Österreichs vereinzelte Fundangaben, neuerdings auch aus Oberbayern. In Tallagen auf Gesträuch (Liguster, Flieder etc.). Eingeschleppt in England, Dänemark, Hamburg. Nachttier.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...crataegi Germ., 1824

 
-- Die Börstchen der Flügeldeckenzwischenräume kurz und stark geneigt, daher wenig auffällig. Augen flach. Halsschild etwa so lang wie breit, fein tuberkuliert. Zahn der hinteren Schenkel sehr klein. Letzte Glieder der Fühlergeißel etwa so breit wie lang. 4-5 mm. Von Danzig beschrieben, auch aus der Mark Brandenburg gemeldet; sonst osteuropäisch: Polen, Ukraine, ? Ungarn und Rumänien.

   ...rotundatus Siebold

 
#10 Halsschild in der MItte mit glatter Längsschwiele. Oberseite ± fleckig, leicht metallisch beschuppt. Flügeldeckenstreifen fein, Zwischenräume tuberkuliert, die Naht im hinteren Teil kielförmig vorgewölbt. 5-8 mm. Vom Kaukasus und von Rußland bis meuropa verbreitet; in Österreich westlich bis Kärnten, in der Tschechoslowakei, in Schlesien sowie in wärmeren Gebieten der Ebene und montaner Gebirgslagen westlich bis Hessen gemeldet. Schädling an Laubhölzern (Quercus, Crataegus, Prunus).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...fullo (Schrk., 1781)

 
-- Halsschild in der MItte ohne Längsschwiele, allenfalls mit feiner, glatter MIttellinie oder Längsrunzel.

   ...11

 
#11 Augen groß, flach, kaum vortretend. Fühler schlank, 3. und 4. Geißelglied länger als breit. Halsschild breiter als lang. Schenkel sehr schwach gezähnt. 8-10 mm. Südosteuropa, in Mitteleuropa fraglich.

   ...ormayi Stierl.

 
-- Augen kleiner, deutlich vorgewölbt Fühler kurz und dick. 3. und 4. Geißelglied nicht länger als breit. Halsschild nicht breiter als lang, etwas undicht tuberkuliert. Vorderschenkel stark und spitzig gezähnt. 5-7 mm. Südosteuropäische Art, die auch in der Slowakei vorkommt.

   ...coarctatus Stierl.

 
  coarctatus
crataegi
desertus
fullo
gibbicollis
glabellus
ormayi
ovatus
pauxillus
prolixus
rotundatus
smreczynskii
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 12.08.2018 - 18:03:29