Gattung Scymnus Kugelann, 1794 Coleoptera - Coccinellidae - Scymninae
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#1 Vorderbrust mit Kiellinien [Abb.1] [Abb.2].

   ...2

SCYMNUS NIGRINUS
Abb.1
SCYMNUS FERRUGATUS
Abb.2
-- Vorderbrust ohne Kiellinien [Abb.3].

   ...4

NEPHUS 4-MACULATUS
Abb.3
 
#2 Schenkellinie unvollständig [Abb.4] [Abb.5].

   ...2a

SCYMNUS NIGRINUS
Abb.4
NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.5
-- Schenkellinie vollständig [Abb.6].

   ...3

SCYMNUS FERRUGATUS
Abb.6
 
#2a Fühler 11-gliedrig. Untergattung Scymnus Kugelann s.str.

   ...5

 
-- Fühler 10-gliedrig. Eine einfarbig bräunlich-gelbe Art ohne Zeichnung. Untergattung

   ...Parapullus Yang, 1978

 
#3 Fühler 11-gliedrig. Untergattung

   ...Pullus Mulsant

 
-- - Fühler 10-gliedrig. Habitus [Abb.7]. Untergattung

   ...Neopullus Sasaji

SCYMNUS LIMBATUS
Abb.7
 
#4 Schenkellinie vollständig [Abb.6]. Fühler 11-gliedrig. Untergattung

   ...Mimopullus Fürsch

SCYMNUS FERRUGATUS
Abb.6
 
-- - Schenkellinie unvollständig [Abb.5] oder Fühler 10-gliedrig. Siehe Gattung

   ...Nephus

NEPHUS REDTENBACHERI
Abb.5
 
#5 Flügeldecken einfarbig, ohne Zeichnung.

   ...6

 
-- Flügeldecken mit Makeln.

   ...14

 
#6 Flügeldecken bräunlich.

   ...7

 
-- Flügeldecken schwarz.

   ...9

 
#7 2,2-3 mm, länglich oval, Flügeldecken ziemlich gleichmäßig punktiert. Ganz bräunlichgelb, ziemlich gewölbt. Aedoeagus [Abb.8]; Spermatheka [Abb.9]. Wird von Fichten geklopft, besonders in der Wipfelregion häufig. Im Süden häufig, im Norden nur stellenweise nicht selten. (Parapullus)

   ...abietis (Payk., 1798)

SCYMNUS ABIETIS.GIF
Abb.8
SCYMNUS ABIETIS
Abb.9
-- Kleiner, breiter oval.

   ...8

 
#8 Flügeldecken sehr dicht und fein punktiert, dazwischen weniger dicht mit gröberen Punkten durchsetzt, weniger gewölbt als abietis. Fühler 10-gliedrig. Habitus [Abb.10]. Aedoeagus [Abb.11] [Abb.12]. 1,8-2 mm. Niederlausitz und Schlesien auf Eichen sehr selten. (Neopullus)

   ...silesiacus Weise, 1902


Die Art gehört zur Untergattung Neopullus Die Schenkellinie ist bei den meisten Exemplaren nicht ganz vollständig, daher auch hier aufgeführt.
SCYMNUS SILESIACUS
Abb.10
SCYMNUS SILESIACUS.GIF
Abb.11
SCYMNUS SILESIACUS2
Abb.12
 
-- Flügeldecken mit doppelter Punktierung. Helle Form von interruptus, im Gebiet nicht zu erwarten. Siehe LZ    >>>24  
#9 Beine ganz schwarz (Tarsen manchmal braun), Flügeldecken schwarz, manchmal mit metallischem Schimmer. 2-2,8 mm (bei manchen Exemplaren ist die Schenkellinie vollständig). Aedoeagus [Abb.13]; Spermatheka [Abb.14]. Auf Coniferen, besonders auf Kiefern, nicht selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...nigrinus Kug., 1794

SCYMNUS NIGRINUS.GIF
Abb.13
SCYMNUS NIGRINUS
Abb.14
-- Beine wenigstens zum Teil hell.

   ...10

 
#10 Beine ganz hell, höchstens die Basis der Schenkel angedunkelt.

   ...11

 
-- Schenkel gebräunt oder ganz schwarz.

   ...12

 
#11 Breit oval, 1,8-2,3 mm, ziemlich gewölbt. ♂: Kopf und Halsschild ± rot, ♀: nur Oberlippe gelb. Fühler und Mundwerkzeuge gelb. Von dem ähnlichen auritus durch dunklen Spitzenrand der Flügeldecken leicht zu unterscheiden. Aedoeagus [Abb.15]; Spermatheka [Abb.16]. Auf trockenen Grasplätzen und xerothermen Hängen nicht selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rubromaculatus (Goeze, 1777)

SCYMNUS RUBROMACULATUS.GIF
Abb.15
SCYMNUS RUBROMACULATUS
Abb.16
-- Länglich oval, Flügeldecken am Spitzenrand oft bräunlich, 2-3,3 mm. Schwarze Form von mimulus; siehe LZ    >>>18  
#12 Breit oval.

   ...13

 
-- Länglich oval. Schwarze Form von frontalis LZ    >>>25 oder schmidti LZ    >>>11  
#13 2-3 mm. Beine zum großen Teil dunkel: schwarze Form von apetzi LZ    >>>23  
-- Höchstens 2,3 mm lang, Beine zum größten Teil hell, Schenkel in der Regel dunkel, sehr selten auch ganz hell. Körperform und Aedoeagus wie interruptus. Von dieser Art ist sie nur durch die ganz schwarze Färbung unterschieden, sowie durch stärkere Punktierung auf der Unterseite und das Fehlen der feinen Punkte neben der Naht (Signifikant nur in Serien). Wesentlich für die Wiedereinsetzung dieses alten Synonyms ist der Umstand, daß diese Art nie in Populationen von interruptus zu finden ist, sondern immer getrennt von dieser Art lebt (Ökospecies?). Mittel und Südeuropa, sehr selten.

   ...femoralis Gyll., 1827


Anmerkung: In der Regel mit rubromaculatus verwechselt und in der Literatur als ,,ab." dieser Art verzeichnet. Bei einiger Übung ist aber schon eine Unterscheidung nach der Körperform möglich und in Zweifelsfällen schafft ein Genitalpräparat rasch Klarheit.
 
#14 Flügeldecken mit je 2 Makeln.

   ...15

 
-- Flügeldecken mit je einer Makel.

   ...17

 
#15 Länglich oval. Kopf beim ♂ ganz hell. Vierfleckige Formen von doriai und frontalis LZ    >>>25  
-- Breit oval, Kopf beim ♂ nur vorne gelb. Form von apetzi LZ    >>>23  
#17 Blaßgelbe Makel auf der hinteren Hälfte der Flügeldecken [Abb.17]. Diese ist oft undeutlich. Kurz oval, dicht und gelb behaart, glänzend. Beim ♂ Kopf und Vorderwinkel des Halsschilds breit rot. Beine rot. Das 5. Hinterleibsegment des ♂ an der Spitze leicht gebuchtet und deutlich eingedrückt. Der Eindruck erreicht die Mitte des Segments und ist hier dicht behaart. Aedoeagus wie [Abb.18]. 2,5 mm. Eine Art aus dem nördlichen Fennoskandien und Sibirien. Die südlichsten Fundorte in Südschweden. (sahlbergi Korsch., triangularis Sahlberg).

   ...jakowlewi Weise

SCYMNUS JAKOWLEWI
Abb.17
SCYMNUS MIMULUS.GIF
Abb.18
-- Makel in oder vor der Mitte der Flügeldecken.

   ...18

 
#18 Aedoeagus [Abb.18]. 5. Hinterleibssegment des ♂ breit und tief ausgerandet [Abb.19]. Schwarz, Kopf und meist auch die Vorderwinkel des Halsschilds rotgelb. Fühler, Mundwerkzeuge und Beine rot. Schenkel ± angedunkelt. Der rote Fleck auf den Flügeldecken ist groß [Abb.20], greift aber nicht wie bei dem mediterranen rufipes auf die Epipleuren über [Abb.21]. Neben der Flügeldeckennaht sind einige stärker eingestochene Punktreihen deutlich (siehe auch schmidti LZ    >>>11). Sehr ähnlich frontalis. Form der Siphospitze konstant [Abb.22]; Spermatheka [Abb.23]. 2-3,3 mm. In Steppenheiden und xerothermen Hängen in der Kräutervegetation zu kätschern; im Winter aus Graswurzeln und Moos zu ziehen. Nicht häufig. (schmidti Fürsch)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...mimulus Capra & Fürsch, 1967


Sehr ähnlich ist eine Art aus dem Mittelmeergebiet. Bei ihr greift die Flügeldeckenmakel auf die Epipleuren über! Aedoeagus [Abb.24], Siphospitze wie bei mimulus.

   ...rufipes (F.)

SCYMNUS MIMULUS
Abb.19
SCYMNUS MIMULUS
Abb.20
SCYMNUS MIMULUS
Abb.21
SCYMNUS MIMULUS
Abb.22
SCYMNUS MIMULUS
Abb.23
SCYMNUS RUFIPES.GIF
Abb.24
-- Aedoeagus anders.

   ...19

 
#19 Körperform kurz und breit oval.

   ...20

 
-- Körperform länglich.

   ...25

 
#20 Die Flügeldeckenmakel erreicht die Epipleuren nicht.

   ...22

 
-- Die Flügeldeckenmakel dehnt sich auf die Epipleuren aus.

   ...24

 
#22 Aedoeagus [Abb.25]. Sehr ähnlich apetzi, aber nicht so rund und auf den Flügeldecken viel kräftiger punktiert. Schulterbeule schwächer als bei apetzi. Das wichtigste Differentialmerkmal ist der Basallobus, der etwas länger ist als die Parameren. Schienen dunkel. Sehr selten und nur in Wärmegebieten (Unterfranken, Graz), auch in Südeuropa sehr selten. Sc. pallipediformis ssp.

   ...apetzoides Capra et Fürsch

SCYMNUS PALLIPEDIFORMIS.GIF
Abb.25
 
-- Aedoeagus [Abb.26]. Diese wohl nur südeuropäische Art ist ebenfalls am Aedoeagus sicher zu erkennen: Der Basallobus ist ebenso lang wie die Parameren. Die Siphospitze unterscheidet sich dagegen nicht von der von apetzi und pallipediformis. Die Flügeldeckenmakel ist häufig ziemlich ausgedehnt [Abb.27]. (Selten sind die ganzen Flügeldecken hell oder wenigstens nur mit dunklem Seiten- und Nahtsaum). In Südeuropa häufig, bei uns bisher noch nicht gefunden.

   ...bivulnerus Capra & Fürsch, 1967

SCYMNUS BIVULNERUS.GIF
Abb.26
SCYMNUS BIVULNERUS
Abb.27
-- Aedoeagus anders.

   ...23

 
#23 Aedoeagus [Abb.28] [Abb.29], beim ♂ nur der Vorderkopf hell, beim ♀ lediglich die Oberlippe. Am Halsschild höchstens die Vorderwinkel hell. Beine dunkel (südliche Tiere sind hellbeiniger, aber auch hier sind wenigstens die 4 hinteren Schenkel dunkel). Habitus [Abb.30], die Flügeldeckenmakel dehnt sich nur bei südlichen Stücken auf den größten Teil der Flügeldecken aus. Völlig schwarze Tiere bisher nur aus Italien gemeldet (Fehldetermination?). Metasternum in der Mitte nur sporadisch, aber kräftig punktiert. Die Mittellinie der Hinterbrust ist seicht oder nicht vorhanden. 5. Sternit des ♂ breit und tief ausgerandet [Abb.31]. Basallobus kürzer als die Parameren. Spermatheka [Abb.32]. 2-3 mm. Eine mediterrane Art, die in Wärmegebieten, an xerothermen Hängen von Kräutervegetation zu kätschern ist. Besonders im Rheingebiet, Kaiserstuhl. Sehr selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...apetzi Muls., 1846

SCYMNUS APETZI.GIF
Abb.28
SCYMNUS APETZI
Abb.29
SCYMNUS APETZI
Abb.30
SCYMNUS APETZI
Abb.31
SCYMNUS APETZI
Abb.32
 
-- Aedoeagus [Abb.33], beim ♂ Kopf und Halsschild hell, letzterer vor dem Schildchen mit einer dunklen dreieckigen Makel [Abb.34]. Beine hell. Spermatheka [Abb.35]. 1,8-2 mm. Nach einem Exemplar aus Niederösterreich beschrieben, das angeblich von einer Fichte stammte, sonst aus dem vorderen Orient bekannt. Es ist fraglich, ob diese Art der mitteleuropäischen Fauna angehört

   ...flavicollis Redt.

SCYMNUS FLAVICOLLIS.GIF
Abb.33
SCYMNUS FLAVICOLLIS
Abb.34
SCYMNUS FLAVICOLLIS
Abb.35
 
#24 2-2,8 mm, sehr breit oval, etwas kleiner und noch breiter als apetzi. Aedoeagus [Abb.36]. Flügeldeckenhinterrand meist hell [Abb.37]. Spermatheka [Abb.38].Diese Art, früher als Farbform von apetzi angesehen, ist im Mittelmeergebiet auf trockenen Hängen in der Kräutervegetation häufig zu kätschern. Ob diese Art nach Mitteleuropa vordringt, ist fraglich. (Vgl. auch rufipes LZ    >>>18). (incertus Muls.)

   ...marginalis (Rossi, 1794)

SCYMNUS MARGINALIS.GIF
Abb.36
SCYMNUS MARGINALIS
Abb.37
SCYMNUS MARGINALIS
Abb.38
 
-- 1,5-2,2 mm. Aedoeagus [Abb.39]. Beim ♂ Kopf und Vorderwinkel des Halsschilds rotgelb, beim ♀ nur die Oberlippe gelb. Der gelbe Fleck der Flügeldecken ist groß und greift wie bei marginalis auf die Epipleuren über [Abb.40]. Beine gelbrot. Spermatheka [Abb.41]. Am ehesten ist die Art mit marginalis zu verwechseln, diese Art ist aber größer und in unserem Gebiet kaum zu erwarten. Die Flügeldecken können heller werden, zunächst verbleibt nur eine dunkle dreieckige Schultermakel, die auch verschwinden kann, so daß die Flügeldecken ganz braun werden. Bisher wurden solche hellen Stücke aus Mitteleuropa noch nicht bekannt. Auf trockenen Grasplätzen und xerothermen Biotopen in der Kräutervegetation zu kätschern (V bis X). Häufig auch von altem Efeu zu klopfen. Im Süden selten, im Norden sehr selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...interruptus (Goeze, 1777)

SCYMNUS INTERRUPTUS.GIF
Abb.39
SCYMNUS INTERRUPTUS
Abb.40
SCYMNUS INTERRUPTUS
Abb.41
 
#25 Aedoeagus [Abb.42]. Mittel und Hinterschienen gebogen. Halsschild am Vorder- und Seitenrand meist breit gelbrot gesäumt [Abb.43]. 5. Sternit des ♂ stark ausgerandet [Abb.44]. Mediterrane Art, die auf Grund von Genitaluntersuchungen auch für die Umgebung von Graz festgestellt werden konnte. Sicher ist die Art weiter verbreitet, aber sehr selten. Etwas häufiger ist die Form mit 2 Makeln auf jeder Flügeldecken. 2-3 mm.

   ...doriai Capra, 1924

SCYMNUS DORIAI.GIF
Abb.42
SCYMNUS DORIAI
Abb.43
SCYMNUS DORIAI
Abb.44
 
-- Aedoeagus [Abb.45] [Abb.46]. Mittel und Hinterschienen nicht gebogen. Schwarz mit 2, häufig 4 hellen Flügeldeckenmakeln [Abb.47] [Abb.48]. Manchmal sind die Flügeldecken einheitlich schwarz. Kopf beim ♂ rot, beim ♀ schwarz, höchstens vorne rot. Halsschild vorne und an den Seiten meist in größerer Ausdehnung rot, nur selten ganz schwarz. Beine rot, bisweilen die Schenkel dunkler. 5. Sternit des ♂ breit und tief ausgerandet, vor dieser Ausrandung niedergedrückt [Abb.49]; Spermatheka [Abb.50] [Abb.51]. An trockenen sonnigen Grasplätzen und xerothermen Lebensräumen meist häufig V-VIII. 2-3 mm.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...frontalis (F., 1787)

SCYMNUS FRONTALIS.GIF
Abb.45
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.46
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.47
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.48
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.49
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.50
SCYMNUS FRONTALIS
Abb.51
 
  abietis
apetzi
apetzoides
bivulnerus
doriai
femoralis
flavicollis
frontalis
interruptus
jakowlewi
marginalis
Mimopullus
mimulus
Neopullus
Nephus
nigrinus
Parapullus
Pullus
rubromaculatus
rufipes
silesiacus
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 31.03.2013
Letzte Aktualisierung: 07.08.2018 - 18:41:16