Gattung Rhacopus Hampe (Hyporrhagus Reitter)

Coleoptera - Polyphaga - Tarsen-5-5-5 - Eucnemidae

 

Von Arved Lompe (n. Reitter, Olexa)
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Olexa, A. (1975): Reklassifikation der Gattung Dirhagus und verwandter Gattungen (Coleoptera, Eucnemidae) - Ent. Blätter, 71(3): 155-164

 

Halsschildvorderrand aufgebogen, die Randkante etwa in Augenhöhe nach hinten gebogen und vor dem Ende des vorderen Halsschilddrittels verlöschend. Stirn zwischen den Fühlereinlenkungen breit, der Abstand der Einlenkungen voneinander so groß wie die Länge des 1. Fühlergliedes, der Abstand von den Augen nicht größer. Halsschildhinterwinkel wenigstens stumpf gekielt, 4. Tarsenglied flach, oberseits zur Aufnahme des 5. Tarsengliedes tief eingeschnitten. Fühler in beiden Geschlechtern gesägt. Von den 4 Untergattung kommen 3 bei uns vor, die jeweils nur durch 1 Art vertreten sind.

 

#1

Fühlerfurche nach hinten stark erweitert und im Grunde punktiert. Halsschildhinterwinkel mit scharfem Kiel [Abb.1].

   ...2

Abb.1

RHACOPUS SAHLBERGI

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Fühlerfurche nach hinten nicht erweitert [Abb.2], tief, geglättet. Hinterwinkel des Halsschilds stumpf gekielt.

   ...3

Abb.2

RHACOPUS PYRENAEUS

#2

Der Raum zwischen den Fühlern breiter als die Entfernung vom Auge. Das vierte Tarsenglied stark erweitert [Abb.3]. Der vorletzte Sternit mit ovaler Vertiefung. Untergattung Rhacopus s. str.

Rostrot oder rötlichbraun, Halsschild fast um die Hälfte breiter als lang, Flügeldecken fein gestreift. 5-8 mm. Entwickelt sich in totem Laubholz. Europa ohne den Mittelmeerraum und den Westen; in Mitteleuropa sowohl im Nordosten (Ostpreußen) als auch südl. der Mainlinie in Süddeutschland, Österreich und der Slowakei; verstreut und sehr selten.

   ...sahlbergi (Mannh., 1823)

Abb.3

RHACOPUS SAHLBERGI

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Der Raum zwischen den Fühlern schmäler als die Entfernung vom Auge. Das vierte Tarsenglied nicht auffällig erweitert [Abb.4]. Der vorletzte Sternit ohne Vertiefung. Untergattung Pseudorhacopus Olexa, 1975.

Halsschild überall von gleicher Breite, mit einer Längsdepression in der Mitte, welche hinten ein sehr feines Fältchen einschliesst, das Fältchen hinter den Augen sehr kurz und schräg gestellt, Flügeldecken ohne deutliche Streifen und vorne mit ganz erloschenem Nahtstreif. 5-6 mm. Ostkaukasus: Talyschgebirge.

   ...ferrugineus Reitt.

Abb.4

RHACOPUS FERRUGINEUS

#3

Hinterschenkel vor dem Ende nicht erweitert. Halsschild fast quadratisch. Männchen: 1. Vodertarsenglied einfach. Untergattung Attenuorhagus Olexa.

Langgestreckt, zylindrisch. Halsschild mit flacher Mittelfurche, dicht runzelig punktiert. Flügeldecken körnig punktiert, nur undeutlich gestreift. Analsegment zugespítzt. Bräunlichschwarz, Fühler rötlichgelb, lang. Finnland, Polen, Siebenbürgen, Kroatien; überall sehr selten. Aus Mitteleuropa aus der Steiermark und Niederösterreich bekannt.

   ...attenuatus (Maekl.)

 

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Hinterschenkel vor dem Ende erweitert [Abb.5]. Halsschild deutlich breiter als lang. Männchen: 1. Vodertarsenglied in Seitenansicht lappig vorragend [Abb.6]. Untergattung Dichodirhagus Méqu..

Halsschild ohne Mittelfurche, Flügeldecken wenigstens vorn und innen deutlich gestreift. Schwarzbraun, ziemlich glänzend, Stirn, Halsschildvorder- und -hinterrand, Flügeldeckennaht und -seitenrand oft etwas heller, Fühler und Beine rötlich. Analsegment verrundet. In Westeuropa, sehr selten; im vorigen Jahrhundert bei Frankfurt und Aschaffenburg gefunden.

   ...pyrenaeus (Bonv., 1872)

Abb.5

Abb.6

RHACOPUS PYRENAEUSHSCHLRHACOPUS PYRENAEUS

 


attenuatus

ferrugineus
pyrenaeus
sahlbergi

    

Letzte Aktualisierung: 28.04.2009 - 11:35:41

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