Untergattung Pullus Mulsant

Coleoptera - Coccinellidae - Scymninae - Scymnus

 

A.L. (n. Fürsch)

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Vorderbrust mit Kiellinien, Schenkellinie vollständig. Die Variabilität in der Färbung ist bei den Arten dieser Untergattung besonders groß, hält sich jedoch in dem hier behandelten Gebiet in Grenzen.

Die Arten der Untergattungen Neopullus und Mimopullus sind hier mit aufgeführt. Ggf. ist anhand der Untergattungstabelle Scymnus die Untergattungszugehörigkeit zu überprüfen.

#1

Behaarung stark wirbelig. Einfarbig gelbbraun. Durch die auffällige Behaarung und die doppelte Punktierung von dem ähnlichen abietis leicht zu unterscheiden. Stark gewölbt. Aedoeagus [Abb.1]; Spermatheka [Abb.2]. 2-2,5 mm. Vertilger der Laus Adelges piceae. Besonders in alpinen und montanen Lagen von Fichten und Tannen zu klopfen. (testaceus auct. nec Motsch.)

   ...impexus Muls., 1850

Abb.1

Abb.2

SCYMNUS IMPEXUSSCYMNUS IMPEXUS

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Behaarung nicht wirbelig.

   ...2

 

#2

Flügeldecken zum größten Teil schwarz, an ihrem Hinterende ± rötlich oder ganz schwarz.

   ...3

 

--

Flügeldecken braun, mit oder ohne Zeichnung.

   ...8

 

#3

Flügeldecken ganz schwarz, ohne hellen Spitzensaum.

   ...4

 

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Flügeldecken schwarz mit hellem Spitzensaum, oder Hinterende der Flügeldecken in größerer Ausdehnung hell.

   ...5

 

#4

Halsschild schwarz, nur 1-1,5 mm lang. Länglich oval, gewölbt, Behaarung wenig dicht, im letzten Drittel der Flügeldecken an der Naht nach außen gekämmt. Dieses Merkmal unterscheidet diese Art gut von dem ähnlichen Stethorus punctillum. Ganz schwarz, nur Fühler, Taster, Tarsen und manchmal die Schienen braun. Kopf und Halsschild fein und spärlich punktiert. Flügeldecken mit ziemlich grob eingestochenen Grübchen. Die Schenkellinie reicht nur wenig über die Mitte des Segments. Aedoeagus [Abb.3], Spermatheka [Abb.4]. Die sehr seltene Art kann von Laubbäumen geklopft werden, besonders von Eichen, Linden, Weiden und Haselnuß. Verfolger der Schildlaus Chionaspis salicis. (Neopullus)

   ...ater Kug., 1794

Abb.3

Abb.4

SCYMNUS ATERSCYMNUS ATER

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Halsschild rot, nur 0,9-1,1 mm lang, wenig gewölbt, noch länger oval als ater, wenig glänzend, dicht und tief punktiert, schwarz, Halsschild, Fühler und Beine rot [Abb.5]. Halsschild nach vorne verengt, Schulterbeule undeutlich. Vorderbrust mit 2 Kiellinien, die etwas vor dem Vorderende zusammenlaufen. Schenkellinie halbkreisförmig, 3/4 des Segments nach hinten reichend. Eine skandinavische Art, sehr selten, womöglich im Norden des Gebietes aufzufinden. (Mimopullus)

   ...fennicus J. Sahlberg

In der Färbung sehr ähnlich ist eine westmediterrane Art, die jedoch etwas breiter ist und bei der sich die Kiellinien der Vorderbrust vorne nicht vereinigen. (Mimopullus)

   ...fulvicollis Mulsant

Abb.5

SCYMNUS FENNICUS

#5

Die schwarzen Flügeldecken haben einen roten Spitzensaum.

   ...6

 

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Die schwarzen Flügeldecken sind in ihrem hinteren Teil in größerer Ausdehnung hell [Abb.6].

   ...7

Abb.6

SCYMNUS FERRUGATUS

#6

2-2,5 mm, kurz und breit oval, schwarz, Spitze des Hinterleibs und der Flügeldecken rötlich. Kopf in beiden Geschlechtern rötlich (beim Weibchen kann er manchmal auch schwarz sein). Halsschild beim Männchen rot, mit dunkler Schildchenmakel, die selten fehlt; beim Weibchen schwarz. Fühler, Taster, Beine gelbbraun, höchstens die Schenkel an der Basis geschwärzt. Die Schenkellinie reicht bis nahe an den Hinterrand des 1. Segments. (Aedoeagus [Abb.7], Spermatheka [Abb.8]. Eine in Süd- und Mitteleuropa häufige Art, besonders auf Laubholz (Eichen). Verfolgt besonders Phylloxera, die auf der Unterseite von Eichenblättern schmarotzt.

   ...auritus Thunb., 1795

Abb.7

Abb.8

SCYMNUS AURITUSSCYMNUS AURITUS

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Kleiner als 2 mm, Färbung wie auritus (vielfach auch verwaschen oder pechbraun), aber nicht so deutlich gerundet. Nicht so dicht punktiert wie auritus, dafür aber auffallend kräftig. Die Schenkellinie reicht nicht so weit nach hinten wie bei auritus. Aedoeagus [Abb.9]. Auf Laubbäumen, besonders auf Eichen nicht selten, im Mittelmeergebiet auch auf Ölbäumen als Vertilger der sehr gefährlichen Õlbaumschildlaus Coccus oleae. Dalmatien, Croatien, Ungarn (besonders in der Nähe des Neusiedler Sees), sehr selten, häufig in Süd-Italien und Süd-Frankreich. Das eigentliche Verbreitungsgebiet der schwarz gezeichneten wichmanni ist der westliche Mittelmeerraum. fraxini ssp.

   ...wichmanni Fürsch

Die Stammform kommt in Kleinasien und Griechenland vor. In Albanien findet man Übergangspopulationen. Die dalmatinischen und ungarischen (also die, die im südöstlichen Raum unseres Gebietes zu erwarten sind), zeigen schon die deutliche Zeichnung der ssp. wichmanni.

Abb.9

SCYMNUS WICHMANNI

#7

1,5-2,3 mm. Die ersten 3 Segmente des Hinterleibs schwarz, der übrige Teil rot, die gelbrote Färbung des hinteren Flügeldeckenteils ist nicht scharf gegen das Schwarz abgesetzt. Flügeldecken ungleich punktiert. Halsschild schwarz, mit ± ausgedehnter roter Vorder und Seitenrandfärbung. Behaarung manchmal wirbelig. (Aedoeagus [Abb.10], Spermatheka [Abb.11]. Ziemlich selten im Frühjahr von Sträuchern zu klopfen, im Sommer besonders auf feuchten Wiesen, gerne an Flußufern. Im Winter aus Erlen- und Weidenlaub zu sieben. (Neopullus)

   ...haemorrhoidalis Hbst., 1797

Abb.10

Abb.11

SCYMNUS HAEMORRHOIDALISSCYMNUS HAEMORRHOIDALIS

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2,5-3 mm, meist der ganze Bauch rotgelb, die rötliche Färbung im hinteren Teil der Flügeldecken scharf begrenzt [Abb.6], Flügeldecken gleichmäßig punktiert. Halsschild wie bei haemorrhoidalis schwarz, mit ± ausgedehnter roter Vorder und Seitenrandfärbung. Aedoeagus [Abb.12], Spermatheka [Abb.13]. Etwas seltener als haemorrhoidalis, vielfach in den gleichen Biotopen. Im Frühjahr von blühenden Sträuchern zu klopfen, im Sommer auf Wiesen zu kätschern, im Winter aus Graswurzeln oder Moos, besonders an Waldrändern zu sieben.

   ...ferrugatus (Moll., 1785)

Abb.6

Abb.12

SCYMNUS FERRUGATUSSCYMNUS FERRUGATUS

Abb.13

SCYMNUS FERRUGATUS

#8

Flügeldecken einfarbig hell oder wie bei Habitus [Abb.14].

   ...9

Abb.14

SCYMNUS SACIUM

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Flügeldecken dunkelbraun mit je 2 hellen Makeln hintereinander, oder wie bei Habitus [Abb.15].

   ...11

Abb.15

SCYMNUS SUTURALIS

#9

Flügeldecken nicht zottig behaart, Schulterbeule nicht deutlich, in unserem Gebiet kaum zu erwarten.

   ...10

 

--

Flügeldecken zottig behaart, Schulterbeule recht deutlich. Habitus [Abb.15].

   ...11

 

#10

Körperwölbung flach [Abb.16], Vorderbrust [Abb.17], Schenkellinien [Abb.18], Aedoeagus [Abb.19], Spermatheka [Abb.20], Fühlerkeule [Abb.21]. Kopf und Halsschild dunkelbraun, Flügeldecken braunschwarz und schwarz mit großem, in der Länge variablem, gelbem Fleck in der Mitte und hellem Flügeldeckenhinterrand; Beine gelbbraun. Weibchen hat dunklen Kopf 1,5 mm. Diese pontische Art wurde von Bielawski in der ungarischen Tiefebene entdeckt und ist vielleicht am Neusiedler See zu erwarten. (Mimopullus)

   ...sacium Roub.

Abb.16

Abb.17

SCYMNUS SACIUMSCYMNUS SACIUM

Abb.18

Abb.19

SCYMNUS SACIUMSCYMNUS SACIUM

Abb.20

Abb.21

SCYMNUS SACIUMSCYMNUS SACIUM

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Körperwölbung größer [Abb.22]. Aedoeagus [Abb.23]; Spermatheka [Abb.24]; Fühlerkeule [Abb.25]. Eine schwach gewölbte Art des Mittelmeergebietes, die in unserem Gebiet kaum zu erwarten ist, der Art sacium aber so ähnlich ist, daß sie leicht mit ihr verwechselt werden kann. Häufig einfarbig hell. 1-1,8 mm. (Mimopullus)

   ...mediterraneus Khnzorian

Abb.22

Abb.23

SCYMNUS MEDITERRANEUSSCYMNUS MEDITERRANEUS

Abb.24

Abb.25

SCYMNUS MEDITERRANEUSSCYMNUS MEDITERRANEUS

#11

Flügeldecken hell mit ± deutlichem Basalfleck, der am Schildchen neben der Naht nach hinten zieht [Abb.15]. Die Flügeldecken können auch ganz hell sein, dann ist die Art an der zottigen, nicht gewirbelten Behaarung, der starken Wölbung und der gut sichtbaren Schulterbeule eindeutig von allen einfarbig hellen Arten der Untergattung Pullus zu unterscheiden; in Mitteleuropa sind aber solche helle Stücke kaum zu erwarten. Aedoeagus [Abb.26]; Spermatheka [Abb.27]. Eine der häufigen Arten, von Nadelhölzern, besonders Kiefern und Moorlatschen zu klopfen, im Winter aus Moos oder Rindenschuppen zu sieben. Verfolger der Schildlaus Chionaspis salicis.

   ...suturalis Thunb., 1795

Abb.15

Abb.26

SCYMNUS SUTURALISSCYMNUS SUTURALIS

Abb.27

SCYMNUS SUTURALIS

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Die schwarzen Flügeldecken zeigen je 2 helle Quermakeln hintereinander. Kopf und Seiten des Halsschilds hell, Fühler, Taster, Beine rot, der übrige Körper schwarz, Schenkel ± angedunkelt. Kurz und sehr breit oval, 1,9-2,5 mm. Diese Art kann sehr stark abändern, selbt einfarbig helle Stücke kommen vor. Dadurch wird die Unterscheidung von anderen Arten nach Merkmalen der Oberseite sehr erschwert. Mit dem Auftreten solch abändernder Stücke ist aber in unserem Gebiet kaum zu rechnen. Aedoeagus [Abb.28]; Spermatheka [Abb.29]. Diese südeuropäische Art ist in Mitteleuropa sehr selten und nur in Wärmegebieten zu finden (Kaiserstuhl, Pfalz, Umgebg. Wiens, Nd.Österreich, Böhm. Becken). Von Eichen und anderen Bäumen zu klopfen, besonders als Vertilger von Hyalopterus pruni festgestellt.

   ...subvillosus (Goeze, 1777)

Abb.28

Abb.29

SCYMNUS SUBVILLOSUSSCYMNUS SUBVILLOSUS

 


ater
auritus
fennicus
ferrugatus
fulvicollis

haemorrhoidalis
impexus
mediterraneus
sacium
subvillosus
suturalis
wichmanni

    

Letzte Aktualisierung: 19.09.2008 - 13:46:54

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