Gattung Psylliodes Berthold Coleoptera - Phytophaga - Chrysomelidae - Halticinae
  Von Arved Lompe (n. Mohr, Döberl) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
  Fühler nur mit 10 Gliedern. Hintertarsen sind nicht am Ende der Schienen, sondern oberseits ein Stück vor deren Ende eingelenkt [Abb.1]. Flügeldecken mit regelmäßigen Punktstreifen. Zahlreiche Arten sind als Winterbrüter bekannt geworden. Die Käfer leben auf verschiedenen Pflanzenfamilien, hauptsächlich Kreuzblütlern, aber auch Nachtschattengewächsen, Disteln und Hopfen. Einige Arten sind als ,,Rapserdflöhe" und ,,Hopfenerdflöhe" zu landwirtschaftlichen Schädlingen geworden.
PSYLLIODES HSCHN.GIF
Abb.1
 
#1 Hinterschienen schmal, Hintertarsen in der Mitte der Hinterschienen eingefügt, 2. Glied der Hintertarsen fast so lang wie 1; Oberlippe sehr kurz; Halsschild ziemlich parallelseitig. Untergattung Semicnema Weise
Langgestreckt mit fast parallelen Seiten; Flügeldecken viel breiter als der Halsschild mit deutlichen Schulterbeulen und stark ausgeprägten Punktstreifen; schwärzlichblaugrün bis schwarzgrün; Fühler und Beine gelb, Endglieder der Fühler oberseits gebräunt. 3 mm und darüber. Südosteuropa, nördlich bis Wien, Tschechien, Slowakei; auch in Deutschland (Sachsen, Brandenburg und nördliches Rheinland). An  Phragmites communis, mehrfach am Licht gefangen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...reitteri Weise

 
-- Hintertarsen im hinteren Drittel der Schienen eingelenkt, 2. Hintertarsenglied viel kürzer als das 1.; Halsschild selten parallelseitig. Untergattung Psylliodes Latr. s. str.

   ...1a

 
#1a Geflügelt, länglich eiförmige Arten mit Schulterbeule.

   ...2

 
-- (Ungeflügelt) Schulterbeule fehlend oder kaum wahrnehmbar [Abb.2].

   ...27

PSYLLIODES CUCULLATUS
Abb.2
 
#2 Hinterschienen schlank, unterseits wenig gekrümmt [Abb.3] [Abb.4], am Ende etwas löffelförmig ausgehöhlt und am Rande der Aushöhlung fein und gedrängt kammartig bedornt, Stirnhöckerchen meist ± undeutlich.

   ...3

PSYLLIODES HINTERSCHIENEN
Abb.3
PSYLLIODES CHRYSOCEPHALUS
Abb.4
-- Hinterschienen kurz, breit, unterseits stark gekrümmt [Abb.5] [Abb.6], am Ende rinnenförmig ausgehöhlt und am Rande der Aushöhlung nicht oder nur kurz und unregelmäßig (nicht kammartig) bedornt; obere Stirnlinien meist sehr deutlich bogenförmig, die Stirnhöckerchen darunter sehr schmal und durch ein Grübchen getrennt [Abb.7].

   ...23

PSYLLIODES HINTERSCHIENEN
Abb.5
PSYLLIODES PICINUS
Abb.6
PSYLLIODES CHALCOMERUS
Abb.7
 
#3 Flügeldecken ganz oder teilweise dunkel gefärbt, meist metallisch glänzend, blau, grünblau, erz- oder kupferfarben, zuweilen schwarz.

   ...4

 
-- Flügeldecken nicht metallisch glänzend, meist rotgelb, mit oder ohne dunkle Naht.

   ...19

 
#4 Stirnlinien deutlich [Abb.8].

   ...5

PSYLLIODES ATTENUATUS
Abb.8
 
-- Stirnlinien undeutlich oder fehlend [Abb.9].

   ...6

PSYLLIODES NAPI
Abb.9
 
#5 Lang eiförmig, obere Stirnlinie sich zwischen den Augen x-förmig schneidend; mäßig gewölbte Art, dunkelgrün mit Messingglanz; Flügeldecken in den Schultern etwas verbreitert mit kleiner Schulterbeule, ziemlich stark und tief punktiert, Zwischenstreifen deutlich punktuliert, das letzte Drittel der Flügeldecken meist gelblich-rotbraun aufgehellt. 1,8-2,6 mm. Mittel- bis Südeuropa, nördlich bis (?) Rheinland, Harz, Mittelelbe, (?) Brandenburg, (?) Mecklenburg, Holstein, (?) Hamburg. An Cannabis-, Humulus- und Urtica-Arten; der ,,Hopfenerdfloh".

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...attenuata (Koch, 1803)

 
-- Kurz eiförmig; Kopf mit deutlichen Stirnlinien und linealischen Höckerchen, deren Spitze in die Augenrinne läuft und diese teilweise unterbricht; Flügeldecken einfarbig dunkelerzgrün, zuweilen mit Kupferglanz. 2,5 mm.Westliches Mitteleuropa, in Deutschland nur aus Thüringen gemeldet.

   ...aerea Foudr., 1860



Die ssp. austriacus Hktr. ist ungeflügelt und besitzt keine Schulterbeule, siehe Leitzahl    >>>30
 
#6 Halsschild vor der vorderen Borstenpore nicht oder kaum merklich nach außen tretend, daher bis zu den äußersten Vorderecken in ziemlich gleichmäßiger Rundung verengt [Abb.10].

   ...7

PSYLLIODES CHRYSOCEPHALUS
Abb.10
 
-- Halsschild an der vorderen Borstenpore deutlich winkelig nach außen tretend.

   ...8

 
#7 Vorderkopf stets gelbrot; größte deutsche Art (3-4,5 mm); länglich eiförmig, schwarzblau bis grünlichblau [Abb.11] (seltener Flügeldecken oder Flügeldecken und Halsschild braun); Flügeldecken an der Basis wenig breiter als der Halsschild, mit feinen Punktstreifen und breiten, flachen, deutlich und dicht punktulierten Zwischenstreifen; Beine hell rostrot, nur bei einer seltenen Aberration stark angedunkelt; die var. anglica F. besitzt braungelbe Flügeldecken. In ganz Europa häufig auf Cruciferen, ein gefürchteter Schädling an Raps und Rübsen, die Larve überwintert in der Stengelbasis der Wirtspflanzen, ,,der Rapserdfloh".

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...chrysocephala (L., 1758)

PSYLLIODES CHRYSOCEPHALUS
Abb.11
 
-- Der ganze Kopf dunkel, Färbung oberseits rein blau; länglich eiförmig, Kopf ohne Stirnfurchen, mit tiefen, gleichbreiten Augenrinnen. Am Hinterrand des Halsschilds ist eine feine Randlinie und jederseits an der Basis ein flacher Längseindruck erkennbar; beim ♂ das 1. Vordertarsenglied nicht erweitert; dadurch ist die Art nahe mit der südeuropäischen laticollis Kutsch. verwandt, von der sie sich durch angedunkeltes 3. Fühlerglied, etwas schmaleren Halsschild, reinblaue Färbung, hauptsächlich aber durch wesentlich kürzere Hinterschienen und kürzeres 1. Hintertarsengld, auszeichnet. 3,2-3,7 mm. An Nasturtium officinale, Nord microphyllum und an Veronica beccabunga. Bulgarien, Griechenland, Italien, Spanien, Madeira, Marocco, Algerien, Tunesien, Schweiz, Frankreich, England; Norddeutschland, Umg. Berlin und Frankfurt/O., Hessen, Bayern (Umg. München) und Württemberg. (weberi Lohse)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...laticollis Kutsch., 1864

 
-- Oberseite ganz braungelb. Aedoeagus [Abb.12]. Spanien, Portugal.

   ...nucea Illig.

PSYLLIODES NUCEUS.GIF
Abb.12
 
#8 Die Rinne neben jedem Auge ist durch die eindringende Spitze der meist verloschenen Stirnhöckerchen ± unterbrochen [Abb.13].

   ...9

PSYLLIODES INSTABILIS
Abb.13
 
-- Die Augenrinne wird nicht durch die eindringende Spitze der Stirnhöckerchen unterbrochen [Abb.14].

   ...11

PSYLLIODES CUPREUS
Abb.14
 
#9 Augenrinne vollkommen unterbrochen [Abb.15]; lang elliptisch, mäßig gewölbt; Oberseite metallisch glänzend, grünlich oder blau, selten schwarz-erzfarbig; die Stirnhöckerchen bilden eine unten scharf begrenzte Kante, die schräg zum Augenrande verläuft und die Augenrinne völlig schließt; Beine lebhaft rotgelb, nur der Rücken der Hinterschenkel mit schwärzlichem Fleck. 3-3,8 mm. Südwesteuropa, nicht in Deutschland, (?) Kärnten.

   ...fusiformis (Ill.)

PSYLLIODES FUSIFORMIS
Abb.15
 
-- Augenrinne nicht völlig unterbrochen [Abb.13].

   ...10

PSYLLIODES INSTABILIS
Abb.13
 
#10 Halsschild sehr dicht, runzelig punktiert; länglich eiförmig, mäßig gewölbt, dunkelbraun erzfarbig, die Oberseite wird oft dunkel metallisch grün und zeigt nicht selten lebhaften Bronzeschimmer, glänzend; Vorderbeine rötlich-gelb, höchstens die Basis der Schenkel etwas verdunkelt. 2,3-3,3 mm. Südeuropa, (?) Õsterreich, (?) Slowakei.

   ...pyritosa Kutsch.

 
-- Halsschild fein und mehr verloschen punktiert, kürzer und gewölbter als pyritosa, vorherrschend metallisch grünlich schwarz, selten dunkel bläulich oder ziemlich reinschwarz, mäßig glänzend; Punktreihen der Flügeldecken tiefer, viel schärfer begrenzt als bei pyritosa; Vorderbeine ± bräunlich mit schwärzlichen Schenkeln und zumeist in der Mitte angedunkelten Schienen 2-2,5 mm. Südeuropa bis südliches Mitteleuropa, nördlich bis Rheinland, Hessen, Thüringen, Mittelelbe, Sachsen, Schlesien. Als Fraßpflanzen werden Alyssum-, Erysimum-, Sinapis- und IberisArten angegeben.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...instabilis Foudr., 1860

 
#11 Kopf ganz oder teilweise hell gefärbt.

   ...12

 
-- Kopf entweder wie die Flügeldecken gefärbt oder schwarz.

   ...13

 
#12 Nur der Vorderkopf hell, Augen klein; fast eiförmig, mäßig gewölbt, glänzend braun oder schwarz erzfarben; Kopf fast senkrecht, mit breiter, querliegender, leicht gewölbter Stirn, die äußerst fein gewirkt und ziemlich weitläufig, fein punktiert ist. Aedoeagus [Abb.16]. 2,5-3 mm. Südeuropa, nördlich bis Südtirol. Auf Biscutella laevigata. (latifrons Weise)

   ...kiesenwetteri Kutsch.


Die ungeflügelte Form ist von gibbosa nur genitaliter zu unterscheiden. Siehe LZ    >>>33
PSYLLIODES KIESENWETTERI.GIF
Abb.16
 
-- Kopf und Halsschild einfarbig rot (Halsschild in seltenen Fällen auch schwarz); sehr schlank, elliptisch, ziemlich gewölbt; Flügeldecken blau. Die var. tricolor Ws. besitzt blaue Flügeldecken, schwarzen Halsschild und roten Kopf, die var. nigrifrons Hktr. zusätzlich noch verdunkelte Stirn. 2,8-3,6 mm. An Sisymbrium sophiae. (cyanoptera auct. nec Ill.).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...sophiae Hktr., 1914

 
#13 Randsaum der Augen über der Fühlerwurzel erweitert, nicht wie bei den übrigen Arten am Vorderrand der Augen gerundet, sondern über der Fühlerwurzel +/- gerade abgeschnitten, ihr Saum daher an dieser Stelle in eine dreieckige, leicht gewölbte, glatte Fläche erweitert [Abb.17]; länglich eiförmig, mäßig gewölbt, dunkel kupfrig erzfarben, stark glänzend; Hinterschienen schlank, ihre Außenrandleiste in den vorderen 2 Dritteln mit 4 bis 6 Zähnchen versehen, die beiden Zähnchen der inneren Leiste klein aber hoch und spitz. 2,2-2,6 mm. Mitteleuropa. Auf verschiedenen Cruciferen.

   ...cupreata (Duft., 1825)

PSYLLIODES CUPREATUS
Abb.17
 
-- Randsaum über der Fühlerwurzel nicht erweitert [Abb.9].

   ...14

PSYLLIODES NAPI
Abb.9
 
#14 Halsschild und Flügeldecken ziemlich stark gewölbt.

   ...15

 
-- Halsschild nur mäßig gewölbt, auch die Flügeldecken zumeist auf der Scheibe ± abgeflacht..

   ...16

 
#15 In ganz Europa verbreitete und nicht seltene Art; Vorderbeine meist einfarbig rotgelb, zuweilen mit leicht verdunkelten Vorder- und Mittelschenkeln, dann sicher zu erkennen an den ± deutlichen kleinen Punktgrübchen an der Stelle, wo sich sonst am Hinterrand des Halsschilds Basalstrichel befinden. Fühlerglieder 1-3 oder 4 blaß gelbbraun, 5 und 6 braun, die folgenden pechschwarz; Streifen auf den Flügeldecken aus großen, oft ziemlich weitläufig gestellten Punkten bestehend (der Abstand der Punkte meist so breit wie diese selbst oder breiter), Zwischenstreifen leicht gewölbt, sparsam, verloschen, fast reihig punktiert. Aedoeagus [Abb.18]. 2-3,3 mm. Auf verschiedenen Cruciferen, wie Nasturtium-, Alliaria- und Cardamine-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...napi (F., 1792)


Fühlerglieder vollkommen gelb, höchstens die letzten 5 Glieder rostrot. Durchschnittlich etwas größer und breiter gebaut als die Stammform; die Flügeldecken glänzender und feiner punktiert. An Lunaria rediviva in den Alpen und in den höheren Mittelgebirgen Mitteleuropas. ssp.

   ...flavicornis Weise, 1883

PSYLLIODES NAPI.GIF
Abb.18
 
-- Seltenere und auf das mitteleuropäische, subalpine Gebiet beschränkte Arten. Halsschild ohne die erwähnten Punktgrübchen.

   ...15a

 
#15a Beine im Grundton rötlichgelb, Vorder und Mittelschienen in der Mitte angedunkelt (nur bei ausgereiften Stücken deutlich), Vorder und Mittelschenkel dunkelbraun wie die Hinterschienen Mittelgroße Art, in der Körpergestalt zwischen napi und cuprea stehend, eine Spur schlanker aber ebenso hoch gewölbt wie napi; Färbung nicht rein blau; Fühler rötlich braungelb, die letzten 5-6 Glieder ± angedunkelt; Punkte der Flügeldecken ziemlich fein, scharf eingestochen, etwas in die Länge gezogen, gedrängt stehend, Zwischenstreifen breit und flach, etwas glänzend, sehr fein chagriniert, entweder unpunktiert oder äußerst fein, zerstreut punktiert. Aedoeagus [Abb.19]. 2,4-3 mm. Niederösterreich, Tirol, Bayern, Böhmen, Norditalien, Frankreich. Der Käfer lebt an Biscutella laevigata, in deren Blättern die Larve miniert.

   ...toelgi Hktr., 1914

PSYLLIODES TOELGI.GIF
Abb.19
 
-- Vorder- und Mittelschienen hell oder nur schwach verdunkelt, die Schenkel größtenteils pechschwarz; 2,7-3,5 mm. Der Halsschild ist im Verhältnis zu den Flügeldecken gewöhnlich länger (Flügeldecken: Halsschild < 3,20 bei den ♂ < 3,25 bei den ♀); bei toelgi ist der Halsschild gewöhnlich kürzer. Der Aedoeagus ist seitlich gesehen etwas geknickt [Abb.20] (bei toelgi gleichmäßig gebogen). Hierher die geflügelte Form der brisouti Bedel. Siehe LZ    >>>28a
PSYLLIODES BRISOUTI.GIF
Abb.20
 
#16 Vorder- und Mittelschienen ganz hell.

   ...17

 
-- Schienen und Tarsen angedunkelt; dunkelblau, zuweilen (besonders auf dem Halsschild) etwas ins Grünliche ziehend; ähnlich einer großen, blauen cuprea, jedoch der Halsschild eine Spur breiter; Taster dunkel, Fühler bei reifen Stücken mit 3-4 rötlichen, braungelben Basalgliedern, die folgenden dunkler. Aedoeagus [Abb.21]. 2,6-3,8 mm. Mittel- bis Südeuropa, nördlich his Rheinland, Mittelelbe, Sachsen; aus zahlreichen Gebieten keine Meldung. Als Fraßpflanzen werden Lepidium-Arten angegeben.

   ...thlaspis Foudr., 1860

PSYLLIODES THLASPIS.GIF
Abb.21
 
#17 Dunkelerzgrün mit Kupferglanz, etwas kleiner als die folgenden; Stirn deutlich punktiert, die ganze Oberseite mit feiner Grundchagrinierung, etwas seidig glänzend; Punkte der Flügeldeckenstreifen zart, dicht stehend, die ± deutlich punktierten Zwischenräume 4 x so breit wie ein Punkt. Aedoeagus [Abb.22]. 2,5-3,8 mm. Süd- bis Mitteleuropa. An Sisymbrium-, Alyssum-, Brassica- und Diplotaxis-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...cuprea (Koch, 1803)

PSYLLIODES CUPREUS.JPG
Abb.22
 
-- Oberseite blau, selten etwas grünlich-metallisch.

   ...18

 
#18 Hinterschienen von oben gesehen im apikalen Drittel nicht verbreitert; durch blaue, selten etwas grünliche Färbung ausgezeichnet. Von der gleichgefärbten napi durch gestrecktere und flachere Gestalt, feinere, gedrängtere Punktierung der Flügeldeckenstreifen, breitere, flachere Zwischenstreifen usw. unterschieden; Halsschild etwa 1,5 mal so breit wie lang, bis zur vorderen Borstenpore fast geradlinig verengt, fein chagriniert, dicht und gleichmäßig punktiert; Beine hell, nur die Außenhälfte der Hinterschenkel pechbraun. Aedoeagus [Abb.23]. 2,8-3,6 mm. Mitteleuropa, Südeuropa, südliches Nordeuropa; Rheinland, Baden, Württemberg, Bayern. An Isatis tinctoria und (?) Brassica nigra.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...isatidis Hktr., 1912

PSYLLIODES ISATIDIS.GIF
Abb.23
 
-- Hinterschienen von oben gesehen im apikalen Drittel fast doppelt so breit wie in der Mitte; Fühler hell, vom 6. Glied an bis zur Spitze schwach gebräunt, länger und kräftiger als bei isatidis, Glied4 erheblich verlängert; Halsschild fast doppelt so breit wie lang, in seinen Proportionen jedoch etwas veränderlich, Vorderwinkel etwas kürzer als bei isatidis abgesetzt; Flügeldecken mit Reihen sehr dicht gestellter Punkte, dichter als bei isatidis punktiert. Aedoeagus [Abb.24]. Durchschnittliche Größe 4 mm. Norddeutschland, Küsten der Nord- und Ostsee. An Crambe maritima.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...crambicola Lohse, 1954

PSYLLIODES CRAMBICOLA.GIF
Abb.24
 
#19 Größer: 3-4,5 mm: Vorderecken des Halsschilds verrundet, hierher Formen von chrysocephala mit hellen Flügeldecken.

   ...20

 
-- Kleiner: 2-3,5 mm. Vorderecken des Halsschilds deutlich vorspringend [Abb.25].

   ...21

PSYLLIODES MARCIDUS
Abb.25
 
#20 Die ganze Oberseite hellfarbig, normal nur die Seiten der Hinterbrust und die Spitze der Schenkel schwärzlich. Norditalien, Südostfrankreich, (?) Süddeutschland, Böhmen. chrysocephala var.

   ...kunzei Foud.

 
-- Vorderkörper dunkel, rötlich pechbraun bis dunkel metallisch blau, Flügeldecken gelb; zusammen mit der Stammform aber viel seltener als diese. chrysocephala var.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...anglica F.

 
#21 Stirn und Halsschild kräftig punktiert [Abb.25], meist etwas bläulich oder grünlich überlaufen; plump gebaute Art, Flügeldecken ohne dunklen Nahtsaum [Abb.26]; Ende der Hinterschienen von oben gesehen auffallend breit, länglich, löffelförmig ausgebildet, der Zahn vor dem Tarsengelenk auf dem Rücken der Hinterschienen groß und scharf zugespitzt. Aedoeagus [Abb.27]. 2,6-3,5 mm. Küstenländer des Mittelmeeres, des Atlantik europäischen und nordafrikanischen Anteils, der Nord- und Ostsee bis Finnland. An Cakile maritima.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...marcida (Ill., 1807)

PSYLLIODES MARCIDUS
Abb.25
PSYLLIODES MARCIDA
Abb.26
PSYLLIODES MARCIDA.JPG
Abb.27
 
-- Flügeldecken mit ± breitem, dunklem Nahtsaum, Stirn nicht oder nur sehr fein punktiert; Hinterschienen normal gebaut; kleiner als 3 mm.

   ...22

 
#22 Kopf unpunktiert, deutlich matt chagriniert, Stirnlinien fein gekreuzt; lang eiförmig; Flügeldecken rotgelb, mit pechschwarzem Nahtsaum [Abb.28], der sich am Ende nicht über die ganze Spitze der Flügeldecken verbreitert; Kopf meist pechbraun, Halsschild nie pechbraun, ziemlich stark punktiert. Aedoeagus [Abb.29], Spermatheka [Abb.30]. 2-2,6 mm. Europa. Auf verschiedenen Solanaceen, häufig auch auf der Kartoffel, der ,,Kartoffelerdfloh".

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...affinis (Payk., 1799)

PSYLLIODES AFFINIS
Abb.28
PSYLLIODES AFFINIS.JPG
Abb.29
PSYLLIODES AFFINIS
Abb.30
-- Kopf sehr fein und gedrängt punktiert, Stirnlinien und Stirnhöckerchen undeutlich; Halsschild zuweilen pechbraun, fein bis mäßig stark punktiert; der schwarze Flügeldeckennahtsaum verbreitert sich am Ende über die ganze Spitze; in der Färbungsanlage sehr variable Art. 2-3 mm. Südeuropa, nördlich bis Nieder- und Oberösterreich, Salzburg, (?) Slowakei, (?) Mähren. Als Fraßpflanzen werden Bunias-, Brassica- und Calepina-Arten angegeben.

   ...circumdata (Redt.)

 
#23 Flügeldecken metallisch blau, grün oder erzfarben; größere Formen mit doppelt punktiertem Halsschild.

   ...24

 
-- Kleinere, länglich-eiförmige Arten von gelblicher bis rötlich-pechschwarzer Färbung; Halsschild einfach punktiert.

   ...26

 
#24 Stirnlinien als scharfe, gleichbreite Rinne ausgebildet [Abb.7]; Schienen und Tarsen gelbrot, erstere in der Mitte etwas angedunkelt.

   ...25

PSYLLIODES CHALCOMERUS
Abb.7
 
-- Stirnlinien meist undeutlich, oft nur durch Punkte angedeutet oder unvollständig [Abb.31]; Beine pechschwarz. Vordere Borstenpore des Halsschilds leicht winkelig nach außen tretend; sehr plump gebaute, fast stets schwarzblaue Art [Abb.32]. Aedoeagus [Abb.33], Spermatheka [Abb.34]. 3-4 mm. Südeuropa bis südliches Nordeuropa. An  Solanum dulcamara, in deren Stengeln sich die Larven entwickeln.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...dulcamarae (Koch, 1803)

PSYLLIODES DULCAMARAE
Abb.31
PSYLLIODES DULCAMARAE
Abb.32
PSYLLIODES DULCAMARAE.JPG
Abb.33
PSYLLIODES DULCAMARAE
Abb.34
#25 Metallisch grün bis erzbraun; die ganzen Vorderbeine gelbrot, nur in seltenen Fällen die Vorderschenkel etwas angedunkelt; Halsschild nach vorn mäßig stark und geradlinig verengt. 2,8-3,8 mm. Mitteleuropa bis Südeuropa, südliches Nordeuropa. Auf  Hyoscyamus niger.

   ...hyoscyami (L., 1758)

 
-- Blaugrün bis grünblau; Vorderschenkel zumeist pechschwarz; Halsschild kurz, nach vorn auffallend stark verengt, leicht gerundet, mit stark nach vorn abfallenden Seiten 2,8-3,8 mm. Süd- bis Mitteleuropa, in den nördlichen Bezirken teilweise fehlend. An Carduus-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...chalcomera (Ill., 1807)

 
#26 Stirn über den ± deutlichen, durch ein Grübchen getrennten Höckern meist glatt und punktlos; Augen rundlich; Kopf unterhalb der Fühler, Fühler und Beine rötlich gelbbraun, Hinterschenkel bis auf die Spitze und den unteren Rand pechschwarz; Halsschild 1,5 mal breiter als lang; meist hell- oder dunkel-kastanienbraune Art [Abb.35]. Aedoeagus [Abb.36]. 2,2-2,8 mm. Süd- bis Mitteleuropa, südliches Nordeuropa. Ist an Lythrum-, Lysimachia- und Quercus-Arten gefangen worden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...picina (Marsh., 1802)

PSYLLIODES PICINUS
Abb.35
PSYLLIODES PICINUS.JPG
Abb.36
-- Stirn meist mit einzelnen großen Punkten, Augen länglich; Stirnlinien über den weniger deutlichen Höckerchen oft verloschen; Halsschild fast doppelt so breit wie lang; zumeist hell rostrote Art. 2,2-2,8 mm. Süd- bis Mitteleuropa, nördlich bis Südhannover, in zahlreichen nördlichen Gebieten fehlend.

   ...luteola (Muell., 1776)

 
#27 Halsschild nicht über den Kopf vorgezogen, Kopf von oben gesehen gut sichtbar.

   ...28

 
-- Halsschild über den Kopf vorgezogen, Kopf von oben gesehen nicht oder kaum sichtbar [Abb.2].

   ...32

PSYLLIODES CUCULLATUS
Abb.2
 
#28 Kurz eiförmige Arten.

   ...29

 
-- Schlanke Arten.

   ...28a

 
#28a Schienen und Tarsen braungelb mit helleren Gelenken; Beine mit dunklen Schenkeln. Oberseite satt schwarzblau, etwas an eine ungeflügelte napi erinnernd. Kopf ziemlich klein, ohne Stirnkiel und ohne Stirnlinien, in seltenen Fällen sind diese schwach angedeutet; Halsschild fast doppelt so breit wie lang, nach vorn ziemlich stark verengt, mit deutlicher vorderer Borstenpore. 2-2,4 mm. Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, franzäsische, italienische, tiroler und steirische Alpen, nördlich bis Thüringen (Kyffhäusergebirge). Die Art wurde von Erysimum virgatum gestreift.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...vindobonensis Hktr., 1914

 
-- Vorderund Mittelschienen hell oder nur schwach verdunkelt, die Schenkel größtenteils pechschwarz; 2,7-3,5 mm. Der Aedoeagus ist seitlich gesehen etwas geknickt [Abb.20]. Deutschland (Bayern), Österreich (Kärnten, Steiermark, Osttirol), Tschechische Republik (Böhmen) und Polen.

   ...brisouti Bedel, 1898


Die geflügelte Form ist der toelgi sehr ähnlich. Siehe LZ    >>>15a
PSYLLIODES BRISOUTI.GIF
Abb.20
 
#29 Fühler rotgelb, die letzten Glieder nur selten angedunkelt, Vorderbeine rotgelb mit pechschwarzen Schenkeln; Stirnlinien und Höckerchen ganz undeutlich; Oberseite schwarz, mit erzfarbenem bläulichem oder grünlichem Schimmer, Augenrinnen durch das seitliche Spitzchen der verwischten Stirnhöckerchen nicht eingeengt; Halsschild groß, sehr fein bis verloschen punktuliert. 2,4-3 mm. Südöstliches Mitteleuropa, nördlich bis Slowakei, montan bis subalpin verbreitet.

   ...subaenea Kutsch.

 
-- Fühler ± angedunkelt.

   ...30

 
#30 Kleiner (1,5-2,2 mm), dunkelbronzen oder schwärzlich metallisch glänzende Art; Stirnhöckerchen von sich schneidenden Stirnlinien deutlich umgrenzt, ihr äußerstes seitliches Spitzchen in die unmittelbar neben dem Augenrand nach unten laufende Rinne eintretend und diese einengend; Scheitel fast punktlos, Halsschild fein punktiert, Flügeldeckenstreifen nicht stark, Zwischenstreifen kaum sichtbar punktiert. Südöstliches Mitteleuropa, Niederösterreich, Steiermark, Slowakei. aerea ssp.

   ...austriaca Hktr.

 
-- Größer (2,3-2,5 mm), Stirnlinien verloschen, nicht scharf umgrenzt.

   ...31

 
#31 Zwischenräume der Flügeldeckenpunktstreifen nicht oder sehr schwach punktuliert, die unmittelbar neben dem Augenrande laufende Rinne wird durch das äußerste seitliche Spitzchen der Stirnhöckerchen nicht eingeengt. Der folgenden Art sehr ähnlich, jedoch durch höher gewölbten Halsschild, glattere Oberseite, andere Stirnbildung usw. von ihr unterschieden. Nordsteiermark, 1800 m. subaenea ssp.

   ...styriaca Hktr.

 
-- Zwischenräume der Flügeldeckenpunktstreifen stärker, oft etwas runzelig punktuliert; die neben dem Augenrande nach unten laufende Rinne wird durch das äußerste seitliche Spitzchen der undeutlichen Stirnhöckerchen eingeengt. Alle Schenkel schwarz, Oberseite blauschwarz, oft düster grünlich oder bronzen schwarz metallisch, normal auch alle Schienen angedunkelt. 2-2,5 mm. Ostalpen: Ober- und Niederösterreich, Steiermark, Kärnten, Kroatien. Wird von  Lunaria rediviva gemeldet.

   ...picipes Redt. (non Ws.)

 
#32 Blau, grün, bronzefarben oder schwarz mit Metallglanz.

   ...33

 
-- Rotbraun oder schwarz glänzend ohne Metallglanz.

   ...34

 
#33 Kopf fein runzelig chagriniert, glänzend, fast punktlos oder sehr zerstreut, vereinzelt punktiert; grünlich oder erzbraun, ziemlich schlank, spindelförmig [Abb.2]; Halsschild vorn seitlich stark zusammengedrückt; Flügeldecken bis ans Ende deutlich punktiert. Aedoeagus [Abb.37]. 2-3 mm. In ganz Europa verbreitete Art. An Spergula arvensis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...cucullata (Ill., 1807)


PSYLLIODES CUCULLATUS
Abb.2
PSYLLIODES CUCULLATUS.JPG
Abb.37
-- Kopf glatt oder äußerst fein chagriniert, glänzend, gedrängt und scharf eingestochen punktiert, die Punkte an den Seiten des Scheitels sehr deutlich; länglich-eiförmig, etwas kürzer als cucullata, dunkelerzfarbig mit bläulichem Schimmer oder metallisch schwarz; Halsschild um die Hälfte breiter als lang; gewölbt, aber nur nahe den Vorderecken stärker zusammengedrückt; diese Art ist sehr veränderlich und nur schwer von kiesenwetteri Kutsch. zu trennen. Aedoeagus im Spitzenviertel deutlich verengt [Abb.38] und der Duktus der Spermathek ist am Anfang weit ausladend gebogen. 1,8-2,8 mm. Europäische Mittelmeerländer, (?) Kärnten. Wird von Lolium perenne und Scleropoa rigida angegeben.

   ...gibbosa All.

PSYLLIODES GIBBOSA.GIF
Abb.38
 
-- In der ungeflügelten Form dem vorigen täuschend ähnlich. Aedoeagus in ganzer Länge gleichbreit [Abb.16] und der Duktus der Spermathek nicht auffallend weit geschwungen. Siehe kiesenwetteri LZ    >>>12
PSYLLIODES KIESENWETTERI.GIF
Abb.16
 
#34 Rotbraune Arten.

   ...35

 
-- Tiefschwarze Arten (nur im nicht ausgereiften Zustand rotbraun).

   ...36

 
#35 Kleiner (1,1-1,8 mm), hell rotbraun; Stirnlinien weniger scharf ausgeprägt, an der Kreuzungsstelle ohne deutliches Grübchen; Beine und Fühler sowie Taster vollkommen rötlich-gelb, nicht angedunkelt; Stirn und Scheitel unpunktiert, fast glatt, nur seitlich neben den Augenrinnen stehen 2-3 deutliche Punkte, zumeist hintereinander; Halsschild 1,5 mal breiter als lang, fast glatt, Punktierung nur unter stärkerer Vergrößerung sichtbar, vordere Borstenpore verrundet; Flügeldecken kräftig punktiert mit unebenen Zwischenräumen, ziemlich glänzend; das hinter der Tarseneinlenkung liegende Stück der Hinterschienen so lang oder kürzer als der halbe Metatarsus. Montane Art der Südostalpen, Sannthaler Alp.

   ...rambouseki Hktr.

 
-- Größer (1,8-2,2 m), dunkler rotbraun; Stirnlinien scharf ausgeprägt, an der Kreuzungsstelle grübchenartig vertieft, sonst wie rambouseki. Montane Art, Südostalpen, Kroatien, Südkörnten (Karawanken). ssp.

   ...forojulensis Hktr.

 
#36 Kopf unpunktiert (einige Punkte am Augenrande zählen nicht); das hinter der Tarseneinlenkung liegende Stück der Hinterschienen kaum so lang oder kürzer als der halbe Metatarsus; Halsschild fast vollkommen punktlos; Zwischenräume der Flügeldeckenpunktstreifen kaum kenntlich runzelig chagriniert. 1,8-2,2 mm. Tirol.

   ...kiesenwetteri Kutsch.

 
-- Kopf deutlich punktiert.

   ...37

 
#37 Länglich- oder langoval, reinschwarz; Halsschild chagriniert und deutlich fein punktiert; Punktreihen der Flügeldecken mäßig stark, flach, oft nicht vollkommen gerade; Zwischenräume deutlich hervortretend, punktuliert; Vorderbrust nach dem Halse zu nicht abschüssig, von den Hüften durch einen schmalen, ziemlich flachen Querstreifen getrennt. 1,8-2,3 mm. Karpaten, Transsylvanische Alpen; Bihar-Gebirge; Slowakei.

   ...frivaldszkyi Weise

 
-- Kurzoval, Oberseite mit Spuren eines metallischen Anfluges; Kopf glänzend, meist ziemlich kräftig punktiert: Halsschild meist sehr fein chagriniert und sehr fein bis verloschen punktiert; Flügeldeckenpunktstreifen kräftig, regelmäßig, tief, die Zwischenräume glänzend, fein punktuliert; Vorderbrust abschüssig, der Mund an die Hüften anlegbar; das hinter der Tarseneinlenkung liegende Stück der Hinterschienen so lang oder länger als der halbe Metatarsus (im Gegensatz zu frivaldszkyi, wo derselbe kürzer als der halbe Metatarsus ist). 1,8-2,5 mm. Montan his subalpin, Ostalpen, Kroatien, Bayern, Nieder- und Oberösterreich, Steiermark, Kärnten, Salzburg, Tirol, (?) Slowakei.

   ...glaber (Duft., 1825)

 
  aerea
affinis
anglica
attenuata
austriaca
brisouti
chalcomera
chrysocephala
circumdata
crambicola
cucullata
cuprea
cupreata
dulcamarae
flavicornis
forojulensis
frivaldszkyi
fusiformis
gibbosa
glaber
hyoscyami
instabilis
isatidis
kiesenwetteri
kunzei
laticollis
luteola
marcida
napi
nucea
picina
picipes
pyritosa
rambouseki
reitteri
sophiae
styriaca
subaenea
thlaspis
toelgi
vindobonensis
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Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 23.08.2017 - 16:50:33