Gattung in ColKat anzeigen Gattung Eutrichapion Reitter Coleoptera - Rhynchophora - Apionidae - Apioninae
  Von Arved Lompe (n. L. Dieckmann, L. Behne) Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
  Flügeldecken mattschwarz, deutlich hell ± dicht behaart mit deutlichen Schultern, ziemlich kurz und breit, verkehrt eiförmig, kräftig gestreift. Unterrand der Augen mit ± dicht gestellten Haaren. Rüssel fast gerade oder schwach gebogen. Fühlereinlenkung in oder nahe der Mitte des Rüssels. Weitere Beschreibung der Untergattungen    >>>99 Die Arten leben auf Vicia-, Astragalus- oder Galega-Arten.  
#1 Körper auf der Unter- und Oberseite +/- dicht weiß behaart [Abb.1]. Flügeldecken mattschwarz, blau oder schwarzbläulich.

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EUTRICHAPION MELANCHOLICUM
Abb.1
 
-- Körper auf der Unter- und Oberseite ohne weiße Behaarung, kahl erscheinend. Flügeldecken blau-, dunkelblau- oder schwarzglänzend.

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#2 Flügeldecken mattschwarz, kurzoval, verkehrt eiförmig. Ober- und Unterseite ± dicht weiß behaart. ♂: Hinterbrust in der Mitte des Hinterrandes mit einem stumpfen, oft kaum sichtbaren Zahn oder flacher, glänzender Schwiele.

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-- Flügeldecken mattblau oder schwarzbläulich, langoval. Ober- und Unterseite ± dicht behaart. ♂: Hinterbrust in der Mitte des Hinterrandes mit einem kräftigen, oft spitzen Zahn.

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#3 Schenkel mit Ausnahme ihrer Spitze, Vorderschienen, manchmal auch die Vordertarsen und die Mittel- und Hinterschienen zum Teil gelbrot oder braunrot [Abb.2]; beim ♂ sind die ganzen Fühler, beim ♀ der Schaft und die basalen Geißelglieder gelbrot. Oberseite oft mit schwachem Beiglanz. Beim ♂ erstreckt sich die starke Augenbewimperung über den ganzen Kehlbereich [Abb.3] [Abb.4]. 1,9-2,4 mm. Paläarktisch verbreitet; in Mitteleuropa überall häufig; Larve oligophag an Vicia- und Lathyrus-Arten. Käfer von IV-X.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...viciae (Payk., 1800)

EUTRICHAPION VICIAE
Abb.2
EUTRICHAPION VICIAE
Abb.3
EUTRICHAPION VICIAE
Abb.4
 
-- Beine ganz schwarz.

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#4 Fühler ganz (♂) oder der Schaft und die basalen Geißelglieder (♀) gelbrot. Rüssel dünner, so lang wie der Halsschild (♂) oder etwas kürzer als Kopf + Halsschild zusammen (♀). Kopf, besonders beim ♂, schmaler, Fühlerbasisglied länger als die Basalbreite des Rüssels. 2-2,4 mm. Paläarktisch verbreitet; in Mitteleuropa überall häufig; Larve in den Blüten von Vicia- und Lathyrus-Arten, eventuell auch andere Leguminosen.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...ervi (Kirby, 1808)


Beachte auch die Bemerkung bei Hemitrichapion pavidum und gribodoi LZ    >>>5
 
-- Fühler vollständig schwarz, allenfalls die Basis des Schaftgliedes aufgehellt [Abb.5]. Rüssel dicker, beim ♂ etwas länger als der Halsschild, beim ♀ beträchtlich kürzer als Kopf + Halsschild zusammen. Fühlerschaftglied kürzer als die Basalbreite des Rüssels. Körper [Abb.6] durchschnittlich größer und robuster als bei ervi. 2,1-2,5 mm. Vorderasien, Europa ohne den Norden; in Mitteleuropa, verstreut und selten: Tschechoslowakei, Niederösterreich, Salzburg, Steiermark, Schlesien, Sachsen, Mittelelbe, Mecklenburg, Holstein, Oldenburg, Rheinland, Württemberg, Baden, Bayern, Südschweiz. Aus manchen Gebieten nur ein einzelner Fundort bekannt. Larvenentwicklung an Lathyrus, fast ausschließlich Lathyrus silvestris, im Südosten auch an Lathyrus tuberosus. Käfer von V-IX.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...melancholicum (Wenck., 1864)

EUTRICHAPION MELANCHOLICUM
Abb.5
EUTRICHAPION MELANCHOLICUM
Abb.6
#5 Größer: 2,3-2,9 mm. Flügeldecken blau oder dunkelblau. ♂: Augen groß, Basalhälfte der Fühlergeißel gelb; Fühler dünn und lang, die Keule nur wenig breiter, kaum abgesetzt, locker gegliedert. Vorderschienen abgeflacht und verbreitert. 1. Glied aller Tarsen, an den Vordertarsen am auffälligsten, verlängert, länger als die restlichen Tarsenglieder zusammen. ♀: Augen kleiner, Fühlerschaft und 1-2 Geißelglieder gelb. Fühler kürzer, die Keule deutlich abgesetzt. 1. Tarsenglied gestreckt, aber kürzer als die restlichen Glieder zusammen. Von Sibirien und Vorderasien über Europa bis Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa überall, aber nicht häufig; oligophag an Vicia-Arten. Larve unbekannt, Käfer von III-X.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...vorax (Hbst., 1797)

 
-- Kleiner: 2-2,3 mm; Flügeldecken schwarzblau, länglich, fast parallelseitig, 1,7-1,8 x so lang wie zusammen breit (♂) oder verkehrt eiförmig, etwa 1,6 x so lang wie zusammen breit (♀). Fühler in beiden Geschlechtern mit deutlich abgesetzter Keule, ganz gelb oder die letzten Geißelglieder und die Keule angedunkelt, aber nur selten so dunkel wie bei vorax. ♂: 1. Vordertarsenglied etwas verlängert, aber nicht länger als die übrigen Glieder zusammen. Von Vorderasien über die Balkanhalbinsel und das südliche Osteuropa bis Österreich und Norditalien verbreitet; in Mitteleuropa aus der Slowakei, Mähren und Niederösterreich bekannt. An Galega officinalis (Geißraute); Larve unbekannt. Käfer von V-VIII.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...gribodoi Desbr.


Wegen der gelben Fühlerbasis kann diese Art auch mit Hemitrichapion pavidum oder ervi LZ    >>>4 verwechselt werden. Diese Arten haben aber weniger gestreckte Flügeldecken, ein kahles Schildchen und kräftiger puntierten Halsschild mit deutlicher Mittelfurche; ervi außerdem keinen Blauschimmer auf den Flügeldecken..
 
#6 Halsschild hinter dem Vorderrand kräftig eingeschnürt, ziemlich stark, aber nur mäßig dicht punktiert, die tiefe Längsfurche auf der Hinterhälfte reicht wenigstens bis zur Mitte nach vorn. Schwarz, Flügeldecken blau. Behaarung der Oberseite sehr fein, aber (x 25) gut erkennbar. Rüssel mit geraden Seiten, Flügeldecken mit flachen Zwischenräumen. 2,2-2,7 mm. Von der Mongolei über Mittel- und Vorderasien sowie durch ganz Europa verbreitet; in Mitteleuropa nur sehr verstreut und in manchen Gebieten nicht nachgewiesen. Tschechoslowakei, Niederösterreich, Schlesien, Oberpfalz, Thüringen, Mittelelbe, Franken, Baden, Osttirol. Da auch in Dänemark, könnte auch eine unbelegte Angabe aus Hamburg stimmen. An Vicia cracca und Vicia tenuifolia sowie Astragalus glycophyllos. Käfer von V-VIII. (sundevalli Bob.).

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...facetum (Gyll., 1839)

 
-- Halsschild von der Mitte nach vorn in sanfter konkaver Schwingung verengt [Abb.7]. Halsschildpunktur mäßig dicht, aber fein, manchmal fast verloschen. Rüssel im Bereich der Fühlereinlenkung etwas verdickt. Oberseite kaum erkennbar, mikroskopisch fein behaart.

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EUTRICHAPION RHOMBOIDALE
Abb.7
 
#7 Vorderkörper und Unterseite mit ± deutlichem blauen Glanz [Abb.8]. Flügeldecken blau oder grünlichblau. Halsschild breiter als lang mit recht feiner, flacher Längsrinne vor dem Schildchen. Flügeldecken mit deutlich vortretenden Schultern, verkehrt eiförmig oder kurzoval, mit flachen Zwischenräumen. Kopf und Rüssel [Abb.9]. 2,2-3,2 mm. Von Vorderasien über Europa bis Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa verstreut und selten, in der Ebene sehr selten oder (im Nordwesten) fehlend. Oligophag an Vicia-Arten, nach Wagner auch an Onobrychis. Larvenentwicklung in den Hülsen. Käfer von IV-IX. (punctigerum auct.)

Meldungen in Google Earth anzeigen  Verbreitung in Deutschland  Gattung in ColKat anzeigen   ...punctiger (Payk., 1792)

EUTRICHAPION PUNCTIGER
Abb.8
EUTRICHAPION PUNCTIGERUM
Abb.9
-- Schwarz, Flügeldecken dunkelblau oder schwarz. Halsschild nicht oder kaum quer, mit feiner, langer Mittellängsrinne, seine Punktur fast erloschen. Flügeldecken mit abgeschrägten Schultern oder ohne Schulterbeule und dann an der Basis kaum breiter als die Halsschildbasis, kurzoval oder birnenförmig [Abb.7]. Flügel verkümmert. ♂: Vorder- und Mittelschienen am inneren Spitzen-Winkel mit feinem Dorn. 2,5-2,8 mm. Eine Art der eiszeitlichen Refugialgebiete der Alpen und jugoslawischen Gebirge. Aus Mitteleuropa nur aus Kärnten (Jovanberg im Obir-Gebiet an Vicia sylvatica, VI-VIII.). Da auch in Piemont und dem Wallis, wäre ein Auffinden an anderen Stellen der österreichischen Alpen möglich. Als Fraß- bzw. (?)Entwicklungspflanzen werden auch Genista anglica und Genista villarsii angegeben. (stierlini (Desbr.)).

  Gattung in ColKat anzeigen   ...rhomboidale Desbr.

EUTRICHAPION RHOMBOIDALE
Abb.7
 
#99 Untergattung Eutrichapion s. str.: Fühler ganz (♂) oder teilweise (♀) gelb. Halsschild dicht und kräftig punktiert, nach vorn verengt, an den Seiten schwach gerundet oder vorn und hinten leicht eingeschnürt. Halsschild mit Mittellängsfurche, zumindest auf der Hinterhälfte vorhanden. Vorderhüften und Seiten der Mittelbrust dicht weiß behaart, beim ♂ Behaarung der Oberseite, die Bewimperung des Augen-Unterrand und die Behaarung von Vorderhüften und Mittelbrust kräftiger. Rüssel beim ♂ bis fast zur Spitze behaart, beim ♀ Endhälfte kahl und glänzend (viciae, ervi).
Untergattung Phalacrolobus Alonso-Zarazaga: Fühler vollständig schwarz, allenfalls die Basis des Fühlerschaftgliedes aufgehellt (melancholicum).
Untergattung Cnemapion Bokor: Flügeldecken ± mattblau, ziemlich langgestreckt. Oberseite (auch das Schildchen) deutlich hell behaart. Unterrand der Augen ± mit dicht gestellten, weißen Haaren. Stirn fein längsgestrichelt. Fühlerschaft und wenigstens das 1. Geißelglied klar rötlichgelb, manchmal die ganzen Fühler gelb. Halsschild auf der Hinterhälfte ohne Mittellängsfurche oder nur schwach angedeutet, oft nur als haarfreie Linie. Auf der Unterseite sind Kopf, Vorderhüften und die Seiten der Brust dicht weiß behaart, die Bewimperung des Augenunterrandes beim ♂ besonders weiß. ♂: Hinterbrust hinter jeder Mittelhüften mit einem dicht behaarten Höcker, sowie einem spitzen Zahn in der Mitte des Hinterrand (vorax, gribodoi).
Untergattung Psilocalymma Alonso-Zarazaga: Flügeldecken dunkelblau oder blauschwarz glänzend, kurzoval, unauffällig behaart oder kahl erscheinend. Unterseite ohne dichte weiße Behaarung. Augen vorstehend, die Stirn längsgestrichelt. Rüssel kräftig und fast gerade, nach vorn etwas verengt, in beiden Geschlechtern kürzer als Kopf + Halsschild zusammen. Fühler beim ♂ und ♀ schwarz, höchstens die Basis des Fühlerschaftes etwas aufgehellt. Halsschild fein ± dicht punktiert, am Vorderoder Vorder- und Hinterrand leicht eingeschnürt. ♂: Hinterbrust, hinter den Mittelhüften ohne weiße Behaarung und Zahn (punctigerum, rhomboidale, facetum).
 
  ervi
facetum
gribodoi
melancholicum
punctiger
rhomboidale
viciae
vorax
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Erstellt am: 11.06.2014
Letzte Aktualisierung: 17.08.2022 - 14:51:18
Mit Determin Version 4.2.123-1 von Arved Lompe
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