Gattung: Microlestes Schmid-Goebel 1846 Carabidae - Harpalinae - Lebiini - Dromiina
  von Arved Lompe (n. K. Holdhaus, R. Jeannel u.a.) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
  Kleine, flache Carabiden mit verkürzten Flügeldecken. Von der sehr ähnlichen Gattung Syntomus durch fehlenden Kinnzahn und hinten gerade oder nach innen schräg abgestutzte Flügeldecken zu unterscheiden. Fühler vom 3., selten vom 2. Glied ab behaart. Halsschild meist gerade, selten konvex nach hinten verengt. Bei einigen Arten haben die ♂ Auszeichnungen an den Mittelschienen oder auf dem Analsternit.  
#1 Flügeldecken mit weißgelbem Längsfleck oder einfarbig hell gelb.

   ...2

 
-- Flügeldecken ohne weißgelben Längsfleck, höchstens in der Mitte geringfügig bräunlich aufgehellt.

   ...7

 
#2 Große Arten: 2,4-3,5 mm. Fühlerwurzel fast stets wesentlich heller gefärbt als der übrige Teil des Fühlers (Ausnahme Mitte schmiedeknechti aus Palästina und sehr vereinzelte aberrante Exemplare des Mitte corticalis)

   ...3

 
-- Sehr kleine Arten: 2-2,6 mm. Fühlerwurzel niemals heller, aber sehr häufig dunkler als der übrige Teil des Fühlers. Arten aus Nordafrika, Arabien, Syrien und Zypern

   ...5

 
#3 Abdominalsternit beim ♂ in der hinteren Hälfte mit einem halbkreisförmigen, dicht und lang abstehend gelblich behaarten Eindruck [Abb.1]. Annulus receptaculi siehe [Abb.2]. Gedrungener, Kopf queroval, Schläfen von kaum 1/3 der Länge der großen Augen. Halsschild vor den mehr abgerundeten Hinterwinkeln meist nicht konkav verengt. Flügeldecken nur etwa 1/5 länger als zusammen breit. Schwarz, die 2 ersten Fühlerglieder gelbbraun, Flügeldecken mit 2 ziemlich scharf abgesetzten. langovalen gelbweißen Makeln (Nominatform). ♂ Analsternit mit halbkreisförmigem, gelb behaartem Eindruck. Penis: n. Jeannel [Abb.3], n. Holdhaus [Abb.4], Photo [Abb.5]. 2,5-3 mm. Über das Mittelmeergebiet, Südosteuropa, bis West- und Mittelasien verbreitet Besiedelt warme, trockene oder feuchte Gebiete, gern auf Salzboden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...corticalis (Dufour, 1820)

MICROLESTES CORTICALIS
Abb.1
MICROLESTES CORTICALIS
Abb.2
MICROLESTES CORTICALIS.GIF
Abb.3
MICROLESTES CORTICALIS
Abb.4
MICROLESTES CORTICALIS.JPG
Abb.5
 
-- Abdominalsternit in beiden Geschlechtern einfach. Annulus receptaculi des ♀ abweichend gebildet

   ...4

 
#4 Fühlerwurzel hellgelb. Schlanker. Kopf länglichoval, Schläfen halb so lang wie die Augen. Halsschild kurz vor den ziemlich scharfen Hinterwinkeln deutlich konkav verengt. Flügeldecken fast um die Hälfte länger als zusammen breit. Schwarz, Beine bräunlich, an den Fühlern die 2 ersten Glieder heller. Flügeldecken mit 2 ± großen, unscharfen weißgelben Längswischen. Analsternit ohne Auszeichnung. 2,4-3,4 mm. Aedoeagus n. Holdhaus [Abb.6], ♀ Annulus receptaculi [Abb.7]. Von Mittelitalien über Südosteuropa bis Südrußland verbreitet. In Mitteleuropa nur in Österreich und der Tschechoslowakei, selten. Stellt nach Wichmann dem Microphthorus micrographus (??) nach.

   ...plagiatus (Duftschm., 1812)

MICROLESTES PLAGIATUS
Abb.6
MICROLESTES PLAGIATUS
Abb.7
-- Fühler einfarbig, dunkel. Art von Jericho. Aedoeagus n. Holdhaus .

   ...schmiedeknechti Pic, 1900

 
#5 Präputialsack des ♂ ausschließlich mit zarten Schuppenkörnchen bewaffnet [Abb.8]. Fühler in der Regel einfarbig schmutzigbraun, Tarsen kürzer, kräftiger. Nordafrika (Palästina, Ägypten, Tunesien)

   ...vittipennis Sahlberg, 1907

MICROLESTES VITTIPENNIS
Abb.8
 
-- Präputialsack außer den Schuppenkörnchen noch mit einer Anzahl kräftiger Chitinzähne bewaffnet. Fühler strohgelb mit dunklerer Basis. 2 nach äußeren Merkmalen nicht zu trennende Arten aus Nordafrika und südliche Levante.

   ...6

 
#6 1 langer Haken im Inneren des Penis [Abb.9]. Cypern Syrien.

   ...baudii Fairmaire, 1892

MICROLESTES BAUDII
Abb.9
 
-- 1 langer und ein kürzerer dorsaler Haken im Innern des Penis [Abb.10]. Ägypten bis Algerien.

   ...vittatus Motsch., 1859

MICROLESTES VITTATUS
Abb.10
 
#7 Sehr kleine Arten: 1,8-2,4 mm, konstant ungeflügelt. Kopf an den Seiten hinter den Augen meist fast geradlinig nach hinten verengt, indem die Schläfen gegen den Halsteil des Kopfes nicht oder nur durch eine sehr geringfügige Knickung abgesetzt sind. Halsschild stark herzförmig, Flügeldecken an den Seiten oft ziemlich stark bauchig gerundet. Penis sehr zart, schwach chitinisiert, sehr klein, Spitze sehr kurz, ohne Differenzierung. Präputialsack mit zarten Schuppenkörnchen bewaffnet oder zusätzlich mit einer kleinen Gruppe von Chitinzähnen. ♀: Annulus receptaculi ohne Apophysen [Abb.11]. Arten aus Nordwestafrika, Südspanien, Sizilien, Griechenland, Kreta, Syrien.

   ...8

MICROLESTES GALLICUS
Abb.11
 
-- Größere Arten: 2,2 bis 3,6 mm, fast stets geflügelt (Ausnahmen Mitte gallicus und persicus und einzelne Exemplare von Mitte gracilicornis, negrita, fulvibasis, maurus). Penis anders gebaut, ♀: Annulus receptaculi mit [Abb.2] oder ohne Apophysen.

   ...12

MICROLESTES CORTICALIS
Abb.2
 
#8 Arten aus Zentralasien und Persien. Penis viel kräftiger, größer, Präputialsack außer den normalen Schuppenkörnchen mit einer Gruppe von Chitinzähnen.

   ...11

 
-- Arten aus den Mittelmeerländern. Penis sehr kurz und zart. Präputialsack ohne Chitinzähne, nur mit kleinen Schuppenkörnchen bewaffnet.

   ...9

 
#9 Sehr kleine Art: 1,8 - 2,1 mm. Kopf schlank, Halsschild stark herzförmig. Penis auffallend schwach chitinisiert, seitlich sehr stark komprimiert, in Dorsalansicht schmal und geradlinig; in Seitenansicht sehr hoch, die Spitze sehr kurz verrundet [Abb.12]. Westmediterran: Nordwestafrika bis Tunesien, Sizilien, Andalusien.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...mauritanicus Lucas, 1846

MICROLESTES MAURITANICUS.JPG
Abb.12
 
-- Größere Arten mit anderem Genital; auch aus dem östlichen Mittelmeergebiet.

   ...10

 
#10 2-2,2 mm. Penis ähnlich wie bei mauritanicus und creticus, etwa von der Mitte zur Spitze allmählich verengt, Präputialfeld fast bis an die Spitze reichend [Abb.13]. Griechenland: Zante, Peloponnes.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...apterus Holdhaus, 1912

MICROLESTES APTERUS.JPG
Abb.13
 
-- 2,15-2,4 mm. Flügeldecken an den Seiten stärker gerundet. Sonst dem apterus außerordentlich ähnlich. Penis ca 0,41 mm lang; Spitze [Abb.14]. Kreta.

   ...creticus Holdhaus, 1912

MICROLESTES CRETICUS
Abb.14
 
-- 2,2 mm. Kopf und Halsschild schmäler als bei den vorigen Arten, Flügeldecken an den Seiten weniger gerundet. Penis ähnlich wie bei creticus, aber nur 0,3 mm lang. Syrien.

   ...sahlbergi Holdhaus, 1912

 
-- 2,3 mm. Tunesien. Aedoeagus bei Aufsicht breit lappenförmig mit abgesetzter, schmal gerundeter Spitze [Abb.15] [Abb.16] [Abb.17]. (Im Inneren der ♀ sind keine sklerotisierten Strukturen zu finden.) = sahlbergi ?

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...sp2_tunesien

MICROLESTES SP2
Abb.15
MICROLESTES SP2
Abb.16
MICROLESTES SP2
Abb.17
 
#11 Fühler, Beine und Tarsen kräftiger gebaut, dunkler gefärbt. Halsschild quadratisch bis leicht quer. Ungeflügelt. 2,2 - 2,4 mm. Aedoeagus [Abb.18]. Nordpersien.

   ...persicus Holdhaus, 1912

MICROLESTES PERSICUS
Abb.18
 
-- Fühler und Beine schlanker, heller braun. Halsschild deutlich breiter als lang. 2,2-3,1 mm. Aedoeagus [Abb.19].Transkaspien, Turkestan.

   ...gracilicornis Holdhaus, 1912

MICROLESTES GRACILICORNIS
Abb.19
 
#12 Abdominalsternit beim ♂ vor dem Ende mit einem halbkreisförmigen, dicht und lang abstehend gelblich behaarten Eindruck [Abb.1]. Annulus receptaculi des ♀ siehe [Abb.2], Aedoeagus [Abb.5]. Große robuste Art mit breitem Pronotum. Fühlerwurzel fast immer gelblich. 2,5-3 mm. Halsschild schmaler, gewölbter, stärker nach hinten verengt. Auch der Kopf schmaler. Diese Form hat im Vergleich zur Nominatform gestrecktere Flügeldecken. ? sp. propria. (Vgl. Leitzahl    >>>3 ). Österreich (Burgenland), Tschechoslowakei (Böhmen). corticalis ssp.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...escorialensis Brisout, 1885

MICROLESTES CORTICALIS
Abb.1
MICROLESTES CORTICALIS
Abb.2
MICROLESTES CORTICALIS.JPG
Abb.5
 
-- Abdominalsternit beim ♂ ohne Behaarung; entweder ohne weitere Auszeichnung oder mit einem gekörnten Feldchen. Annulus receptaculi abweichend gebildet.

   ...13

 
#13 ♂ auf dem vorletzten [Abb.20] oder letzten Sternit [Abb.21] mit einem gepunkteten oder granulierten Feldchen.

   ...14

MICROLESTES REITTERI
Abb.20
MICROLESTES FISSURALIS
Abb.21
-- Vorletztes und Abdominalsternit des ♂ einfach. Flügeldecken kräftig chitinisiert und daher an ausgereiften Exemplaren auch in getrocknetem Zustande fast niemals eingefallen.

   ...18

 
#14 ♂ am Ende des vorletzten Sternits mit einem querovalen Feldchen aus dichtstehenden tiefen punktförmigen Grübchen. Penis wie in [Abb.22] und [Abb.23] dargestellt. Mittelschienen des ♂ am Innenrande fast gerade, ihre innere Apikalecke spitz vortretend. Spanien.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...reitteri Holdhaus, 1921

MICROLESTES REITTERI
Abb.22
MICROLESTES REITTERI.JPG
Abb.23
-- ♂ auf dem Abdominalsternit mit einem granulierten Feldchen. Flügeldecken fast stets mit sehr deutlichem bräunlichem Anflug, wenig stark chitinisiert und daher an getrockneten Exemplaren fast stets eingefallen, mit hinten klaffender Naht. (Käfer schlank, mit schmalem Pronotum).

   ...15

 
#15 Tarsen auffallend lang und schlank. Hinterschenkel in beiden Geschlechtern in ihrem distalen Drittel sehr ausgesprochen nach einwärts gekrümmt, beim ♂ mit lang spornartig ausgezogener innerer Apikalecke. Letzter freiliegender Abdorninalsternit beim ♂ in seiner distalen Hälfte mit einem etwa halbkreisförmigen, grob spitzkörnig skulptierten Felde. Aedoeagus [Abb.24]. 2,8-3,4 mm. Art aus Palästina, Mesopotamien, Sinai.

   ...syriacus Brisout, 1885

MICROLESTES SYRIACUS
Abb.24
 
-- Tarsen von normaler Stärke. Hinterschenkel in beiden Geschlechtern fast gerade, ihre innere Apikalecke beim ♂ nicht oder nur äußerst kurz zahnförmig vortretend. Das granulierte Feldchen des letzten freiliegenden Abdominalsternits des ♂ viel flacher, feiner und ganz gleichmäßig gekörnt, von abweichender Form und Lage

   ...16

 
#16 Granulierter Fleck auf dem Analsternit des ♂ groß, 1/3 [Abb.25] bis 2/3 der Sternitlänge einnehmend.

   ...17

MICROLESTES ABEILLEI
Abb.25
 
-- Granulierter Fleck auf dem Analsternit des ♂ klein, 1/4 der Sternitlänge einnehmend, sehr fein granuliert [Abb.21]. Kopf und Halsschild matter, chagriniert. Penisspitze lang, mit langem rückwärts gerichtetem Haken. [Abb.26] [Abb.27]. 2,4-3,1 mm. Von Italien über Südosteuropa, Kleinasien, Syrien, den Kaukasus bis West- und Mittelasien verbreitet. Nur im südöstlichen Mitteleuropa: Österreich (Burgenland) und Tschechoslowakei.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...fissuralis Rtt., 1900

MICROLESTES FISSURALIS
Abb.21
MICROLESTES FISSURALIS.JPG
Abb.26
MICROLESTES FISSURALIS
Abb.27
 
#17 Granulierter Fleck auf dem Analsternit des ♂ groß, 1/3-1/2 der Sternitlänge einnehmend, dreieckig oder oval [Abb.25]. Kopf und Halsschild glänzend. Penisspitze kurz mit kurzem rückwärtsgerichtetem Haken (n. Holdhaus [Abb.28], n. Jeannel [Abb.29], Photo [Abb.30] . Art aus dem westlichen Mittelmeergebiet und aus Unteritalien und Dalmatien.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...abeillei Brisout, 1885


MICROLESTES ABEILLEI
Abb.28
MICROLESTES ABEILLEI.GIF
Abb.29
MICROLESTES ABEILLEI
Abb.30
 
-- Granulierter Fleck auf dem Analsternit des ♂ groß, rund, fast 2/3 der Sternitlänge einnehmend. Spitze des Penis vor dem Haken länger und dünner [Abb.31] [Abb.32]. Nordafrika.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...brisouti Holdhaus, 1912

MICROLESTES BRISOUTI
Abb.31
MICROLESTES BRISOUTI.JPG
Abb.32
#18 Große, sehr auffallend stark lackglänzende Arten aus Zentralasien oder Nordwestafrika.

   ...19

 
-- Oberseite ohne auffallenden Lackglanz.

   ...20

 
#19 2,9-3,6 mm. Aedoeagus [Abb.33]. Transkaspien, Turkestan.

   ...politulus Reitter, 1900

MICROLESTES POLITULUS
Abb.33
 
-- 2,9 mm (Oberlippe - Flügeldeckennahtwinkel). Flügeldecken in der Mitte glänzend, zu den Seiten matter. Miroskulptur sehr fein, sehr gestreckt quermaschig. ♂ mit nur sehr schwach verbreiterten Vordertarsen, Mittel- und Hinterschienen mit der Spur eines Zähnchens an der Spitze, sonst ohne Auszeichnung. Fühler und Beine einfarbig schwarz. Aedoeagus [Abb.34]. Marokko, Agadir; Tunesien.

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MICROLESTES MAROKKO1.JPG
Abb.34
 
#20 Oberseite dunkel bronzefarbig. Käfer vom Habitus des minutulus, mit querem Halsschild. Beine gelb, alle Schenkel oder nur die Vorderschenkel gebräunt, Flügeldecken mitunter mit gelblichem Anflug. Beim ♂ die Mittelschienen am Innenrande gerade, in ihrer distalen Hälfte innen mit 4 bis 5 flach buckelförmigen Kerben, ihre innere Apikalecke kurz und stumpf buckelig nach innen vortretend. Aedoeagus [Abb.35]. 3-3,3 mm. Ägypten.

   ...flavipes Motsch., 1859

MICROLESTES FLAVIPES
Abb.35
 
-- Oberseite schwarz, mehr oder minder glänzend, oft mit grünlichem Schimmer.

   ...21

 
#21 Käfer extrem schlank, von geringer Größe: 2,3 mm. Halsschild auffallend schmal, nach hinten stark verengt. Flügeldecken ebenfalls sehr schmal. Zypern.

   ...stricticollis Baudi, 1864

 
-- Käfer nicht so auffallend schlank.

   ...22

 
#22 Fühler schwarz, die Fühlerwurzel fast stets rötlich- bis bräunlichgelb. Penis wie in [Abb.36] [Abb.37] und [Abb.38] dargestellt.

   ...23

MICROLESTES FULVIBASIS
Abb.36
MICROLESTES PHENAX.JPG
Abb.37
MICROLESTES SCHROEDERI
Abb.38
 
-- Fühler meist konstant einfarbig dunkel. Penis abweichend gebildet.

   ...25

 
#23 An den Fühlern konstant nur das erste Glied gelbbraun oder gelbrot gefärbt, selten auch die Basis des 2..

   ...24

 
-- An den Fühlern in der Regel das erste und zweite Glied, selten nur das erste Glied rötlichgelb. Halsschild fast immer deutlich quer. Oberseite meist mit leichtem metallischen Anflug. Penis im Innern ausschließlich mit zarter Körnchenskulptur [Abb.38]. Annulus receptaculi sehr groß, an seinem linken Polende mit sehr großer, ballonförmiger, halsartig abgesetzter Apophyse [Abb.39]. Balkan, Südrußland, Sibirien, Nordmongolei. In Mitteleuropa in Österreich und der Slowakei.

   ...schroederi Holdhaus, 1912

MICROLESTES SCHROEDERI
Abb.38
MICROLESTES SCHROEDERI
Abb.39
#24 Halsschild in der Regel quadratisch. Penis im Innern außer der normalen Körnchenskulptur mit drei Gruppen schlanker, langer, spitzer Chitinzähne (n. Holdhaus [Abb.36], n. Jeannel [Abb.40], Photo [Abb.41]). Annulus receptaculi klein, am linken Polende mit unscheinbarer, nicht abgesetzter Apophyse (Fig. 19) West-, Südeuropa, Balkan, Kleinasien, Kaukasus, Südrußland, Mittlerer Osten. In Mitteleuropa in der Slowakei und Ungarn (hier nur in salinen Habitaten).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...fulvibasis Reitter, 1900

MICROLESTES FULVIBASIS
Abb.36
MICROLESTES FULVIBASIS.GIF
Abb.40
MICROLESTES FULVIBASIS
Abb.41
 
-- Halsschild ca 1,3 x so breit wie lang (messen!). 1. Fühlerglied sowie die Spitze der Mandibeln und Taster bräunlichgelb. Schienen und Tarsen heller als die Schenkel. Mittelschienen des ♂ innen fast gerade, an der Spitze mit einem nach innen gerichteten Dorn. Oberseite durch die Mikroskulptur seidenmatt glänzend. Auf den Flügeldecken die Streifen durch eine feine Narbung angedeutet. Länge (Oberlippe - Flügeldeckenspitze am Nahtwinkel) 2,5 mm. Aedoeagus [Abb.37]. völlig anders gebaut. Marokko, Hoher Atlas.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...phenax Antoine, 1940

MICROLESTES PHENAX.JPG
Abb.37
 
#25 Käfer tiefschwarz, breit und kurz gebaut, mäßig groß: 2,2-2,8 mm. Pronotum ungemein stark transversal, mit sehr prononcierten Hinterecken. Beim ♂ die Vordertarsen auffallend schwach verdickt, die Mittelschienen am Innenrande nahezu gerade, an ihrer inneren Apikalecke leicht stumpfeckig nach innen erweitert oder nahezu einfach, Hinterschienen einfach. Penis klein (0,375-0,42 mm) sehr zart und schwächlich gebaut, der unscheinbare Apex ohne Differenzierung, Präputialsack ausschließlich mit zarter Körnchenskulptur (n. Holdhaus [Abb.42], n. Jeannel [Abb.43], Photo [Abb.44]). Receptaculum seminis lang ballonförmig, oralwärts (in situ) sich in zwei Schläuche gabelnd. Annulus receptaculi ein zarter Ring ohne Apophysen. Geflügelt. Sehr häufige Art aus den Mittelmeerländern und aus Zentralasien, Kanaren, Madeira.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...luctuosus Holdhaus, 1904

MICROLESTES LUCTUOSUS
Abb.42
MICROLESTES LUCTUOSUS.GIF
Abb.43
MICROLESTES LUCTUOSUS
Abb.44
 
-- ♂: Penis gedrungener (Photo [Abb.45], n. Jeannel [Abb.46]). Iberische Halbinsel, Südwesteuropa. (Vielleicht Synonym zu luctuosus).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...chobauti Jeannel, 1942

MICROLESTES CHOBAUTI.JPG
Abb.45
MICROLESTES CHOBAUTI
Abb.46
-- Käfer in der Regel minder tiefschwarz, von abweichendem Habitus. Kopulationsapparat abweichend gebildet.

   ...26

 
#26 Hinterschienen beim ♂ an ihrer inneren Apikalecke nach innen in einen sehr kleinen, kurzen, aber bei starker Lupenvergrößemng sehr deutlichen spitzen Sporn oder in ein kurzes spitzes Zähnchen ausgezogen. Käfer groß, Pronotum schmal, Tarsen schlank. Arten aus dem nordwestlichen Afrika, Sizilien, Kalabrien, Südspanien.

   ...27

 
-- Hinterschienen in beiden Geschlechtern gleich gebildet, einfach.

   ...28

 
#27 Hinterschienen beim ♂ an ihrer inneren Apikalecke kaum merklich spitz vortretend. Apex des Penis an seiner Spitze hakig nach abwärts gekrümmt [Abb.47]. Iberische Halbinsel.

   ...ibericus Holdhaus, 1912

MICROLESTES IBERICUS
Abb.47
 
-- Hinterschienen beim ♂ an ihrer inneren Apikalecke sehr deutlich spitz ausgezogen. Apex des Penis abweichend gebildet [Abb.48]. Nordwestafrika.

   ...levipennis Lucas, 1849


In Sizilien und Kalabrien eine Unterart, die sich im Bau des ♂ Genitals unterscheidet [Abb.49]. ssp.

   ...bedeli Holdhaus, 1912

MICROLESTES LEVIPENNIS
Abb.48
MICROLESTES BEDELI
Abb.49
#28 Penis mit langem, schlankem, an der Spitze knopfförmig verbreitertem und hakig nach abwärts gekrümmtem Apex [Abb.47]. Mittelschienen des ♂ am Innenrande fast gerade, ihre innere Apikalecke spitz vortretend. Spanien. Siehe ibericus Holdh. LZ    >>>27  
-- Penis abweichend gebildet

   ...29

 
#29 ♂ am Ende des vorletzten Sternits mit einem querovalen Feldchen aus dichtstehenden tiefen punktförmigen Grübchen [Abb.20]. Penis wie in [Abb.22] [Abb.23] dargestellt. Mittelschienen des ♂ am Innenrande fast gerade, ihre innere Apikalecke etwas spitz vortretend. Spanien.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...reitteri Holdhaus, 1921

MICROLESTES REITTERI
Abb.20
MICROLESTES REITTERI
Abb.22
MICROLESTES REITTERI.JPG
Abb.23
 
-- Penis abweichend gebildet.

   ...30

 
#30 Käfer von zarterem, kleinerem (2,2 bis 3,1 mm) Körperbau, mit schlanken, zarten Fühlern und Tarsen. Fühler oft bräunlich, Mittelschienen beim ♂ am Innenrande nahezu gerade, ihre innere Apikalecke leicht nach innen vortretend. Penis siehe [Abb.18] und [Abb.19]. Arten aus Zentralasien und Persien.

   ...31

MICROLESTES PERSICUS
Abb.18
MICROLESTES GRACILICORNIS
Abb.19
-- Käfer mit kräftigen Fühlern und Tarsen und von kräftigerem, im Durchschnitt größerem Körperbau: 2,2 bis 3,5 mm. Fühler konstant tiefschwarz. Kopulationsapparat abweichend gebildet.

   ...32

 
#31 Fühler, Beine und Tarsen kräftiger gebaut, dunkler gefärbt. Halsschild quadratisch bis leicht quer. Ungeflügelt. 2,2 - 2,4 mm. Aedoeagus [Abb.18]. Nordpersien.

   ...persicus Holdhaus, 1912

 
-- Fühler und Beine schlanker, heller braun. Halsschild deutlich breiter als lang. 2,2-3,1 mm. Aedoeagus [Abb.19].Transkaspien, Turkestan.

   ...gracilicornis Holdhaus, 1912

MICROLESTES GRACILICORNIS
Abb.19
 
#32 Penis kurz (0,35 bis 0,5 mm), vor der Spitze mit einem scharfem, nach unten gerichtetem Zahn (n. Holdhaus [Abb.50], n. Jeannel [Abb.51], Photo [Abb.52]). Annulus receptaculi siehe [Abb.53]. Mittelschienen des ♂ am Innenrande nahezu gerade, im distalen Drittel des Innenrandes fast stets mit einigen sehr flachen, unregelmäßigen Kerben, ihre innere Apikalecke sehr kurz, mitunter kaum merklich, stumpf zahnförmig nach innen vortretend. Fast stets geflügelt. Mitteleuropäische Exemplare (Aedoeagus [Abb.54]) meist klein, mit transversalem, recht stark nach hinten verengtem Halsschild, ostmediterrane Exemplare in der Regel etwas größer, das Dorsalfeld des Pronotums oft quadratisch oder selbst etwas länger als breit. 2,2 bis 3,2 mm. Von Madeira über Europa ohne den hohen Norden, Kleinasien, den Kaukasus, bis Westasien verbreitet. In Mitteleuropa hauptsächlich im Osten und Norden, sonst selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...maurus (Sturm, 1827)

MICROLESTES MAURUS
Abb.50
MICROLESTES MAURUS.GIF
Abb.51
MICROLESTES MAURUS2
Abb.52
MICROLESTES MAURUS
Abb.53
MICROLESTES MAURUS.JPG
Abb.54
 
-- Penis länger: 0,58 bis 0,79 mm, ohne Widerhaken. Annulus receptaculi abweichend gebildet. Mittelschienen des ♂ am Innenrande in ihrer distalen Hälfte sehr deutlich flach ausgebuchtet (nur bei Mitte seladon ziemlich gerade), in der Regel ohne Andeutung von Kerbung, ihre innere Apikalecke viel kräftiger, spitz zahnförrnig nach innen vortretend. Im Durchschnitt wesentlich größere (2,5-3,5 mm), mehr parallel gebaute Formen, Halsschild fast stets quer, nach hinten meist schwächer verengt; nur der stets ungeflügelte Mitte gallicus Holdh. aus Südfrankreich und Spanien zeigt oft maurus-artigen Habitus.

   ...33

 
#33 Anscheinend stets ungeflügelt. Penis klein (0,58 bis 0,63 mm), im Innern nur mit zarter Körnchenskulptur, Apex nicht oder kaum ventralwärts abgebogen mit gestreckter, gerader Spitze ( n. Holdhaus [Abb.55], n. Jeannel [Abb.56]). Mittelschienen des ♂ deutlich gebogen. Durchschnittlich kleinere, minder parallel gebaute Form; 2,5 bis 3,3 mm. Südfrankreich und Iberische Halbinsel.

   ...gallicus Holdhaus, 1912

MICROLESTES GALLICUS
Abb.55
MICROLESTES GALLICUS.GIF
Abb.56
-- Fast stets vollkommen geflügelt. Penis größer (0,6-0,79 mm), abweichend gebildet. Durchschnittlich größere, parallel gebaute Exemplare; 2,3-3,5 mm.

   ...34

 
#34 Mittelschienen des ♂ in der distaIen Hälfte ihres Innenrandes nur sehr schwach ausgebuchtet. Große Art, 3 - 3,5 mm. Flügeldecken mit flachen Streifen. Penis schlank, mit ventralwärts abgebogenem Apex ( [Abb.57], n. Holdhaus [Abb.58], n. Jeannel [Abb.59]), Präputialsack außer der normalen Körnchenskulptur mit drei Gruppen mäßig großer Chitinzähne. Annulus receptaculi siehe [Abb.60]. Südeuropa und Kleinasien, selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...seladon Holdhaus, 1912


MICROLESTES SELADON.JPG
Abb.57
MICROLESTES SELADON
Abb.58
MICROLESTES SELADON.GIF
Abb.59
MICROLESTES SELADON
Abb.60
-- Mittelschienen des ♂ in der distalen Hälfte ihres Innenrandes sehr merklich stärker flach bogenförmig ausgebuchtet. Penis abweichend gebildet

   ...35

 
#35 Penis mit asymmetrisch gelagerter Präputialpartie, langgestreckt, die Spitze lang und stark gebogen( n. Holdhaus [Abb.61], n. Jeannel [Abb.62], Photo [Abb.63]); Präputialsack ausschließlich mit zarter Körnchenskulplur. Annulus receptaculi an seiner linken Polpartie mit großer, im Innern hohler, kolbenförmiger Apophyse [Abb.64]. Halsschild wenig quer, viel länger als an der Basis breit. Der Halsschildhinterrand breit und mäßig nach hinten konvex. Querwellige Mikroskulptur der Oberseite tiefer. Mittelschienen des ♂ stark gebogen. Analsternit ohne Auszeichnung. Mitteleuropa und unmittelbar angrenzende Teile der meridionalen Subregion (Ober- und Mittelitalien, Istrien, Rußland, Kaukasus), Zentralasien und Sibirien. In Mitteleuropa meist häufig, nur im Norden und den Alpen selten. Bevorzugt sonnige Standorte.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...minutulus (Goeze, 1777)

MICROLESTES MINUTULUS
Abb.61
MICROLESTES MINUTULUS.GIF
Abb.62
MICROLESTES MINUTULUS
Abb.63
MICROLESTES MINUTULUS
Abb.64
-- Penis mit symmetrisch gelagerter Präputialpartie, ohne deutlich abgegrenzten Apex. Präputialsack neben der Körnchenskulptur mit 8 bis 10 kräftigen Chitinhaken( n. Holdhaus [Abb.65], n. Jeannel [Abb.66], Photo seitlich [Abb.67], von unten [Abb.68]). Annulus receptaculi viel kleiner, zarter, an seinem linken Polende nur mit einer dünnen, mützenschirmartigen Apophyse [Abb.69] [Abb.70] [Abb.71]. Bei den ♂ die Vordertarsen deutlich erweitert und die Mittelschienen zur Spitze gebogen. Madeira, Nordwestafrika, Südeuropa, Kleinasien, Syrien, Südrußland und Kaukasus.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...negrita (Wollaston, 1854)

MICROLESTES NEGRITA
Abb.65
MICROLESTES NEGRITA.GIF
Abb.66
MICROLESTES NEGRITA
Abb.67
MICROLESTES NEGRITA
Abb.68
MICROLESTES NEGRITA
Abb.69
MICROLESTES NEGRITA
Abb.70
MICROLESTES NEGRITA
Abb.71
 
-- Dem negrita sehr ähnlich, aber auf Grund der Genitalunterschiede eigenständige Art. Aedoeagus [Abb.72]. Annulus receptaculi mit einer Apophyse aus 2 Stiften [Abb.73]. Nordafrika, Teneriffa.

   ...angusteforcipatus Antoine, 1941

MICROLESTES ANGUSTEFORCIPATUS.GIF
Abb.72
MICROLESTES ANGUSTEFORCIPATUS
Abb.73
  abeillei
angusteforcipatus
apterus
baudii
bedeli
brisouti
chobauti
corticalis
creticus
escorialensis
fissuralis
flavipes
fulvibasis
gallicus
gracilicornis
ibericus
levipennis
luctuosus
marokko1
mauritanicus
maurus
minutulus
negrita
persicus
phenax
plagiatus
politulus
reitteri
sahlbergi
schmiedeknechti
schroederi
seladon
sp2_tunesien
stricticollis
syriacus
vittatus
vittipennis
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Erstellt am: 11.06.2014
Letzte Aktualisierung: 01.03.2018 - 11:55:06