Gattung Mecinus Germar Curculionidae - Mecininae
  Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse & Th. Tischler) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
  Körper gestreckt, einem Baris ähnlich, langoval oder zylindrisch. Halsschild oft so breit wie die Flügeldecken, diese mit Punktreihen oder -streifen, hinten gemeinsam verrundet. Pygidium wenigstens teilweise unbedeckt. Rüssel und Beine ziemlich kurz, Schenkel meistens, oft jedoch nur die Vorderschenkel des ♂, gezähnt. Klauen an der Wurzel verwachsen. Entwicklung an Plantago- und Linaria-Arten. In Europa 36 Arten.  
#1 Kleine Arten, < 2,5 mm.

   ...6

 
-- Größere Arten, > 2,5 mm, andernfalls Rüssel hakenförmig gekrümmt.

   ...2

 
#2 Die Seiten der Vorderbrust [Abb.1], der Halsschildhinterrand und die Umgebung der Halsschildhinterwinkel in großem Umfang anliegend weiß oder weißlichgelb beschuppt [Abb.2]. Bis auf die Tarsen einfarbig schwarz oder, da längere Zeit hindurch unausgefärbt, auch ± hell kastanienbraun. Länglichoval, Halsschild schmäler als die Flügeldecken, dicht und fein punktiert. Flügeldecken mit nicht streifig eingedrückten Punktreihen, sehr fein und nicht deckend behaart. Aedoeagus [Abb.3], Spermatheka [Abb.4]. . 2,8-3,7 mm. Verbreitung auffallend diskontinuierlich: Einerseits auf Salzboden an den Küsten der Nord- und Ostsee und des Atlantiks, jedoch nicht im benachbarten Binnenland, monophag an  Plantago maritima; andererseits von der Mongolei über Vorderasien und Osteuropa bis nach Mitteleuropa und Westeuropa verbreitet und aus der Tschechoslowakei, Thüringen, der Mark Brandenburg und Franken gemeldet, sowie über Österreich und die Schweiz bis nach Frankreich vorkommend. In diesen Gebieten lebt die Art an nicht salzgebundenen Plantago-Arten. Obgleich ektoskelettale oder Genitalunterschiede nicht zu erkennen sind, sollte man diesen Formen den Status biologischer Rassen zuerkennen. Die Larve bildet längliche Stengelgallen. Der Käfer überwintert, die neue Generation schlüpft Ende VII-IX.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...collaris Germ., 1821

MECINUS COLLARIS
Abb.1
MECINUS COLLARIS
Abb.2
MECINUS COLLARIS1.JPG
Abb.3
MECINUS COLLARIS
Abb.4
-- - Halsschild und Vorderbrust ohne Beschuppung. Halsschild etwa so breit wie die Flügeldecken, Körper daher ± zylindrisch. Flügeldecken mit eingedrückten Punktstreifen.

   ...3

 
#3 Oberseite ohne Metallschimmer.

   ...4

 
-- Wenigstens die Flügeldecken mit (meistens blauem) Metallschimmer.

   ...5

 
#4 Fühler und Beine rot, Fühlerkeule und Schenkel angedunkelt. Schwarz oder dunkelbraun, Rüsselspitze rötlich, Flügeldecken an den Seiten sowie manchmal auf der Hinterhälfte der Naht rostrot, selten, und dann meist unausgefärbt, umfangreicher rötlich. Behaarung der Oberseite dunkel, doch hat der Halsschild 3 helle Längsbinden und die Seiten der Flügeldecken ein Längsband verdichteter heller Behaarung. Schildchen hell behaart. 3-3,5 mm. Larvenentwicklung im Wurzelhals von  Plantago lanceolata; wird auch von weiteren Plantago-Arten angegeben. Der überwinternde Käfer findet sich vom Frühjahr bis in den Sommer an seiner Entwicklungspflanze. Mediterrangebiet, Großbritannien, Belgien; in Mitteleuropa diskontinuierlich: Elsaß, Rheinland sowie Slowakei, Mähren, ? Steiermark.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...circulatus (Marsh., 1802)

 
-- - Schwarz, Flügeldeckenspitze oft düster rötlich aufgehellt, Tarsen heller rötlich. Oberseite grau, fast anliegend, den Untergrund nicht deckend behaart. Der Nahtzwischenraum zur Spitze stärker erhaben und meistens etwas dichter bräunlich behaart [Abb.5]. 2,8-4 mm. Entwicklung im Wurzelhals verschiedener Plantago-Arten, besonders P. lanceolata. Käfer von VIII-V an den Pflanzen. Von Turkestan westlich über fast ganz Europa, den höheren Norden ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa überall und nicht selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pyraster (Hbst., 1795)

MECINUS PYRASTER
Abb.5
 
-- Ähnlich, aber mit dichter, die Oberseite fast deckender heller Behaarung. Tarsen lang und schlank, Körper sehr gestreckt. Mittelmeergebiet, nördlich bis Mittelfrankreich. (longiusculus Boh., 1845)

   ...barbarus Gyllenhal, 1838

 
#5 Rüssel gleichmäßig sanft gebogen [Abb.6]. Augen flach. Kopf grob punktiert. Halsschild grob und sehr dicht punktiert, matt. Flügeldeckenstreifen kräftig, fast so breit wie die Flügeldeckenzwischenräume, diese deutlich und sehr dicht punktiert, schwach querverrunzeÌt. Schwarz oder blauschwarz, Flügeldecken dunkelblau [Abb.7]. ♂: Vorderschenkel stark gezähnt.Aedoeagus [Abb.8]. 3-4,2 mm. Käfer von IV-IX, besonders im VI. Larvenentwicklung in den Stengeln von  Linaria-Arten. Süd- und Mitteleuropa; im allgemeinen verbreitet und nicht häufig, im Norden selten und gebietsweise fehlend. Nordgrenze in Holstein.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...janthinus (Germ., 1817)

MECINUS JANTHINUS
Abb.6
MECINUS JANTHINUS
Abb.7
MECINUS JANTHINUS.JPG
Abb.8
 
-- Rüssel hakenförmig gekrümmt [Abb.9]. Augen-Hinterrand auffällig kantenförmig aus dem Niveau der Kopfoberseite vorspringend. Kopf sehr fein und verstreut punktiert und mit einem Punktgrübchen auf der Stirn. Halsschild grob und dicht punktiert, schwach glänzend. Flügeldeckenstreifen sehr kräftig, etwas breiter als die Zwischenräume. Schwarz oder bläulichschwarz, Flügeldecken dunkelblau. ♂: Vorderschenkel ungezähnt. 1,9-2,7 mm. Die Larve bildet Stengelgallen in  Linaria vulgaris. Mitteleuropa und angrenzende Gebiete wie Belgien, Frankreich, Dänemark. In Mitteleuropa nur verstreut und aus wenigen Gebieten gemeldet, aber wohl oft übersehen, da gewöhnlich nur Tiere der neuen Generation im IX-X gefunden werden.

   ...heydeni Wenck., 1866

MECINUS HEYDENI.GIF
Abb.9
 
-- Dieser Art ähnlich, aber etwas größer, 2,8-3 mm, und die Stirn ohne Grübchen, Halsschild meistens, Flügeldecken oft bronzefarben, seltener blau. Aus Südrußland und Polen bekannt und durch Verschleppung auch in Südfrankreich heimisch geworden. Für die Angabe ,,Deutschland" bei Hoffmann fanden Lohse und Tischler keine Bestätigung.

   ...laeviceps Tourn.

 
#6 Rüssel kurz und dick, wenig länger als der Kopf, Rüsselbasis etwas breiter als die Stirn zwischen den Augen. Rüssel von oben und von der Seite gesehen zur Spitze stark konisch verengt, an der Basis doppelt so breit wie an der Spitze. Stirn und Oberseite des Rüssels bilden eine gerade oder fast gerade Linie (im Profil sichtbar). Halsschild gegenüber dem Schildchen mit kleinem, hellem Haarfleck. Die abstehende Behaarung auf den Zwischenräumen der Flügeldecken ist einreihig, mäßig lang, borstenförmig, weißlich. Körper schwarz; Fühler, Beine und Flügeldecken rotbraun, die Schenkel teilweise dunkelbraun. Die Basis der Flügeldecken, die Naht bis etwa zur Mitte oder etwas darüber hinaus und ein schräger Fleck vor der Spitze sind schwarz. 2-2,1 mm. Östliches Mittel- und Südeuropa, Dalmatien, Rumänien, Albanien, Griechenland, Anatolien, Südrußland. Vermutlich auf Plantago indica. VII .

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pirazzolii (Stierl., 1867)

 
-- Rüssel mindestens 1,5 x so lang wie der sichtbare Teil des Kopfes, oft mehr als doppelt so lang, gebogen. Stirn und Rüssel-Oberseite (von der Basis bis zur Fühlereinlenkung) bilden keine gerade Linie (Profilansicht!).

   ...7

 
#7 Habitus [Abb.10]. Halsschild an den Seiten mit rundlichen Schuppen besetzt, manchmal nur an den Hinterwinkeln, oder fast der gesamte Halsschild dicht und gleichmäßig beschuppt. Vorderschenkel mit äußerst kleinem, kaum erkennbarem Zähnchen. Kleinere Art: 1,3-1,8 mm. Basis des Halsschilds fast genau so breit wie die Basis der Flügeldecken. Halsschild an den Seiten und an der Basis nur mit sehr wenigen weißlichen Schuppen, sonst weiß behaart. Seitenlappen des 3. Tarsengliedes ragen nur etwas über das 4. Tarsenglied hinaus. Zwischenräume der Flügeldecken mit einer Reihe anliegender weißer Härchen, Punktstreifen mit noch feineren, anliegenden Härchen einreihig besetzt. 1,3-1,8 mm. Westliches und östliches Mitteleuropa, Südosteuropa, westliches Mittelmeergebiet, Rußland. Auf  Plantago media und  Plantago recurvata Larvalentwicklung in den Früchten. VI-X.

   ...plantaginis Epplh., 1875

GYMNETRON PLANTAGINIS
Abb.10
 
-- Halsschild auch an den Seiten nicht beschuppt, nur behaart oder mit Schuppenhaaren. Die Behaarung gleicht etwa derjenigen der Flügeldecken. Vorderschenkel mit oder ohne Zähnchen.

   ...8

 
#8 Flügeldecken rotbraun mit 2 ± unterbrochenen, quergestellten, dunkelbraunen bis schwarzbraunen Schrägbinden [Abb.11]; Flügeldeckenbasis, Naht (außer der Spitze) und die Seiten unterhalb der Schulter schwarz, schwarzbraun oder dunkelbraun. Körper schwarz, Schienen, Tarsen, Fühler und Rüsselspitze rotbraun. Fühlerschaft sehr kurz, nicht doppelt so lang wie das 1. Geißel-Glied. Schildchen dicht weiß behaart. Börstchenreihen auf den Flügeldecken ± deutlich einreihig, oft zusätzlich mit einigen eingestreuten Börstchen, daneben feine und anliegende Grundbehaarung, diese ± deutlich gereiht. Die Haarfarbe auf den Flügeldecken ist in den rotbraunen Bereichen weißlich, in den dunkelbraunen bis schwarzbraunen Bereichen pechbraun. 1,7-2,2 mm. Süd- und Mitteleuropa, südl. Nordeuropa. Auf Plantago lanceolata und (?) sempervirens. V-IX..

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...labilis (Hbst., 1795)

MECINUS LABILIS
Abb.11
 
-- Flügeldecken anders gezeichnet oder gefärbt. Fühlerschaft länger, mindestens doppelt so lang wie das 1. Geißel-Glied.

   ...9

 
#9 Flügeldecken auch an der Basis vollständig gelbrot. Halsschild und Kopf rotbraun bis dunkelbraun. Flügeldecken und Halsschild mit doppelter, dicht anliegender und fast senkrecht abstehender, goldgelber Behaarung. Beine und Fühler gelb, Klauen und Fühlerkeule angedunkelt. 1,6-2,2 mm. Mittel- und Südeuropa, Kaukasus, Kleinasien. Auf Plantago indica und (?) sempervirens. V-VIII .

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...ictericus Gyll., 1838

 
-- Flügeldecken zumindest an der Basis dunkelbraun oder schwarz.

   ...10

 
#10 Flügeldecken schwarz, nur mit anliegender, sehr feiner, weißer Behaarung, im letzten Drittel zur Spitze ist die Behaarung bräunlich. Schildchen dicht weiß behaart, ebenso die Halsschildbasis direkt gegenüber dem Schildchen. Körper schwarz, Tarsen und Schienenbasis dunkelbraun. Fühlerschaft und die ersten beiden Glieder dunkelbraun, die folgenden Fühlerglieder schwarzbraun. Halsschild weiß behaart, mit eingestreuten bronzefarbigen Haaren. 1,5-2,2 mm. Montan bis subalpin, Westbis Mittelalpen, Tirol. Sehr wahrscheinlich auf Plantago atrata, andere Wirtspflanzenangaben sind sehr zweifelhaft. VII-X.

   ...alboscutellatus (Hustache)

 
-- Flügeldecken mit doppelter, anliegender und abstehender Behaarung.

   ...11

 
#11 Beine zweifarbig: Schenkel schwarzbraun oder schwarz, Schienen und Tarsen gelbbraun; die Spitze des Klauengliedes und die Klauen angedunkelt. Fühler gelbbraun, die Keule angedunkelt; oder Beine und Fühler ganz schwarzbraun bis schwarz. Flügeldecken zwischen dem 3. und 8. Punktstreifen in der hinteren Hälfte mit rot- bis dunkelbraunem Schrägfleck [Abb.12]; seltener Flügeldecken einheitlich schwarzbraun bis schwarz [Abb.13]; nur in der hinteren Hälfte mit deutlich abstehenden Haaren. Körper schwarz. Etwas kleinere und breitere Art: 1,5-2,1 mm, rundlich-oval, Flügeldeckenseiten von der Basis bis zur Spitze gleichmäßig gebogen. Aedoeagus [Abb.14]. Süd- und Mitteleuropa, südliches Nordeuropa; Mittelmeergebiet, Kaukasus. Auf Plantago lanceolata. III-VIII, die häufigste Art der Gattung.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pascuorum (Gyll., 1813)

MECINUS PASCUORUM
Abb.12
MECINUS PASCUORUM
Abb.13
MECINUS PASCUORUM.GIF
Abb.14
 
-- Beine einheitlich hell- bis mittelbraun, Klauen dunkler. Fühler braun, die Keule angedunkelt. Körper schwarz. Flügeldecken hellbraun, die Basis ± breit schwarzbraun; die Naht und die Seiten bis etwa zur Mitte schwarzbraun; die dunkle Färbung der Flügeldecken zuweilen stärker ausgedehnt. Auf den Zwischenräumen von der Basis an einreihige, im letzten Drittel fast senkrecht abstehende Haare. Anliegende und abstehende Behaarung weißlich. Etwas größere und schlankere Art: 2-2,5 mm, länglich, Flügeldeckenseiten von der Basis bis zur Mitte parallel, von dort bis zur Spitze gebogen. Südostalpen, Südkärnten, Krain, Görz; sehr selten. Entwicklungspflanze unbekannt.

   ...ludyi Reitter

 
  alboscutellatus
barbarus
circulatus
collaris
heydeni
ictericus
janthinus
labilis
laeviceps
ludyi
pascuorum
pirazzolii
plantaginis
pyraster
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 18.06.2012
Letzte Aktualisierung: 11.11.2018 - 12:28:49