Gattung Cassida L. Coleoptera - Phytophaga - Chrysomelidae - Cassidinae
  Von Arved Lompe (n. K.-H. Mohr)
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Mohr, K,-H. (1966): Chrysomelidae in: Käfer Mitteleuropas, Hrsg. Freude, Harde, Lohse, 9:95-280, Goecke & Evers, Krefeld, Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\_FHL-09.tif
Bordy, B. (2009): Coléoptères Chrysomelidae - Hispinae et Cassidinae (secone édition) - Faune de France 85. Private Datei: F:\taxa\coleo\scans\Faune de France Hispinae Cassidinae.tif
  Durch das Fehlen einer durchgehenden Fühlerfurche neben dem Kopf von den anderen, bei uns vorkommenden Cassidinae-Gattungen unterschieden. Die im Leben lebhaft grasgrün oder rot gefärbten Arten bleichen im Tode +/- rasch, manchmal schon nach Stunden, aus; alte Sammlungstiere sind durchgehend heller oder dunkler braun, lediglich der bei einigen Arten vorhandene Goldglanz bleibt länger erhalten. Eine Tabelle der westeuropäischen (französischen) Arten nach Bordy (l.c.) siehe

   ...Cassida_F

#1 Klauen an der Basis mit einem Zahn.

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-- Klauen an der Basis ungezähnt.

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#2 Ränder des Vorder- und Seitendaches rinnenartig aufgebogen, Klauenzahn klein; Umriß breit elliptisch mit parallelen Seiten Untergattung: Lordiconia Rtt.
Oberseite dunkel braunrot, im Leben mit Goldglanz, nicht ausgefärbt grünlich bis bräunlich gelb, Flügeldecken gewöhnlich mit unregelmäßigen schwarzen Flecken; Unterseite schwarz, Epipleuren, ein schmaler Abdominalsaum, Trochanteren, die äußere Hälfte der Schenkel, Schienen, Tarsen sowie die ersten 6 Fühlerglieder rot. 9-11 mm. Mitteleuropa (Rheinland) bis Südrußland, aus zahlreichen mitteleuropäischen Gebieten keine oder nur alte Meldungen. An  Salvia pratensis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...canaliculata Laich., 1781

 
-- Ränder des Vorder- und Seitendaches nicht aufgebogen; Basalzahn der Klauen groß.

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#3 Größere Art (7-10 mm), Halsschild deutlich schmaler als die Flügeldecken, an den Seiten verrundet; Seitendach der Flügeldecken nicht durch eine Reihe grober Punkte abgetrennt. Untergattung: Odontionycha Ws..
Matt grün, im Leben mit schmalem Silbersaum an der Flügeldeckenbasis, im Tode meist gelb. Spermatheka [Abb.1]. 8,5-10 mm. Palaearktis. An  Salvia-,  Stachys,  Mentha-,  Galeopsis-,  Lycopus- und verschiedenen Kompositen-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...viridis L., 1758

CASSIDA VIRIDIS
Abb.1
 
-- Kleinere Art (4-5 mm), Halsschild kaum schmaler als die Flügeldecken mit gewinkelten Ecken; Seitenabflachung der Flügeldecken durch eine Reihe grober Punkte abgetrennt. Untergattung Mionychella Spaeth
Matt grün, im Tode meist gelb, im Leben mit silbernem Schimmer; Unterseite und Brust schwarz, Abdomen und Beine gelb, die ab. heydeni Spaeth besitzt teilweise angedunkeltes Abdomen. Süd- bis Mitteleuropa. An  Silene inflata,  Dianthus caryophyllus und  Gypsophila paniculata.

   ...hemisphaerica Hbst., 1799

 
#4 Klauen die Lappen des 3. Tarsengliedes nicht überragend, in den Borstenkränzen desselben versteckt; Kopfschild mit stark verengtem dreieckigen Mittelfeld, das an der Spitze ein eingegrabenes Längsstrichel besitzt; Flügeldecken mit regelmäßigen Punktreihen. Untergattung: Mionycha Ws..

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-- Klauen die Lappen des 3. Tarsengliedes deutlich überragend, zumindest das Ende derselben erreichend [Abb.2], Klauen divergierend.

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CASSIDA RUBIGINOSA
Abb.2
 
#5 Körper oval, Punktstreifen der Flügeldecken grob, fast so breit wie die glatten Zwischenräume; Unterseite schwarz, Fühler und Beine gelb, Schenkel bis zur Mitte schwärzlich oder ganz gelb; Flügeldecken nach der Spitze zu wenig abfallend, ohne Eindrücke; Färbung rötlich bis gelb, im Leben mit lebhaftem Silberglanz. 4,5-6,5 mm. Mitteleuropa bis Sibirien; Baden, Württemberg, (?) Bayern, Hessen, Pfalz, Rheinland, (?) Westfalen, Schlesien; Niederösterreich, (?) Steiermark, Vorarlberg; Mähren. An  Silene-Arten und  Saponaria officinalis. (ornata Creutz.).

   ...azurea F., 1801

 
-- Körper rundlich, Punktstreifen der Flügeldecken fein, viel schmaler als die Zwischenräume; Abdomen gelblich oder nur in der Mitte angedunkelt; Flügeldecken nach der Spitze zu stark abfallend.

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#6 Flügeldecken mit deutlichen Eindrücken im Basaldreieck und hinter der Schulterbeule; Seitendach der Flügeldecken breiter ausgedehnt und weniger stark abfallend, Punktstreifen weniger regelmäßig; Bauch fast immer in der Mitte schwarz; Oberseite gelb, die Flügeldecken bei ausgereiften Tieren neben der Naht und außen mit unbestimmten kirschroten Flecken oder Längsbinden, im Leben goldglänzend. 4-5 mm. Mittel- bis Südosteuropa, Sibirien; närdlich bis Schlesien, Thüringen, (?) Rheinland, (?) Franken, (?) Württemberg. Nach Steinhausen an  Silene-Arten,  Saponaria officinalis und  Dianthus plumarius, von anderen Autoren werden noch  Lichenis- und  Melandryum-Arten angegeben. (splendidula Suff.).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...subreticulata Suffr., 1844

 
-- Scheibe der Flügeldecken ohne Eindrücke, Nahtkante vorn nicht erhöht, Seitendach stark abfallend, Punktstreifen überall gleich stark; Unterseite fast immer ganz gelb; Oberseite gelb, nie mit roter Zeichnung, im Leben grün mit Purpurglanz, Kopf, Prosternum und Brust (oft nur in der Mittel) schwarz, selten nur der Kopf schwarz (ab. melanocephala Suff.). 3,5-4,5 mm. Europa und Kleinasien. Soll auf  Spergula-,  Silene-,  Helichrysum-,  Centaurea-,  Antennaria-,  Saponaria- und  Thymus-Arten leben, Steinhausen gibt nur  Silene inflata als Fraßpflanze an.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...margaritacea Schall., 1783

 
#7 Seitendach der Flügeldecken vom übrigen Teil der Flügeldecken deutlich abgebogen, flach ausgebreitet, so wie in [Abb.3] oder noch flacher. Untergattung: Cassida s. str..

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CASSIDA NEBULOSA
Abb.3
 
-- Seitendach der Flügeldecken steil abfallend [Abb.4]. Untergattung Cassidulella Strand (Cassidula Wse.)

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CASSIDA VITTATA
Abb.4
 
#8 Flügeldecken mit regelmäßigen Punktstreifen, in deren Zwischenräume nirgends andere Punkte eingestreut sind. Kopfschild schwarz oder gelb.

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-- Flügeldecken mit ± unregelmäßigen Punktstreifen, wenigstens im 3. und 4. Zwischenraum befinden sich überzählige Punkte. Kopfschild schwarz.

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#9 Unterseite des Halsschilds neben dem Kopf mit seichter Fühlerrinne, die nach dem Seitenrand durch einen Wulst abgeschlossen wird. Untergattung Pseudocassida Desbr.
Stirnfeld schwarz; flachgewölbt; Oberseite ziegelrot, nach dem Tode gelbrot (unausgefärbt grünlich [Abb.5] im Tode gelb) mit schwarzen Flecken [Abb.6]; Unterseite und Beine schwarz. Aedoeagus [Abb.6], Spermatheka [Abb.7]. 7-8 mm. Südliches Nordeuropa bis Südosteuropa, Asien. An  Pulicaria- und  Inula-Arten, das Vorkommen an  Mentha- und  Verbascum-Arten konnte von Steinhausen und anderen nicht bestätigt werden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...murraea L., 1767

CASSIDA MURRAEA
Abb.5
CASSIDA MURRAEA.JPG
Abb.6
CASSIDA MURRAEA
Abb.7
 
-- Unterseite des Halsschilds ohne angedeutete Fühlerrinne und ohne Seitenwulst; Stirnfeld gelb.

   ...10

 
#10 Seitenrandkante der Flügeldecken in der Mitte verdickt, Basalrand der Flügeldecken geschwärzt und gekerbt; größer als 6 mm; braungelb bis rostrot, Oberseite der Flügeldecken mit zahlreichen schwarzen Punkten [Abb.8]; Punktierung der Flügeldecken grob, die Zwischenräume schmaler als die Punkte, der 2. höher und breiter als die übrigen und mit der Höckerstelle durch eine niedrige Querrippe verbunden. 6-7 mm. Europa bis Sibirien. An  Chenopodiaceen, wird als Schädling an Beta-Rüben gemeldet, ,,der Neblichte Schildkäfer".

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...nebulosa L., 1758

CASSIDA NEBULOSA
Abb.8
 
-- Seitenrandkante der Flügeldecken nirgends verdickt, Basalrand der Flügeldecken ohne schwarze Kerbzähne, kleiner als 6 mm.

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#11 Bauch schwarz, Rand des Abdomens gelb, Kopf gelb, Stirn fast glatt; Seitendach der Flügeldecken flach, bis zum Rand undeutlich punktiert; Umriß lang eiförmig; Oberseite gelb, zumeist mit unbestimmten, oft zusammenfließenden, dunklen Flecken [Abb.9]. 4-6 mm. Nord- bis Mitteleuropa. Auf  Nelkengewächsen häufig, an der Meeresküste auf  Honckenya peploides. (littoralis Ws).

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...flaveola Thunb., 1794

CASSIDA FLAVEOLA
Abb.9
 
-- Bauchseite normal rotgelb; Kopfschild grob punktiert; Umriß kurz eiförmig; Flügeldecken stark gewölbt mit stark abfallendem Seitendach; Streifenpunkte tief und sehr dicht stehend; Oberseite einfarbig gelbbraun oder an der Flügeldeckennaht und hinter der Mitte mit dunklen Flecken; die ab. pectoralis Ws. besitzt schwarze Mittel- und Hinterbrust sowie schwarze Bauchmitte. 3,5-5 mm. Südosteuropa, östliches Mitteleuropa, Schweden; (?) Pommern, Mark Brandenburg, (?) Mecklenburg, Thüringen; Niederösterreich, Neusiedlersee, Böhmen, Mähren, Slowakei.

   ...berolinensis Suffr., 1844

 
#12 Seitenrandkante der Flügeldecken etwas verdickt, Flügeldecken auf der Schulterbeule, meist auch auf der Naht und den erhöhten Zwischenräumen mit schwarzer Zeichnung; Halsschild kissenartig gewölbt, an der Basis mit einem Quereindruck; Halsschild des ♂ doppelt so breit wie lang, der des ♀ kaum um die Hälfte breiter als lang. 6,5-8 mm. Osteuropa bis Sibirien, westlich bis (?) Schlesien, nach Spaeth (1926) bis Schweiz und Rheinland. An  Artemisia campestris und absinthium.

   ...lineola Creutz., 1799

 
-- Seitenrandkante der Flügeldecken nicht verdickt, Flügeldecken ohne schwarze Flecken auf der Schulterbeule.

   ...13

 
#13 Beine vollkommen schwarz; Oberlippe flach ausgerandet; Oberseite tief schwarz, matt, am Vorderrand des Halsschilds mit glasheller, geteilter Makel. 6-8 mm. Südosteuropa, nördlich bis Bayern, Schlesien, Sachsen, Thüringen, Harz, die Meldungen aber meist veraltet, Neufunde aus Bayern. An  Salvia-Arten.

   ...atrata F., 1787

 
-- Beine gelb, höchstens die Schenkel teilweise verdunkelt.

   ...14

 
#14 Zwischenräume der Flügeldeckenstreifen mit kurzen weißen Härchen, die im Profil gut sichtbar sind.

   ...15


Anmerkung: ähnliche, aber kürzere Härchen besitzen die meisten Cassida-Arten, so daß in Zweifelsfällen auch der Gegensatz aufgesucht werden muß.
 
-- Zwischenräume der Flügeldeckenstreifen ohne deutliche Härchen.

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#15 Halsschild halbkreisförmig, die Seiten zum Basalzahn breit verrundet [Abb.10]; Basis der Flügeldecken mit größeren Kerbzähnchen, die Basis der Scheibe am Beginn des 2. Streifens immer mit einer niedrigen, glänzenden Beule; Kopfschild ¼ länger als breit, schwach trapezförmig; Flügeldecken fein, unregelmäßig, höchstens an der Naht in Reihen punktiert, ohne Rippen. (Von denticollis, der einzigen Art mit ähnlichem Halsschild durch kürzere, breitere Körperform, schmalen Kopfschild, tiefere Basalausrandung neben der Schulterbeule und die unregelmäßiger, feiner punktierten Flügeldecken unterschieden). 5,5-7,5 mm. West-, Süd- und Mitteleuropa; (?) Rheinland, (?) Hessen, (?) Franken, (?) Bayern, Pommern, (?) Preußen, Holstein, Mark Brandenburg; (?) Österreich, (?) Tschechoslowakei. An  Filago-Arten.

   ...seladonia Gyll., 1827

CASSIDA SELADONIA.JPG
Abb.10
 
-- Halsschild mit gewinkelten Ecken.

   ...16

 
#16 Schenkel bis auf eine gelbe Spitze schwarz, Endglieder der Fühler schwarz; Oberseite grün, im Tode meist gelb, 3 unbestimmte Flecke an der Basis (die oft fehlen), das Basaldreieck und ein Nahtsaum, der durch gelbe Flecke unterbrochen ist und sich bis zur 1. Rippe ausdehnt, rotbraun, desgleichen ein Fleck zwischen der 7. und 8. Punktreihe.

   ...17


 
-- Fühler und Beine sowie die Trochanteren vollkommen gelb, oder nur die äußerste Basis der Schenkel angedunkelt; im allgemeinen größer und gestreckter als vibex, ähnlich wie diese gezeichnet, der dunkle Fleck außen auf der Scheibe zumeist fehlend. 5,5-8 mm. Südosteuropa bis südöstliches Mitteleuropa; (?) Brandenburg, Thüringen; Niederösterreich, Böhmen, Slowakei. An  Centaurea paniculata.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...pannonica Suffr., 1844

 
#17 Kurzoval, Länge/Breite beim ♂ ca. 1,43 und beim ♀ ca. 1,46, größer: 5,5-7,5 mm; Schenkel auf dem größten Teil ihrer Länge schwarz, häufig nur die Spitze hell, Aedoeagus [Abb.11], Ductus ejac. mit weniger als 10 Windungen, Ausgang der Samenblase kugelig; Spermatheka [Abb.12] [Abb.13]. Europa bis Sibirien. An  Cirsium-,  Carduus-,  Arctium- und  Centaurea-Arten, die Angaben anderer Autoren für Tanacetum, Achillea und Mentha konnten von Steinhausen (1949) nicht bestätigt werden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...vibex L., 1767

CASSIDA VIBEX.GIF
Abb.11
CASSIDA VIBEX
Abb.12
CASSIDA VIBEX
Abb.13
 
-- Langoval, Länge/Breite beim ♂ ca. 1,49 und beim ♀ ca. 1,54, kleiner: 5,1-6,6 mm; Schenkel auf 2/3 ihrer Länge schwarz, Aedoeagus wie bei vibex, aber Ductus ejac. mit 35-50 Windungen und Ausgang der Samenblase schraubenförmig zurückgekrümmt [Abb.14]; Spermatheka [Abb.15]. In Österreich, Frankreich und Polen wie pannonica an sehr trockenen Standorten.

   ...bergeali Bordy

CASSIDA BERGEALI.GIF
Abb.14
CASSIDA BERGEALI
Abb.15
#18 Stirnfeld schmal, mehr als 1/4 länger als breit.

   ...19

 
-- Stirnfeld breit, höchstens 1/4 länger als breit [Abb.16], meist fast quadratisch.

   ...21

CASSIDA STIGMATICA
Abb.16
 
#19 Halsschild rötlich, vor der Basis mit einer roten Querbinde, Flügeldecken mit blutrotem Basaldreieck.

   ...20

 
-- Halsschild einfarbig grün; Flügeldecken bei lebenden und ausgefärbten Tieren mit rotem oder gelbbraunem Basaldreieck sowie 4 Basalflecken und einer deutlichen Makel hinter dem Schildchen [Abb.17]. Bei toten Ex. schwinden mitunter die Basalflecken und es bleibt nur die Makel hinter dem Schildchen zurück [Abb.18]. Die Art bildet im Mediterrangebiet eine eigene Rasse. Aedoeagus [Abb.19]. 6-7,5 mm. Paläarktis. An  Carduus-,  Cirsium- und  Arctium-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...rubiginosa Müll., 1776

CASSIDA RUBIGINOSA
Abb.17
CASSIDA RUBIGINOSA
Abb.18
CASSIDA RUBIGINOSA.JPG
Abb.19
#20 Oberlippe flach ausgerandet und dicht chagriniert, matt; Beine und Fühler einfarbig gelb; Umriß breit eiförmig; Halsschild doppelt so breit wie lang, elliptisch, in beiden Geschlechtern wenig unterschiedlich; Flügeldecken mit tief ausgerandeter Basis, breitem Seitendach und blutrotem Basaldreieck, die rote Färbung his über die Schulterbeule verbreitet; Halsschild verloschen, Flügeldecken fein punktiert: Epimeren der Mittelbrust immer gelb, Abdomen breit gelb gerandet. 6-7 mm. Mittel- und Osteuropa bis Sibirien: Brandenburg, Thüringen, Rheinland, Franken, Bayern, Baden; Österreich, Tschechoslowakei. An  Lappa- und  Arctium-Arten sowie  Scorzonera humilis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...panzeri Weise, 1907

 
-- Oberlippe tief ausgerandet und glänzend; Schenkel mit Ausnahme der Spitze und Endglieder der Fühler schwarz; Umriß schmal eiförmig; Halsschild des ♂ in Form eines Kreisausschnittes mit scharfen, spitzwinkeligen Ecken, die die Flügeldecken seitlich überragen, beim ♀ halbkreisförmig mit weniger scharfen Ecken; Basis der Flügeldecken gerade, Seitendach schmal, das Basaldreieck mit blutroter Makel, welche die Schulterbeulen frei läßt; Halsschild mäßig grob, runzelig punktiert, Flügeldecken mit gröberen Punkten; Epimeren der Mittelbrust schwarz, Hinterleib schmal gelb gesäumt. 5-6 mm. Mitteleuropa, südliches Nordeuropa bis Sibirien; in Mitteleuropa nicht aus allen Gebieten gemeldet. An  Pulicaria dysenterica.

   ...ferruginea Goeze, 1777

 
#21 Sehr flach gebaut, die 4 vorderen Hüften gelb, Brust und Abdomen metallisch glänzend und dicht behaart, Brust quergeriffelt; grün (im Tode oft gelb), Basis der Flügeldecken oft mit 2 roten Flecken beiderseits der glatten Beule am Beginn des 2. Zwischenraumes; Unterseite schwarz mit hellem Abdominalsaum; Fühler und Beine gelb. 5,5-6,5 mm. Südeuropa, südliches Mitteleuropa, nördlich bis (?) Neusiedlersee, (?) Slowakei, Mähren.

   ...inquinata Brullé

 
-- Mäßig gewölbt, alle Hüften schwarz, zumindest aber dunkler als die Trochanteren; Unterseite ohne metallischen Schimmer, sparsam behaart.

   ...22

 
#22 Halsschild viel schmaler als die Flügeldecken mit verrundeten, nahe der Längsmitte gelegenen Ecken [Abb.20]; Unterseite einschließlich der Epimeren und Episternen der Mittelbrust, Hüften und Trochanteren schwarz. Basis der Flügeldecken ziemlich tief ausgerandet; Flügeldecken mäßig grob punktiert; grün (im Tode gelb), oft mit 2 rötlichen Flecken jederseits der Flügeldeckenbasis; Fühler und Beine gelb, letztere mit verdunkelten Endgliedern; Oberlippe sehr schmal und kurz ausgerandet; Flügeldecken mit einem flachen Längseindruck hinter der Mitte zwischen dem 4. und 8. Punktstreifen. Spermatheka [Abb.21]. 5,5-6 mm. Mitteleuropa bis Mittelasien. An  Tanacetum vulgare.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...stigmatica Suffr., 1844



Von prasina, welche sehr ähnlich werden kann, mit Sicherheit durch die Bildung der Oberlippe und Färbung der Episternen zu trennen.
CASSIDA STIGMATICA.JPG
Abb.20
CASSIDA STIGMATICA
Abb.21
-- Halsschild so breit wie die Flügeldecken oder Teile der Mittelbrust hell.

   ...23

 
#23 Oberlippe flach ausgerandet [Abb.22].

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CASSIDA K2.GIF
Abb.22
 
-- Oberlippe schmal ausgerandet [Abb.23] [Abb.24].

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Um dieses Merkmal sicher beurteilen zu können, muß der Mund von dem meist anhaftendem Sekret gesäubert werden. Die Ausrandung selbst kann sehr klein sein, nur sie darf beurteilt werden, nicht der Eindruck drumherum.
CASSIDA K.GIF
Abb.23
CASSIDA PRASINA
Abb.24
#24 Größer (6-8 mm); Umriß breit eiförmig, an den Seiten etwas erweitert; Oberseite grün, bei voll ausgereiften Stücken das Vordach des Halsschilds, das Seitendach und die Naht der Flügeldecken hell blutrot gesäumt, das Basaldreieck mit einer größeren roten, ungeteilten Makel.

   ...25

 
-- Kleiner (bis 6 mm); Umriß lang eiförmig, schmal, an den Seiten nicht erweitert, fast doppelt so lang wie breit; grün, im Tode gelb, voll ausgefärbte Stücke mit einem hellroten Flecken von einer Schulter zur anderen, welcher sich nach rückwärts bis über die Mitte der Naht ausdehnt. Mitteleuropa, Südosteuropa; Schlesien, Brandenburg, Danzig; Neusiedlersee, Kärnten, Tschechoslowakei, aus allen anderen Gebieten keine oder nur veraltete Meldungen. Wird von  Achillea-,  Matricaria- und  Anthemis-Arten gemeldet.

   ...rufovirens Suffr., 1844

 
#25 Schenkel hell. An  Tanacetum vulgare und  Achillea ptarmica. Palaearktis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...sanguinosa Suffr., 1844

 
-- Schenkel angedunkelt, Oberlippe noch flacher ausgerandet. Aedoeagus [Abb.25]. Lebt an trockenen, besonnten Plätzen bis oberhalb 1500 m auf  Leucanthemum vulgare. Nach Bordy bisher in Österreich, Frankreich, Spanien und Polen nachgewiesen. Ich habe die Art in Rumänien gefunden.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...leucanthemi Bordy, 1995

CASSIDA LEUCANTHEMI.JPG
Abb.25
 
#26 Schenkel bis über die Mitte schwarz; Scheibe der Flügeldecken vollkommen blutrot, selten verblaßt, die übrige Oberseite gelb oder grün, Unterseite schwarz, Trochanteren, Schienen und Fühlerbasisglieder gelb, Tarsen oberseits gebräunt; Flügeldecken grob, aber nicht dicht, in fast regelmäßigen Reihen punktiert. 4,5-5 mm. Südöstliches Mitteleuropa; (?) Steiermark, (?) Slowakei. An  Achillea-Arten.

   ...aurora Weise

 
-- Schenkel gelb.

   ...27

 
#27 Basis der Flügeldecken mit gut ausgebildeten, schwarzen Kerbzähnchen, der erhöhte 2. Zwischenraum neben der Höckerstelle nicht winkelig nach innen gebogen; Halsschildecken verrundet oder abgestumpft; Episternen und Epimeren der Mittelbrust immer tiefschwarz; Oberlippe schmal, aber nicht tief eingeschnitten; grün, im Tode oft gelblich, Basaldreieck blutrot, diese Farbe durch den 2. Zwischenraum unterbrochen, selten ist auch der Halsschild rötlich; Kopfschild kaum länger als breit. 5,5-7 mm. Mitteleuropa, südliches Nordeuropa, Sibirien. An  Achillea millefolium,  Tanacetum vulgare und  Artemisia campestris.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...denticollis Suffr., 1844

 
-- Basis der Flügeldecken höchstens leicht gerieft, ohne deutliche schwarze Kerbzähnchen; der 2. Zwischenraum neben der Höckerstelle winkelig nach innen gebogen; Halsschildecken scharf gewinkelt; Episternen der Mittelbrust immer gelb; Oberlippe schmal und tief ausgeschnitten [Abb.24].

   ...28

CASSIDA PRASINA
Abb.24
 
#28 Halsschild 1,8 x so breit wie lang oder schmäler, nach vorne stärker gerundet [Abb.26]. Durchschnittlich etwas kleiner als die folgende Art (4-5,5 mm), schmaler und höher quergewölbt; grün, bei ausgereiften Stücken mit einem roten Basaldreieck; der Zwischenraum zwischen dem Nahtrand und dem 1. Rückenkiel am Ende des 1. Drittels fast ebensobreit wie der zwischen dem 1. und 2. Rückenkiel; Unterseite schwarz, Fühler, Beine und Trochanteren, Episternen und Epimere der Mittelbrust sowie ein breiter Abdominalsaum gelb. Mittel- und Nordeuropa, Westsibirien. An  Achillea millefolium.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...sanguinolenta Müll., 1776

CASSIDA SANGUINOLENTA
Abb.26
 
-- Halschild 2 x so breit wie lang oder breiter, nach vorne flacher gerundet [Abb.27]. Durchschnittlich etwas größer (4,5-6 mm) und breiter, weniger quergewölbt als die vorige Art; grün, im Tode verblichen gelb, bei ausentwickelten Tieren jede Flügeldecke mit 1 oder 2 rötlichen Makeln an der Basis; Zwischenraum zwischen dem Nahtrand und dem 1. Rückenkiel am Ende des 1. Drittels schmaler als jener zwischen dem 1. und 2. Rückenkiel; Unterseite wie bei sanguinolenta, jedoch meist nur die Episternen der Mittelbrust gelb und der Abdominalsaum schmaler. Aedoeagus [Abb.28]. Die häufigste der miteinander verwandten Arten. Europa, Zentralasien. An  Achillea-Arten.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...prasina Ill., 1798

CASSIDA PRASINA
Abb.27
CASSIDA PRASINA.JPG
Abb.28
#29 Punktstreifen der Flügeldecken vollkommen regelmäßig, die Zwischenräume mit kurzen, abstehenden Härchen und feinen Punkten versehen; Halsschild grob nadelrissig. 4-5,5 mm. Mediterrane Art, nördlich bis Elsaß, Schaffhausen; (?) Südwestdeutschland.

   ...pusilla Waltl

 
-- Punktstreifen der Flügeldecken, besonders zwischen dem 3. und 4. Streifen durch danebengestellte Punkte gestört [Abb.29]; Zwischenräume nicht behaart, Halsschild nicht nadelrissig.

   ...30

CASSIDA VITTATA
Abb.29
 
#30 Schenkel bis zur Mitte schwarz; Stirnlinien tief und weit vor der Fühlereinlenkung vereinigt, wo sie ein kurzes Dreieck einschließen; Oberseite gelbbraun, die ersten beiden Zwischenräume neben der Naht oft dunkler, der 3. etwas breiter und im Leben mit Perlmuttglanz. 4-5,5 mm. Auf verschiedenen Chenopodiaceen und Caryophyllum-Arten, am Meeresstrande auch auf  Honckenya peploides. Palaearktis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...nobilis L., 1758

 
-- Schenkel ganz gelb oder nur an der Basis angedunkelt; Stirnlinien feiner, erst in der Fühlereinlenkung zusammenstoßend [Abb.30]; braungelb, im Tode heller als nobilis, im Leben blattgrün mit je einer breiten, langen, grünsilbernen Längsbinde zwischen dem 2. und 5. Zwischenraum [Abb.31]. 5 mm. An  Spergula arvensis,  Beta vulgaris,  Arenaria maritima und  Honckenya peploides, die von anderen Autoren angegebenen Fraßpflanzen Centaurea und Urtica konnten von Steinhausen (1949) nicht bestätigt werden. Palaearktis.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...vittata Vill., 1789

CASSIDA VITTATA
Abb.30
CASSIDA VITTATA
Abb.31
  atrata
aurora
azurea
bergeali
berolinensis
canaliculata
Cassida_F
denticollis
ferruginea
flaveola
hemisphaerica
inquinata
leucanthemi
lineola
margaritacea
murraea
nebulosa
nobilis
pannonica
panzeri
prasina
pusilla
rubiginosa
rufovirens
sanguinolenta
sanguinosa
seladonia
stigmatica
subreticulata
vibex
viridis
vittata
     Creative Commons Lizenzvertrag
Erstellt am: 05.08.2009
Letzte Aktualisierung: 22.11.2018 - 23:56:20