Gattung in ColKat anzeigen Gattung Ceutorhynchus Germ. Curculionidae - Ceutorhynchinae - Ceutorhynchini
  Von Arved Lompe (n. G.A. Lohse, L. Dieckmann, E. Reitter)
Informieren Sie mich bitte über Fehler oder Ergänzungen über mailbox@lompe.de
Dieckmann, L. (1972): Insektenfauna der DDR - Coleoptera Curculionidae: Ceutorhynchinae; Ceutorhynchidius - Beiträge zur Entomologie, 22(1/2):3-128 Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Dieckmann1972 Ceutorhynchinae.pdf
  Diese Gattung enthält alle Arten, die an Brassicaceen und den verwandten Resedaceen leben (nur contractus ist polyphag). Die Arten sind fast alle schwarz ohne oder mit Metallschimmer, ihre Oberseite ist ± einfarbig behaart oder beschuppt, nur 2 Arten haben eine wolkige hellere Behaarung, sie sind von ähnlich beschuppten Arten anderer Untergattungen durch rötliche Schienen und Tarsen leicht zu unterscheiden. Bei mehreren Arten ist ein heller Schildchenfleck ausgebildet, eine Art hat ganz oder zum Teil rote Flügeldecken und rotgelbe Beine; Halsschild ohne oder (häufiger) mit deutlichem Seitenhöcker und Mittelfurche; sein Hinterrand ist zum Schildchen vorgezogen. Klauen und Schenkel gezähnt oder einfach.  
#1 Fühlergeißel 7-gliedrig. Untergattung Cetorhynchus s.str.

   ...1a

 
-- Fühlergeißel 6-gliedrig. Untergattung

   ...Neosirocalus Wagner

 
#1a Flügeldecken schwarz, ohne Metall- oder Erzglanz, seltener zum Teil oder ganz rot.

   ...2

 
-- Oberseite oder wenigstens die Flügeldecken metallisch grün, blau oder mit Erzglanz. (In dieser Hinsicht zweifelhafte Arten werden doppelt berücksichtigt).

   ...41

 
#2 Halsschild ohne Seitenhöcker, allenfalls an dessen Stelle ein paar feine Körnchen; ein Schildchenfleck fehlt, Schenkel ungezähnt oder höchstens mit winzigem Zänchen.

   ...3


Mit Schildchenfleck und gezähnten Schenkeln vergleiche Mogulones pallidicornis
 
-- Halsschild mit ± deutlichem Seitenhöcker (am besten schräg von hinten zu erkennen).

   ...11

 
#3 Halsschild gedrängt punktiert, die schmalen Punktzwischenräume bilden scharfe quere Grate, die auch querrunzelig verflossen sein können. Halsschild erscheint bei schwacher Vergrößerung gekörnt.

   ...4

 
-- Halsschild dicht punktiert, die Punktur einfach, die Zwischenräume nicht scharfkantig erhaben.

   ...5

 
#4 Matt schwarz, Fühlergeißel und Beine manchmal dunkelbraun. Oberseite wenig dicht weißlich beschuppt, die kurzen Schuppen bilden auf den Zwischenräumen unregelmäßige Doppelreihen, die Streifen kahl. Rüssel und Fühlergeißel kürzer, Innenrand der Augen nach hinten divergierend. [Abb.1]. 1,8-2,2 mm. Südliches Nordeuropa, Mittel- und Osteuropa, Armenien; in Mitteleuropa verbreitet aber ziemlich selten und gebietsweise fehlend. Käfer von IV-VIII. Larve in den Früchten von  Thlaspi arvense (Hellerkraut), Verpuppung im Boden.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...gerhardti Schltz., 1899
(=granulicollis Thoms.)

CEUTORHYNCHUS GERHARDTI.GIF
Abb.1
 
-- Dem gerhardti ähnlich, aber Rüssel und Fühlergeißel länger und schlanker, Halsschild schmaler, die Schuppen auf den breiteren Flügeldeckenzwischenräumen größer und breiter. Augen dichter beieinanderstehend, ihre Innenrand vorn parallel. Penis [Abb.2]. 1,9-2,5 mm. Kaukasus, Anatolien, Ost- und Südosteuropa, Österreich (Tirol, Niederösterreich, Burgenland), Mähren und Slowakei, selten; oligophag an verschiedenen Kruziferen ( Sisymbrium,  Lepidium draba,  Camelina sativa).

  Gattung in ColKat anzeigen   ...coarctatus Gyll.

CEUTORHYNCHUS COARCTATUS.GIF
Abb.2
 
#5 Größere Art von 3,3-4 mm [Abb.3]. Auf den breiteren flachen Flügeldeckenzwischenräumen sind die hellen, schmalen, anliegenden Schuppen 3 (-4) nebeneinander liegenden Reihen zuzuordnen [Abb.4]. Schuppenreihe in den Streifen deutlich, ihre Schuppen so lang wie die der Zwischenräume, aber nicht glatt, sondern fein faserig. Oberseite grau erscheinend. Klauen gezähnt, Mittel- und Hinterschenkel ungezähnt oder mit einem winzigen Zähnchen. Penis [Abb.5]. Nordafrika, in Europa weit verbreitet, fehlt jedoch in Osteuropa und den Balkanländern; in Mitteleuropa nicht überall und besonders im Norden nur stellenweise, im Süden häufiger und mit gelegentlichem Schadauftreten. Polyphag an den verschiedensten angebauten und wildwachsenden Kruziferen, bei uns besonders am Raps. Die Larve des ,,großen Rapsstengelrüsslers" bildet in den Seitentrieben und Stengeln gallenartige Anschwellungen; kann Kohl und Rapspflanzen erheblich schädigen. Verpuppung im Boden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...napi Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS EXIGUUS
Abb.3
CEUTORHYNCHUS EXIGUUS
Abb.4
CEUTORHYNCHUS NAPI.GIF
Abb.5
-- Arten <= 3,1 mm mit schmäleren Zwischenräumen, auf denen die Schuppen auf 2 (-3) nebeneinander liegende Reihen zurückzuführen sind.

   ...6

 
#6 Beschuppung der Oberseite sehr fein und anliegend, so daß die Oberseite fast schwarz erscheint. Die Schuppen der Flügeldeckenstreifen deutlich und wie die der Zwischenräume gebildet. Penis [Abb.6]. 2,4-2,6 mm. Ostfrankreich, Mittelelbe, Mark Brandenburg, Pommern, Böhmen; vermutlich weiter verbreitet; monophag an  Erysimum cheiranthoides. Entwicklung in Wurzelgallen.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...plumbeus Bris., 1869

CEUTORHYNCHUS PLUMBEUS.GIF
Abb.6
 
-- Beschuppung der Flügeldecken etwas rauh aufstehend, kräftiger, so daß die Oberseite ± grau erscheint. Die Schuppen am Grunde der Streifen von anderer Gestalt.

   ...7


Mit kahlen Streifen vgl. Datonychus magnini
 
#7 Klauenglieder sehr kurz. Penis [Abb.7]. Kleine Art: 1,9-2,3 mm. West- und Mitteleuropa; in Mitteleuropa weit verbreitet, aber nicht im Alpengebiet; IV-X, aber besonders im Frühjahr an schattigen Stellen auf  Alliaria officinalis (Knoblauchsrauke). Larvenentwicklung in den Früchten, Verpuppung im Boden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...constrictus (Marsh., 1802)

CEUTORHYNCHUS CONSTRICTUS.GIF
Abb.7
 
-- Klauenglieder lang und schlank. Arten von 2,2-3,9 mm.

   ...8

 
#8 Flügeldeckenabsturz mit kräftigen stumpfen Körnern besetzt. An Stelle des Halsschildsseitenhöckers oft einige kleine Körnchen erkennbar. Basal-Rand der Flügeldecken nicht als glänzende Kante aufgebogen. Halsschild glockenförmig mit gerundeten Seiten, Schenkel ungezähnt. Penis asymmetrisch, zugespitzt [Abb.8]. 2,7-3,1 mm. Mittelasien; in Europa weit verbreitet, aber in Mitteleuropa nicht häufig, im Norden selten. Käfer von V-Mitte X. Oligophag an verschiedenen Kruziferen, vorzugsweise an  Camelina sativa (Leindotter); Larvenentwicklung in den Schoten, Verpuppung im Boden. Gelegentlich schädlich.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...syrites Germ., 1824

CEUTORHYNCHUS SYRITES.GIF
Abb.8
 
-- Flügeldeckenabsturz ohne kräftige Körner, Basal-Rand der Flügeldecken zwischen Schildchen und Schulterbeule als schmale, glänzende Kante aufgebogen.

   ...9

 
#9 Halsschild schmal, in der Hinterhälfte parallelseitig. Flügeldeckenzwischenräume fein, schräg aufgerichtet behaart, die Streifen am Grunde mit deutlicher Reihe etwas dickerer weißer Schüppchen. Penis [Abb.9]. 2,2-2,3 mm. Südosteuropäisch; wurde neuerdings auch in der Slowakei gefunden. An  Alyssum calcynium.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...subpilosus Bris.

CEUTORHYNCHUS SUBPILOSUS.GIF
Abb.9
 
-- Halsschild etwas konisch und fast gerade nach vorn verengt.

   ...9a

 
#9a Die Beschuppung der Flügeldeckenzwischenräume besteht aus breiten, nach hinten erweiterten, am Ende abgestutzten weißlichen oder gelblichen Schuppen. Rüssel hinter der breiten Spitze zunächst verengt, dann wieder zur Fühlereinlenkung hin erweitert. Mittel- und Hinterschenkel fein gezähnt. Penis mit sehr langen Apophysen [Abb.10]. 2,5-2,9 mm. Von Mittelasien über Osteuropa bis Mitteleuropa: Niederösterreich, Mähren, Ungarn; auf  Crambe tataria selten.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...arator Gyll.


CEUTORHYNCHUS ARATOR.GIF
Abb.10
 
-- Die Bedeckung der Flügeldecken besteht aus schmalen, gestreckten Haarschuppen. Rüssel in der Endhälfte parallelseitig. Apophysen kürzer.

   ...10

 
#10 Fühlerkeule größer. Mittel- und Hinterschenkel fein gezähnt. Penis [Abb.11]. 2,3-3,1 mm. Von Sibirien und Mittelasien nach Europa verbreitet; in Mitteleuropa wohl überall an seinen Entwicklungspflanzen  Hesperis matronalis (Nachtviole) und  Hesperis tristis von Mai an. Larvenentwicklung in den Früchten, Verpuppung im Boden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...inaffectatus Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS INAFFECTATUS.GIF
Abb.11
 
-- Fühlerkeule kleiner; alle Schenkel ungezähnt. Penis [Abb.12]. 2-2,5 mm. Pontische Art. Südosteuropa, Polen, Mitteleuropa: bisher aus der Slowakei, Mähren, Niederösterreich und Württemberg bekannt. Monophag auf  Sisymbrium strictissimum.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...interjectus Schultze, 1903

CEUTORHYNCHUS INTERJECTUS.GIF
Abb.12
 
#11 Jeder Flügeldeckenzwischenraum mit nur einer Reihe kräftiger, schräg aufstehender Borstenhaare. 1,6-2,3 mm.

   ...12

 
-- Flügeldeckenzwischenräume anliegend oder schwach angehoben beschuppt oder behaart.

   ...13


Wenn eine aufstehende Behaarung vorhanden ist, so ist diese ± unregelmäßig und die Tiere sind über 2,3 mm und haben rötlichgelbe Tarsen; in diesem Falle handelt es sich um pallidactylus oder picitarsis, deren schwacher Metallschimmer nicht erkannt wurde oder fehlt; vergleiche LZ    >>>46
 
#12 Glänzend schwarz, die Borsten der Flügeldeckenzwischenräume kräftig und überwiegend weiß, die Streifen kahl [Abb.13]. Flügeldeckenseiten leicht gerundet. 1,6-1,9 mm. Europa, Nordafrika; in Mitteleuropa überall, wenn auch nicht häufig; Käfer von lV-VIII. Auf Sandboden an  Arabidopsis thaliana,  Draba,  Teesdalia und anderen Kreuzblütlern. Larven in Stengelgallen von  Arabidopsis festgestellt.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...atomus Boh.

CEUTORHYNCHUS ATOMUS
Abb.13
 
-- Glänzend schwarz mit dunklem Metallschimmer, Borsten der Zwischenraumreihen dunkel, Streifen mit einer Reihe anliegender weißer Schüppchen. Flügeldecken seitlich nicht gerundet. 1,7-2,2 mm. hirtulus Germ. vergleiche LZ    >>>56  
#13 Tarsen oder Tarsen und Schienen rotgelb (Schienen allenfalls leicht angedunkelt). Spitzenrand der Flügeldecken meistens rötlich.

   ...14

 
-- Ganz schwarz, allenfalls die Beine dunkelbraun oder die Tarsenglieder rötlich.

   ...16

 
#14 Beine ganz rotgelb, Schenkel ungezähnt, Klauen nicht oder undeutlich gezähnt. Schwarz, Halsschildvorderrand und Flügeldeckenspitze +/- umfangreich rot, oft auch die Schulterbeule rötlich oder seltener die ganzen Flügeldecken rot; Halsschildseiten und -Mittellinie sowie ein großer Fleck hinter dem Schildchen weiß beschuppt, oft auch einzelne weiße Schuppen auf den unauffällig dunkel behaarten Flügeldecken, durch die das Tier einem Coeliodes ähnlich wird. Unterseite locker weißlichgelb beschuppt. 1,9-2,3 mm. Holarktisch verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet, aber ziemlich selten, meistens in feuchtem Gelände; monophag an  Rorippa islandica, seltener an Ruderalstellen. Käfer von VI-VIII.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...querceti (Gyll., 1813)

 
-- Schenkel gezähnt, Klauen deutlich gezähnt. Schenkel ganz oder in ihrer Basalhälfte schwarz. Größer: 2,2-3,3 mm.

   ...15

 
#15 Schwarz, Flügeldeckenspitze oft rot gerandet. Schenkel in der Basalhälfte oder fast ganz schwarz. Flügeldecken mit deutlichem, hellem Schuppenfleck hinter dem Schildchen, sonst bräunlich behaart mit scheckig eingestreuten gelblichen Haaren und hellen Schuppen. Halsschildseiten und -Mittellinie sowie die Unterseite locker hell beschuppt. ♂: Pygidium einfach. Penis [Abb.14]. 2,5-3,3 mm. Atlantisch-mediterran verbreitet; in Mitteleuropa nur in wärmeren Gebieten: Rheinland, Baden, Thüringen, Harz, Sachsen. Käfer von V-VIII an  Reseda luteola.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...resedae (Marsh., 1802)

CEUTORHYNCHUS RESEDAE.JPG
Abb.14
 
-- Schwarz, Flügeldecken am Ende rot gerandet. Schienen und Tarsen rot, Schienen oft angedunkelt. Flügeldecken mit hellem Schildchenfleck. 2,2-2,8 mm. Weitere Angaben siehe Ranunculiphilus obsoletus Germ.  
#16 Auffällig große Art von 4-5 mm. 7. Flügeldeckenzwischenraum in ganzer Länge mit Raspelkörnern besetzt. Gewölbt, matt schwarz, Oberseite fein bräunlich behaart, eine feine helle Mittellinie auf dem Halsschild heller, einzelne eingestreute helle Schuppen besonders an den Seiten und am Flügeldeckenende. Schenkel und Klauen gezähnt. Aus Südwesteuropa bis in die Schweiz, Norditalien, dem Elsaß und Westdeutschland verbreitet; bei uns nur einmal im Rheinland gefunden. Käfer von V-VL monophag an  Isatis tinctoria.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...rusticus Gyll., 1837

 
-- Arten unter 3,5 mm; 7. Flügeldeckenzwischenraum allenfalls am Absturz mit Raspelkörnern.

   ...17

 
#17 Klauen ungezähnt.

   ...18

 
-- Klauen gezähnt.

   ...24

 
#18 Flügeldeckenstreifen am Grunde kahl oder nur mikroskopisch fein behaart.

   ...19

 
-- Flügeldeckenstreifen (x10) mit deutlicher Haarreihe.

   ...21

 
#19 Oberseite schwarz glänzend, nur dünn behaart, fast kahl erscheinend [Abb.15]. Tarsen und Beine manchmal braun. Flügeldecken hinter dem Schildchen mit deutlichem, abstechend weißem Fleck aus breiten Schuppen. Halsschildmittellinie, -Hinterrand und -Seiten mit einzelnen weißen Schuppen. Unterseite mäßig dicht, auf Mittel- und Hinterbrust meist deutlicher und dichter weiß beschuppt. Gestalt rundlich oval. 1,6-2,4 mm. Von Sibirien und Kleinasien über Europa weit verbreitet; in Mitteleuropa mit Ausnahme der Gebirge nicht selten; in feuchtem Gelände auf den verschiedensten Kreuzblütlern, vorzugsweise in offenem Gelände auf  Cardamine pratensis (Wiesenschaumkraut) von IV-VII. Larvenentwicklung in den Früchten, Verpuppung im Boden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...cochleariae (Gyll., 1813)


Ohne Schildchenfleck beachte contractus, dessen dunkler Metallschimmer oft nicht erkannt wird; vergleiche Leitziffer    >>>44
CEUTORHYNCHUS COCHLEARIAE
Abb.15
 
-- Flügeldeckenzwischenräume dicht zweireihig weiß beschuppt, Oberseite grau erscheinend.

   ...20

 
#20 Flügeldecken länger eiförmig, ihre größte Breite wenig vor der Mitte. Tarsen, insbesondere das Klauenglied, länger. Der Nahtzwischenraum ebenso wie die anderen Zwischenräume beschuppt. Fühlerkeule kürzer, so lang wie die 5 vorhergehenden Geißelglieder zusammen, am Ende zugespitzt. 1,6-1,9 mm. Von Mittel- und Vorderasien bis Europa verbreitet, über Mitteleuropa bis Frankreich und Großbritannien festgestellt; bei uns verstreut und selten; Käfer im V/VI, die neue Generation im IX. An  Lepidium draba, Larve in den Früchten. Verpuppung im Boden.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...turbatus Schultze, 1903


Bei starker Vergrößerung ist an den Klauen ein kleines Zähnchen erkennbar, weshalb die Art auch weiter hinten berücksichtigt wird
 
-- Flügeldecken kürzer oval, ihre größte Breite kurz hinter den Schultern. Tarsen kürzer. Der Nahtzwischenraum oft durch zusätzliche weiße Schuppen abstechend heller und das Tier dann Neosirocalis floralis ähnlich. Fühlerkeule gestreckter, länger als die 5 vorhergehenden Geißelglieder zusammen und am Ende stumpfer. 1,8-2,2 mm. Kaukasus, Bulgarien, Mittel- und Westeuropa; in Mitteleuropa besonders in wärmeren Gebieten in niederen Lagen verstreut und selten, fehlt in der Tiefebene. Käfer von V/VI an seiner Entwicklungspflanze  Lepidium campestre auf Ödland, an Wegen und Bahndämmen. Larve in den Früchten.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...parvulus Bris., 1869

 
-- Sehr klein, 1-1,3 mm. Habitus [Abb.16]. Hierher Exemplare von liliputanus mit ausnahmsweise 7 Geißelgliedern; siehe Neosirocalus
CEUTORHYNCHUS LILIPUTANUS
Abb.16
 
#21 Größere Arten von 2,2-3,3 mm, durchschnittlich 2,8 mm. Tarsen schlank, das 2. Vordertarsenglied fast doppelt so lang wie breit.

   ...22

 
-- Kleinere Arten von 1,7-2,3 mm, durchschnittlich 2 mm. Tarsen kürzer, 2. Vordertarsenglied nicht länger als breit.

   ...23

 
#22 Flügeldeckenstreifen etws breiter (35 µm), die Zwischenräume mit 1-3 unregelmäßigen Reihen schmaler weißlicher oder gelblicher Haarschuppen. Die Beschuppung deckt den Untergrund nur unvollständig, so daß die Oberseite schwärzlichgrau erscheint [Abb.17]. Einzelne ovale weiße Schüppchen finden sich gewöhnlich nur hinter dem Schildchen und allenfalls vor der Spitze, doch fehlen solche in der Mitte der Naht. Penis [Abb.18]. Spermatheka [Abb.19]. 2,2-3,3 mm. Vorderasien, Europa, nach Nordamerika verschleppt; in Mitteleuropa weit verbreitet und sehr häufig; Käfer von III-IX, im Winter auch im Gesiebe, Larve in den Schoten wildwachsender und angebauter Kruziferen (Brassicaceen), Verpuppung im Boden. Gefürchteter Rapsschädling.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...obstrictus (Marsh., 1802)
(=assimilis (Payk.))

CEUTORHYNCHUS OBSTRICTUS
Abb.17
CEUTORHYNCHUS OBSTRICTUS.JPG
Abb.18
CEUTORHYNCHUS OBSTRICTUS
Abb.19
 
-- Flügeldeckenstreifen eine Spur schmaler (28 µm), die Zwischenräume mit 2-4 unregelmäßigen Reihen weißlicher oder gelblicher lanzettlicher Schuppen, die Schuppen der Streifen von gleicher Form, in dichter Folge stehend. In diese Beschuppung sind zahlreiche ovale Schuppen eingemengt, auch der ganze Nahtzwischenraum mit einer vollständigen Reihe ovaler Schuppen. Die Beschuppung deckt den Untergrund vollständiger, so daß die Oberseite heller grau erscheint [Abb.20]. Sonst dem obstrictus äußerst ähnlich und früher nur als Form dieser Art angesehen. 2,4-3,2 mm. Von der Ukraine bis Frankreich, von Skandinavien bis Italien festgestellt. In Mitteleuropa ebenso verbreitet wie obstrictus, wenn auch nicht ganz so häufig. Vermutlich ebenso polyphag.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...gallorhenanus Sol., 1949

CEUTORHYNCHUS GALLORHENANUS
Abb.20
 
#23 Alle oder fast alle Flügeldeckenzwischenräume mit nur einer Reihe kurzer, weißer Schuppenhaare, die die dunkle Oberseite nur wenig modifizieren. Halsschild an den Seiten und in der Mittellinie mit einzelnen breiteren weißen Schuppen. Körper ziemlich kurzoval. Fühlerkeule gedrungen. Penis [Abb.21]. 1,5-2 mm. Mit Sicherheit bisher nur aus Frankreich bekannt, dort auf  Iberis an xerothermen Stellen. Ein Vorkommen in Südwestdeutschland wäre möglich.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...thlaspi Bris.

CEUTORHYNCHUS THLASPI.GIF
Abb.21
 
-- Flügeldeckenzwischenräume mit 2-reihiger Beschuppung. Flügeldecken schlanker, Fühlerkeule größer und schlanker. Penis [Abb.22]. 1,7-2,3 mm. Die Art hat einen winzigen Klauenzahn, der normalerweise nicht erkannt wird Von Rußland über Rumänien und Jugoslawien diskontinuierlich über Mitteleuropa bis Frankreich verbreitet; Böhmen, Niederösterreich, Hessen, Baden; an  Thlaspi montanum,  Iberis sempervirens und  Draba aizoides.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...similis Bris., 1869

CEUTORHYNCHUS SIMILIS.GIF
Abb.22
 
#24 Flügeldeckenstreifen kahl, die Zwischenräume weißlich behaart, Mittel- und Hinterschenkel ungezähnt.

   ...25

 
-- Flügeldeckenstreifen am Grunde mit feiner Haar- oder Schuppenreihe.

   ...27

 
#25 Oberseite durch dichte Beschuppung weißlichgrau. Vergleiche turbatus, der wegen seiner schlecht erkennbaren Klauenzähne auch hier erwähnt wird LZ    >>>20  
-- Oberseite nur dünn behaart, schwarz erscheinend. Klauenzahn deutlich.

   ...26

 
#26 Fühlerkeule langoval. Flügeldeckenstreifen deutlich punktiert, die Zwischenräume schmal, wenig breiter als die Streifen und mit jeweils 1-3 Reihen von Schuppenhaaren besetzt. 1,6-2,3 mm. In Europa weit verbreitet; in Mitteleuropa nur aus wenigen Gebieten bekannt, aber vermutlich noch aus weiteren Gebieten nachzuweisen. Slowakei, Niederösterreich, Steiermark, Tirol, Schweiz, Bayern, Harz, Mittelelbe, Mark Brandenburg, Rügen, Schleswig. Käfer von V-VIII auf  Arabis hirsuta,  Arabis turrita,  Barbarea und  Turritis glabra.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...unguicularis Thoms., 1871
(=curvirostris Schltz.)

 
-- Fühlerkeule kurzoval. Flügeldeckenstreifen glatt, Zwischenräume wenig breiter als die Streifen, größtenteils mit einfacher Schuppenhaarreihe. 1,5-2 mm. Weit aber diskontinuierlich verbreitet; Nordafrika, Südeuropa, von Rumänien über Ungarn bis zur Tschechoslowakei, dem Burgenland und Niederösterreich sowie aus Thüringen (Kyffhäuser) nachgewiesen. In Steppenheiden an  Arabis hirsuta und  Arabis auriculata, vielleicht auch an  Alyssum-Arten. Vorzugsweise im V.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...nigritulus Schultze, 1896
(=schoenherri auct.)

 
#27 Mittel- und Hinterschenkel ungezähnt, Oberseite weißlich oder gelblich beschuppt oder behaart.

   ...28

 
-- Mittel- und Hinterschenkel fein und spitz gezähnt, entweder weißlich oder aber auch dunkel behaart.

   ...31

 
#28 Fühlerkeule langgestreckt. Klauenzahn sehr klein, leicht zu übersehen, vergleiche similis Bris.. LZ    >>>23  
-- Fühlerkeule kürzer oval. Klauenzahn deutlich, halb so lang wie die Klauen.

   ...29

 
#29 Schienen an der Basis gebogen und zum Ende stärker verbreitert. Beine kürzer, der kräftige Rüssel zur Spitze verschmälert. Nahtzwischenraum ebenso wie die übrigen Zwischenräume behaart. Oberseite mäßig dicht weiß behaart, grauschwarz erscheinend. Penis [Abb.23]. 1,9-2,3 mm. Bulgarien, Italien, Südpolen, Böhmen, Niederösterreich. An  Alyssum-Arten (saxatile, calycinum, montanum), sehr selten.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...lukesi Tyl

CEUTORHYNCHUS LUKESI.GIF
Abb.23
 
-- Schienen schlanker und fast gerade, Beine schlanker, Rüssel dünner. Flügeldeckennaht dichter mit weißen ovalen Schuppen besetzt, so daß sich die Naht als heller Streifen abhebt. Oberseite dichter beschuppt, grau erscheinend, die Zwischenräume mit doppelter Schuppenreihe.

   ...30

 
#30 Meist schlanker, Penis am Ende abgestutzt [Abb.24] [Abb.25]. 1,6-2,1 mm. Von der Türkei und dem südlichen Rußland über Bulgarien, Rumänien und Polen bis nach Mitteleuropa und Frankreich verbreitet; bei uns mit Ausnahme der Tiefebene und der höheren Gebirge weit verbreitet, aber selten; Käfer von Mitte IV-VIII an  Alyssum montanum,  Alyssum calycinum und  Alyssum maritimum.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...nanus Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS NANUS.GIF
Abb.24
CEUTORHYNCHUS NANUS
Abb.25
-- Gestalt meist breiter. Penis am Ende zugespitzt [Abb.26] [Abb.27]. 1,4-2,2 mm. Balkanhalbinsel, Polen, Mitteleuropa, Schweiz, Frankreich. Verbreitung in Mitteleuropa vermutlich ähnlich wie bei nanus, doch wegen der bisherigen Vermengung mit diesem nur unvollständig bekannt. Sichere Funde aus Thüringen und der Mark. Käfer von V-VII an  Alyssum-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...angustus Dieckm. et Smrecz.

CEUTORHYNCHUS ANGUSTUS.GIF
Abb.26
CEUTORHYNCHUS ANGUSTUS
Abb.27
#31 Flügeldecken mit einem wenig abstechenden gelbbraunen Schildchenfleck. Halsschild mit 3 Längsbinden aus hellen Schuppen; in die übrige graubraune bis dunkelbraune Oberseitenbeschuppung sind besonders hinten einzelne ovale helle Schuppen eingestreut, die längsstreifig verdichtet sein können oder der Oberseite ein etwas scheckiges Aussehen geben. Unterseite dicht gelblich beschuppt. 2,2-2,8 mm. Von Mittel- und Vorderasien über Osteuropa bis ins östliche Mitteleuropa verbreitet und aus der Slowakei, Niederösterreich, Sachsen, Thüringen, der Mark und Pommern nachgewiesen. An Ruderalstellen auf  Sisymbrium sophia von V-VII, selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...sophiae (Steph., 1829)

 
-- Flügeldecken ohne deutlichen Schildchenfleck und ohne ähnliche Flügeldeckenbeschuppung.

   ...32

 
#32 Oberseite mit weißlichgrauen oder graugelblichen Stäbchenschuppen besetzt, und dadurch grau erscheinend. Epimeren der Mittelbrust zur Spitze kaum dichter beschuppt. Halsschild trapezförmig, die Seiten ± geradlinig nach vorn verengt.

   ...33

 
-- Oberseite bei flüchtiger Betrachtung schwarz erscheinend und meist dunkel behaart. Wenn die Behaarung weiß ist, haben die Epimeren zur Spitze eine dichte Beschuppung und erscheinen zwischen Halsschild und Flügeldecken als weißer Fleck. Bei diesen Arten ist der Halsschild seitlich ± stark gerundet.

   ...34

 
#33 3-3,5 mm. Halsschild mit vollständiger Mittelfurche. Die Schuppen der Flügeldeckenstreifen sind deutlich etwas größer als die der anliegend 2-3-reihig beschuppten Zwischenräume. Unterseite locker hell beschuppt. Penis [Abb.28]. Von Vorderasien westl. über ganz Europa, den höheren Norden ausgenommen, verbreitet; in Mitteleuropa verbreitet, aber nicht häufig, vorzugsweise auf  Sisymbrium sophia, aber auch an anderen wildwachsenden oder angebauten Kruziferen. Käfer fast ganzjährig. Larvenentwicklung im Stengel. Kann an Kohl schädlich werden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...rapae Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS RAPAE.JPG
Abb.28
 
-- 1,9-2,4 mm. Halsschildfurche in der Mitte verflacht oder fehlend; die Schuppen der Flügeldeckenstreifen ebenso wie die der Zwischenräume oder kürzer, die Beschuppung der Zwischenräume 2-reihig, etwas aufstehend. Unterseite locker beschuppt. In Europa weit verbreitet, in Mitteleuropa nicht häufig, wohl überall, das höhere Gebirge ausgenommen, nachzuweisen, wenn auch aus dem Nordwesten bisher nicht gemeldet. Käfer von IV-IX: Entwicklung in Stengelgallen an  Arabidopsis thaliana; wird aber auch von anderen Kruziferen angegeben.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...griseus Bris., 1869

 
#34 Flügeldeckenstreifen tief, die Zwischenräume nicht oder höchstens 1,5 x breiter als die Streifen. Tiefschwarz, etwas glänzend, die Flügeldeckenzwischenräume locker mit dünnen, dunklen, nicht anliegenden Härchen besetzt. Unterseite einschließlich der Mittelbrustepimeren undicht weiß beschuppt. Halsschild mit kräftiger Mittelfurche und auffällig starker Punktur (neben der Halsschildmittelfurche stehen zwischen Halsschildvorder- und -hinterrand etwa 10 Punkte hintereinander).

   ...35

 
-- Flügeldeckenzwischenräume 2-3 x so breit wie die Streifen, locker dunkel, weißlich oder gemischt behaart. Halsschildmittelfurche manchmal in der Mitte verflacht. Halsschildpunktur weniger grob, neben der Mittellinie liegen etwa 12-13 Punkte hintereinander.

   ...36


Beachte Untergattung Ranunculiphilus mit gerader Halsschildbasis!
 
#35 Halsschild schmäler, trapezförmig, seine Seiten nach vorn fast geradlinig verengt. Penis am Ende breit abgestutzt [Abb.29]. 2,9-3,4 mm. Von Rußland über Ungarn und Polen bis Mitteleuropa verbreitet; in Mitteleuropa verstreut, wenig gefunden: Böhmen, Mähren, Sachsen, Mittelelbe, Mark Brandenburg, Harz, Niedersachsen, Rheinland, Pfalz, Baden. Käfer von V-VIII an feuchten Waldstellen; wird auch dort, wo sie mit Sicherheit vorkommt, nur selten an ihrer Entwicklungspflanze  Alliaria officinalis gefunden; häufiger im Gesiebe der Bodenstreu.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...scrobicollis Ner.Wagn., 1924

CEUTORHYNCHUS SCROBICOLLIS.GIF
Abb.29
 
-- Halsschild breiter, seine Seiten nach vorn in starker Rundung verengt. Penis zugespitzt [Abb.30]. Mit der Ausbreitung ihrer bevorzugten Entwicklungspflanze  Berteroa incana (Graukresse) heute wohl schon in weiten Teilen von Ost-, Mittel- und dem südlichen Nordeuropa aufzufinden. Es werden auch Funde von  Erysimum-Arten angegeben. Käfer von V-VI und IX-X; im ganzen selten.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...puncticollis Boh., 1845

CEUTORHYNCHUS PUNCTICOLLIS.GIF
Abb.30
 
#36 Fühlerkeule langoval. Hierher Stücke des carinatus, bei denen der bläuliche Glanz der Flügeldecken nicht erkannt wird oder fehlt. Siehe LZ    >>>53  
-- Fühlerkeule kürzer oval.

   ...37


Beachte auch Ranunculiphilus lycoctoni
 
#37 Unterseite mit ovalen, ziemlich dicht gestellten weißen Schuppen besetzt, die im oberen Teil der Mittelbrustepisternen zu einem geschlossenen weißen oder gelblichen Fleck verdichtet sind.

   ...38

 
-- Unterseite mit wenig dicht gestellten grauen oder schmutzigweißen Schuppen besetzt, die im oberen Teil der Mittelbrustepisternen nicht zu einem geschlossenen hellen Schuppenfleck verdichtet sind. Oberseite stets dunkel und unauffällig, wenig dicht behaart.

   ...39

 
#38 Halsschild mit vollständiger, wenn auch in der Mitte verflachter Mittelfurche. (Zur Erkennung dieses Merkmals empfiehlt sich schwache Vergrößerung.) Halsschildkragen stark aufgebogen. Flügeldeckenzwischenräume entweder vollständig dunkel behaart oder mit eingestreuten, etwas kräftigeren hellen Schuppenhaaren, die ausnahmsweise sogar überwiegen können. Einzelne weiße Schuppen an den Halsschildseiten, in der Hinterhälfte der Halsschildmittelfurche sowie in einer unauffälligen Ansammlung um das Schildchen. Penis zum quer abgestutzten Ende geradlinig erweitert, in Seitenansicht gleichmäßig flach gebogen [Abb.31] [Abb.32]. 2,3-3,1 mm. Fast in der ganzen Paläarktis; in Mitteleuropa eine der häufigsten Arten. Käfer an fast allen angebauten und wildwachsenden Kruziferen. Entwickelt zwei biologisch verschiedene Formen: eine Frühjahrsform mit Eiablage im III-V und eine Herbstform mit Eiablage von VIII an. Larve in Gallen des unteren Stengels und des Wurzelhalses, bei kultivierten Wirtspflanzen auch in der verdickten Wurzel (Rübe). Der ,,Kohlgallenrüßler" kann gelegentlich schädlich werden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...pleurostigma (Marsh., 1802)

CEUTORHYNCHUS PLEUROSTIGMA.GIF
Abb.31
CEUTORHYNCHUS PLEUROSTIGMA
Abb.32
-- Halsschildmittelfurche unterbrochen und auf je einen Eindruck in der Hinterhälfte und hinter dem flacheren, fast horizontal gelegenen Vorderrandkragen reduziert. Das Integument der Flügeldeckenzwischenräume dichter; es besteht aus mehr kommaförmigen, dickeren Schuppenhaaren, wodurch die Oberseite einen grauen Schimmer erhält. Penis in seiner Mitte etwas verengt und erst dann zur gerundet abgestutzten Spitze erweitert, in Seitenansicht mehr skispitzenartig gebogen [Abb.33]. 2,5-2,9 mm. Von der Ukraine, Griechenland, Ungarn und Polen über Mitteleuropa bis Frankreich festgestellt. Verbreitung nur unvollständig bekannt. Aus Mitteleuropa liegen Meldungen aus der Steiermark und aus der Mark Brandenburg vor. Käfer monophag von IV-VII und im X an  Berteroa incana. Die Larve entwickelt sich in Wurzelgallen.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...dubius (Bris., 1883)
(=berteroae Penecke)

CEUTORHYNCHUS DUBIUS.GIF
Abb.33
 
#39 Schwarz, ziemlich matt. Flügeldecken dunkelbraun oder -grau behaart, die Behaarung läßt die Flügeldecken manchmal etwas längsstreifig erscheinen. Halsschild mit deutlich aufgebogenem Vorderrandkragen und flacher Mittelfurche. Schenkel nur mit sehr kleinem Zähnchen. Penis [Abb.34]. 2,2-2,7 mm. Iran, Anatolien, Polen, Ungarn, Niederösterreich, Tschechoslowakei. An  Alyssum calycinum.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...wagneri Smrecz.

CEUTORHYNCHUS WAGNERI.GIF
Abb.34
 
-- Schwarz, fettglänzend, Behaarung dunkel und unauffällig. Halsschildkragen kaum aufgebogen, die Mittelfurche kräftig. Alle Schenkel gezähnt, die Zähne an Mittel- und Hinterschenkel kräftig.

   ...40

 
#40 Tarsen schwarz, allenfalls das 3. Glied bräunlich. Penis [Abb.35]. 2,8-3,7 mm. Von Osteuropa über Mitteleuropa und das südl. Nordeuropa bis Frankreich nachgewiesen. In Mitteleuropa erst in neuerer Zeit aufgefunden und in den letzten 3 Jahrzehnten offenbar in weiterer Ausbreitung begriffen. Tschechoslowakei, Thüringen, Sachsen, Franken, Rheinland, Hessen, Baden. Käfer ab IV in offenem Gelände an  Alliaria officinalis, vielfach an Ruderalstellen, im Winter in der Bodenstreu. Larvenentwicklung im Stengel.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...roberti Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS ROBERTI.GIF
Abb.35
 
-- Tarsen ganz, oder wenigstens das erweiterte 3. Tarsenglied und das Klauenglied gelbrot. Penis [Abb.36]. 2,6-3,4 mm. West- und Mitteleuropa; verbreitet, aber nicht häufig; bei uns an schattigen Waldstellen auf  Alliaria officinalis von IV-X. Larvenentwicklung im Stengel, Verpuppung im Boden. Wurde früher als Form des Vorigen angesehen.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...alliariae Bris., 1860

CEUTORHYNCHUS ALLIARIAE.GIF
Abb.36
 
#41 Klauen einfach, ohne Klauenzahn.

   ...42

 
-- Klauen innen gezähnt.

   ...45

 
#42 Körper, Schenkel und Schienen hell bronze- bis messingfarben, Flügeldecken manchmal mit hellem erzgrünen Schimmer. Tarsen rotbraun. Flügeldecken gelbgrau behaart, mit weißen Schuppenflecken durchsetzt. Epimeren der Mittelbrust mit rötlichgelbem Schuppenfleck. 2,3-2,9 mm. Von Mittel- und Vorderasien über Ost-, Süd- und Mitteleuropa verbreitet; in Mitteleuropa in der Tschechoslowakei, Niederösterreich, Schlesien, Brandenburg, Niedersachsen, Thüringen, Mittelelbe und Hessen. Im Bereich ihres Vorkommens ist die Art stellenweise nicht selten: an  Lepidium ruderale (Schuttkresse) auf Schuttplätzen; seltener an anderen Kruziferen auf Ödland.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...aeneicollis Germ., 1824

 
-- Körper schwarz oder dunkel bronzefarben, Flügeldecken ± deutlich metallisch blau, grün oder violett. Flügeldeckenzwischenräume 1-2-reihig dunkel behaart, die Punktstreifen ohne Schuppenreihe.

   ...43


(Mit Schuppenreihe vergleiche chlorophanus und viridanus, deren kleiner Klauenzahn leicht übersehen wird).    >>>54
 
#43 Schwarz, Flügeldecken dunkelblau, dunkel behaart; 3 Längslinien auf dem Halsschild, ein schmaler Schildchenfleck und die Spitze der Mittelbrustepimeren weiß oder weißlichgelb beschuppt. Die 4 hinteren Schenkel mit feinem, zähnchenartigem Schuppenbüschel. 2,1-2,7 mm. Von Sibirien westlich über fast ganz Europa verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet, aber ziemlich selten; vorzugsweise an Sandufern größerer Gewässer an  Rorippa amphibia und  Rorippa islandica von lV-IX. Larve im unteren Stengel und im Wurzelhals.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...scapularis Gyll., 1837

 
-- Oberseite ohne weiße Schuppenzeichnung; Schenkel einfach, Halsschild oft mit leichtem Metallschimmer.

   ...44

 
#44 Flügeldecken lebhaft metallisch [Abb.37], meistens grünlich oder bläulich, seltener violett, nur ausnahmsweise schwarzblau. Flügeldecken etwas länglicher, erst im Bereich des kräftigen Höckerflecks zur Spitze stärker verengt. Penis [Abb.38]. 2-2,6 mm. Holarktisch; in Mitteleuropa eine der häufigsten Arten; fast ganzjährig an den verschiedensten Kruziferen, jedoch vorzugsweise an  Capsella bursapastoris (Hirtentäschel). Larve im Stengel, Verpuppung im Boden.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...erysimi (F., 1787)

CEUTORHYNCHUS ERYSIMI
Abb.37
CEUTORHYNCHUS ERYSIMI.GIF
Abb.38
-- Flügeldecken dunkel metallisch blau oder schwarz mit blauem Metallschimmer [Abb.39]. Flügeldecken kürzer und schon von der Mitte an bis zum schwächeren Höckerfleck gerundet, dahinter stärker verengt. Penis [Abb.40] [Abb.41]. 1,5-2 mm. Von Mittelasien westlich über ganz Europa verbreitet; sehr häufig an den verschiedensten Kruziferen, gelegentlich auch an Pflanzen anderer Ordnungen. Die Larve miniert in den Blättern.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...contractus (Marsh., 1802)

CEUTORHYNCHUS CONTRACTUS
Abb.39
CEUTORHYNCHUS CONTRACTUS.GIF
Abb.40
CEUTORHYNCHUS CONTRACTUS
Abb.41
 
#45 Schwarz, Flügeldecken mit Bleiglanz, oft auch schwarz erscheinend; Tarsen gelbrot. Neben einer dichten Grundbehaarung oder -beschuppung sind die Flügeldeckenzwischenräume noch mit schräg abstehenden Borsten besetzt. Fast immer ist ein hellerer Schildchenfleck aus weißen bis orangegelben Schuppen deutlich sowie ein dichtes Büschel auf den Epimeren der Mittelbrust; beim ♂ innerer Spitzenwinkel der Mittel- und Hinterschienen mit einem großen, schlanken Dom, der winkelförmig nach innen geknickt ist [Abb.42].

   ...46

CEUTORHYNCHUS PICITARSIS
Abb.42
 
-- Flügeldecken blau, grünlich oder blauschwarz. Zwischenräume einreihig oder mehrreihig locker behaart, beschuppt oder beborstet. Tarsen dunkel, allenfalls das 3. Tarsenglied rotgelb. Am Schildchen oft ein winziger, mit bloßem Auge kaum erkennbarer weißer Schuppenfleck.

   ...47

 
#46 Oberseite fleckig weißlichgrau, graugelb oder blaß ockerfarben beschuppt [Abb.43], die Schuppen der Flügeldeckenzwischenräume langoval, zugespitzt, sehr ungleichmäßig gelagert. Schildchenfleck klein, wenig abstechend. Die Beborstung der Flügeldeckenzwischenräume ist ziemlich dicht, braun, besonders an den Seiten gut erkennbar. Unterseite dicht beschuppt. Aedoeagus [Abb.44]. 2,3-3,5 mm. Von Vorderasien westlich über Europa weit verbreitet, auch in Nordafrika und (importiert) Nordamerika. In Mitteleuropa überall häufig und innerhalb der Kruziferen polyphag; auch schon an Pflanzen anderer Ordnungen beobachtet. Käfer das ganze Jahr hindurch, im Winter in der Bodenstreu der Wälder. Der ,,gefleckte Kohl- oder Rapsstengelrüßler" kann beträchtliche Schäden an angebauten Brassicaceen verursachen.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...pallidactylus (Marsh., 1802)
(=quadridens (Panz.))

CEUTORHYNCHUS PALLIDACTYLUS
Abb.43
CEUTORHYNCHUS PALLIDACTYLUS.JPG
Abb.44
-- Oberseite dicht, aber nicht deckend, braun behaart, die Flügeldeckenzwischenräume außerdem ziemlich dicht schwarz beborstet [Abb.45]. Schildchenfleck rotgelb. Unterseite ziemlich dicht graurötlich beschuppt, die Beschuppung der Mittelbrustepimeren zur Spitze dichter und kräftiger rötlich. Aedoeagus (leider mit abgebrochener Spitze) [Abb.46]. 2,4-3,7 mm. Anatolien, Europa ohne den Norden, Marokko; in Mitteleuropa weit verbreitet, wenn auch gebietsweise, besonders im Nordwesten noch nicht nachgewiesen; im ganzen selten. Käfer ganzjährig zu finden. Oligophag an Kruziferen. Der ,,schwarze Triebrüßler" kann an Raps und Rübsen schädlich werden. In neuerer Zeit vielfach auf Ruderalstellen an  Sisymbrium loeselii.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...picitarsis Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS PICITARSIS
Abb.45
CEUTORHYNCHUS PICITARSIS.JPG
Abb.46
#47 Flügeldeckenzwischenräume überwiegend 2- oder mehrreihig unregelmäßig fein behaart.

   ...48


In diese Gruppe gehört auch eine mediterran verbreitete Art, deren Vorkommen in Mitteleuropa mehrfach gemeldet wurde, die aber wohl kaum bei uns zu erwarten ist. Die Art ist innerhalb dieser Gruppe leicht an der Form des Penis zu erkennen, der dem des coerulescens [Abb.47] entspricht. An  Bunias erucago. Wird neuerdings aus der Slowakei angegeben.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...viridipennis Bris.

CEUTORHYNCHUS COERULESCENS.GIF
Abb.47
 
-- Flügeldeckenzwischenräume überwiegend mit nur einer Haarreihe besetzt.

   ...55


Dieses Merkmalspaar ist manchmal schwer zu beurteilen; in diesen Fällen muß beiden Leitzahlen gefolgt werden.
 
#48 Punktstreifen der Flügeldecken kahl (Vorsicht: durch Lichtreflexe oder Schmutz können Schuppen vorgetäuscht werden). 2. Flügeldeckenzwischenraum an der Spitze erweitert und dort unregelmäßig, kräftig und dicht punktiert. Beschuppung von Mittel- und Hinterbrust (ausgenommen ignitus) dicht und geschlossener als die des Bauches.

   ...49

 
-- In den Punktstreifen der Flügeldecken ist eine Reihe heller Schüppchen gut erkennbar. Mittel- und Hinterbrust wie der Bauch locker weiß beschuppt. 2. Zwischenraum an der Spitze nicht erweitert.

   ...52

 
#49 Halsschild zwischen der Punktur fein genetzt. Schenkel mit sehr feinem, kaum erkennbarem Zähnchen oder ohne solches. Haare der Flügeldeckenzwischenräume kurz, nicht die Basis der dahinterliegenden Haare erreichend. Flügeldecken kräftiger gestreift, die äußeren Zwischenräume leicht gewölbt.

   ...50

 
-- Halsschild zwischen den Punkten glänzend, Schenkel deutlich gezähnt. Haare der Zwischenräume länger, die Basis der dahinterliegenden Haare erreichend. Punktstreifen der Flügeldecken etwas feiner und auch die äußeren Zwischenräume flach.

   ...51

 
#50 Halsschild schmal, stark gewölbt, ein Seitenhöcker nur stumpf angedeutet, die Netzung kräftig, seine Oberseite daher matt. Flügeldecken schlank und wesentlich gestreckter als bei allen anderen blaumetallischen Arten, kurz hinter der Schulterbeule am breitesten. Schwarz, Halsschild mit schwachem Blauschimmer, Flügeldecken dunkelblau. Mittel- und Hinterbrust dicht weiß beschuppt. 2,5-3 mm. Subalpin; von den Karpaten und der Tatra disjunkt bis zu den Pyrenäen verbreitet; Steiermark, Schwarzwald, Vogesen sowie in anderen Gebirgen Frankreichs; vermutlich auch in anderen Teilen der Alpen nachzuweisen. Käfer von V-VIII an  Nasturtium,  Cardamine-Arten und  Dentaria.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...pandellei Bris., 1869

 
-- Halsschild mit deutlichem Seitenhöcker, seine Netzung schwach, die Oberseite daher etwas glänzend. Flügeldecken nicht auffällig gestreckt, etwa in der Mitte am breitesten. Halsschildpunktur gröber als bei den beiden folgenden Arten, von denen er sich auch durch den zur Basis etwas verjüngten Rüssel unterscheidet. Flügeldecken oft etwas heller blau als bei pandellei. Penis [Abb.48]. 2,5-3 mm. Von Sibirien und Vorderasien westlich bis England und Frankreich verbreitet; nicht im Mittelmeerraum. In Mitteleuropa weit verbreitet aber mancherorts selten oder sogar fehlend. Im Flachland an schattigen Feuchtstellen auf  Nasturtium und  Cardamine-Arten; eine in den Südostalpen an  Dentaria eneaphyllos gefundene größere und bauchigere Form wurde als pyriformis Schltz. bezeichnet, dürfte aber kaum taxonomische Valenz besitzen.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...pervicax Weise, 1883

CEUTORHYNCHUS PERVICAX.GIF
Abb.48
 
#51 2,8-3,6 mm. Rüssel mit wenig deutlichem, flachem Kiel; Flügeldeckenzwischenräume breiter, mit 3-4 Reihen feiner, dunkler Haare. Weiße Beschuppung auf Mittel- und Hinterbrust mäßig dicht. Punktstreifen an der Basis nicht vertieft, die Zwischenräume dort flach und breit. Blauschwarz, Halsschild und Flügeldecken gleichfarbig dunkelblau (fast ganz grüne Stücke aus den Karpaten wurden carpathicola Reitter benannt). Penis so wie bei den beiden vorhergehenden Arten gerundet abgestutzt (wie [Abb.48]). Vom Kaukasus und Turkestan westlich über Europa bis Frankreich und Italien nachgewiesen, jedoch nur disjunkt verbreitet; in Mitteleuropa in Montangebieten aus Böhmen und Mähren, dem östlichen Österreich, Franken, dem Harz und Baden-Württemberg gemeldet, vermutlich weiter verbreitet. Käfer von V-VII vorzugsweise auf  Barbarea-Arten; auch von  Rorippa islandica und  Dentaria eneaphyllos angegeben.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...barbareae Suffr., 1847

 
-- 2,3-2,8 mm. Rüssel, besonders beim ♂, mit deutlichem Längskiel in der Hinterhälfte. Flügeldeckenzwischenräume weniger breit, mit 2-3 Reihen dunkler oder heller grauer Härchen, die Punktstreifen unmittelbar an der Flügeldeckenbasis kräftig vertieft, die Zwischenräume deshalb nach vorn verschmälert. Weiße Beschuppung auf Mittel- und Hinterbrust locker. Blau oder grünlichblau, die Flügeldecken oft leuchtender metallisch als der übrige Körper. Penis zum Ende gerundet verengt [Abb.49]. Von Sibirien über Rußland und das südl. Nordeuropa bis Portugal verbreitet, jedoch nicht im Mittelmeergebiet. In Mitteleuropa mit nach Westen abnehmender Häufigkeit in der Ebene und in Tallagen, im ganzen nicht häufig; Käfer von V-X an Trockenstellen an  Berteroa incana wohl überall nachzuweisen. Larve im oberen Stengelteil. Wird aus der Tschechoslowakei auch von  Alyssum saxatile und anderen Kruziferen angegeben.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...ignitus Germ., 1824

CEUTORHYNCHUS IGNITUS.GIF
Abb.49
 
#52 Größere Art von 3-3,5 mm. Halsschild grob und gedrängt punktiert. Flügeldeckenzwischenräume scharfkantig begrenzt und mit deutlicher einfacher oder unregelmäßig verdoppelter Punktreihe, äußerst fein, dunkel behaart. Punktstreifen tief, an der Basis so breit wie die Zwischenräume, die dicht gestellten Punkte durch deutliche erhabene Querleisten getrennt und am Grunde mit einem federartig zerschlissenen Schüppchen. Schwarz, Halsschild mit schwachem, Flügeldecken mit deutlichem dunklen Blauschimmer. Aus Südosteuropa bis ins südöstliche Mitteleuropa verbreitet; in den östlichen Bundesländern Österreichs und in der Tschechoslowakei verstreut und selten; Käfer von Mitte IV-VIII; an  Nasturtium officinale und  Cardamine impatiens.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...sulcatus Bris.

 
-- Arten unter 2,8 mm, ohne deutlich punktierte Flügeldeckenzwischenräume.

   ...53

 
#53 Schwarz, nur die Flügeldecken mit schwachem Blauschimmer. Fühlerkeule gestreckt, länger als die 5 letzten Geißel-Glieder zusammen. Mittel- und Hinterschenkel deutlich gezähnt. Halsschildpunktur dicht, Flügeldeckenzwischenräume dunkel, etwas abstehend behaart. Penis ähnlich [Abb.50]. 2,3-2,7 mm. Nordafrika, Südeuropa und in Wärmegebieten in Mitteleuropa; Tschechoslowakei, Burgenland, Niederösterreich, Thüringen, Hessen, Rheinland, Pfalz; verstreut und selten; Käfer an verschiedenen Kruziferen wie  Thlaspi,  Berteroa,  Isatis,  Erysimum und  Lepidium, das am häufigsten angegeben wird, sowie an  Reseda luteola im V-VI und VIII. Larvenentwicklung wurde in  Thlaspi perfoliatum in Stengel- und Blattstielgallen beobachtet.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...carinatus Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS CHLOROPHANUS.GIF
Abb.50
 
-- Vollständig blaumetallisch. Halsschildpunkte mit ± breiten glatten Zwischenräumen. Fühlerkeule nicht länger als die 5 vorhergehenden Geißelglieder zusammen. Schenkel äußerst fein oder nicht gezähnt.

   ...54

 
#54 Halsschild auch in der Basalhälfte mäßig dicht punktiert, seine Seitenhöcker deutlicher, Flügeldecken gestreckter, weit hinter der Mitte mit deutlicher Richtungsänderung stärker verengt. Schenkelzahn sehr fein, aber meistens deutlich erkennbar. Flügeldeckenpunktstreifen schwächer eingedrückt, die Zwischenräume daher flacher erscheinend, ihre Behaarung etwas feiner und länger. Penis [Abb.51]. 2,2-2,8 mm. Diese Art wurde früher nicht von chlorophanus getrennt, ihr Vorkommen in Mitteleuropa wäre möglich, da schon Funde aus Südtirol vorliegen. Von Anatolien bis zu den Meeralpen nachgewiesen. An  Erysimum-Arten.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...viridanus Gyll.

CEUTORHYNCHUS VIRIDANUS.GIF
Abb.51
 
-- Halsschildpunktur in der Basalhälfte mit größeren glatten Zwischenräumen. Flügeldecken zur Spitze gleichmäßiger gerundet verengt. Halsschildseitenhöcker schwach entwickelt. Schenkelzahn undeutlich oder fehlend. Punktstreifen zur Basis kräftiger vertieft, die Zwischenräume etwas gewölbter und manchmal überwiegend einreihig behaart. Penis [Abb.50]. 2,2-2,6 mm. Von Rumänien über Ungarn westlich bis Frankreich verbreitet, auch in Algerien. In Mitteleuropa in Wärmegebieten in der Slowakei, Böhmen, dem Burgenland, Niederösterreich und Franken; im vorigen Jahrhundert auch in Thüringen. Käfer an xerothermen Stellen an verschiedenen  Erysimum-Arten von Mitte IV-VII.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...chlorophanus Rouget, 1857
(=viridanus auct. nec Gyll.)

CEUTORHYNCHUS CHLOROPHANUS.GIF
Abb.50
 
#55 Punktstreifen der Flügeldecken mit einer Reihe deutlicher heller Schüppchen.

   ...56

 
-- Punktstreifen der Flügeldecken kahl oder mit nur mikroskopisch erkennbaren feinen Haaren. Behaarung der Zwischenräume schräg aufgerichtet.

   ...58

 
#56 1,7-2,2 mm. Haare auf den Flügeldeckenzwischenräumen dunkel, schräg aufgerichtet. Schwarz, Flügeldecken schwarzgrün, schwarzblau oder selten fast schwarz [Abb.52]. Mittel- und Hinterschenkel fein gezähnt. Aedoeagus [Abb.53].Bevorzugt sandiges Gelände, besonders in Gewässernähe; an verschiedenen Kruziferen, besonders an  Arabidopsis thaliana, aber auch an  Draba verna. III-V, IX. Larvenentwicklung in Stengelgallen, Verpuppung im Boden. Von Vorderasien über Europa bis Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa weit verbreitet, aber durchaus nicht häufig oder selten.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...hirtulus Germ., 1824

CEUTORHYNCHUS HIRTULUS
Abb.52
CEUTORHYNCHUS HIRTULUS.JPG
Abb.53
-- Größer: 2,2-3,2 mm. Flügeldeckenzwischenräume kurz und anliegend behaart.

   ...57

 
#57 Halsschildseiten gerundet vorgewölbt, statt eines Seitenhöckers ist nur eine feine Leiste erkennbar; eine Mittelfurche fehlt, so daß die Art im Aussehen an Glocianus erinnert [Abb.54]. Flügeldeckenzwischenräume scharfkantig begrenzt und mit einer einfachen oder stellenweise verdoppelten deutlichen Punktreihe. Flügeldeckenstreifen tief, so daß die darin befindlichen Schüppchen oft nur bei Beleuchtung von hinten erkennbar sind, im Basalteil so breit wie die Zwischenräume. Mittel- und Hinterschenkel fein gezähnt. Schwarz mit schwachem, auf den Flügeldecken deutlicherem Grün- oder Blauschimmer. Penis ähnlich [Abb.50]; Spermatheka [Abb.55]. 2,2-3,2 mm. Osteuropäische Art, die im Süden von der Ukraine über Polen und die Slowakei nach Mähren, dem Burgenland und Niederösterreich vordringt und 1972 auch erstmals im Norden (Ueckermünde, Pasewalk) gefunden wurde. Käfer im V-VI und dann wieder im Herbst an  Berteroa incana, die Larve bildet Stengelgallen im Blütenstand..

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...canaliculatus Bris., 1869

CEUTORHYNCHUS CANALICULATUS
Abb.54
CEUTORHYNCHUS CHLOROPHANUS.GIF
Abb.50
CEUTORHYNCHUS CANALICULATUS
Abb.55
-- Halsschild mit Mittelrinne und Seitenhöcker. Flügeldeckenzwischenräume nicht scharfkantig begrenzt, wie bei den meisten Arten schuppig quergerunzelt. Oberseite blau. Vgl. chlorophanus, bei dem gelegentlich Exemplare mit überwiegend einreihiger Zwischenraumbehaarung vorkommen. LZ    >>>54  
#58 Mittel- und Hinterbrust vollständig dicht weiß beschuppt, von der spärlich beschuppten übrigen Unterseite hell abstechend; die Schuppen zum Teil einander berührend, andernfalls höchstens um eine Schuppenbreite voneinander getrennt. Schenkel ungezähnt. Penis [Abb.56]. 2-2,5 mm. Von Sibirien und Vorderasien westlich über fast ganz Europa verbreitet, aber nicht häufig auf feuchten oder frischen Böden an  Cardamine-Arten,  Barbarea und  Rorippa islandica von IV-VIII. Larvenentwicklung in Stengel- und Blattstielgallen, Verpuppung im Boden.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...pectoralis Weise, 1895

CEUTORHYNCHUS PECTORALIS.GIF
Abb.56
 
-- Unterseite nur mäßig dicht hell beschuppt, die Schuppen völlig isoliert stehend, allenfalls die Mittelbrustepisternen oder deren Spitze dichter weiß beschuppt.

   ...59

 
#59 Schenkel ungezähnt.

   ...60

 
-- Mittel- und Hinterschenkel gezähnt.

   ...63

 
#60 Vorderschienen in ganzer Länge gleichbreit, die Schienen im ganzen gedrungener und kürzer. Mittelbrustepimeren etwas dichter weiß beschuppt als die übrige Mittel- und Hinterbrust, aber ohne büschelartige Verdichtung an der Spitze. Penis [Abb.47]. 2,1-2,5 mm. Früher zu Unrecht mit chalybaeus, von dem er sich äußerlich nur durch den Bau der Vorderschienen unterscheidet, zusammengeworfen; Verbreitung daher ungenügend bekannt. In Frankreich weit verbreitetund deshalb wohl bei uns im Westen weiter verbreitet als bekannt. Polen, Slowakei, Mark Brandenburg, Rheinland. Käfer von V-VI an  Lepidium campestre, Larve in einer Galle des Blattstiels oder im unteren Teil des Stengels.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...coerulescens Gyll., 1837

CEUTORHYNCHUS COERULESCENS.GIF
Abb.47
 
-- Schienen schlank, von der Basis zur Spitze allmählich verdickt (Schienen 163:15).

   ...61

 
#61 Mittelbrust gleichmäßig weitläufig beschuppt, Beschuppung allenfalls zur Epimerenspitze etwas dichter, aber nie büschelförmig. Hierher Stücke des chalybaeus mit ausnahmsweise ungezähnten Schenkel.

   ...64

 
-- Spitze der Epimeren mit büschelförmig gehäuften weißen Schuppen; die restlichen Mittelbrustepimeren ± weitläufig beschuppt oder fast kahl.

   ...62

 
#62 Halsschildmittellinie meistens mit vollständiger Reihe weißer Schüppchen. Abstehende Haare der Flügeldeckenzwischenräume mäßig lang und dunkel. Mittelbrust unterhalb der büschelförmigen Beschuppung gewöhnlich mit größeren, schwarz erscheinender Kahlstelle. Flügeldecken blau bis dunkelgrün. Penis [Abb.57]. 2-2,5 mm. Von Nordafrika und Westeuropa über Italien und das nördliche Jugoslawien sowie über die Schweiz bis Mitteleuropa verbreitet; Rheinland, Franken, Bayern, Thüringen, Sachsen, Schlesien, Steiermark, vielleicht weiter verbreitet. Käfer fast ganzjährig an angebauten und wildwachsenden Kruziferen. Die Larve bildet Gallen in den Blattstielen und -rippen.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...leprieuri Bris., 1881
(=ruebsaameni Kolbe)

CEUTORHYNCHUS LEPRIEURI.GIF
Abb.57
 
-- Weiße Beschuppung der Halsschildmittellinie wie bei chalybaeus breit unterbrochen. Abstehende Haare der Zwischenräume auffällig hell und stark aufgerichtet, und dadurch auch von chalybaeus gut zu trennen. Mittelbrust wie die übrige Unterseite gleichmäßig spärlich beschuppt. Flügeldecken dunkel blaugrün glänzend. Penis [Abb.58]. 2,3 mm. Bisher nur im V-VI in den Bergamasker Alpen sowie in der Steiermark (Gesäuse) gefunden. Vermutlich an  Biscutella laevigata oder  Arabis halleri.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...franzi Dieckm.

CEUTORHYNCHUS FRANZI.GIF
Abb.58
 
#63 Punktstreifen der Flügeldecken schmal, die Zwischenräume wesentlich breiter, flach und mit einer deutlichen feinen Punktreihe. Flügeldeckenstreifen mit kaum sichtbaren Haaren, die Zwischenräume mit einer Reihe schräg aufgerichteter dunkler Härchen. Schenkel mit feinem Zähnchen. Schwarz, Flügeldecken dunkelblau, das gelappte 3.Tarsenglied oft rötlich aufgehellt. 2,5-3,3 mm. Von Sibirien und Vorderasien über Europa weit verbreitet, auch in Algerien; in Mitteleuropa verbreitet, aber ziemlich selten, fast ganzjährig auf den verschiedensten wildwachsenden und angebauten Kruziferen sowie auf  Reseda. Vorzugsweise an Feuchtstellen und im Montanbereich; winteraktiver Kühlbrüter; Larve in den Stengeln, Verpuppung im Boden.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...sulcicollis (Payk., 1800)

 
-- Punktstreifen der Flügeldecken kräftig und breit, Zwischenräume schmal und gewölbt, grob querrunzlig skulpturiert. 3 sehr ähnliche Arten von 1,8-2,7 mm.

   ...64

 
#64 Haare der Flügeldeckenzwischenräume schlanker zugespitzt, länger; von oben gesehen erreicht die Spitze eines Haares meistens die Basis des folgenden. Haare überwiegend dunkel, nur auf den äußeren Zwischenräumen einzelne hellere Haare. Stücke ohne Schenkelzahn kommen vor. Halsschildpunktur gleichmäßig sehr dicht. Stücke mit stellenweise größeren, glänzenden Punktzwischenräumen, wie sie besonders im Süden des Verbreitungsgebietes häufiger sind, werden als var. timidus Weise bezeichnet. Schwarz, Flügeldecken blau, dunkelblau oder dunkelgrün. Penis [Abb.59] [Abb.60]. 1,9-2,5 mm. Von der Mongolei über Vorderasien und Europa bis ins westl. Nordafrika verbreitet; in Mitteleuropa verbreitet, aber nicht häufig; Käfer von V-VIII an wildwachsenden und kultivierten Kruziferen. Oft auf  Thlaspi arvense, Larve in Gallen des Stengels und Blattstieles.

Meldungen in Google Earth anzeigen  Gattung in ColKat anzeigen   ...chalybaeus Germ., 1824

CEUTORHYNCHUS CHALYBAEUS.GIF
Abb.59
CEUTORHYNCHUS CHALYBAEUS
Abb.60
-- Haare der Flügeldeckenzwischenräume heller, etwas kürzer und kräftiger, fast gleichbreit und am Ende stumpf, die Spitzen der Haare nicht die Basis der folgenden Haare erreichend.

   ...65

 
#65 1,8-2,1 mm. Behaarung auf den 6-7 inneren Zwischenräumen bräunlichgelb, außen überwiegend weißlich. Flügeldecken blau oder dunkelblau. Die Unterscheidung von dem auch in der Genitalform recht variablen chalybaeus oft schwierig. Penis [Abb.61]. Nord- und Nordwesteuropa, nördliches Mitteleuropa; Skandinavien, Großbritannien, Ost-Holstein. Käfer von V-VIII an  Alliaria officinalis, möglicherweise auch an anderen Kruziferen.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...thomsoni Kolbe, 1900

CEUTORHYNCHUS THOMSONI.GIF
Abb.61
 
-- 2,35-2,7 mm. Behaarung der ganzen Oberseite weißlich oder gelblich, stoppelartig. Flügeldecken schwarzblau, seltener dunkel blaugrün. Penis [Abb.62]. Wurde bisher nur im Juni in einem Steppenheidebiotop in Niederösterreich (Ottenthal) an  Crambe totaria gefunden. Sicherlich in Osteuropa weiter verbreitet.

  Gattung in ColKat anzeigen   ...wellschmiedi Dieckm.


CEUTORHYNCHUS WELLSCHMIEDI.GIF
Abb.62
 
  aeneicollis
alliariae
angustus
arator
atomus
barbareae
canaliculatus
carinatus
chalybaeus
chlorophanus
coarctatus
cochleariae
coerulescens
constrictus
contractus
dubius
erysimi
franzi
gallorhenanus
gerhardti
griseus
hirtulus
ignitus
inaffectatus
interjectus
leprieuri
lukesi
nanus
napi
nigritulus
obstrictus
pallidactylus
pandellei
parvulus
pectoralis
pervicax
picitarsis
pleurostigma
plumbeus
puncticollis
querceti
rapae
resedae
roberti
rusticus
scapularis
scrobicollis
similis
sophiae
subpilosus
sulcatus
sulcicollis
syrites
thlaspi
thomsoni
turbatus
unguicularis
viridanus
viridipennis
wagneri
wellschmiedi
Neosirocalus
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 19.07.2020 - 18:45:28
Version: 3.6.1 von: Arved Lompe
Vorherige Version