Gattung Dicronychus Brullé Elateridae - Cardiophorinae
  Von Arved Lompe (n. Lohse, Leseigneur) Bitte Fehler und Ergänzungen an mailbox@lompe.de senden
  Von Cardiophorus lediglich durch die unterseits gezähnten Klauen verschieden und vielfach nur als Untergattung angesehen. Auch die Larven mit denen der vorigen Gattung übereinstimmend. Weitere europäische Arten, die ich nicht kenne siehe LZ    >>>99
#1 Halsschildhinterrand vor dem Schildchen mit einem breiten Vorsprung (Skutellarlappen), der jederseits tief eingebuchtet ist [Abb.1]. Die untergebogene Halsschildseitenrandlinie erreicht etwa 1/3 der Halsschildlänge [Abb.2].

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DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.1
DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.2
-- Skutellarlappen jederseits nur ganz flach eingebuchtet [Abb.3]. Eine Halsschildseitenrandlinie fehlt oder ist nur im Bereich der Halsschildhinterwinkel kurz ausgepragt [Abb.4]. ♂: Paramerenspitze ohne Andeutung eines Zähnchens [Abb.5].

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DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.3
DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.4
DICRONYCHUS EQUISETI.GIF
Abb.5
 
#2 Kleinere Art von 5,5-7,5 mm. Die inneren Streifen der Flügeldecken kräftiger und dichter punktiert, die Abstände der etwas langgezogenen Punkte meistens nicht größer als deren Durchmesser. Halsschild äußerst fein und dicht punktiert. Schwarz, Oberseite grau, feiner und kürzer als bei cinereus behaart. Fühlerbasisglied meistens und Beine rötlichgelb [Abb.6], Schenkel oft geschwärzt. Larve in Sandboden, Käfer besonders im Mai auf Gebüsch. Vom Kaukasus über Südosteuropa und das nördl. Südeuropa bis ins südöstl. Mitteleuropa verbreitet, in Mitteleuropa im Südosten (Tschechoslowakei, östl. Österreich) verbreitet und an warmen Hängen häufig; alle weiteren Angaben, insbesondere aus Deutschland, sehr zweifelhaft.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rubripes (Germar, 1824)

DICRONYCHUS RUBRIPES
Abb.6
 
-- Größere Arten von 8,5-10,5 mm.

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#3 Halsschildseitenrandlinie eine Spur [Abb.7] oder deutlich länger als bei folgenden Art. Halsschild dicht und tief doppelt punktiert. Flügeldeckenstreifen lang und tief, durch tiefe Punkte gekerbt. Schwarz, grau behaart. Beine braunschwarz, Fühler und Tarsen +/- heller rot bis braun. Bei Farbvariationendie Flügeldecken +/- hell braunrot. ♂: Zähnchen an der Paramerenspitze klein und stumpf [Abb.8]. ♀: Mittelstück in der Bursa copulatrix nicht vorhanden. Die Larve entwicklet sich im Sandboden an Uferrändern. Die Imagines auf Blüten und Gräsern. Südfrankreich, Italien, Sardinien.

   ...incanus (Erichson, 1840)

DICRONYCHUS INCANUS
Abb.7
DICRONYCHUS INCANUS.GIF
Abb.8
-- Halsschildseitenrandlinie variabel, meist kürzer, dem Seitenrand mehr als dem Hinterrand genähert; manchmal fast ganz geschwunden. Halsschild fein und etwas weniger dicht und tief punktiert. Die inneren Punktstreifen der Flügeldecken nur fein eingedrückt und wenig dicht punktiert, die Punktabstände dort wesentlich größer als die Punktdurchmesser (durch dieses Merkmal zusätzlich auch von equiseti zu trennen). Schwarz, Oberseite weißlichgrau behaart [Abb.9]. ♂: Zähnchen an der Paramerenspitze scharf, dreieckig [Abb.10] [Abb.11]. ♀: Seitenteile (S) der Bursa [Abb.12] [Abb.13], Medianteil in zwei dreieckige Strukturen aufgelöst. Von Kleinasien über ganz Europa, den hohen Norden und Großbritannien ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet, im Norden und Osten häufig, sonst seltener, meidet höhere Gebirgslagen. Larve in sandigem Boden, Käfer ab Ende April auf Gebüsch und niederer Vegetation, fliegt im Sonnenschein.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...cinereus (Hbst., 1784)


Stücke mit bräunlicher Oberseite oder gelbbraunen Flügeldecken mit gewöhnlich dunklerer Naht. Scheint nur im Süden und Südosten vorzukommen. var.

   ...testaceus (Fbr..).


Anmerkung: ich folge hier den Angaben Leseigneur's im Text; die Genital-Abbildungen sind dort demnach vertauscht.
DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.9
DICRONYCHUS CINEREUS.GIF
Abb.10
DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.11
DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.12
DICRONYCHUS CINEREUS
Abb.13
#4 Halsschildmittellinie in der Hinterhälfte mit einer schmalen, glänzenden Längsfläche, an deren Grund fast immer eine sehr feine, aber deutlich eingeritzte Längslinie erkennbar ist [Abb.14]. Unterseite der Halsschildhinterecken sehr fein punktiert, aber nach außen etwas glänzend; Oberseite fein grau behaart, die Behaarung nur ausnahmsweise gelblich schimmernd und die dunkle, etwas glänzende Oberseite im Aussehen kaum beeinflussend. Fühler und Beine schwarz oder schwarzbraun, höchstens die Tarsen und Knie heller rötlich. Selten kommen Stücke mit braunen Flügeldecken oder im ganzen hellerer Oberseite vor. ♂: Aedoeagus [Abb.15] [Abb.16], ♀: Bursa [Abb.17]. 7,5-9,5 mm. Verbreitung ungeklärt, aber vermutlich mit der des equiseri übereinstimmend, mit dem die Art sogar an den gleichen Lokalitäten vorkommen kann.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...equisetioides Lohse, 1976

DICRONYCHUS EQUISETIOIDES
Abb.14
DICRONYCHUS EQUISETIOIDES.GIF
Abb.15
DICRONYCHUS EQUISETIOIDES
Abb.16
DICRONYCHUS EQUISETIOIDES
Abb.17
 
-- Halsschild ohne geglättete oder gefurchte Mittellinie [Abb.18], Unterseite der Halsschildhinterecken sehr dicht punktiert und matt, mit dem Rudiment eines Halsschildseitenrands (seitlich schräg von hinten erkennbar). Schwarz, durch dichte, gelblichgraue Behaarung matt grau erscheinend. Hinterleibspitze und Beine hell rötlich, Schenkel oft etwas angedunkelt. Kleiner und vor allem schlanker als equisetioides. ♂: Aedoeagus [Abb.5], ♀: Bursa nach Lesigneur [Abb.19] und Lohse [Abb.20]; [Abb.21]. 7-9 mm. Vom Kaukasus über ganz Europa, den Norden ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa überall in Sandgegenden, im allgemeinen nicht häufig, in Gebieten mit ausgedehnten Dünenformationen oder Callunaheiden manchmal häufiger. Larve im Boden, Käfer besonders im Mai und Juni an Gebüsch und am Boden. (luridipes Lacord).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...equiseti (Herbst, 1784)

DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.18
DICRONYCHUS EQUISETI.GIF
Abb.5
DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.19
DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.20
DICRONYCHUS EQUISETI
Abb.21
 
#99 Weitere in Europa vorkommende Arten:
Portugal

   ...asperulus Candeze, 1860


Bulgarien

   ...bureschi Roubal, 1936


Bulgarien

   ...luciae Laibner, 1985


Bulgarien

   ...marani Roubal, 1936


Zypern

   ...merkli Pic, 1910


Südrußland

   ...nigropunctatus Candeze, 1860


Ukraine

   ...obesus Krynicki, 1832


Griechenland (spec. prop.!)

   ...obesus Brullé, 1832


Griechenland: Zykladen

   ...schmalfussi Chassain, 1984


Spanien

   ...wagneri Pecirka, 1926

 
  asperulus
bureschi
cinereus
equiseti
equisetioides
incanus
luciae
marani
merkli
nigropunctatus
obesus
rubripes
schmalfussi
testaceus
wagneri
     Erstellt am: 31.03.2013
Letzte Aktualisierung: 10.05.2014 - 23:58:14
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