Gattung: Arthrolips Wollaston Coleoptera - Corylophidae
  Von Arved Lompe (n. S. Bowestead)
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Bowestead, S. (1999 ): A revision of the Corylophidae (Coleoptera) of the West Palaearctic Region. - Instrumenta Biodiversitatis, 3:1-203 Bowestead1999 Corylophidae.pdf
Bowestead, S. (2003 ): A Contribution to the Knowledge of the Corylophidae of the Palaearctic Region (Coleoptera) - Memoires on Entomology, 17:943-955
  Die Gattung ist von Clypastraea sicher nur durch Untersuchung der Unterseite (die fehlende Kehlplatte) abgrenzbar. Ausgefärbt meist schwarzbraun, Halsschildseiten vorn aufgehellt. Die heimischen Arten sind sich sehr ähnlich, eine Genitaluntersuchung ist unerläßlich. 8 Arten in Europa.  
#1 Halsschild dunkel oder mit den Flügeldecken gleichfarbig, nur an den Rändern aufgehellt [Abb.1].

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ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.1
 
-- Halsschild rot, manchmal mit dunklem Medianfleck [Abb.2]. Fühler 11-gliedrig, das 8. Glied sehr eng am 9. anliegend und mitunter schwer sichtbar. Flügeldecken schwarz mit einer gewellten roten Querbinde in der Mitte. Aedoeagus [Abb.3], Spermatheka [Abb.4]. 1,15-1,3 mm. Im Mittelmeergebiet in Kiefernwäldern. Aus der Australischen Region (Tasmanien, Neuseeland) in andere Erdteile verschleppt: Nordamerika (Florida), Europa. Im Mittelmeergebiet bisher aus Frankreich, Italien, Spanien und von Madeira. (Clypeaster pulchella Lea, 1895)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...fasciata (Erichson, 1842)

ARTHROLIPS FASCIATA
Abb.2
ARTHROLIPS FASCIATA.JPG
Abb.3
ARTHROLIPS FASCIATA
Abb.4
 
#1a Halsschild an der Basis schmäler als die Flügeldecken an den Schultern [Abb.5]; bei Ansicht von oben bilden die Seitenränder von Halsschild und Flügeldecken einen flachen Winkel. Die Haarfransen am Hinterrand der Flügeldecken sehr kurz, nicht halb so lang wie die Behaarung der Flügeldecken.

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ARTHROLIPS PICEA
Abb.5
 
-- Halschild an der Basis so breit wie die Flügeldecken [Abb.1]; die Seitenränder gehen kontinuierlich ineinander über. Arten mit außergewöhnlich großer Punktur oder langen Haarfransen am Hinterrand der Flügeldecken, die mehr als halb so lang sind wie die Haare der Flügeldecken, gehören hierher.

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A. convexiuscula gehört in diese Gruppe, obwohl ein deutlicher Winkel zwischen Halsschild und Flügeldeckenseitenrand vorhanden ist
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.1
 
#3 Habitus [Abb.6] [Abb.7]. Größer: 1,28-1,6 mm. Sehr fein punktiert, Oberfläche ohne Mikroskulptur. Flügeldecken entlang der Naht in charakteristischer Weise keilförmig eingedrückt, was bei schräger Beleuchtung gut zu erkennen ist [Abb.8]. Nahtzwischenraum schmal. Letztes Fühlerglied quer, fast rechteckig [Abb.9], 7. nicht eckig nach innen erweitert. Halsschildvorderrand mehr halbkreisförmig gebogen. Aedoeagus [Abb.10] [Abb.11]; Spermatheka [Abb.12]. Die Art kann von verpilzten Ulmenzweigen geklopft werden. In Süd- und Mitteleuropa, Nordafrika und dem Kaukasus verbreitet. In Mitteleuropa besonders im Süden, aber ebenfalls nur sehr sporadisch und sehr selten. Italien, Frankreich, Schweiz, Deutschland, Ungarn.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...nana (Mulsant & Rey, 1861)

ARTHROLIPS NANA
Abb.6
ARTHROLIPS NANA
Abb.7
ARTHROLIPS NANA
Abb.8
ARTHROLIPS NANA
Abb.9
ARTHROLIPS NANA.GIF
Abb.10
ARTHROLIPS NANA2
Abb.11
ARTHROLIPS NANA
Abb.12
 
-- Habitus [Abb.13] [Abb.5]. Kleiner: 0,8-1,15 mm. Punktur der Flügeldecken vorne gröber als die des Halsschilds, nach hinten fast erloschen;, Oberfläche mit sehr feiner Mikroskulptur aus queren Linien die nach hinten stärker wird. Aedoeagus [Abb.14]; Spermatheka [Abb.15] [Abb.16]. Südeuropa bis Syrien, Azoren. Aus dem südlichen Mitteleuropa nur wenige Funde in der Slowakei und Österreich, Südwürttemberg.

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...picea (Com., 1837)

ARTHROLIPS PICEA
Abb.13
ARTHROLIPS PICEA
Abb.5
ARTHROLIPS PICEA.GIF
Abb.14
ARTHROLIPS PICEA
Abb.15
ARTHROLIPS PICEA
Abb.16
 
#2 Körper flacher gewölbt.

   ...4

 
-- Körper stärker gewölbt oder > 1,4 mm.

   ...7

 
#4 Fühler 10-gliedrig. Kleine Arten von 0,9-1,1 mm [Abb.17]. Der Nahtstreif lang, meistens die Basis des Schildchens erreichend. Oberseite rötlichgelb, der Halsschild am Hinterrand schmal gelb gesäumt; die Fügeldecken mit schwarzem Naht- und Seitenstreifen. Aedoeagus [Abb.18]; Spermatheka [Abb.19]. Südfrankreich, Spanien.

   ...humilis (Rosenhauer, 1856)

ARTHROLIPS HUMILIS
Abb.17
ARTHROLIPS HUMILIS.GIF
Abb.18
ARTHROLIPS HUMILIS
Abb.19
 
-- Fühler 11-gliedrig [Abb.20].

   ...5

ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA
Abb.20
 
#5 Habitus [Abb.21]. Kleine Art: 0,92-1,1 mm. Halsschild relativ zu den Flügeldecken größer. Flügeldecken stark punktiert, Nahtstreif lang. Aedoeagus [Abb.22]; Spermatheka [Abb.23].Algerien, Italien(Sardinien).

   ...indescreta (Peyerimhoff, 1917)

ARTHROLIPS INDESCRETA
Abb.21
ARTHROLIPS INDESCRETA.GIF
Abb.22
ARTHROLIPS INDESCRETA
Abb.23
 
-- Größere Arten, immer > 1,06 mm. Halsschild relativ kleiner.

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#6 Habitus [Abb.24]. Größere Art: 1,11-1,34 mm. Flügeldecken auffallend stark punktiert [Abb.25], gewöhnlich ohne Mikroskulptur. Aedoeagus [Abb.26]; Spermatheka [Abb.27] [Abb.28]. Südeuropa, Nordafrika, in Mitteleuropa nur im Süden: Ungarn. Aus Österreich und Deutschland nur alte Meldungen, heute fraglich. (aequalis Wollaston)

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...convexiuscula (Motschulsky, 1849)

ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA
Abb.24
ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA
Abb.25
ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA.GIF
Abb.26
ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA
Abb.27
ARTHROLIPS CONVEXIUSCULA
Abb.28
 
-- Habitus [Abb.29]. Kleiner: 1,06-1,15 mm. Flügeldecken deutlich punktiert, ohne Mikroskulptur. Aedoeagus [Abb.30]; Spermatheka [Abb.31]. Afghanistan.

   ...klapperichi

ARTHROLIPS KLAPPERICHI
Abb.29
ARTHROLIPS KLAPPERICHI.GIF
Abb.30
ARTHROLIPS KLAPPERICHI
Abb.31
 
#7 Habitus [Abb.32] [Abb.1]. Größer: 1,16-1,58 mm. Punktur sehr fein, ohne Mikroskulptur. ♂ mit U-förmigem Haarfleck auf der Hinterbrust. Aedoeagus [Abb.33]; Spermatheka [Abb.34]. Ost-, Süd- und Mitteleuropa, südliches Nordeuropa. In Mitteleuropa in Tschechoslowakei, Österreich und Deutschland, sehr sporadisch und selten; Spermatheka [Abb.34].

Meldungen in Google Earth anzeigen   ...obscura (Sahlb., 1833)


Anmerkung: Bei Tieren aus der Pfalz (Bienwald) ist bei den ♂ der Haarfleck auf der Hinterbrust nicht umgekehrt U-förmig, wie von Bowestead beschrieben, sondern strichförmig, gerade [Abb.35]; das Analsternit ist bei diesen Tieren am Ende halbkreisförmig eingedrückt. Bei Tieren aus dem Burgenland ist der Haarfleck fast kreisförmig und das Analsternit nicht eingedrückt. Aedoeagus [Abb.36] [Abb.37] [Abb.38] und Spermatheka [Abb.39] entsprechen aber weitgehend der Darstellung von Bowestead, lediglich die Penisspitze ist an beiden Fundorten deutlich länger zugespitzt. Die Tiere haben alle einen Saum aus auffallend langen Haaren am Hinterrand der Flügeldecken.
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.32
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.1
ARTHROLIPS OBSCURA.GIF
Abb.33
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.34
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.35
ARTHROLIPS OBSCURA.JPG
Abb.36
ARTHROLIPS OBSCURA2
Abb.37
ARTHROLIPS OBSCURA3.JPG
Abb.38
ARTHROLIPS OBSCURA
Abb.39
-- Habitus [Abb.40]. Kleiner: 0,9-1,02 mm. Punkte größer mit querwelliger Mikroskulptur. ♂ ohne Haarfleck auf der Hinterbrust. Aedoeagus [Abb.41]; Spermatheka [Abb.42].

   ...hetschkoi (Reitter, 1913)

ARTHROLIPS HETSCHKOI
Abb.40
ARTHROLIPS HETSCHKOI.GIF
Abb.41
ARTHROLIPS HETSCHKOI
Abb.42
 
  convexiuscula
fasciata
hetschkoi
humilis
indescreta
klapperichi
nana
obscura
picea
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Erstellt am: 12.06.2013
Letzte Aktualisierung: 20.03.2017 - 18:38:06