Gattung Oxypoda Mannerheim Staphylinidae - Aleocharinae - Oxypodini
  Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, L. Zerche)
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Assing, V. (2012): On the taxonomy and natural history of Oxypoda brachyptera and O. tarda (Coleoptera: Staphylinidae: Aleocharinae) - Beitr. Ent., 62(1):207-224 c:/_F/taxa/coleo/scans/assing/352 Assing2012 Oxypoda brachyptera and O tarda.pdf
  In den Zeichnungen sind Aedoeagus und Spermatheka nicht immer maßstäblich gezeichnet.  
#1 Sämtliche Fühlerglieder gestreckt und wesentlich länger als breit. Kiefertaster langgestreckt, ihr 3. Glied wesentlich länger als das 1. Fühlerglied. (Paroxypoda Ganglb.).
Schwarz, schwach glänzend, Halsschild und Flügeldecken manchmal schwarzbraun; an den braunen Fühler sind die Basalglieder etwas aufgehellt. Schenkel der gelbbraunen Beine umfangreich verdunkelt. Körper ziemlich parallelseitig, Halsschild etwas hinter der Mitte am breitesten, kaum 1/3 breiter als lang und so lang wie die Seitenlänge der Flügeldecken; Hinterleib fast parallel. Flügeldecken sehr fein und sehr dicht, etwas raspelig punktiert. Halsschild noch feiner, Hinterleib (x50) nicht deutlich erkennbar punktiert, äußerst fein und dicht mikroskulptiert und dicht anliegend 'seidenschimmernd' behaart. Aedoeagus [Abb.1]. 4-5 mm. In subalpinen Berglagen über 1000 m im Sphagnum und nassen Laub; in den Hochlagen der Mittelgebirge verbreitet aber selten, in den Alpen weit verbreitet, aber nicht häufig, wenn auch gelegentlich in Anzahl.

   ...lugubris Kr., 1856

OXYPODA LUGUBRIS.GIF
Abb.1
 
-- Zumindest das 9. und 10. Fühlerglied nicht oder kaum länger als breit.

   ...2

 
#2 Fühler auffällig lang und dick, zurückgelegt die Mitte der Flügeldecken weit überragend; Glied 4-10 jedoch nicht breiter als lang und von betont walzenförmiger Gestalt. 2. und 3. Fühlerglied etwa gleichlang. 2,8-3,8 mm.

   ...3

 
-- Fühler von anderer Gestalt. Bei Arten mit ähnlich Iangen Fühlern sind diese schlank und deren Glieder entweder ± konisch, oder die vorletzten Glieder deutlich quer, und das 3. Glied kürzer als das 2..

   ...5

 
#3 Halsschild mäßig quer mit von der Seite deutlich sichtbaren Seitenteilen der Vorderbrust und mit deutlichen abstehenden Seitenborsten. Körperform an Ischnoglossa erinnernd.

   ...Derocala Mulsant & Rey 1874

 
-- Halsschild ohne lang abstehende Seitenborsten. Einfarbig dunkel, nur schwach glänzend. Halsschild und Flügeldecken sehr fein und dicht, Hinterleib äußerst fein und dicht punktiert, die Punkte (x50) kaum deutlich als solche erkennbar. Oberseite fein und anliegend, Hinterleib ,,seidenschimmernd" behaart. (Disochara Thoms.).

   ...4

 
#4 Halsschild wenig quer, wenig hinter der Mitte am breitesten, nach vorn viel stärker verengt, seine Mittellinie so lang wie die Flügeldeckennaht. Letztes Fühlerglied gestreckt, ± parallelseitig [Abb.2]. Tiefschwarz, braun oder hellbraun, 1. Fühlerglied oft heller, Beine rotgelb. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.3]. 3-3,8 mm. Im Anspülicht, in Sümpfen und Mooren sehr häufig, in Gebirgsgegenden im Süden seltener.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...elongatula Aubé, 1850

OXYPODA ELONGATULA
Abb.2
OXYPODA ELONGATULA.GIF
Abb.3
-- Halsschild gewölbter, etwas stärker quer und im Verhältnis zu den Flügeldecken breiter; in oder vor der Mitte am breitesten, nach vorn schwächer verengt; seine Länge übertrifft die Länge der Flügeldeckennaht. Färbung stets ganz dunkel, Fühlerbasis selten aufgehellt, Beine rotgelb. Letztes Fühlerglied seitlich gerundet, an der Spitze abgeschnürt [Abb.4]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.5]. 3-3,8 mm, aber durchschnittlich etwas robuster und größer als elongatula. An gleichen Orten wie elongatula und gelegentlich mit ihr vergesellschaftet, im Ganzen erheblich seltener, im Süden gebietsweise fehlend.

   ...procerula Mannh., 1830

OXYPODA PROCERULA
Abb.4
OXYPODA PROCERULA.GIF
Abb.5
#5 3. Fühlerglied so lang oder länger als das 2.; Fühler schlank, ihre Mittelglieder gestreckt oder wenigstens nicht deutlich quer. Hinterleib meistens lang zugespitzt, (x50) nicht deutlich erkennbar punktiert, seidenschimmernd. 1. Hintertarsenglied so lang oder länger als die beiden folgenden Glieder zusammen. Größere Arten über 3,5 mm. (Oxypoda s.str.).

   ...6


Beachte auch Lypoglossa , Nehemitropia und Atheta (Coprothassa) melanaria, bei denen jedoch das 1. Hintertarsenglied bedeutend kürzer ist, als die beiden folgenden Glieder zusammen.
 
-- 3. Fühlerglied niemals länger, nur ausnahmsweise ebensolang wie das 2. Glied, dann aber die übrigen Merkmale nicht zutreffend.

   ...12

 
#6 Nahtlänge der Flügeldecken kürzer als die Halsschildmittellänge; 1. Hintertarsenglied etwas länger als die 3 folgenden Glieder zusammen. Flügeldecken weniger kontrastreich, ± dunkelbraun, oft mit geschwärzten Partien. Durchschnittlich kleiner: 3,5-4,5 mm.

   ...7

 
-- Nahtlänge der Flügeldecken so lang oder länger als die Halsschildmittellänge; 1.Hintertarsenglied nicht länger, gewöhnlich sogar merklich kürzer als die 3 folgenden Glieder zusammen. Flügeldecken ± braungelb, heller als der übrige Körper, oft zweifarbig.

   ...8

 
#7 Schlanker gebaut. Halsschild neben den Hinterwinkel schwach ausgeschweift. Fühler weniger lang, vorletzte Glieder kaum merklich quer, beim ♂ das Endglied gestreckt, schlank zugespitzt, so lang wie Glied 9 und 10 zusammen [Abb.6], Fühlerendglied ohne abgeschnürte Spitze.

   ...7a

OXYPODA OPACA
Abb.6
 
-- Körperform etwas gedrungener. Halsschild neben den Hinterwinkeln deutlich ausgeschweift. Fühlerendglied mit abgeschnürter Spitze (beim ♂ stärker als beim ♀ [Abb.7]). Mit opaca weitgehend übereinstimmend. Fühlerbasis dunkel, Flügeldecken meistens einfarbiger und dunkler. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.8]. Boreoalpin; bei uns in den alpinen Lagen der höheren Gebirge des Südosten selten, in den Alpen oberhalb der Baumgrenze durchaus nicht selten.

   ...nigricornis Motsch., 1860

OXYPODA NIGRICORNIS
Abb.7
OXYPODA NIGRICORNIS.GIF
Abb.8
#7a Durchschnittlich größer und etwas robuster, etwas stärker glänzend. Geringfügig stärker punktiert. Dunkler gefärbt; Halsschild so dunkel wie der Kopf oder kaum heller. Halsschild im Verhältnis zu den Flügeldecken schmaler (Index 0,81-0,89; Mittelwert 0,85). Aedoeagus, Spermatheka [Abb.9]. Montan und subalpin, in Südeuropa weit verbreitet, in Mitteleuropa im Silvretta-Massiv in Vorarlberg nachgewiesen.

   ...ignorata Zerche

OXYPODA IGNORATA.GIF
Abb.9
 
-- Durchschnittlich kleiner und weniger robust, etwas schwächer glänzend und schwächer punktiert. Schwarzbraun, Halsschildseitenrand und Hinterrand der Tergite heller, Fühlerbasis und Beine braungelb. Meist heller gefärbt, aber sehr variabel und deshalb nach äußeren Merkmalen nicht sicher zu trennen; Halsschild meist heller als der Kopf. Halsschild im Verhältnis zu den Flügeldecken breiter (Index 0,88-0,92; Mittelwert 0,9). Aedoeagus, Spermatheka [Abb.10]. 3,5-4,5 mm. Überall an Faulstoffen und in der Bodenstreu. Im Hochgebirge bis an die obere Waldgrenze vorkommend. Weit verbreitet, in Mitteleuropa gemein.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...opaca (Grav., 1802)

OXYPODA OPACA.GIF
Abb.10
 
#8 6-7,5 mm. Weitaus größte Art der Gattung. Fühler und Beine lang und sehr schlank, mittlere Tarsenglieder sehr gestreckt, so daß das 1. Hintertarsenglied erheblich kürzer ist als die 3 folgenden Glieder zusammen. Vorletzte Fühlerglieder fast länger als breit. Hinterleib nach hinten nur schwach verengt. Gewöhnlich zimtbraun, Halsschildseiten, Flügeldecken und Tergithinterrand braungelb. Flügeldecken um das Schildchen und neben dem Seitenrand nur schwach gebräunt. Fühlerbasis und Beine rotgelb. Seltener das ganze Tier dunkler und mit stärker geschwärzten Partien auf den Flügeldecken. Aedoeagus [Abb.11]. Verstreut an Faulstoffen und in der Bodenstreu; weniger selten in Mäusegängen, gelegentlich auch beim Maulwurf, in Wespennestern und bei Ameisen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...spectabilis Märk., 1844

OXYPODA SPECTABILIS.GIF
Abb.11
 
-- Körper unter 6 mm.

   ...9

 
#9 Fühler und Tarsen sehr lang und schlank, 9. und 10. Fühlerglied so lang oder fast ein wenig länger als breit, Mittelglieder der Hintertarsen sehr gestreckt, Glied 2 und 3 zusammen so lang wie das Basalglied, dies also deutlich kürzer als die 3 folgenden. Schwarz, Halsschild manchmal dunkelbraun, Flügeldecken und Hinterleibspitze gelbbraun, Flügeldecken um das Schildchen und die Hinterwinkel oft ausgedehnt geschwärzt, Fühler schwarz oder braun, ihre Basis kaum heller, Beine braungelb. Aedoeagus [Abb.12]. 4-5 mm. In Nestern. In Maulwurfsbauten wohl überall einer der häufigsten Einmieter.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...longipes Muls.Rey, 1861

OXYPODA LONGIPES.GIF
Abb.12
 
-- Fühler und Tarsen weniger lang, 1. Glied der Hintertarsen fast so lang wie die 3 folgenden Glieder zusammen.

   ...10

 
#10 Flügeldeckennaht merklich (1/5) länger als der Halsschild. Dunkel gefärbt: Fühler an der Basis nur wenig aufgehellt, Kiefertaster angedunkelt, Flügeldecken umfangreicher geschwärzt, gewöhnlich nur mit einem ± breiten helleren Schrägwisch von der Schulter zum Nahtwinkel, Beine braungelb. Fühler wenig gestreckt, mit fast etwas queren vorletzten Glieder. Halsschildform lividipennis-ähnlich. Aedoeagus [Abb.13]. 4-4,5 mm. Wohl überall häufig, gern in hohlen Bäumen und bei Ameisen.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...vittata Märk., 1842

OXYPODA VITTATA.GIF
Abb.13
 
-- Flügeldeckennaht nicht länger als der Halsschild, Flügeldecken an den Seiten und um das Schildchen meist nur wenig geschwärzt.

   ...11

 
#11 Fühler schlank, Glied 6 noch deutlich gestreckt, vorletzte Glieder nicht breiter als lang. Halsschild etwa im hinteren Drittel am breitesten, nach vorn recht stark verengt. Schwarzbraun, Halsschild meist dunkelbraun, Flügeldecken, Fühlerbasis, Kiefertaster und Beine ± braungelb-rotgelb [Abb.14]. Aedoeagus [Abb.15] [Abb.16]; Spermatheka [Abb.17]. 4,5-5,5 mm. Überall häufig; in feuchter Bodenstreu, im Kompost etc.. (lividipennis Mannh.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...acuminata (Steph., 1832)

OXYPODA ACUMINATA
Abb.14
OXYPODA ACUMINATA.GIF
Abb.15
OXYPODA ACUMINATA
Abb.16
OXYPODA ACUMINATA
Abb.17
-- Fühler weniger schlank, Glied 6 nicht länger als breit, vorletzte Glieder fast quer. Halsschild etwa in der Mitte am breitesten, von dort nach hinten ± parallelseitig, nach vorn schwächer verengt. Schwarz, Flügeldecken und Beine braungelb, Fühlerbasis wenig aufgehellt, auch die Kiefertaster angedunkelt. 4,2-5 mm. In den Westalpen in Murmeltierbauten entdeckt; auch in den Tauern in alpinen Lagen festgestellt, und daher wohl auch im dazwischenliegenden Gebiet zu erwarten.

   ...falcozi Deville, 1913

 
#12 Halsschild gedrängt, kräftig, rauh punktiert oder körnig skulptiert. Halsschildhinterwinkel gut markiert, Hinterleib zur Spitze auf glänzendem Grund deutlich und wenig dicht punktiert.

   ...13


Beachte auch rugulosa LZ    >>>51
 
-- Halsschild fein, selten kräftiger punktiert, dann aber die Punktzwischenräume nicht kleiner als die Punktdurchmesser oder der Hinterleib dicht punktiert.

   ...16

 
#13 Flügeldecken neben dem Seitenrand mit schmalem Längseindruck, durch den der Seitenrand kantig emporgehoben ist. (Baptopoda Bernh.)
Rötlichgelb, nur das 4. vollständige Tergit geschwärzt. Augen auffällig groß, auf die Oberseite des Kopfes gerückt. Halsschild mit scharfen Hinterwinkel und geradem Hinterrand, wenig quer, an den Seiten schwach gerundet, nach vorn kaum stärker verengt, etwas breiter und wesentlich länger als die Flügeldecken. Kopf, Halsschild und Flügeldecken gedrängt, die Flügeldecken etwas raspelig punktiert. Hinterleib schwach verengt, vorn dicht und raspelig, nach hinten einfach und weitläufiger punktiert. Fühler schlank, Hintertarsen sehr gestreckt. 2,5 mm. Mediterrane Art, welche einmal in Böhmen gefunden, und fälschlich als Oxypoda depressipennis gemeldet wurde.

   ...magnicollis Fauv.

 
-- Flügeldecken ohne kantig erhobenen Seitenrand. Augen von normaler Größe. Halsschildhinterrand in der Mitte vorgezogen und neben den Hinterwinkeln schwach ausgeschweift (doppelbuchtig) (Deropoda Bernh.).

   ...14

 
#14 Die Skulptur des Halsschilds und der Flügeldecken besteht aus dicht gestellten Körnchen. Eine isolierte Punktur ist (x50) nicht erkennbar. Hell rostrot oder rotbraun, Kopf und ein Querband auf dem Hinterleib gewöhnlich angedunkelt, seltener umfangreicher verdunkelt. Fühlerbasis und Beine rötlichgelb. Halsschild mäßig quer, etwa 1/3 breiter als lang, nach vorn stärker, nach hinten schwach verengt. Flügeldeckennaht so lang wie der Halsschild. Fühler schlank, jedoch mit deutlich queren mittleren Gliedern. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.18]. 2-2,6 mm. Wohl im ganzen Gebiet, im Norden sehr verstreut und selten, im Süden, besonders im Alpengebiet nicht allzu selten. (rugulosa auct. nec Kr., rufula Ganglb., riparia Fairm.)

   ...mutata Sharp, 1871

OXYPODA MUTATA.GIF
Abb.18
 
-- Skulptur des Halsschilds aus deutlichen, gedrängt stehenden Punkten gebildet.

   ...15

 
#15 Rötlichgelb oder hell rotbraun, Kopf und Hinterleib auf dem 3. und 4. vollständigen Tergit angedunkelt, Fühler und Beine gelb. Halsschild etwa um die Hälfte breiter als lang, nach vorn stärker verengt. Flügeldeckennaht deutlich länger als der Halsschild, jedoch die Flügeldecken zusammen breiter als deren Schulterlänge. Fühler schlank, mittlere Glieder nicht quer. Von riparia außer in den angeführten Merkmalen auch durch den nach hinten stärker verengten Hinterleib verschieden. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.19]. 1,9-2,5 mm. West- und Südeuropäisch; auch aus dem Alpengebiet gemeldet, möglicherweise auch im westlichen Mitteleuropa; für Mitteleuropa nicht zu erwarten. (rufula Muls. Rey, mulsanti Bernh.)

   ...reyi Zerche, 1994

OXYPODA REYI.GIF
Abb.19
 
-- Dunkelbraun oder schwarzbraun mit heller braunen Flügeldecken, Fühler und Beine rötlichgelb. Halsschild 1/3 breiter als lang, nach vorn gerundet verengt. Die Naht der sehr gestreckten Flügeldecken erheblich länger als der Halsschild, Flügeldecken zusammen nicht breiter als deren Schulterlänge. 1,8-2,2 mm. Im südöstlichen Mitteleuropa in Zieselbauen; selten.

   ...spaethi Bernh.

 
#16 Kiefertaster auffällig langgestreckt, ihr 3. Glied mindestens so lang wie das 8.-10. Fühlerglied zusammen. Helle Arten mit gelbrotem oder bräunlichgelbem Halsschild.

   ...17

 
-- Kiefertaster erheblich kürzer.

   ...20

 
#17 Hinterleib vorn sehr fein und ziemlich dicht, hinten äußerst fein und ziemlich weitläufig punktiert, nach hinten kaum verengt. 1. Hintertarsenglied nur so lang wie Glied 2 und 3 zusammen. Rötlichgelb, glänzend, nur der Kopf und die Basis des 4. vollständigen Tergites gebräunt. Körper gewölbt, von der Gestalt der nahverwandten bicolor. Flügeldeckenseitenlänge höchstens so lang wie der Halsschild. 3. Fühlerglied wesentlich kürzer als das 2., vorletzte Glieder mäßig quer. Kopf und Halsschild äußerst fein und mäßig dicht, Flügeldecken deutlich, etwas raspelig punktiert. (Aedoeagus [Abb.20] [Abb.21]; Spermatheka [Abb.22]. 2-2,5 mm. Bei Ameisen, vorzugsweise in hohlen Bäumen. In der Ebene verbreitet, im Süden sehr verstreut, selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...recondita Kr., 1856

OXYPODA RECONDITA.GIF
Abb.20
OXYPODA RECONDITA
Abb.21
OXYPODA RECONDITA
Abb.22
 
-- Hinterleib fein oder äußerst fein, gleichmäßig dicht, zur Spitze nicht weitläufiger punktiert. 1.Hintertarsenglied länger als Glied 2 und 3 zusammen (BaeoglenaThomson).

   ...18

 
#18 Flügeldecken länger, Naht etwa so lang wie der Halsschild (Index 0,95-1,04).

   ...19

 
-- Flügeldecken kürzer, Naht deutlich kürzer als der Halsschild (Index 0,73-0,87).

   ...19a

 
#19 Halsschildhinterwinkel deutlich. Kopf vor den Augen etwas verlängert, schwach schnabelförmig. Abdomen vom 3. sichtbaren Segment an verengt. Zweifarbig: Körper dunkel rotbraun, Kopf, Flügeldecken mit Ausnahme der Schultern und des Hinterrand verdunkelt, 4. und Vorderhälfte des 5. vollständigen Tergits schwarzbraun, selten auch vorhergehende Tergite etwas angedunkelt (bei immaturen Tieren können die Verdunkelungen ± fehlen). Aedoeagus, (Spermatheka [Abb.23]. 2,25-2,6 mm. 1 ♂, dessen Aedoeagus abgebildet ist, vor 1867 bei Gotha gefunden. Fundortverwechslung ist auszuschließen. Das Tier stimmt mit Ausnahme der Flügeldeckenlänge (Vergleiche Leitzahl    >>>19a) mit den Tieren aus Transkaukasien überein.

   ...caucasica Bernh., 1902

OXYPODA CAUCASICA.GIF
Abb.23
 
-- Halsschildhinterwinkel stumpf. Kopf vor den Augen nicht verlängert. Hinterleib vom 4. sichtbaren Segment an verengt. Zweifarbigkeit schwächer: Körper gelbbraun bis rotbraun. Meist Kopf und 4. vollständiges Tergit etwas dunkler, seltener die Flügeldecken ± angedunkelt, in diesem Fall der Halsschild klar heller. Spermatheka [Abb.24]. 2,3 - 2,6 mm. In West- und Südeuropa weit verbreitet, in Mitteleuropa nur Südbaden und Stadtgebiet Hannover (?).

   ...lurida Woll., 1857

OXYPODA LURIDA
Abb.24
 
#19a Halsschild am Beginn des letzten Drittels am breitesten. Kopf vor den Augen nur etwas verlängert, schwächer schnabelförmig. Hinterleib vom 3. sichtbaren Segment an verengt. Zweifarbig: Körper dunkel rotbraun, Kopf, Flügeldecken mit Ausnahme der Schultern und des Hinterrand verdunkelt, 4. und Vorderhälfte des 5. vollständigen Tergits schwarzbraun. Hierher Tiere mit kurzen Flügeldecken der Art caucasica Bernh. aus Transkaukasien. Vorkommen in Mitteleuropa wenig wahrscheinlich. Siehe Leitzahl    >>>19  
-- Halsschild am Beginn des letzten Viertels am breitesten. Kopf vor den Augen stärker verlängert, schnabelförmig. Hinterleib vom 2. sichtbaren Segment an verengt. Fast stets einfarbig gelblichbraun bis rotbraun, selten die Basis einiger Tergite etwas angedunkelt.

   ...19b

 
#19b Durchschnittlich größer, 2-2,5 mm. Meist dunkler rotbraun. Mittelbrustkiel undeutlich, aber vollständig, auf dem Mittelbrustfortsatz deutlicher. Mittelbrust etwas stärker dachförmig. Letztes Hinterleibsegment des ♀ weniger gestreckt (Index 1,3-1,5). Ventrale Platte im Inneren des letzten Hinterleibsegments des ♀ gut sklerotisiert, kürzer, mit breit abgerundeter Spitze (a) in [Abb.25]; Ductus der Spermatheka meist nicht kreisförmig aufgerollt, wenn annähernd kreisförmig, erreicht der Kreis nur die Hälfte der Gesamtlänge. Aedoeagus in Ventralansicht zu Beginn des Apikaldrittels schwach eingebuchtet. Südosteuropa, in Mitteleuropa kaum zu erwarten, die Meldung aus Mähren ist ein sehr großes Exemplar von praecox, die Meldung aus Thüringen gehört zu caucasica.

   ...nova Bernh.

OXYPODA NOVA
Abb.25
 
-- Durchschnittlich kleiner, meist 1,7-2,1 mm, aber bis 3,1 mm. Oft heller gelblichbraun, aber auch wie die vorige Art gefärbt. Mittelbrustkiel undeutlich, nur auf dem Mittelbrustfortsatz erkennbar. Mittelbrust schwächer dachförmig. Letztes Hinterleibsegment des ♀ gestreckter (Index 1,6-1,8). Ventrale Platte im Innern des letzten Hinterleibsegments des ♀ schwächer sklerotisiert, herzförmig (a) in; Ductus der Spermatheka kreisförmig aufgerollt, der Kreis erreicht zwei Drittel der Gesamtlänge. Seiten des Aedoeagus in Ventralansicht parallel. In Mitteleuropa wohl überall, mancherorts selten, in Kiefernwäldern im Osten der Tiefebene gebietsweise sehr häufig.

   ...praecox Er., 1839

 
#18 Hinterleib zur Spitze schwach verengt, ohne auffällige schwarze Beborstung. Bräunlichgelb oder schmutzig rötlichgelb, schwach glänzend. Kopf und Hinterleib bis auf die breit aufgehellten Hinterrand der Tergite, manchmal auch die Flügeldecken hell rotbraun, Fühlerbasis und Beine gelb. Ziemlich flach, von der Gestalt der äußerst ähnlichen exoleta. Fühler und Beine schlank, 3. Fühlerglied gestreckt, aber kürzer als das 2., vorletzte Glieder mäßig quer. 1. Hintertarsenglied etwa so lang wie die 3 folgenden Glieder zusammen. Halsschild 1/4 breiter als lang, die Flügeldeckennahtlänge entspricht der Halsschildlänge. Halsschild und Flügeldecken dicht und etwas raspelig, Hinterleib auf etwas glänzendem Grund sehr dicht und deutlich punktiert. 2,3-2,6 mm. Westeuropäisch, nach Osten in Ausbreitung begriffen, mehrfach in Hannover.

   ...lurida Woll., 1857

 
-- Hinterleib zur Spitze stark zugespitzt verengt, die letzten Tergite am Hinterrand und an den Seiten mit sehr langen und kräftigen schwarzen Borsten besetzt. Kiefertaster extrem verlängert [Abb.26]. (Baeoglena Thomson).

   ...19

OXYPODA PRAECOX
Abb.26
 
#19 Blassgelb oder rötlichgelb, einfarbig oder mit schwach verdunkeltem Hinterleib. Halsschild so breit wie die Flügeldecken, aber nur mäßig quer (1/4-1/3), stark gewölbt und nach vorn stark verengt. Schulterlänge der Flügeldecken kürzer als der Halsschild. Oberseite auf glänzendem Grund sehr fein und dicht, etwas körnelig punktiert. Fühler kräftig, zur Spitze anschwellend stärker verdickt, Glied 3 wesentlich kürzer als 2, vorletzte Glieder etwa doppelt so breit wie lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.27]. 1,7-2,1 mm. In der Bodenstreu, in Mäusegängen, bei Ameisen etc., wohl überall aber ziemlich selten, im Westen sehr selten oder fehlend.

   ...praecox Er., 1839

OXYPODA PRAECOX.GIF
Abb.27
 
-- Mit praecox weitgehend übereinstimmend. Dunkler rotgelb, Halsschild reichlich 1/3 breiter als lang und weniger stark gewölbt, so daß er nach vorn schwächer verengt erscheint. Merklich größer: 2-2,5 mm. Süd- und Südosteuropa, nach Mitteleuropa einstrahlend.Lohse fand die Art in Mähren, sie wurde auch aus Thüringen gemeldet.

   ...nova Bernh.

 
#20 Kopf groß, vorgestreckt, rundlich, 1/10 breiter als eine Flügeldecke (messen!); Halsschild schmal, nur 1/4 breiter als lang und wesentlich schmaler als die relativ langen Flügeldecken, deren Schulterlänge die Halsschildbreite übertrifft. Bunte Arten mit dunklem Kopf und gelbrotem, manchmal etwas angedunkeltem Halsschild [Abb.28]. 3. Fühlerglied so lang oder kürzer als das 2., vorletzte Fühlerglieder deutlich quer. Kiefertaster schlank, Glied 3 länger als das 1. Fühlerglied.(Mycetodrepa Thoms.).

   ...21

OXYPODA ALTERNANS
Abb.28
 
-- . Flügeldecken an den Schultern nicht länger als die Halsschildbreite, andernfalls völlig anders gefärbt oder Halsschild stärker quer und (oder) so breit wie die Flügeldecken.

   ...23

 
#21 Halsschild und Flügeldecken dicht, (x50) deutlich raspelig punktiert [Abb.28], Hinterleib zugespitzt, auf mattem Grund sehr fein und sehr dicht, aber deutlich punktiert, dicht anliegend, seidenschimmernd behaart. Flügeldecken und Hinterleib rötlichgelb, Flügeldecken um das Schildchen und in den Außenwinkeln, sowie vor der Hinterleibspitze ein ± breites Querband gebräunt [Abb.29]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.30] [Abb.31] [Abb.32] [Abb.33]. 3,2-3,8 mm. In faulenden Pilzen überall gemein und oft zahlreich.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...alternans (Grav., 1802)

OXYPODA ALTERNANS
Abb.29
OXYPODA ALTERNANS.GIF
Abb.30
OXYPODA ALTERNANS
Abb.31
OXYPODA ALTERNANS2.JPG
Abb.32
OXYPODA ALTERNANS
Abb.33
 
-- Flügeldecken einfach eingestochen punktiert; Hinterleib zur Spitze nur schwach verengt, auf glänzendem Grund weniger dicht punktiert und behaart, ohne Seidenschimmer. Etwas kleiner.

   ...22

 
#22 Oberseite nur schwach glänzend. Der alternans sehr ähnlich, aber gewöhnlich kontrastreicher gefärbt. Halsschild schmäler und nach vorn stärker verengt als dort, Flügeldecken ausgedehnter verdunkelt, ganz braun, oder mit einem schrägen helleren Längswisch. Hinterleib sehr deutlich etwas weniger dicht als dort punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.34]. 2,9-3,1 mm. In Pilzen; viel seltener als alternans, aber mit Ausnahme der Tiefebene wohl überall. Im Alpengebiet stellenweise häufig.

   ...formosa Kr., 1856

OXYPODA FORMOSA.GIF
Abb.34
 
-- Oberseite, besonders der Hinterleib, glänzend. Kopf und Hinterleib bis auf die Spitze und die Hinterrand der Tergite schwarz oder dunkelbraun, Halsschild und Flügeldecken schmutzig gelbrot, Flügeldecken meist mit dunklem Längswisch an der Seite, Fühlerbasis und Beine gelb. Flügeldecken gewölbter und betonter parallelseitig als bei formosa und alternans; Hinterleib viel deutlicher und nur mäßig dicht, zur Spitze weitläufiger punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.35]. 2,8-2,9 mm. Sehr selten, aber wohl weit verbreitet, da sowohl in Skandinavien als auch in Niedersachsen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Süditalien. (lucens Muls.Rey, 1853)

   ...arborea Zerche

OXYPODA ARBOREA.GIF
Abb.35
 
#23 Ziemlich große Art von 4,5 mm mit auffällig dick gerandetem Hinterleib; Oberseite dicht und kräftig raspelig punktiert. Siehe miranda Roub. LZ    >>>49  
-- Hinterleib bei Arten ähnlicher Größe niemals auffällig dick gerandet und raspelig punktiert.

   ...24

 
#24 Oberseite glänzend, Halsschild rauh behaart und mit ziemlich langen Seitenborsten. Hinterleib seitlich hell lang bewimpert. Siehe Gattung

   ...Maurachelia Bernh.

 
-- Halsschild ohne lange Seitenborsten (ausgenommen rugicollis). Wenn seine Oberseite rauh behaart ist, ist der Untergrund nicht glänzend. Hinterleib nicht seitlich hell und lang bewimpert.

   ...25

 
#25 Hinterleib nach hinten deutlich verengt und meistens fein seidenschimmernd behaart, oder nicht deutlich verengt, dann aber Fühler schlank, ihr 3. Glied nicht oder kaum kürzer als das 2. oder die vorletzten Glieder nicht oder schwach quer.

   ...26


O. islandica, die in diese Gruppe gehört, aber hinsichtlich dieser Merkmale eine Ausnahme macht, wird auch beim Gegensatz berücksichtigt.
 
-- Hinterleib nach hinten nicht oder nur schwach verengt, vorletzte Fühlerglieder deutlich quer, 3. Fühlerglied wesentlich kürzer als das 2.. Nur Arten unter 3 mm (ausgenommen miranda).

   ...48

 
#26 Hinterleib nicht zugespitzt verengt Fühler schlank, vorletzte Glieder nicht oder kaum merklich quer. Halsschild und Flügeldecken rotgelb, braungelb oder rotbraun. (Sphenoma Mannh.).

   ...27

 
-- Schwarze oder dunkelbraune Arten, andernfalls der Hinterleib nach hinten sehr deutlich verengt.

   ...31

 
#27 Halsschild vor der Mitte am breitesten, kaum quer, fast quadratisch, seitlich schwach gerundet. Flügeldecken außerordentlich kurz, halb so lang wie der Halsschild; Augen sehr klein, kaum halb so lang wie die gerundet erweiterten Schläfen des großen Kopfes; Hinterleib breit, parallel. Vorderkörper deutlich, Flügeldecken etwas körnig punktiert. Hinterleib seidenschimmernd behaart. Rotbraun oder braun, Fühlerbasis und Beine rötlichgelb. 3,5 mm. Aus den Karpaten bis in die alpine Region der hohen Tatra vordringend.

   ...montana Kr.

 
-- Halsschildform völlig anders, Flügeldecken länger.

   ...28

 
#28 2-2,5 mm; 3. Fühlerglied wesentlich kürzer als das 2.; im übrigen in Form und Skulptur völlig mit rufa übereinstimmend. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.36]. Nordpaläarktische Art, die angeblich in den Alpen, aber auch in Thüringen und Schlesien gefunden wurde. Nachprüfbare Stücke aus Mitteleuropa lagen Lohse nicht vor.

   ...islandica Kr.

OXYPODA ISLANDICA.GIF
Abb.36
 
-- Größere Arten von 3-4 mm, deren 3. Fühlerglied nicht oder wenig kürzer als das 2. ist.

   ...29

 
#29 Hinterleib auf sehr glänzendem Grund vorn fein und dicht, nach hinten weitläufiger (x50) sehr deutlich punktiert; die Punktur des verloschen querwellig chagrinierten 5. vollständigen Tergits wenig dicht, die Punktabstände mehrfach größer als die Punkte. Schwarz oder pechbraun, Halsschild, Flügeldecken und Tergithinterränder leuchtend braunrot, Fühler und Beine rötlichgelb. Flügeldeckenseitenlänge geringer als die Halsschildlänge. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.37]. 3-3,5 mm. An trockenen Orten unter Pflanzenrosetten etc. nicht häufig; im Westen und Südwesten verstreut und selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...togata Er., 1837


Die in der Färbung ähnliche bicolor hat längere Flügeldecken und ein kürzeres 3. Fühlerglied..
OXYPODA TOGATA.GIF
Abb.37
 
-- Hinterleib auf deutlich chagriniertem, schwach glänzendem Grund sehr fein und dicht, hinten (x50) nur undeutlich punktiert; die Punktur dort kaum weitläufiger als an der Basis. Dunkelbraun, Halsschild, Flügeldecken und Hinterrand der Tergite rotbraun oder (besonders ♂) heller rotgelb, Fühler und Beine rotgelb.

   ...30

 
#30 Schlanker und durchschnittlich kleiner: 3,2-3,5 mm. Fein anliegend behaart, 5. vollständiges Tergit mit zahlreichen auffälligen Kahlpunkten, aus denen längere Börstchen entspringen. Halsschild 1/4 breiter als lang. Ausnahmsweise heller gefärbte Stücke von vicina, siehe Leitzahl    >>>38  
-- Größer und breiter: 3,5-4 mm. Vorderkörper rauh behaart. Halsschild seitlich kräftiger gerundet, nach vorn stärker verengt, 1/3 breiter als lang. Flügeldeckenseiten etwas länger als der Halsschild. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.38]. Diese variable Art dürfte wohl in ganz Mitteleuropa vorkommen. In der Ebene in der kalten Jahreszeit sehr verstreut und selten an feuchten Orten, nach Süden verbreiteter, besonders montan. Im Alpengebiet stellenweise nicht selten und bis über 2000 m anzutreffen.

   ...rufa Kr., 1856


Großen Stücken der rufa ähnlich wird eine Art aus Südwesteuropa, die bei uns wohl kaum zu erwarten ist. Kopf deutlicher als der Halsschild punktiert, Flügeldecken erheblich kürzer. 2. Hintertarsenglied ziemlich lang, und daher das 1. Glied nur so lang wie Glied 2 und 3 zusammen, nicht wie bei rufa so lang wie Glied 2, 3 und 4 zusammen.

   ...platyptera Fairm.

OXYPODA RUFA.GIF
Abb.38
 
#31 Halsschild gelbrot, bedeutend breiter als die Flügeldecken an den Schultern und so lang oder länger als die Flügeldeckenseitenlänge. Braun, Kopf oft, Flügeldecken immer gelbrot, Fühlerbasis und Beine gelb. Oberseite äußerst fein und dicht, auf den Flügeldecken deutlicher als auf dem übrigen Körper punktiert. 5. vollständiges Tergit wie bei vicina mit zahlreichen glänzenden Kahlflecken upd längeren Borsten. Von den ähnlich gefärbten togata, rufa und bicolor durch dicht seidenschimmernd behaarten, (x50) nicht erkennbar punktierten lang zugespitzten Hinterleib gut zu unterscheiden. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.39]. 3-3,5 mm. An trockenen, sonnigen Stellen; gern an alten Bäumen bei Ameisen, auch unter Faulstoffen. Stellenweise und nicht häufig; nach Westen selten oder gebietsweise fehlend.

   ...abdominalis (Mannh., 1830)

OXYPODA ABDOMINALIS.GIF
Abb.39
 
-- Halsschild schwarz oder braun, seltener bräunlichgelb, dann aber Arten unter 2,5mm.

   ...32

 
#32 5. vollständiges Tergit deutlich aber ± weitläufig oder spärlich punktiert; dabei glänzend oder nur durch dichteres Chagrin matt. Hinterleib vom 4. vollständigen Tergit an mit längeren Seitenborsten. 1. Hintertarsenglied nie länger als Glied 2 und 3 zusammen. Hierher einige Arten der Atheta-Untergattung Acrotona, die entweder früher als Oxypoden angesehen wurden oder leicht für solche gehalten werden können.

   ...Acrotona Muls. Rey

 
-- 5. vollständiges Tergit entweder deutlich und dicht oder (x50) undeutlich und äußerst dicht punktiert. Hinterleib ohne kräftige Seitenborsten. 1. Hintertarsenglied so lang oder gewöhnlich länger als Glied 2 und 3 zusammen.

   ...33

 
#33 Körper schwarz oder dunkelbraun.

   ...34

 
-- Körper ± hell, Halsschild braungelb. Schwach glänzend. Kopf, 3., 4. und Vorderhälfte des 5. vollständigen Tergites schwärzlich oder braun, Halsschild gewöhnlich heller braungelb, der übrige Körper dunkel braungelb oder hell rotbraun; Fühlerbasis und Beine rotgelb. Halsschild 1/4 bis höchstens 1/3 breiter als lang, Flügeldeckennaht so lang wie der Halsschild, Hinterleib wenig, aber durchaus deutlich verengt. Fühler ziemlich kurz, zurückgelegt den Halsschildhinterrand nicht erreichend, Glied 3 kürzer als 2: Hintertarsen schlank, Basalglied etwa so lang wie die 3 folgenden Glieder zusammen. Oberseite sehr dicht, aber (x50) sehr deutlich und etwas rauh punktiert und dicht anliegend gelblich behaart. 6. Sternit [Abb.40]; Aedoeagus, Spermatheka [Abb.41]. 2-2,6 mm. In ebenen Gebieten und in Tallagen weit verbreitet, aber nur im Norden häufiger. Gern auf bebauten und salzhaltigen Böden.

   ...exoleta Er., 1839


Beachte auch lurida, Leitziffer    >>>18
OXYPODA EXOLETA
Abb.40
OXYPODA EXOLETA.GIF
Abb.41
#34 Halsschild stark quer, um die Hälfte breiter als lang. Hinterleib auf +/- glänzendem Grund bis zur Spitze sehr deutlich und dicht punktiert. Siehe Gattung

   ...Hygropora Kr.

 
-- Entweder Halsschild bedeutend schwächer quer, oder der Hinterleib zur Spitze nicht deutlich punktiert.

   ...35

 
#35 3,5-4 mm. Halsschild kaum (1/6-1/8) quer, +/- rundlich, etwa in der Mitte am breitesten; Flügeldeckenseiten wenig länger als der Halsschild. Schwarz, Fühlerbasis und Beine braun, Oberseite mit Ausnahme des deutlicher punktierten Kopf äußerst fein und dicht punktiert, Hinterleib seidenschimmernd, matt, nach hinten kaum verengt. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.42]. An schattigen Waldsümpfen und in Mooren verstreut und ziemlich selten, vorzugsweise im Osten und im Gebirge; nach Westen, und in den Alpen nur sehr selten oder fehlend. (griseosericans Roubal).

   ...funebris Kr., 1856

OXYPODA FUNEBRIS.GIF
Abb.42
 
-- Kleiner, Halsschild stärker quer oder hinter der Mitte am breitesten.

   ...36

 
#36 Halsschild stark quer, fast um die Hälfte breiter als lang, nahe der Mitte am breitesten, und dort breiter als die Flügeldecken an den Schultern; seine Hinterwinkel breit verrundet. Flügeldeckenseitenlänge länger als der Halsschild, Hinterleib zur Spitze nur schwach verengt. Fühler schlank, vorletzte Glieder höchstens kaum merklich quer. Oberseite äußerst fein und sehr dicht, auf dem großen Kopf und den Flügeldecken deutlicher punktiert, matt glänzend. Schwarz oder z. T. dunkelbraun, Fühlerbasis und Beine braun. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.43]. 2,2-2,6 mm. Im Osten selten verstreut und selten in Moorgebieten, im Süden und Westen sehr selten oder fehlend.

   ...lentula Er., 1837

OXYPODA LENTULA.GIF
Abb.43
 
-- Halsschild schwächer quer oder näher zur Basis am breitesten oder (und) Hinterleib nach hinten fast konisch verengt.

   ...37

 
#37 1. Hintertarsenglied erheblich länger als die beiden folgenden Glieder zusammen, meistens sogar so lang oder länger als die 3 folgenden Glieder.

   ...38

 
-- 1. Hintertarsenglied nur so lang wie die 2 folgenden Glieder zusammen.

   ...44

 
#38 Größere Art von 3,2-3,5 mm; Halsschild nur 1/4 breiter als lang, vorletzte Fühlerglieder nur wenig quer. Zwischen der anliegend seidenschimmernden Grundbehaarung des Hinterleibs finden sich zahlreiche (auf dem 5. vollständigen Tergit 14-20) Kahlpunkte, aus denen längere Haarborsten entspringen. Hinterleib (x50) sehr fein und dicht punktiert. Sehr dunkel gefärbt, manchmal bis auf Fühlerbasis und Beine ganz schwarz; glänzender als die verwandten Arten. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.44]. In Skandinavien tritt diese Art nur in einer auffällig hellen Form auf, die dann schwer von abdominalis zu unterscheiden ist; sie hat aber nicht den lang zugespitzten Hinterleib dieser Art. Von dieser Rasse lag Lohse auch ein Exemplar aus Holstein vor. Verstreut und selten; an sonnigen, trockenen Orten, auf Sandboden unter Flechtenrasen.

   ...vicina Kr., 1856

OXYPODA VICINA.GIF
Abb.44
 
-- Unter 3,2 mm; Hinterleib ohne auffällige Kahlpunkte; auf dem 5. vollständigen Tergit lassen sich gewöhnlich 4, höchstens 5 längere Haarbörstchen erkennen (bei induta manchmal mehr, aber kaum erkennbare Kahlpunkte).

   ...39

 
#39 Fühler schlank, vorletzte Glieder nicht quer. Leicht kenntlich an dem schmalen Kopf und dem relativ kleinen Halsschild, der nur 1/4 breiter als lang ist, und nicht breiter als die Flügeldecken an den Schultern. Hinterleib äußerst fein und dicht skulptiert, (x50) nicht erkennbar punktiert, dicht seidenschimmernd behaart. Schwarzbraun bis braun, matt, Flügeldecken oft heller braun, Tergithinterrand aufgehellt, Fühlerbasis und Beine rötlichgelb. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.45]. 2,8-3,2 mm. An Kompost; verstreut und selten, in der Ebene sehr selten.

   ...induta Muls.Rey, 1861

OXYPODA INDUTA.GIF
Abb.45
 
-- Kopf deutlich quer, Halsschild im Vergleich zu den Flügeldecken größer. Vorletzte Fühlerglieder meistens deutlich quer, andernfalls Arten unter 2,8 mm.

   ...40

 
#40 Schlank, Hinterleib nach hinten nur schwach verengt, Halsschild schwach quer, 1/4 breiter als lang, mit verrundeten Hinterwinkeln; Fühler schlank, vorletzte Glieder schwach quer. Schwarz bis schwarzbraun, Beine etwas heller. Zwei sehr ähnliche Arten. In Mitteleuropa nur hohe Lagen der Alpen und Brockengipfel.

   ...40a


Beachte auch Cyrtonychochaeta fugaevaccarum.
 
-- Hinterleib konisch verengt. Körper weniger schlank. Halsschild mit deutlich markierten Hinterwinkeln; Fühler meistens mit deutlichen queren vorletzten Gliedern.

   ...42

 
#40a Durchschnittlich größer (2,7-3,8 mm) und oft robuster. Bei kräftigen Exemplaren Fühlerglied 4 deutlich gestreckt. Wegen der großen Variabilität beider Arten aber nur nach den Genitalien sicher von tirolensis zu trennen. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.46]. Alpen und Apennin, in Mitteleuropa nur Tirol: Stubaier Alpen und Venedigergruppe sowie Steiermark: Rinsennock.

   ...densa (Fauvel)

OXYPODA DENSA.GIF
Abb.46
 
-- Durchschnittlich kleiner (2,5-3,0 mm), schlanker und weniger robust. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.47]. Großbritannien, Pyrenäen, Harz, Alpen, Apennin; in Deutschland bisher nur Brockengipfel.

   ...tirolensis Gredl., 1863

OXYPODA TIROLENSIS.GIF
Abb.47
 
#42 Fühler kräftig, vorletzte Glieder um die Hälfte breiter als lang. Augen so lang wie die Schläfen. Kopf kurz hinter den Augen am breitesten, dort nur wenig breiter als am Augenhinterrand. Dunkelbraun, Halsschild, Flügeldecken und Tergithinterrand heller braun, Fühlerbasis oft und Beine braungelb. Halsschild 1/3 breiter als lang oder noch stärker quer, Flügeldeckennaht so lang oder länger als der Halsschild. Halsschild und Flügeldecken sehr fein und dicht, Hinterleib äußerst fein und dicht punktiert, dicht anliegend seidenschimmernd behaart. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.48]. 2,5-3,2 mm. Überall gemeine Art. (umbrata (Gyllh.))

   ...brevicornis (Steph., 1832)

OXYPODA BREVICORNIS.GIF
Abb.48
 
-- Fühler schlanker, vorletzte Glieder um weniger als die Hälfte breiter als lang. Kopf vom Augenhinterrand nach hinten deutlich erweitert und dann nach hinten stärker verengt. 2,5-2,8 mm. Im übrigen mit umbrata weitgehend übereinstimmend. Seltene Arten der höheren Lagen des Alpengebietes.

   ...43

 
#43 Größte Kopfbreite weit hinter dem Augenhinterrand. Augen etwa so lang wie die erweiterten Schläfen. Halsschild mehr als 1/3 breiter als lang, Körper breiter und robuster als umbrata gebaut. Halsschild fast so rauh punktiert und behaart wie bei skalitzkyi. Fühler schlank, 1. Glied der Hintertarsen merklich länger als die 3 folgenden Glieder zusammen. In alpinen Lagen des Tauerngebietes und am Gotthard-Pass; verbreitet.

   ...alni Bernh.

 
-- Größte Kopfbreite kurz hinter den etwas kleineren Augen. Schmäler als umbrata und alni gebaut, Halsschild schwächer quer. 1. Hintertarsenglied wie bei umbrata so lang wie die 3 folgenden Glieder zusammen. Im Gebiet der Karnischen Alpen mehrfach. Siehe brevicornis Leitzahl    >>>42  
#44 Behaarung auf Kopf, Halsschild und Flügeldecken locker und mit zahlreichen kurzen aufgerichteten Härchen durchsetzt, die von der Seite oder schräg von oben gesehen deutlich als abstehend erkennbar sind. Fühlerbasis und Beine rötlichgelb. Dunkelbraun, Halsschild, Flügeldecken und Tergithinterrand heller braun, manchmal sogar der Halsschild hell rötlichbraun. Fühler kräftig, vorletzte Glieder um die Hälfte breiter als lang. Kopfform wie bei carnica, von welcher sie sich außer durch die kürzeren Hintertarsen durch den um mehr als 1/3 breiteren Halsschild auch bei abgeriebenen Stücken unterscheiden läßt. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.49]. 2,2-2,5 mm. Über die höheren Gebirge von Nord- und Mitteleuropa weit verbreitet; nicht häufig.

   ...skalitzkyi Bernh., 1902

OXYPODA SKALITZKYI.GIF
Abb.49
 
-- Behaarung des Vorderkörpers durchaus anliegend.

   ...45

 
#45 Flügeldeckennaht nicht länger als der Halsschild. Dunkelbraun, Halsschild, Flügeldecken, Tergithinterrand und Fühler heller braun, Beine braungelb. Oberseite sehr fein punktiert und daher etwas seidig glänzend; im Ganzen viel glatter als skalitzkyi und umbrata. Halsschild 1/3 breiter als lang, wenig schmäler als die nach hinten kaum erweiterten Flügeldecken. Von skalitzkyi auch durch die dunklere, nicht wie dort gegen den übrigen Fühler abstechend hellere Fühlerbasis auf den ersten Blick zu unterscheiden. Fühler ziemlich kurz, aber zur Spitze wenig verdickt. vorletzte Glieder etwa 1/3 breiter als lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.50]. 2,2-2,6 mm. Mit Ausnahme der Tiefebene weit verbreitet, aber selten; vorzugsweise in Wärmegebieten, in Wäldern des Hügellandes.

   ...doderoi Bernh., 1902

OXYPODA DODEROI.GIF
Abb.50
 
-- Flügeldeckennaht beträchtlich länger als der Halsschild, die Flügeldecken dadurch weniger quer erscheinend, und ihre Fläche im Verhältnis zum Halsschild größer wirkend. Oberseite und Fühler bis auf deren etwas hellere Basis schwarz, Beine gelblichbraun. Vorletzte Fühlerglieder etwa 1/3 breiter als lang. Halsschild gut 1/3 bis fast 1/2 mal breiter als lang, wesentlich schmäler als die nach hinten erweiterten Flügeldecken. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.51]. 1,8-2,2 mm. In trockenem Mist; im mittleren und südlichen Mitteleuropa weit verbreitet und nicht selten, im Norden und Osten fehlend. (sericea Heer, 1839)

   ...carbonaria (Heer, 1841)

OXYPODA SERICEA.GIF
Abb.51
 
#48 Hinterleib auffällig dick gekantet. Flügeldecken und vordere Tergite (x50) sehr deutlich raspelig punktiert. (Demosoma Ths.).

   ...49

 
-- Hinterleibsrandung von normaler Breite.

   ...50

 
#49 Halsschild dicht und fein, einfach eingestochen punktiert. Einfarbig gelbrot, höchstens die Basis der mittleren Tergite angedunkelt. Oberseite matt glänzend, dicht und ziemlich kräftig gelb behaart. Halsschild ziemlich gewölbt, nach vorn stark verengt, etwa 1/4 breiter als lang, etwa so lang wie die Flügeldecken, Fühler ziemlich lang, aber die vorletzten Glieder fast doppelt so breit wie lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.52]. 2,5-3 mm. In der Ebene verstreut und sehr selten.

   ...testacea Er., 1837

OXYPODA TESTACEA.GIF
Abb.52
 
-- Gestalt wie testacea. Augen klein, etwa 1/3 so lang wie die Schläfen. Halsschild schmäler als die Flügeldecken und so lang wie deren Schulterlänge. Oberseite ± einfarbig hell gelblich rotbraun. 3-4,5 mm. Bisher in der Slowakei und bei Hamburg gefunden.

   ...miranda Roub., 1929

 
#50 Flügeldecken und vordere Tergite (x50) deutlich raspelig punktiert. Halsschild mit deutlichen stumpfen Hinterwinkeln. Hinterleib zwischen den Punkten nicht chagriniert..

   ...51

 
-- Vordere Tergite nur fein eingestochen, sehr selten kräftiger (aber nie raspelig) punktiert, dann der Untergrund rhomboidisch genetzt.

   ...54

 
#51 Kopf kräftig und dicht punktiert. Hinterleib auf glänzendem Grund bis zur Spitze wenig dicht, kräftig und sehr deutlich punktiert. Körper schlank, betont parallelseitig, Kopf wenig schmäler als der schwach quere Halsschild (Halsschildindex 5:6). Flügeldeckenlänge etwas variabel, gewöhnlich deutlich länger als der Halsschild, dieser dicht und mäßig kräftig punktiert. Flügeldecken kräftiger, z. T. schwach quer verrunzelt punktiert. Fühler ziemlich dick und lang. Mittlere Glieder deutlich quer, Endglied stark entwickelt. Einfarbig dunkelbraun, Beine braungelb, oder heller gelblichbraun mit dunklerem Kopf und einem dunklen Querband auf dem Hinterleib. 2 mm. In Mitteleuropa, wie es scheint, sehr selten; nach Kraatz bei Berlin und Leipzig. Aus Deutschland sah Lohse bisher nur das Typusexemplar, sonst südosteuropäisch. (incognita Bernh.?).

   ...rugulosa Kr., 1856


Bei den ähnlichen Arten der Gattungen Ocyusida und Zoosetha ist der Kopf ebenfalls kräftig und dicht punktiert, bei ihnen ist aber das 1. Glied der Hintertarsen kürzer als die beiden folgenden zusammen.
 
-- Kopf sehr fein punktiert. Halsschild stärker quer.

   ...52

 
#52 Hinterleib zur Spitze wesentlich weitläufiger, auf dem 5. vollständigen Tergit kaum noch raspelig, sondern auf stark glänzendem Grund (x50) weniger dicht, ± eingestochen punktiert und lockerer behaart. Augen fast so lang wie die Schläfen, hinter den Augen erweitert und nach hinten stärker verengt. Rötlichgelb oder rostrot, Kopf und eine Querbinde in der Umgebung des 4. vollständigen Tergits angedunkelt oder schwarz; seltener ist das Tier dunkler braunrot und der Hinterleib bis auf die Hinterrand der Tergite braun oder das ganze Tier dunkelbraun (obscura Korge). Flügeldecken normal sehr kurz, ihre Seitenlänge wesentlich kürzer als der Halsschild; sehr selten kommen Stücke mit längeren Flügeldecken vor (var. wagneri Korge), deren Seitenlänge die Halsschildlänge erreicht oder sogar übertrifft. Derartige Tiere sind dann nur mit größter Aufmerksamkeit an der Hinterleibpunktur, etwas kürzeren Fühler und gewöhnlich größeren Augen von tarda zu unterscheiden. Aedoeagus etwas kleiner, die Spitze in seitlicher Ansicht breitergerundet [Abb.53], Spermatheka [Abb.54]. 1,9-2,3 mm. Wohl überall in Tallagen und in der Ebene; besiedelt trockenere und wärmere Lebensräume auf Sand- oder Kalkboden; nicht häufig.

   ...brachyptera (Steph., 1832)

OXYPODA BRACHYPTERA2.GIF
Abb.53
OXYPODA BRACHYPTERA
Abb.54
-- Der brachyptera äußerst ähnlich. Punktur des ganzen Hinterleibs sehr dicht, auf dem 5. vollständigen Tergit nicht weitläufiger als vorn und deutlich raspelig. Halsschild etwas schwächer skulptiert als die Flügeldecken (bei brachyptera etwa gleichstark). Kopf und Hinterleib dunkler, Halsschild, Flügeldecken und Hinterrand der Tergite heller rotbraun, Fühlerbasis und Beine gelbrot; insgesamt etwas dunkler als brachyptera. Aedoeagus etwas größer, die Spitze in seitlicher Ansicht schärfer gerundet [Abb.55], Spermatheka [Abb.56]. 2,3-2,7 mm. Gewöhnlich in feuchteren Biotopen auf schwereren Boden, viel seltener. Da auch in Sachsen gefunden, dürfte die Art viel weiter verbreitet sein. (difficilis sensu Korge).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...tarda Shp., 1871


Von beiden Arten kommen geflügelte und ungeflügelte Formen vor; eine sichere Trennung ist nach dem ♂ Genital möglich. Da die Arten nur sehr selten am gleichen Fundort vertreten sind (Assing l.c.), können gleichzeitig gefangene ♀ mit großer Sicherheit zugeordnet werden.
OXYPODA TARDA2.GIF
Abb.55
OXYPODA TARDA
Abb.56
#54 Flügeldeckennaht so lang oder geringfügig kürzer als der Halsschild. 2 Arten, bei denen dieses Merkmal variiert, werden doppelt angeführt.

   ...58

 
-- Flügeldeckennaht erheblich, mindestens 1/4 kürzer als der Halsschild Vorderkörper sehr fein, Hinterleib außerordentlich fein punktiert. (Bessopora Thoms.).

   ...55


Verkürzte Flügeldecken haben auch noch folgende in der Tabelle schon ausgeschiedene Arten: montana LZ    >>>27 togata LZ    >>>29 praecox LZ    >>>19b nova LZ    >>>19b und brachyptera LZ    >>>52
 
#55 Flügeldecken extrem verkürzt, ihre Naht etwa halb so lang wie der Halsschild, ihre Seitenlänge nicht größer als die Hinterrandbreite einer Flügeldecken. Schläfen 3 mal so lang wie die sehr kleinen Augen. Braunrot oder bräunlichgelb, Hinterleib umfangreich gebräunt, seine Basis und die Fühler gelb. Fühler zur Spitze schwach verdickt, vorletztes Glied etwa um die Hälfte breiter als lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.57]. 2,2-2,6 mm. Unter sehr feuchtem Moos in subalpinen Wäldern, oft sehr zahlreich.

   ...parvipennis Fauvel


Die Spermatheka ist sehr variabel und kann der von soror [Abb.58] sehr ähnlich werden.
OXYPODA PARVIPENNIS.GIF
Abb.57
OXYPODA SOROR
Abb.58
-- Flügeldecken weniger verkürzt, Naht etwa 2/3 der Halsschildlänge messend. Eine Flügeldecken länger als breit. Kopf mit größeren oder ziemlich kleinen Augen, dann aber Schläfen nur etwa doppelt so lang.

   ...56

 
#56 Fühler ziemlich schlank, 3. Fühlerglied kaum kürzer als das 2., vorletzte Glieder höchstens um die Hälfte breiter als lang. Rötlichgelb oder blassgelb, höchstens das 4. und 5. vollständige Tergit schwach gebräunt. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.58]. 2-2,8 mm. Weit verbreitet aber selten verstreut, vor allem in montanen Gebieten; in der Ebene sehr selten, sonst wohl nicht häufig (boreomontan ?).

   ...soror Thoms., 1855

 
-- Fühler kurz und kräftig, 3. Glied viel kürzer als das 2., vorletzte Glieder mindestens doppelt so breit wie lang, andernfalls Körper dunkel gefärbt.

   ...57

 
#57 Gelbrot, ziemlich glänzend, einfarbig oder Kopf und ein Querband auf dem 4. und 5. vollständigen Tergit gebräunt. Oberseite äußerst fein, auf dem Hinterleib kaum deutlich erkennbar punktiert. Fühler zur Spitze anschwellend verdickt, vorletzte Glieder gut doppelt so breit wie lang und dadurch leicht von der ähnlichen soror zu unterscheiden. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.59]. 1,8-2,7 mm. In der Waldstreu wohl überall häufig, im Gebirge bis in die alpine Region aufsteigend.

   ...annularis Mannh., 1830

OXYPODA ANNULARIS.GIF
Abb.59
 
-- Braunrot bis schwarz, etwas glänzend. Kopf und Hinterleib mit Ausnahme der Spitze schwärzlich. Hinterleib sehr fein, aber (x50) deutlich punktiert. Vorletzte Fühlerglieder höchstens doppelt so breit wie lang. Hierher 3 Arten, welche wegen ihrer natürlicheren Einordnung an anderer Stelle abgehandelt werden. (filiformis, ferruginea, misella).

   ...63

 
#58 Hinterleib vollständig äußerst fein und dicht punktiert und dicht anliegend ,,seidenschimmernd" behaart.

   ...59

 
-- Hinterleib an der Basis dicht, zur Spitze weitläufiger, insbesondere auf dem 5. vollständigen Tergit wenig dicht punktiert, und lockerer, nicht seidenschimmernd behaart.

   ...65

 
#59 Fühler auffällig gestreckt, zurückgelegt bis zur Flügeldeckenmitte reichend, ihr 3. Glied kürzer als das 2., die Mittelglieder deutlich quer. Schmal und ziemlich langgestreckt, Halsschild kaum quer, Flügeldecken fast so lang wie zusammen breit. Schwarzbraun, Halsschild und Hinterrand der Tergite etwas heller braunrot, Fühler und Beine bräunlichgelb, Fühler meist umfangreich angedunkelt. Vorderkörper sehr fein, Hinterleib äußerst fein punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.60]. 1,8-2 mm. Im mittleren und südlichen Mitteleuropa verstreut und sehr selten.

   ...nigrocincta Muls.Rey, 1875

OXYPODA NIGROCINCTA.GIF
Abb.60
 
-- Fühler kürzer, den Hinterrand des Halsschilds höchstens geringfügig überragend.

   ...60

 
#60 Fühler kurz, fast keulig verdickt, zurückgelegt gerade bis zur Halsschildmitte reichend, vorletzte Glieder weit über doppelt so breit wie lang [Abb.61]. Rotbraun, Halsschild, Flügeldecken und Hinterrand der Tergite etwas heller, Fühler und Beine rotgelb [Abb.62]. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.63] [Abb.64]. 2-2,5 mm. LInter tiefen, feuchten Laublagen und in faulenden Pflanzenstoffen; in ganz Mitteleuropa verbreitet aber selten. (amoena Fairm.)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...flavicornis Kr., 1856

OXYPODA FLAVICORNIS
Abb.61
OXYPODA FLAVICORNIS
Abb.62
OXYPODA FLAVICORNIS.GIF
Abb.63
OXYPODA FLAVICORNIS
Abb.64
-- Fühler länger und weniger stark verdickt, vorletzte Glieder höchstens doppelt so breit wie lang.

   ...61

 
#61 Behaarung des Kopfes ± nach vorn gerichtet. Mikroskulptur des Hinterleibs auf den letzten Tergiten mit deutlicher Querstrichelung. Halsschild und Flügeldecken rotgelb oder braunrot, vorletzte Fühlerglieder nur schwach quer. Eine Art, welche wegen ihrer geringen Größe und ihres relativ kurzen 3. Fühlerglied leicht in dieser Gruppe gesucht wird. Vgl. islandica. LZ    >>>28  
-- Behaarung des Scheitels ± nach außen gerichtet. Mikroskulptur des Hinterleib rhomboidisch (schuppenförmig). Vorletzte Fühlerglieder deutlich quer.

   ...62

 
#62 Kopf mit kleinen Augen, Schläfen hinten deutlich erweitert, größte Kopfbreite deutlich hinter der Mittel. Hell rotbraun oder rotgelb, Kopf und Hinterleib teilweise dunkelbraun, Fühler und Beine rötlichgelb. Körper bei etwa gleicher Länge merklich breiter als filiformis, Hinterleib zur Spitze deutlich etwas verengt. Halsschild 1,3 bis 1,5 mal so breit wie lang. Fühler ziemlich kurz, vorletzte Glieder etwa um die Hälfte breiter als lang. Oberseite sehr fein und dicht, auf den Flügeldecken fein raspelig punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.65]. 2-2,6 mm. Fennoskandien; in Mitteleuropa nur im äußersten Nordosten (Ostpreußen).

   ...advena Mäkl., 1846

OXYPODA ADVENA.GIF
Abb.65
 
-- Kopf mit größeren Augen, Schläfen gleichmäßig gerundet, die größte Kopfbreite etwa in der Mittel. Normalfärbung dunkelbraun bis schwarz, nur unausgefärbt ähnlich hell wie advena. Flügeldecken oft verkürzt, Hinterleib betont parallel.

   ...63

 
#63 Schulterlänge der Flügeldecken und Halsschildlänge etwa gleich, Flügeldeckenlänge allerdings variabel. Fühler schlanker, vorletzte Glieder etwa 1,5 mal so breit wie lang. Pechschwarz oder dunkelbraun, Halsschild und Flügeldecken meist etwas heller, bei helleren Stücken auch die Hinterrand der Tergite und die Hinterleibspitze breit aufgehellt. Fühlerbasis meistens und Beine hell rötlichgelb. Halsschild 1/3 breiter als lang. Oberseite sehr fein und dicht punktiert. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.66]. 2,2-2,6 mm. Im mittleren und südlichen Mitteleuropa in Tallagen weit verbreitet, aber nur zeitweise häufiger. Im Nordwesten und Südwesten fehlend. Vorzugsweise auf Kalkboden und an Wärmestellen, gern in Nestern.

   ...filiformis Redt., 1849

OXYPODA FILIFORMIS.GIF
Abb.66
 
-- Schulterlänge der Flügeldecken ebenfalls variabel, aber immer wesentlich geringer als die Halsschildlänge. Fühler kürzer, vorletzte Glieder etwa doppelt so breit wie lang. Schwarzbraun, Halsschild und Flügeldecken rotbraun, Fühler rostrot mit wenig hellerer Basis, Beine rötlichgelb. 1,7-2,2 mm. Von der ähnlich kleinen brachyptera durch viel glattere Oberseite, rundlicheren Kopf sowie das rhomboidische Chagrin des Hinterleib gut zu unterscheiden. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.67]. Im mittleren und südlichen Mitteleuropa vermutlich weit verbreitet, aber selten. (solitaria Kr.)

   ...ferruginea Er., 1839

OXYPODA FERRUGINEA.GIF
Abb.67
 
#65 Halsschild nur 1/4 breiter als lang. Körper schlank. Oberseite ziemlich glänzend. Schwarz oder dunkelbraun, Hinterleibspitze von der Mitte des 5. vollständigen Tergits an abstechend hell rotgelb. Halsschild und Flügeldecken im Nahtwinkel oft umfangreich aufgehellt. Fühlerbasis und Beine rotgelb. Fühler kräftig, vorletzte Glieder etwa doppelt so breit wie lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.68]. 2-2,7 mm. In Ameisenhaufen regelmäßig, aber auch in Faulstoffen. Abends oft schwärmend.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...haemorrhoa (Mannh., 1830)

OXYPODA HAEMORRHOA.GIF
Abb.68
 
-- Halsschild mindestens 1/3 breiter als lang oder noch stärker quer.

   ...66

 
#66 Schwarzbraun, ziemlich glänzend, Halsschild und Flügeldecken rotgelb oder hell braunrot. Hinterrand der Tergite aufgehellt. Fühlerbasis und Beine rötlichgelb, unausgefärbt kann der Hinterleib bis auf ein dunkles Querband vor der Spitze hell sein. Halsschild und Flügeldecken deutlich etwas raspelig, Hinterleib etwas feiner punktiert. Fühler locker gegliedert, vorletzte Glieder etwa um die Hälfte breiter als lang. 1. Hintertarseng1d. etwa so lang wie 2 und 3 zusammen. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.69]. 2,5-3 mm. In Berggegenden wohl überall, aber ziemlich selten. (carnorum Scheerp.).

   ...bicolor Muls.Rey, 1853

OXYPODA BICOLOR.GIF
Abb.69
 
-- Schwarzbraun oder rotbraun, nur unausgefärbt ähnlich hell, dann aber nur der Halsschild hell und Flügeldecken und Hinterleib gleichfarbig dunkler. Fühler ähnlich wie bei Thiasophila mit dicht zusammengefügten mittleren Glieder; Hintertarsen auffällig dünn und ziemlich lang. Bei Ameisen lebende Arten.

   ...67

 
#67 Behaarung der Oberseite kräftig, etwas rauh. Halsschildseitenborsten deutlich und ziemlich lang. Oberseite mattglänzend, dunkel rotbraun. Kopf und Basis der vorderen Tergite schwarz. Fühler gelbbraun, ihre Basis und Beine rötlichgelb. Kopf wenig schmäler als der Halsschild, dieser 1/3 breiter als lang, seitlich schwach gerundet, nach vorn kaum stärker verengt. Basis einfach gerundet, Hinterwinkel stumpf. Flügeldecken nach hinten deutlich erweitert, wesentlich breiter, an der Naht nicht länger als der Halsschild; Halsschild ziemlich kräftig, dicht, Flügeldecken flach und unscharf. schwach verrunzelt punktiert. Halsschild vor der Basis und in der Mittellinie sanft eingedrückt. 2,2 mm. Die Art wurde von späteren Autoren mißdeutet. Mir liegt nur das Typusexemplar aus ,,Õsterreich" vor.

   ...rugicollis Kraatz (nec Bernh.)

 
-- Oberseite fein und anliegend behaart. Seitenborsten undeutlich.

   ...68

 
#68 Halsschild umfangreicher, nach vorn schwächer verengt [Abb.70]. Heller oder dunkler rotbraun, bei helleren Stücken meist der Kopf und die Mitte des Hinterleib dunkler, gelegentlich auch der Halsschild heller gelblichrot. Hinterleibspitze, Fühler und Beine rotgelb. Oberseite nur mattglänzend. Halsschild sehr fein aber nicht sehr dicht punktiert. Flügeldecken kurz, ihre Schulterlänge oft nicht länger als der Halsschild. Vorletzte Fühlerglieder um mehr als die Hälfte breiter als lang. Aedoeagus, Spermatheka [Abb.71]. 2-2,8 mm. Bei Formica rufa und fusca wohl überall, aber nicht häufig.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...formiceticola Märk., 1841

OXYPODA FORMICETICOLA
Abb.70
OXYPODA FORMICETICOLA.GIF
Abb.71
-- Halsschild kleiner, nach vorn stärker verengt [Abb.72], Flügeldecken länger.

   ...69

OXYPODA PRATENSICOLA
Abb.72
 
#69 Dunkel rotbraun, mattglänzend, mit Ausnahme der Halsschildform völlig mit dunklen Stücken der formiceticola übereinstimmend, und sicherlich nur eine Rasse dieser Art. 2,2-2,6 mm. Bei Formica pratensis im südöstlichen Mitteleuropa nicht besonders selten. (rugicollis Bernh. nec Kr.) formiceticola fa.

   ...pratensicola Lohse, 1970

 
-- Schwarzbraun, glänzend. Schultern, Flügeldeckenhinterrand und Hinterleibspitze geringfügig aufgehellt. Fühler und Beine gelbrot. Mit fa. pratensicola im übrigen weitgehend übereinstimmend, jedoch deutlicher punktiert, die Augen kleiner und der Halsschild jederseits vor der Basis mit einem sehr deutlichen Schrägeindruck, der bei jener Form nur manchmal andeutungsweise vorhanden ist. 2,6 mm. Im nordöstlichen Niedersachsen bei Formica exsecta (oder foreli?) sehr selten formiceticola fa.(exsecticola Lohse)

   ...pratensicola Lohse, 1970



 
  abdominalis
Acrotona
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brachyptera
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densa
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exoleta
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filiformis
flavicornis
formiceticola
formosa
funebris
haemorrhoa
Hygropora
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lentula
longipes
lugubris
lurida
magnicollis
Maurachelia
miranda
montana
mutata
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nigrocincta
nova
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parvipennis
platyptera
praecox
pratensicola
procerula
recondita
reyi
rufa
rugicollis
rugulosa
skalitzkyi
soror
spaethi
spectabilis
tarda
testacea
tirolensis
togata
vicina
vittata
     Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 19.07.2012 - 12:06:05
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